Erneut Kraft schöpfen

Stockrosen bei Ermüdung

Wir arbeiten doch gerne mit Statistiken, Analysen und den dementsprechenden Zahlen. Denn es ist besser, etwas veranschaulicht zu bekommen als bloß darüber zu reden. Und so zeigen ein Bildschirm, Display oder Beamer Skalen, Tabellen und Kurven auf, die uns dem jeweils vorgelegten Thema besser folgen lassen. Interessant wäre in dieser Hinsicht einmal zu sehen, wie sehr unsere persönliche Aktivität bzw. Leistungsfähigkeit im Laufe eines Tages steigt und wieder abnimmt. Nun gut, letztlich spüren wir das doch selbst, denn unser Organismus ist in dieser Hinsicht das beste Messgerät. Wenn ich mich heute den Stockrosen (Alcea rosea) zuwende, dann habe ich gerade unsere jeweilige Verfasstheit im Blick. Diese hängt davon ab, wieweit wir uns aufraffen, etwas zu erledigen oder ob wir im Gegensatz dazu die Antriebskraft Richtung Null fahren und uns im wahrsten Sinne des Wortes hängen lassen. Das können wir aber selbst steuern. Ganz anders hingegen sieht es hingegen aus, wenn wir quasi ununterbrochen arbeiten, uns physisch und geistig anstrengen. Dann ist Müdigkeit die logische Folge. Von den Stockrosen dürfen wir uns zu jener Zeit eine Ermunterung abholen. In den Blüten dieses Malvengewächses sind wertvolle Schleimstoffe, Gerbsäure und ätherische Öle eingelagert, die – dementsprechend aufbereitet – eine gute Motivation für die Antriebskraft des Körpers darstellen können. Im übertragenen Sinne gibt die Pflanze die Energie weiter, die sie selber auf wunderbare Weise von der Sonne abruft und u. a. für uns Menschen umwandelt. Für ein Hausmittel darf man sich dann auch ein Schlückchen Wein zu Hilfe nehmen, das wir in diesem Falle benötigen.

Kräuterwein zur Stärkung

Von getrockneten und zerkleinerten Blütenblättern der Stockrosen nimmt man 2 Teelöffel voll. Diese Menge kocht man in 1/4 Liter Rotwein kurz auf. 1/2 Stunde lang zugedeckt ziehen lassen. Abseihen und zusätzlich filtrieren. Schluckweise über den Tag verteilt trinken. Das kann mithelfen, um nach Ermüdung wieder besser und schneller zu Kräften zu kommen. Bei starkem Husten hilft es zudem, sich Linderung zu verschaffen. www.kraeuterpfarrer.at

Stockrosenblüten und Wurzel (Alcea rosea) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Für Herz und Nerven

Der Borretsch aus dem Garten

Die Sonne zieht ihre Bahn schon merklich anders als zu Beginn der Ferien Anfang Juli. Die Tage werden spürbar kürzer und somit ändert sich auch die Vegetation. Dennoch müssen wir der Wärme noch nicht ade sagen. Für mich hat die Zeit gegen Ende des Sommers einen besonderen Reiz. Ich fühle gleichsam, dass das Land zur Ruhe kommt und der Wald mitsamt Feld und Flur die Hitze auszuatmen scheint. In Vorsorge auf den kommenden Herbst sind übrigens auch die Bienen unterwegs, um noch nötige Vorräte für den Winter zu sammeln. Da freuen sie sich, wenn sie auf dem Borretsch (Borago officinalis) noch offene Blüten finden, von wo sie Nektar und Pollen in die Waben einbringen können. Das Raublattgewächs wird gerne auf Beeten, in Kräutergärten und überdies als Begrünung gepflanzt. Nimmt man die Pflanze in die Hand und zerreibt ein Blatt, so riecht es ganz charakteristisch, was dem Borretsch die zusätzliche Bezeichnung Gurkenkraut eingebracht hat. Früher wurde dieses Gewächs häufig als Gewürzkraut verwendet. Aus dem Samen wiederum presst man bis heute ein Öl. Der Borretsch enthält in seinen Wuchsteilen Gerbstoffe, Schleimstoffe und auch Kieselsäure. Da man aufgrund moderner Forschungen auf eine innerliche Verwendung der grünen Pflanzenteile verzichten soll, um u. a. die Leber zu schonen, ist jedoch eine äußerliche Anwendung durchaus empfehlenswert. Über die Haut kann nämlich ein herzstärkender und nervenunterstützender Effekt, der in dieser Pflanze sitzt, weitergegeben werden. Solange man den Borretsch also noch in greifbarer Nähe stehen hat, ist es möglich, für Entspannung und Ausgleich zu sorgen. Es spricht ja nichts dagegen, dies auch in den eigenen vier Wänden zu tun.

Badezusatz mit Borretsch

Vom Borretsch nimmt man das ganze frisch abgeschnittene Kraut und zerstampft es solange, bis ein Brei daraus entsteht. 150 g davon werden mit 2 Liter kochendem Wasser übergossen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen und den Rückstand auspressen. Die Badewanne mit warmem Wasser füllen, den Borretsch-Absud dazugießen und 15 Minuten darin baden. Eine herzfreundliche und zugleich nervenstärkende begleitende Maßnahme für den Ausklang des Sommers. www.kraeuterpfarrer.at

Borretsch oder Gurkenkraut (Borago officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Unterstützung für Tiere

Ihnen mit der Brennnessel beistehen

Wenn wir uns Sorgen um unsere bedrohte Umwelt machen, so können wir an verschiedenen Faktoren ablesen, dass es mit der Welt vielerorts nicht unbedingt zum Besten bestellt ist. Immer wieder werden Arten an Lebewesen aufgelistet, über deren Existenz in der näheren und ferneren Zukunft ein großes Fragezeichen steht. Deswegen ist es sicher notwendig, in der belebten Natur einen großen Schatz zu entdecken, den es zu bewahren und zu hüten gilt. Dazu braucht es auch einen neuen und schätzenden Blick auf die Pflanzen. Die Brennnessel (Urtica) z. B. zählte in der oft vorherrschenden Meinung vor gar nicht allzu langer Zeit noch zu den „lästigen Unkräutern“. Es waren nicht zuletzt die Bücher und die medialen Auftritte meines Vorgängers Hermann-Josef Weidinger, die in dieser Hinsicht einem Umdenken den Boden aufbereiteten. Die Brennnessel hat ja einiges zu bieten. Zu ihren Wirkstoffen zählen Flavonoide, Folsäure, Kieselsäure und sogar Vitamine. So unterstützt sie u. a. den Organismus, das Blut zu reinigen und dessen neue Bildung zu fördern. Sie wirkt ebenso anregend auf den Stoffwechsel. Die Brennnessel erweist sich zudem als schleimlösend und darüber hinaus als stärkend und vitalisierend. Wenn wir uns eingangs über eine gute Beziehung zur Schöpfung Gedanken gemacht haben, sollen dabei auch die Tiere, die uns oft näher stehen als die Pflanzen, nicht zu kurz kommen. Daher sei heute einmal die Brennnessel vor allem den Vierbeinern jeglicher Art gewidmet, die uns dabei unterstützen, das Leben mit deren bereichernder Gegenwart auszukosten.

Brennnessel für Haustiere

Zwei Möglichkeiten gibt es, um die Tiere in Haus und Hof mit Brennnesseln zu unterstützen. Dazu nimmt man einerseits die getrockneten Pflanzen, die man unter das Futter mischt. Das ist vor allem bei Pferden und Rindern sinnvoll, deren Gesundheit und Vitalität man auf diese Weise unterstützen möchte. Andererseits kann man aber auch einen Brennnessel-Tee als Tränke verabreichen, was sich u. a. bei Koliken als hilfreich herausstellen kann. Sicher ist es auch möglich, den Aufguss bei Bedarf mit Wasser zu verdünnen. www.kraeuterpfarrer.at

Große und Kleine Brennnessel (Urtica dioica und Urtica urens) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Abwehrkräfte stärken

Alantwurzel dafür verwenden

Wenn sich die Nachrichten der steigenden Infektionen durch das Coronavirus wiederum vermehren, so gilt es wohl darüber nachzudenken, warum dies passiert. Sicher ist die Urlaubszeit und das damit verbundene Verhalten mit ein Grund für derart steigende Tendenzen. Möge Gott es schenken und die Menschen daran mitwirken, dass die grafische und faktische Kurve der registrierten Erkrankungen bald wieder sinkt. Es gibt ja durchaus die Möglichkeit, eine vernünftige Lebensführung in Tagen wie diesen derart zu gestalten, dass die Heilpflanzen erneut mehr an Bedeutung gewinnen. Der Alant (Inula helenium) ist durchaus ein Gewächs, welches das Seine an gesundheitlicher Unterstützung weitergeben kann, damit wir eben besser gegen Krankheiten – welcher Art auch immer – gewappnet sind. Die teils mächtig hoch aufwachsende Pflanze ist ein Mitglied der Familie der Korbblütler. In der pflanzlich praktizierten Heilkunde wird die Wurzel des Alants verwendet. Der unterirdische Wuchsteil ist recht kräftig ausgebildet. Das kann man schon auf einer der ältesten erhaltenen Abbildungen dieses Gewächses sehen, die sich in der spätantiken Schrift des Wiener Dioskurides (verfasst nach 500 n. Chr.) befindet und in der Wiener Nationalbibliothek als wertvoller Buchschatz gehütet wird. Die Inhaltsstoffe der Alantwurzel setzen sich u. a. aus ätherischem Öl, Harzen Pektin und einem hohen Anteil an Inulin zusammen. Denkt man nun darüber nach, die Abwehrkräfte des Körpers zu stärken, so ist meines Erachtens eines notwendig zu erkennen: um gut gegen Infekte und andere Erkrankungen gerüstet zu sein, bildet eine gute Funktion der Verdauungsorgane und der Nieren eine wichtige Voraussetzung. In dieser Hinsicht kann der Alant eine gute Unterstützung sein. Er ist vortrefflich dazu geeignet, in Form eines Tees die ganze Physis fit zu halten. Und somit kann man darangehen, seine Gesundheit mithilfe der starken Wurzel zu festigen.

Regelmäßig Alant-Tee

Von der getrockneten und zerkleinerten Wurzel nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kaltem Wasser. Kurz gut aufkochen und dann 10 Minuten ziehen lassen. Abseihen und schluckweise trinken. Früh und abends 1 Tasse zu sich nehmen. Führt man diese Anwendung 3 Wochen lang durch, stärkt man die Abwehrkräfte, indem man so die Tätigkeit des Magens und der Nieren fördert. www.kraeuterpfarrer.at

Alant mit Wurzel und Details (Inula helenium) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Damit die Zähne gut sitzen

Eichenrinde für das Zahnfleisch

Es ist eigentlich eine Binsenweisheit, wenn ich wiederholte Male feststelle, dass unsere Gesundheit nichts Selbstverständliches ist und sich schon gar nicht von der Geburt bis zum Tod konstant hält. So ist es angesagt, sich um eine intakte Funktion des Leibes und der Seele zu kümmern, um so in einem ausgewogenen Gleichgewicht zwischen Ruhe und Aktivität auf das zu achten, was eben ein Geschenk ist und bleibt: die Gesundheit. Von klein auf lernen wir z. B. den Mund zu säubern und dabei auch noch gründlich die Zähne zu putzen. Als Hilfestellung dafür möchte ich aber heute noch zusätzlich die Eiche (Quercus) ins Kalkül ziehen. Wenn sich nun jemand zu Recht fragt, was dieser große und ehrfurchtserweckende Baum mit unserem Mund zu tun haben kann, möchte ich dieses Rätsel in den anschließenden Zeilen auch auflösen. Denn in der Rinde der Eichen, die man von fingerdicken Ästen gewinnt, bergen sich vor allem wertvolle Gerbstoffe und dazu noch mineralische Substanzen. In der Regel verwendet man dieses pflanzliche Hilfsmittel bei Problemen, die im Zusammenhang mit einer erkrankten oder gereizten Haut auftreten. Da tut der adstringierende Effekt, der von der Eichenrinde ausgeht, ganz gut und hilft mit, die äußere Schutzschicht der Physis zu stärken. Genau das kann man sich ebenso für den Mund und die Pflege des Zahnfleisches zunutze machen. Immerhin ist es allseits bekannt, dass die Zähne, solange sie auf dem Kieferknochen sitzen, unbedingt auch ein gesundes Zahnfleisch benötigen, das dieselben stützt. So ist es nur recht und billig, desgleichen für das Zahnfleisch regelmäßig eine unterstützende Maßnahme durchzuführen. Dabei kann man sich der Eichenrinde bedienen.

Pulver für den Mund

Von getrockneten und zerkleinerten Stücken der Eichenrinde kann man sich selbst ein Pulver reiben oder man besorgt es sich in der Apotheke bzw. im Fachhandel. Davon nimmt man 1 schwachen Teelöffel voll in den Mund und verteilt es dann mit der Zunge und dem Speichel im ganzen Mundraum, so dass es vor allem auch mit dem Zahnfleisch in Berührung kommt. Die Gerbstoffe der Eichenrinde wirken an einer Festigung und gleichzeitig einer Reinigung der Kieferpartie im Mund mit. Zum Schluss mit lauwarmem Wasser nachgurgeln und ausspucken. www.kraeuterpfarrer.at

Eichenzweig mit Eicheln und Rinde (Quercus robur) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein Gewürz für die Füße

Senfkörner zum Relaxen

Wer ein sogenanntes Wellness-Programm buchen möchte, macht sich entweder im Internet schlau, welche Angebote es dafür gibt oder man studiert ein vorliegendes Prospekt, das einem mit brillant geschossenen Fotos Lust drauf macht, in einer Therme oder ähnlichem aus dem Alltag auszusteigen und die dort vorhandenen Möglichkeiten so gut es geht zu nutzen. Die Kräfte der Natur stehen einem aber auch zu Hause zur Verfügung, wo es natürlich ebenfalls angebracht ist, darauf zu achten, mit so mancher Wohltat zu einer guten Live-Balance (um mit einem trendigem Ausdruck zu sprechen) zu gelangen. Kaum jemand wird jedoch auf die Idee kommen, diese Absicht mit Senf umzusetzen. Gehen wir zuerst einmal zur Botanik. Zur Familie der Kreuzblütengewächse zählen auch die verschiedenen Pflanzen, von denen die Samenkörner geerntet und verwendet werden. Das sind der Weiße Senf (Sinapis alba), der Braune Senf (Brassica juncea) und der Schwarze Senf (Brassica nigra). Je nach Geschmack und Bedürfnis setzt man die von diesen Sorten abfallenden Früchte in der Küche oder bei der Herstellung von Senf ein. Sie zeichnen sich allesamt durch eine besondere Schärfe aus, was eben am Vorhandensein verschiedener Senfölverbindungen in den Körnern liegt. Verwendet man dieses Gewürz vorsichtig und sparsam, dann kann man auch dem Leib etwas Gutes damit tun. In unseren Füßen sitzen viele Nervenbahnen, die über die Reflexzonen mit vielen Organen und eigentlich der ganzen Physis in Verbindung stehen. Das macht man sich u. a. durch eine gezielte Massage der Sohlen und der Zehen zunutze. Was sich jeder und jede persönlich anrichten kann, das ist ein Fußbad, das vor allem nach getaner Arbeit eine Entspannung herbeiführen kann. Dafür stehen die Senfkörner ebenfalls zur Verfügung.

Fußbad für Leib und Geist

Von in einem Mörser angestampften Senfkörnern nimmt man 1 bis 2 Esslöffel voll und gibt sie in das bereits eingegossene warme Wasser, um nur kurze Zeit (etwa 5 Minuten) die Füße darin zu baden. Diese Anwendung wirkt sowohl durchblutungsfördernd auf die Füße als auch spannungsableitend auf den gesamten Muskelapparat. Danach die Füße abtrocknen und mit einem pflanzlichen Fußbalsam einreiben. www.kraeuterpfarrer.at

Brauner Senf (Brassica juncea) ⓒ commons.wikimedia/Dalgial





Beruhigt die Nerven

Haferstroh gleicht aus

Die Zeit kann man unmöglich zurückdrehen, auch wenn man sich noch so sehr darum bemüht. Wie oft würden sich das manche wünschen. Doch bleibt die Frage, ob das Vergangene immer so viel besser war, wie es uns ein nostalgischer Blick vorzugeben versucht. Gewiss ist es jedoch gut, gerade im Hinblick auf eine Verwendung von Kräutern und Heilpflanzen das zu bedenken, was z. B. im Frühjahr und im Sommer gewachsen und gereift ist. Es steht uns nun als verwertbares Material zur Verfügung. Apropos vergangene Zeiten: da war es üblich, den Hafer (Avena sativa) vermehrt auf den Feldern anzubauen und zu ernten. Gerade in einer kleinstrukturierten Landwirtschaft, wo man praktisch auf jedem Hof das Vieh in einem überschaubaren Ausmaß gehalten hat, war es notwendig, Reserven an Futter und Einstreu zur Verfügung zu haben. So gesehen hatte der Hafer also noch eine höhere Bedeutung als heute. In der praktischen Verwendung des Korns als auch des Strohs sammelte man ebenso gute Erfahrungen im Hinblick auf die gesundheitliche Pflege der menschlichen Physis samt der dazugehörigen Psyche. Sind im Haferkorn sehr viele wertvolle Inhaltsstoffe wie Mineralstoffe und pflanzliches Eiweiß enthalten, so zeichnet sich der die Ähre tragende Wuchsteil dadurch aus, dass sich in ihm Flavonoide und Saponine finden, die einerseits entzündungshemmende und andererseits beruhigende Effekte hervorrufen können. Diese Einsicht darf uns dazu ermutigen, den Hafer samt seinem Grün dazu heranzuziehen, um die Nerven zu stärken. Wie gesagt, man benötigt hierfür den noch grünen Halm samt Blatt, die rechtzeitig abgeschnitten und getrocknet wurden. Wer das nicht selbst besorgen konnte, bedient sich am besten der Ware, die das Jahr über im Fachhandel zur Verfügung steht.

Trunk aus Haferstroh

Das noch grüne Haferstroh wird beizeiten abgeschnitten und getrocknet, solange also der Kern noch milchig ist. Danach häckseln und aufbewahren. Um sich einen nervenstärkenden Trunk zuzubereiten, nimmt man 5 Esslöffel voll des aufbereiteten Haferstrohs und setzt es die Nacht über in 1 Liter kaltem Wasser an. Am Morgen gut aufkochen und dann abseihen. Den Tee in eine Thermosflasche füllen und über den Tag verteilt trinken. Das unterstützt die Nerven und ebenso einen guten und tiefen Schlaf. www.kraeuterpfarrer.at

Hafer (Avena sativa) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Hol die Sonne ins Herz

Mit Königskerzenblüten

Was lässt mich aufleben, was schenkt mir ein Aufatmen? Diese Frage beantwortet wohl jeder und jede ganz persönlich für sich selbst. Zum anderen dürfen wir aber miteinander auf die Suche gehen, wo es Freiräume und Unterstützungen gibt, die vielen von uns zugutekommen können. Immerhin dauert es noch ein paar Tage bis zum offiziellen „Beginn“ des neuen Arbeitsabschnittes, der mit dem Schulanfang der Kinder und Jugendlichen einhergeht. Das ist ein Grund, um den Rest der freien Zeit vor allem für das seelische Wohl zu nutzen. Eine Pflanze, die einen sehr erhabenen Eindruck vermittelt, ist die Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum). Sie wächst auf sandigen und steinigen Böden, gedeiht aber auch auf lehmigem Untergrund. Auf jeden Fall braucht sie Licht und Sonne, um so richtig zur Entfaltung zu gelangen. Saponine, ätherisches Öl sowie schleimige Substanzen zeichnen das zur Familie der Braunwurzgewächse zählende Heilkraut aus. Diese Inhaltsstoffe sind hauptsächlich in ihren Blüten eingelagert, die man am besten bei vollem Sonnenschein zur Mittagszeit abpflückt und sie dann an einem möglichst zugigen Platz im Schatten trocknet. Die Wirkkraft der Königskerze zielt vor allem auf den Brustbereich unseres Körpers ab, wo sich auch die Lungenflügel befinden. Bei entzündeten und verschleimten Bronchien kann es angebracht sein, sich mit den Vorteilen der gelben Blüten wieder ein freieres Atmen zu verschaffen. Dann ist es vorrangig, dass sich der festsitzende Schleim löst und dieser abgehustet werden kann. Die Königskerze sammelt ja während des Sommers viele Sonnenstrahlen für uns ein und speichert sie gleichsam auf ihre Art und Weise. Es ist ohnehin unbestritten, dass Heilkräuter imstande sind, ihre gute Wirkung auch für unser seelisches Befinden weiterzugeben. In diesem Sinne möchte ich einladen, gleich zu Beginn das Herz aufleben und sich ein wenig Helle in die Seele liefern zu lassen.

Für das Gemüt

2 Teelöffel getrockneter Blüten der Königskerze übergießt man mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Trinkt man den Tee begleitend zum Frühstück, so trägt man damit das goldgelbe Leuchten der Königskerze in sein Inneres hinein und beginnt somit seelisch gefestigt den Tag. Auf diese Weise sammeln wir gute Energien für den oft herausfordernden Alltag, dem wir uns früher oder später wieder stellen müssen. www.kraeuterpfarrer.at

Großblütige Königskerze (Verbascum thapsiforme oder densiflorum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Für die Augen

Ausruhen mit Ruprechtskraut

Jetzt zeigt uns der Sommer noch einmal, was er kann. Über zu niedrige Temperaturen dürfen wir uns momentan wirklich nicht beklagen. So ist es vielleicht ganz gut, die Menge an Sonnenstrahlen noch einmal in vernünftiger Weise auszukosten, indem man sich viel im Freien aufhält und der Bewegung des Köpers mehr zugesteht als sonst. Denn nur allzu schnell kommt wieder die Zeit, da wir gar viele Stunden mit Sitzen oder langem Stehen verbringen werden. Beim Wandern und beim Schwimmengehen sind wir also den Strahlen ausgesetzt, die vom gleißenden Himmelskörper auf die Erde treffen. Im Ruprechtskraut (Geranium robertianum) dürfen wir einen Partner entdecken, der uns ein wenig über die Runden helfen kann, wenn es gilt, den Augen etwas Gutes zu tun. Unsere Sehorgane sind ja gerade dann, wenn wir uns unter freiem Himmel aufhalten, ganz besonders gefordert. Und so kann es auch einmal ein Zuviel an Licht sein. Die Augen machen das u. a. bemerkbar, indem sie zu schmerzen oder auch zu tränen beginnen. Das Ruprechtskraut, das übrigens auch als Stinkender Storchschnabel bezeichnet wird, ist Gott sei Dank noch recht häufig an den Wegrändern zu finden, die durch eine halbwegs naturbelassene Vegetation führen. Als Inhalte finden sich darin Bitter- und Gerbstoffe, verschiedene Pflanzensäuren und ätherisches Öl. In der Volksheilkunde hat man sich der guten Wirkungen dieses Storchschnabelgewächses seit langem bedient, vor allem auch dann, wenn es galt, die Harnwege zu unterstützen oder äußerliche Entzündungen abzuheilen. Heute möchte ich jedoch einen Tipp geben, der den Augen zugutekommt. Wenn sie nämlich aufgrund der Sonnengrelle zu brennen beginnen, ist es ohnehin höchste Zeit eine Pause einzulegen und Rast zu machen.

Auflage auf die Augen

Wenn man an einem sauberen Ort das Ruprechtskraut vorfindet, so kann man es gleich abpflücken. Das empfiehlt sich vor allem dann, wenn man aufgrund vom Sonnenlicht gereizter Augen eine Pause einlegt. Die frischen und mit einem Taschentuch zusätzlich gereinigten Blätter quetscht man mit den Fingern an und legt sie dann sachte auf die geschlossenen Augen. Eine Weile oben lassen, während man sich im Liegen ohnehin ausruht. Das kann mithelfen, die plötzlich auftretenden Beschwerden zu lindern. www.kraeuterpfarrer.at

Ruprechtskraut oder Stinkender Storchschnabel (Geranium robertianum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Für eine geschmeidige Haut

Den Kerbel aufgießen

Wir verändern uns alle im Laufe des Lebens. Niemand bleibt so, wie er oder sie geboren wurde. Das ist auch durchaus gut so, denn immerhin ist es für sich selbst und auch für die anderen von Vorteil, wenn wir selbständig werden, unsere eigenen Entscheidungen treffen und somit zu reifen Persönlichkeiten heranwachsen. Doch bleibt es bloß ein vielfach gehegter Traum, zumindest physisch im Stadium der Jugend zu verharren. Denn es bleibt nun einmal nicht aus, dass der Leib sich den tatsächlichen Lebensjahren anpasst. Darüber sollten wir uns nicht hinwegtäuschen wollen. Dennoch möchte ich den Versuch wagen, im Echten Kerbel (Anthriscus cerefolium) einen pflanzlichen Partner anzubieten, der uns hilft, die Vitalität der Haut zu unterstützen. Seinen Verwandten treffen wir in der freien Natur gerade im Sommer recht häufig an. Ich meine damit den Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris), der viele Wege säumt und somit zum Begleiter von Wanderungen und Spaziergängen durch Wald und Flur wird. Bleiben wir jedoch bei der Gartenform, die auf den Beeten steht. In den Blättern dieses Gewürzkrautes bergen sich nicht nur ätherische Ölsubstanzen, sondern zudem auch Bitterstoffe und Vitamine. All das ist recht gut brauchbar, wenn es gilt, die Haut zu festigen und gleichzeitig auch geschmeidig zu halten, ohne dass sie jedoch ihre Spannkraft verliert und zur allseits bekannten Faltenbildung neigt. Will man also vor allem das Gesicht auf natürliche Weise pflegen, dann ist der Kerbel aus dem Garten eine mögliche Grundlage für dieses Ansinnen. Und jetzt in der Vegetationsphase des Gewächses ist immer noch genügend grünes Kraut vorhanden, das man dafür heranziehen kann.

Waschung mit Kerbelkraut

Von frisch geerntetem und zerkleinertem Kraut des Gartenkerbels nimmt man 4 Esslöffel voll und übergießt das würzige Grün mit 1 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, ehe man den Aufguss abseiht. Mit dem lauwarmen Tee das Gesicht gründlich abwaschen. Diese Anwendung besitzt eine zusammenziehende und gleichzeitig stärkende Wirkung für die Haut. Führt man sie in regelmäßigen Abständen durch, kann man mithelfen, um eine altersbedingte Faltenbildung zumindest in einem kleinen Maß hintanzuhalten. www.kraeuterpfarrer.at

Kerbel oder Gartenkerbel (Anthriscus cerefolium) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya