Radfahren zwischen frischem Grün

Mit Kräutertee und Lotion

Allen Lesern dieser Zeilen wünsche ich ein frohes Pfingstfest! Haben Sie den heurigen Urlaub schon geplant? Ich nehme an, dass dieser größtenteils im eigenen Land stattfinden wird. Immerhin kann man dann sicher besser abschätzen, wie sich die gegenwärtige Situation rund um die Gastronomie weiter entwickelt. Zudem gibt es so viele schöne Orte und Landschaften in Österreich. Ganz sicher wird das Radfahren wieder hoch im Kurs stehen. Touren dieser Art kann man ja auch ganz kurzfristig auf die Tagesordnung setzen. Inspiriert davon, dass auch in Karlstein eine eigene Kräuter-Radroute am Kräuterpfarrer-Zentrum vorbeiführt, sollen heute Brombeerblätter, Lavendel und Ysop neben pedaltretender Muskelkraft den Ton angeben. Dazu kommen noch Pfefferminze, Thymian, Goldmelisse und die wunderschönen Kornblumenblüten. Bei jeder sportlichen Tätigkeit bzw. erholsamer Bewegung (das E-Bike macht’s möglich! :-) sind schließlich die Rahmenbedingungen nicht außer Acht zu lassen. Die gewährleistet man u. a. durch das Pflegen der ganzen Physis. In der aufgezählten Anzahl an Heilkräutern, die man in getrockneter und zerkleinerter Form zu einem Tee mischen kann, stecken natürlich eine Menge an guten Substanzen. Die Gerbstoffe der Brombeerblätter aktivieren die Zellen, die ätherischen Öle des Lavendels hellen die seelische Stimmung auf und der Thymian stärkt die Atemwege. Ysop und Pfefferminze sorgen ebenfalls mit ätherischen Ölen dafür, dass die Verdauung in guter Form ist. Die Gold- und die Zitronenmelisse wirken beruhigend und ausgleichend, mit den Kornblumenblüten samt deren Bitterstoffen wird die Sehkraft unterstützt. Gerade wenn man in der eingangs geschilderten Weise in Bewegung ist, sollte man die Kraft der Pflanzen begleitend und stärkend zum Einsatz bringen. Eine Teemischung für die innerliche Fürsorge und so manche Lotion (z. B. mit Weihrauchharz) zur äußerlichen Anwendung zugunsten von Muskeln und Gelenken stehen im Kräuterpfarrer-Zentrum bereit.

Teekur fürs Radfahren

Eine Mischung aus Brombeerblättern, Melisse, Lavendel, Thymian, Ysop, Goldmelisse, Kornblumen- und Hibiskusblüten sowie Pfefferminze können getrocknet und zerkleinert miteinander gemischt werden. Davon nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. 3-mal pro Tag ein Tasse trinken, als Vor- und Nachsorge eines Radfahr-Urlaubes. Oder man kann ihn auch kühl in der Trinkflasche mit sich führen. Stärkt und erfrischt den ganzen Organismus. Zur Freude der Radlfahrer! Im Kräuterpfarrer-Zentrum erhalten Sie die Teemischung „Radlfahrer-Freud“ sowie eine Massagesalbe und eine Weihrauch-Lotion zur Pflege von Muskeln und Gelenken. Das ganze Set samt einem Kräutertee zum Verdünnen namens „Fettbörner“ schicken wir Ihnen versandkostenfrei zu: Tel. 02844/7070 oder via Webshop: www.kraeuterpfarrer.at

Tee “Radlfahrer-Freud” ⓒ Reinhard Podolsky





Aufbauender Ansatz

Die Alantwurzel in Wein

Eben noch ging ich durch die Ausstellungszimmer unseres Stiftes, die wir nun auch wieder unseren Besuchern unter den gegenwärtigen Bedingungen zugänglich machen dürfen. Die Abtei Geras ist in allen Himmelsrichtungen von Gärten umgeben, die der klösterlichen Anlage einen besonderen Reiz verleihen. Im Süden liegt der Kräutergarten, der für die kommende Saison von Kundigen auf Vordermann gebracht wird. Im Zuge meines Schlenderns reichte ein kurzer Blick aus den Fenstern der so genannten Bischofszimmer, um zu sehen, wie prächtig der Alant (Inula helenium) auf seinem angestammten Platz im Kräuterbeet bereits gediehen ist. Mit seinen kräftigen und behaarten Blättern ist er schließlich neben den anderen oft kleiner gewachsenen grünen Individuen auch schwer zu übersehen. Der Alant zählt zu den Korbblütlern und hat – wie schon gesagt – eine stattliche Gestalt, die mehr als mannshoch ausfallen kann. Wenn man schon eine derartige Größe besitzt, darf auch das stützende und tragende Element nicht fehlen. Kein Wunder, dass die Wurzel des Heilgewächses dementsprechend kräftig ausgebildet ist. Zu den Inhaltsstoffen des unterirdischen Wuchsteiles zählen u. a. das leicht verdauliche Inulin, ätherische Öle, Harze, Bitterstoffe, Kampfer und Pektin. Generell hat man in der Tradition der pflanzlichen Naturheilkunde den Alant vor allem verwendet, um einerseits die Lunge bei Entzündungen zu unterstützen und ebenso dem Magen- und Darmtrakt eine Hilfe zukommen zu lassen. Für mich versinnbildlicht der Alant vor allem Stärke und Festigkeit. Daher möchte ich heute dazu einladen, diese Pflanze dazu zu verwenden, um sich selbst aufrichten und stärken zu lassen, wenn man sich schwach und erschöpft fühlt. Eine Möglichkeit ist es, ihn zusammen mit Wein anzusetzen und ihn so in äußerst geringen Dosen zu konsumieren.

Zubereitung von Alantwein

Von gut gereinigter Alantwurzel nimmt man ein Stück und schneidet dieses in Scheiben. Davon benötigt man die Menge von 40 g, übergießt diese Wurzeldroge mit 1/16 Liter 70%igem Ansatzalkohol. 24 Stunden lang zugedeckt ziehen lassen. Dann das Ganze in 1 Liter Weißwein in einem Glasgefäß 8 Tage ansetzen. Zuletzt abseihen, die Wurzelstücke auspressen, die gesamte Flüssigkeit filtrieren und abfüllen. Kühl lagern. Bei Schwächezuständen und Phasen der Erschöpfung jeweils 1 Stamperl voll vor der Hauptmahlzeit einnehmen, um neue Kraft zu schöpfen. www.kraeuterpfarrer.at

Alant mit Wurzel und Details (Inula helenium) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Hautstärkende Einreibung

Auf Grundlage des Frauenmantels

Es bedeutet für uns eine gewisse wiedergewonnene Freiheit, wenn das Wetter es ermöglicht, sich nicht mehr schützend vermummen und gut einpacken zu müssen. Mit einer Redewendung benennen wir es, dass wir den Mantel zu Hause lassen können. Nun, es ist wirklich höchst an der Zeit, die Wintergarderobe für hoffentlich lange verstauen zu können. Gleichzeitig sollten wir im Hinblick auf eine angebrachte Bekleidung nicht leichtsinnig sein. Draußen auf unseren Wiesen gibt es hingegen ein Gewächs, das wir sehr wohl beachten und ins Blickfeld unseres Interesses rücken dürfen. Es handelt sich dabei um den Gemeinen Frauenmantel (Alchemilla vulgaris), der auch aufgrund seiner Blattform als Spitzlappiger Frauenmantel bezeichnet wird. Dieses Rosengewächs zeichnet sich vor allem durch einen hohen Gehalt an Flavonoiden und Gerbstoffen aus. Es wächst sehr gern an eher feuchten Standorten in Ufernähe von Gewässern, auf Wiesen und an Wegrändern sowie auch eher kargem Areal wie z. B. so genannten Ruderalflächen. Im Garten hingegen findet man meist gezüchtete Formen, die sich als Bodendecker bewähren und größere Blätter aufweisen als die ursprüngliche Art im freien Gelände. Mit meinem heutigen Tipp möchte ich erneut dazu aufrufen, das eigene Äußere zu pflegen. Denn die Haut, die beim wärmeren Wetter ja umso mehr beansprucht wird, da sie das Sonnenlicht und die Luft in gesteigertem Maße entgegennimmt, sollte auch eine Unterstützung mithilfe der natürlichen Ressourcen, die in den Pflanzen wie eben dem Frauenmantel stecken, erfahren. Und eines möchte ich dazu noch betonen: eine gestärkte Haut schützt auch alles besser, was darunter liegt, wie etwa Muskeln und Gelenke. Grund genug, um den Frauenmantel für Einreibungen heranzuziehen.

Öl ansetzen

Frisch zerkleinerte und zuvor gereinigte Blätter des Frauenmantels werden in einem Verhältnis 1 : 4 mit naturbelassenem kaltgepresstem Olivenöl in einem geeigneten Glasgefäß übergossen und 14 Tage lang verschlossen an einem sonnigen Fensterplatz angesetzt. Man kann auch ein anderes pflanzliches Öl seiner Wahl dazu verwenden. Zum Schluss abseihen, den pflanzlichen Rückstand extra auspressen und dem anderen Öl hinzufügen. Kühl und lichtgeschützt lagern. Durch die entzündungshemmende und straffende Kraft des Frauenmantels stärkt eine Einreibung der Haut dieselbe und macht sie widerstandsfähiger. www.kraeuterpfarrer.at

Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Pflegehilfe und Hauttonikum

Die Kalmuswurzel

Angesichts der hinter uns liegenden und bisher gemeisterten Wochen und Monate hat sich unser Leben sehr verändert. Verschiedenste Gesichtspunkte der Alltagsbewältigung sind nun vermehrt in den Blickwinkel getreten, wie etwa der öffentliche Verkehr im eigenen Land und auch zwischen Ländern und Kontinenten. Damit verbunden war auch der Transport von helfenden Kräften in der Erntearbeit und vor allem in der häuslichen Alten- und Krankenpflege. Somit möchte ich heute eine natürliche Gabe beschreiben, die auch diesen erwähnten Bereich tangieren kann: der Kalmus (Acorus calamus). Ursprünglich war er in Asien beheimatet, wo sehr alte Quellen bereits aus der Antike von einem wirkungsvollen gesundheitsfördernden Gebrauch sprechen. Man kann davon ausgehen, dass die Sumpfpflanze im 17. Jahrhundert auch auf dem europäischen Kontinent heimisch war, da sie über den Handel immer weiter nach Westen ausgebreitet wurde. Der Kalmus liebt die Nähe des Wassers, was ihn auch dazu geeignet macht, ihn ins Sortiment jener Gewächse aufzunehmen, die man an ein Biotop im eigenen Garten pflanzt. In den Rhizomen, die dieses Heilkraut etwa daumenstark ausbildet, sind wertvolle Bitterstoffe, ätherische Öle und u. a. auch Terpene enthalten. So gesehen kann man die Wirkstoffe auf verschiedene Bereiche der Physis hin adressieren. Das betrifft etwa die Verdauung mit Magen und Darm, die schmerzlichen Symptome, die etwa bei Rheuma auftreten oder eben auch die Haut. Zu den häufigen Sorgen, die rund um bettlägerige und somit wenig bis gar nicht mobile Personen entstehen, zählt das so genannte Wundliegen. Um dieses möglichst lang hintanzuhalten, gilt es einerseits, die Konstitution der Haut zu festigen und zugleich deren Durchblutung zu fördern. Genau zu diesen oft drängenden Fragen möchte ich ein Hausmittel aufzeigen, das man als begleitende Maßnahme zu Hilfe nehmen kann.

Die Durchblutung der Haut steigern

In 1 Liter naturreines Olivenöl gibt man ca. 250 g von geschälter und kleingeschnittener Kalmuswurzel. In einem verschlossenen Gals 14 Tage an einen sonnigen Platz am Fenster stellen. Täglich einmal durchschütteln. Zuletzt abseihen und die Wurzelrückstände zusätzlich auspressen. Das Kalmusöl in Fläschchen füllen, kühl und lichtgeschützt lagern. Das so gewonnene Öl kann man als vorbeugende Einreibung der durch etwaiges Wundliegen gefährdeten Hautpartien anwenden. Ebenfalls geeignet bei Rheuma- und Muskelschmerzen. www.kraeuterpfarrer.at

Kalmuswurzel und Blütenstand (Acorus calamus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Verborgener Schatz

Die Wurzel der Schwertlilie

Immer wieder werden in unserem Heimatland so genannte Gartentage ausgerufen. Diese laden alle Interessierten ein, sich in öffentlichen und privaten Grünanlagen umzusehen, die blühende Pracht visuell auszukosten oder einen Kulturevent unter Gottes freiem Himmel zu erleben. Aber die Hauptakteure sind dabei meines Erachtens sowieso die Pflanzen. Ein spezielles Gewächs, das momentan die Beete ziert, ist die Deutsche Schwertlilie (Iris germanica). Sie ist ein dankbares mehrjähriges Gartengeschöpf. Schon die heilige Hildegard von Bingen wusste, dass es nicht bloß genügt, die schönen Blüten zu bestaunen, sondern bei deren Wuchsgestalt zwei Stockwerke tiefer zu gehen. Somit gelangen wir zur Wurzel der Schwertlilie, die durchaus kräftig ausgebildet ist. Sie enthält vor allem ätherische Öle, Flavonoide und pflanzliche Schleimstoffe. Für äußerliche Anwendungen ist sie auch im 21. Jahrhundert noch anwendbar. Über die Haut werden oft innere Organe beeinflusst und stimuliert. Somit kann man mit der Wurzel der Schwertlilie ein erhöhtes Wohlbefinden ansteuern, das sich auf mehrere Bereiche günstig auszuwirken vermag. Einmal mehr möchte ich betonen, wie wichtig es ist, die Haut selbst bei der Gesundheitspflege nicht außer Acht zu lassen. Immerhin braucht auch sie so etwas wie einen Schutzschirm gegen Entzündungen und Irritationen. Und da ist eine Unterstützung mithilfe der Gaben aus der Natur allemal angesagt. Auch wenn man die Wurzeln sinnvollerweise im Frühjahr und im Herbst ausgräbt, ist es jetzt an der Zeit, sich der bereits getrockneten Droge aus dem Fachhandel zu bedienen. Und das Vorhandensein einer Badewanne ist zusätzlich von Vorteil.

Badezusatz aus der Wurzel

Von der getrockneten und zerkleinerten Wurzel der Schwertlilie nimmt man ca. 100 g. Diese Menge setzt man in 2 Liter kaltem Wasser 2 Stunden lang an, bevor man das Ganze kurz aufkocht und dann abseiht. Dann erst dem Badewasser beigeben und 20 Minuten in der Wanne bleiben. Mit einem derartigen Bad wird die Haut gestärkt und deren Immunkraft erhöht. Indirekt wird auch die Bauchspeicheldrüse in ihrer wichtigen Funktion mit dieser Anwendung unterstützt. www.kraeuterpfarrer.at

Schwertlilie (Iris germanica) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Praktischer Gartentipp

Mit Brennnesseln Blattläuse einbremsen

Der Wunsch nach Harmonie und Frieden steht wohl in der Liste der Wünsche und Sehnsüchte von vielen Zeitgenossen ganz oben. Und zurecht dürfen wir tagtäglich unseren persönlichen Beitrag dazu liefern, damit das auf dieser Welt zumindest ein Stück weit möglich wird. Gott sei Dank wird hierzulande nicht für eine kriegerische Auseinandersetzung gerüstet. Im eigenen Garten sollte so etwas ebenfalls nicht nötig sein, möchte man meinen. Doch leider muss man auch hier mit ähnlichen Überfällen rechnen. Die Brennnesseln (Urtica) sind von Natur aus mit einem Abwehrmechanismus ausgestattet, der es zumindest uns sensiblen Zweibeinern schwer macht, sie mit bloßer Haut niederzwingen zu wollen. Das ist genau genommen kontraproduktiv. Es lässt sich ja durchaus auch der Gedanke anstellen, diese zumindest taktil unwirtlichen Pflanzen für die eigenen Interessen einzuspannen und mit ihnen eine natürliche Koalition zu bilden. Abgesehen davon, dass Brennnesseln eine gute Wirts- und Kinderstube für manch prächtige Schmetterlingsarten abgeben, lassen sie sich zudem strategisch zur Verteidigung des eigenen Gemüses und der sommerlich angestrebten Blütenpracht in der grünen Oase rund ums Haus verwenden. Gewiss reagieren Blattläuse, die sich oft mehr als uns lieb ist, auf den Pflanzen niederlassen, anders auf die Nesselhaare eines Brennnesselblattes als unsere sensiblen Hautzellen. Dennoch ist es auf andere Weise möglich, einen berechenbaren Ansturm an einer Vielzahl der invasiven Insekten erst gar nicht so weit kommen zu lassen. Angesichts der aktuellen erschreckenden Nachrichten über die Folgen des Einsatzes von Pestiziden in der Landwirtschaft liegt es wohl auf der Hand, dass allein schon die bloße Vernunft sämtliche Naturliebhaber dazu animiert, nach rein pflanzlichen Alternativen zu suchen, die ein Gedeihen des Gartens nach Möglichkeit unterstützen und fördern können. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.

Spritzmittel aus Brennnesseln

Bei einem geringen Befall von Gartenpflanzen jedweder Art durch Blattläuse kann man ein biologisches Spritzmittel selbst herstellen. Dazu nimmt man eine größere Menge frischer Brennnesseltriebe, die man zerkleinert und in einem Eimer voll kalten Wassers 24 Stunden lang ansetzt. Danach abseihen und unverdünnt auf die befallenen Gewächse aufsprühen. Die günstigste Zeit dafür sind die frühen Abendstunden. Man kann davon ausgehen, dass dies den Blattläusen gar nicht schmeckt! www.kraeuterpfarrer.at

Brennnessel (Urtica) mit Schmetterling und Marienkäfern ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Fitmacher für Leib und Seele

Odermennig und Goldrute

Es ist wirklich etwas Schönes, wenn man unbelastet und unbeschwert die Freiheit auskosten kann. Wir alle haben doch in irgendeiner Weise jemanden oder etwas, der oder das uns bindet und in Beschlag nimmt. Verpflichtungen und nicht zuletzt die Verlässlichkeit leiten uns an, unsere Aufgaben zu erfüllen. Im Organismus herrscht übrigens auch keine Willkür. Dort sitzt jedes Organ und jede Drüse an ihrem Platz, um stets das durchzuführen, was letztendlich dem ganzen Leib zugutekommt. Und dennoch lässt sich auch dort eine Erleichterung anstreben, die wir physisch und mental zu spüren bekommen. Der Odermennig (Agrimonia eupatoria) etwa ist ein Heilkraut, das schon unsere Vorfahren sehr geschätzt haben. Dadurch, dass es einen hohen Anteil an Gerbstoffen in sich birgt, kann man von einer verdauungsfördernden Wirkung des Gewächses ausgehen, was von vielen positiven Erfahrungen auch bestätigt werden kann. Die Echte Goldrute (Solidago virgaurea) wiederum bringt als Vorzug Bitterstoffe und ätherische Öle ins Spiel. Bei deren Gebrauch kann man die Nieren fördern und dazu beitragen, dass durch einen aktivierten Stoffwechsel das Blut besser gereinigt wird. Diese Aspekte sind somit ein Verweis darauf, dass der Körper durch die Verwendung der beiden Kräuter fitter und von manch Belastendem, das von einer einseitigen Ernährung herrührt, freier werden kann. Gewiss ist es außerdem noch wichtig, sich ausreichend zu bewegen und somit für eine beständige Ertüchtigung der Gelenke und des Muskelapparates zu sorgen. Zusätzlich dürfen aber auch die guten Wirkstoffe der Kräuter das Ihre beitragen, damit wir rundum ein gesteigertes Wohlbefinden erlangen. Und dass in der Folge eine höhere Lebensqualität einhergeht, muss ich meines Erachtens nicht noch extra betonen.

Belebender und reinigender Tee

Das getrocknete und zerkleinerte Kraut des Odermennigs und der Echten Goldrute mischt man zu gleichen Teilen. Davon nimmt man 2 Teelöffel voll, übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser und lässt den Aufguss 15 Minuten zugedeckt ziehen. Dann abseihen und auf das zusätzliche Süßen verzichten. Ab und zu kann man davon an einem Tag 2 bis 3 Tassen trinken. Das hilft mit, die Verdauung zu unterstützen, die Nierentätigkeit zu erhöhen und somit den gesamten Organismus fitter zu machen. www.kraeuterpfarrer.at

Odermennig (Agrimonia eupatoria) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Goldrutenzweiglein (Solidago virgaurea) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Den Essig verfeinern

Goldmelisse als Zusatz

Es zählt meines Erachtens zur hohen Kunst, wenn ich bei jemandem zu Tisch geladen werde, der selber auch die Speisen zubereitet. Denn jedes Kochen, Braten und Dünsten ist ja nicht ein rein technischer Vorgang, der mittels Kochbuchanleitung vonstatten geht, sondern es wird erst richtig köstlich, wenn man mit den Zutaten maßvoll umgeht und mit Gefühl einiges ausprobiert. Ganz offen gesagt: mir fehlt da das nötige Talent dazu. Dennoch traue ich mich drüber, um heute mit der Goldmelisse (Monarda didyma) einen praktischen Hinweis für Küche und Gesundheit zu liefern. Immerhin freue ich mich alljährlich, wenn ich im Kräutergarten die schönen Blüten bestaunen kann, die sich auf den Trieben dieses Gewächses entfalten. Und dann zupfe ich mir ein paar von den länglichen rot oder violett gefärbten Schönheiten ab, um sie im Mund zu zerkauen. Das schmeckt gut und bringt auch dem Leib einen Vorteil. Die ätherischen Öle und die Flavonoide der Goldmelisse wirken sich nämlich beruhigend und ausgleichend auf die Nerven aus. Darüber hinaus ist das Aroma der Blätter des Lippenblütlers, der einst auf dem Amerikanischen Festland seine Heimat hatte, nicht zu verachten. Sie enthalten übrigens auch den wertvollen Wirkstoff Thymol, den wir schon vom Thymian her kennen. Es ist möglich, neben den Blütenblättern auch die grünen Wuchsteile der Goldmelisse als Zusatz zu Salaten oder Desserts zu verarbeiten. Oder man kombiniert sie mit Essig und macht sich so die Vorteile des Heilkrautes für längere Zeit haltbar. Wie gesagt, ein findiger Chef oder eine phantasievolle Chefin in der Küche weiß ganz bestimmt etwas damit anzufangen. Darüber hinaus stellt ein Goldmelissen-Essig auch ein Hausmittel dar, das bei Entzündungen des Mund- und Rachenbereichs herhalten kann. Viel Spaß beim Erkunden dieser Vorzüge!

Goldmelisse und Essig

Von den grünen und frischen Blättern der Goldmelisse nimmt man eine Menge von 100 g. Die Blätter zerdrückt man zusätzlich noch leicht, bevor man sie in einem geeigneten Glasgefäß mit 1 Liter Apfelessig übergießt. 8 Tage verschlossen im Zimmer stehen lassen. Dann abseihen, in kleinere Flaschen füllen und – wenn vorhanden – noch ein kleines blühendes Zweiglein der Goldmelisse hineingeben. Dieser Ansatz kann zum Verfeinern von Salaten herangezogen werden, ebenfalls verdünnt als Gurgelwasser bei Entzündungen im Mund oder Rachen. www.kraeuterpfarrer.at

Goldmelisse oder Indianernessel (Monarda dydima) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Das Schlafen erleichtern

Eisenkraut hat dabei Vorteile

Inmitten eines sogenannten verlängerten Wochenendes ist es wohl ein Leichtes darüber nachzudenken, was mir und uns Ruhe und Entspannung verschafft. Immerhin wurden wir in den letzten Monaten ja vor allem geistig und mental gefordert, mit einer Ausnahmesituation gut und beherrscht zurechtzukommen. Und das hinterlässt auch Spuren. Im Hinblick auf die wirtschaftliche Zukunft vieler Betriebe etwa gilt es momentan vieles abzuwägen, um den Bestand des Unternehmens nach Möglichkeit zu sichern. Aber auch vieles andere belastet das Nervenkostüm von gar nicht wenigen. Kein Wunder, wenn dann auch der Schlaf darunter leidet. Das Echte Eisenkraut (Verbena officinalis) ist eine Pflanze, die seit jeher dem Menschen sehr nahestand. Es kann durch forschende Archäologie schon in der Antike nachgewiesen werden, wo es nicht nur eine naturheilkundliche Verwendung erfuhr, sondern auch bei kultischen Handlungen eine Rolle spielte. Ätherische Öle, Gerb- und Bitterstoffe und ein Quäntchen an Kieselsäure befinden sich in den grünen Wuchsteilen des Eisenkrautes. Für gewöhnlich zieht man es heran, um den Verdauungstrakt und die Atemwege damit zu stärken. In der Wirkpalette des Gewächses kommen darüber hinaus auch die Nerven auf ihre Rechnung. Aus meiner Sicht ist es sicher eine vernünftige Strategie, in angespannten, gestressten und aufreibenden Zeiten vor allem auf pflanzliche Hilfsmittel zurückzugreifen, die einerseits der ganzen Physis wohl tun und die zudem unsere leiblich-seelische Gesamtkonstitution festigen können. Und das Eisenkraut zählt hierbei zu den konkreten Möglichkeiten, wenn es darum geht, in ein für die Nerven ruhigeres Fahrwasser zu gelangen. Ich wünsche allen in diesen Tagen entspannende Stunden!

Eisenkraut aufgießen

Um die Nerven zu beruhigen und einen erholsamen Schlaf zu fördern, kann man auf das Eisenkraut zurückgreifen. Für gewöhnlich verwendet man das getrocknete und zerkleinerte Kraut, es lassen sich aber auch die grünen frischen Triebe dafür verwenden. Von der zerkleinerten Droge nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Bei guter Trinktemperatur schluckweise trinken. Am besten tut man das am frühen Abend, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. www.kraeuterpfarrer.at

Echte Eisenkraut (Verbena officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Kleine Mengen vorhanden

Der Saft aus Thymian bringt großen Gewinn

Wenn ich an dieser Stelle Tag für Tag die Heilkräuter einem geschätzten Leserkreis nahebringen darf, so geht es vor allem darum, auf wertvolle Lebewesen hinzuweisen, die einerseits für sich allein gesehen kostbar sind, die aber auch dazu gedeihen, damit sie unserer Gesundheit auf die Sprünge helfen, vor allem dann, wenn diese einen Mangel bzw. eine Schwäche aufweist. Auf verschiedene Art lassen sich die ganzen Pflanzen oder ihre speziellen Wuchsteile nutzbringend aufbereiten. Der Thymian (Thymus vulgaris) ist sicher ein Gewächs, das uns allen vertraut ist, dessen Namen zumindest alle schon einmal gehört haben. Er zählt in der botanischen Klassifikation zur Familie der Lippenblütler (Labiaceae). Mit seinen Inhaltsstoffen, die sich vor allem aus ätherischem Öl, Thymol, Gerb- und Bitterstoffen sowie aus Flavonen zusammensetzen, kann er in hervorragender Weise die Tätigkeit der Lunge unterstützen. Das macht sich insbesondere dann bezahlt, wenn eine starke Erkältung jemanden in Schach hält und auch, da man sich in der Phase der Rekonvaleszenz befindet, die sich gar nicht selten über lange Zeit hinziehen kann. Heute möchte ich auf die Gewinnung eines frischen Saftes aus den Trieben hinweisen. Wie geht das überhaupt? Auf mehrere Teller legt man die abgeschnittenen Zweiglein, die man aus dem Garten holt. Ganz fein übersprüht man das Kräutergrün mit kaltem Wasser, das sich über 3 Stunden lang mit dem Thymian verbinden kann. Zum Schluss zerschneidet man den Thymian und dreht die angefeuchteten Pflanzenteile durch eine Fleischmaschine oder einen geeigneten Entsafter. Wie gesagt, die Ausbeute wird dabei äußerst gering sein. Mit einem haltbaren leicht alkoholischen Thymian-Auszug, der im Kräuterpfarrer-Zentrum zur Verfügung steht, kann man den Bronchien ebenso eine Hilfe zukommen lassen. Übrigens tut der Thymian auch dem Magen gut.

Thymiansaft für die Bronchien

Von einem frisch aus den grünen Trieben des Thymians gepressten Saft (Vorgang siehe im ausführlichen BLOG) nimmt man pro Tag höchstens 3 Esslöffel voll zu sich, Kinder bloß 3 Teelöffel. Um verschleimte Bronchien nach einer Erkrankung zu stärken, sollte man diese Anwendung 3 Wochen lang durchführen. Bei Anzeichen einer wie auch immer gearteten Unverträglichkeit derselben ist aber unverzüglich Abstand davon zu nehmen. Einen haltbaren Thymian-Auszug (20 % Alkohol) erhalten Sie im Kräuterpfarrer-Zentrum samt kostenloser Beratung: Tel. 02844/7070 oder per E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at bzw. im Webshop: www.kraeuterpfarrer.at

Thymian, Echter oder Gartenthymian (Thymus vulgaris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya