Kühlung vom Baum

An der Rotbuche finden

Unlängst wurde über die Medien eine Erkenntnis verbreitet, welche die Schweizer Wissenschaftler durch intensive Forschungen erreicht und in der Folge auch publiziert haben. Demnach gibt es eine wirkungsvolle Methode, um der globalen Erderwärmung quasi eine Bremse anzulegen. Und diese heißt schlicht und einfach Aufforstung in einem großen Stil. Denn die Wälder können seit eh und je Kohlenstoff binden, der ohne unsere grünen Pflanzenriesen zu sehr die Atmosphäre belasten würde. Nun gut, wir müssen nicht die ganze Zivilisation dafür aufgeben, um auf die Bäume zurückzukehren. Aber dennoch gilt es, diese Pflanzen vernünftig wertzuschätzen, ohne sie jedoch zu vergöttern. In unserer Heimat sind es die Rotbuchen (Fagus sylvatica), die meinen und unseren Respekt abfordern können. Ihre feine und edle Rinde wirkt auf mich sehr nobel, ebenso die zarten Äste, die sie am Rande ihrer Krone nach außen streckt und in den Himmel wachsen lässt. Übrigens war auch schon die große heilige Kirchenlehrerin Hildegard von Bingen von den Buchen sehr angetan. Sie erkannte in den einzelnen Teilen des Baumes die heilenden Kräfte und empfahl die Verwendung der Buche bei Krämpfen, Fieber und Gelbsucht. Bis heute kann man z. B. die Rinde der fingerdicken Buchenäste abschälen und trocknen, um in weiterer Folge einen Tee damit aufzukochen, den man wiederholt an einem Tag trinken darf, um stark erhöhtes Fieber zu senken. Nun aber möchte ich mich speziell den Blättern der Rotbuche zuwenden, die ihren eigenen Wert besitzen. Übrigens handelt es sich hierbei um einen grün belaubten Baum. Die tiefrote Form der Buche nennt man Blutbuche (Fagus sylvatica atropunicea). In den Blättern der Rotbuche sind vor allem Gerbstoffe enthalten, die für einen entzündungsmindernden Effekt sorgen. Es geht von ihnen gleichzeitig eine Kühlung aus, die auch nicht zu verachten ist.

Auflage bei Gerstenkorn

Bei einem entzündeten Lidrand unseres Auges spricht man für gewöhnlich von einem Gerstenkorn. In diesem Falle kann man sich einen Tee aus frischen oder getrockneten grünen Buchenblättern zubereiten, den man nutzt, um damit eine Kompresse zu tränken, die man auf das geschlossene Auge auflegt. Das hilft mit, das infizierte Augenlid zu kühlen und gleichzeitig eine Heilung desselben zu unterstützen.

Buche oder Rotbuche (Fagus sylvatica) ⓒ Grafik von Prof. Emil Jaksch, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Beruhigung der Blase

Das Heidekraut einsetzen

Du musst viel trinken! – ein Aufruf, den man recht oft zu hören bekommt. Betagte Menschen empfiehlt man die genügende Aufnahme von Flüssigkeit genauso wie eben all jenen, die durch Beruf und viele zu erledigende Termine sich kaum Zeit nehmen, um zwischendurch ein vernünftiges Maß an alkoholfreien Getränken zu sich zu nehmen. In der Tat brauchen wir gerade in diesem Sommer das kostbare Nass für unseren Körper. Im Heidekraut (Calluna vulgaris) begegnen wir einem Gewächs, das sich eher durch einen sparsamen Wasserhaushalt auszeichnet. Denn dort, wo es wächst, ziehen nicht die großen Flüsse oder die rauschenden Bäche vorüber. Es siedelt eher gerne an trockenen Böschungen, in lichten Wäldern und sogar an Dünen an. Aber das Heidekraut kommt auch mit wechselfeuchtem Milieu, das in Mooren vorherrscht, zurecht. Warum ich heute dieses Heilkraut herausgreife, hat seinen Grund in der Tätigkeit der Blase, die den Harn sammelt, bevor er ausgeschieden wird. Sie ist permanent gefordert, weil sich in der Regel bei einem hohen Konsum an Getränken eben auch vieles sammelt, was wieder abgeführt werden muss. Im gleichen Prozess findet auch die Entsorgung so manch überflüssiger sowie giftiger Substanzen statt. Die Blase steht in einem engen Zusammenhang mit den Nieren und bei Männern ebenfalls über den Harnleiter mit der Prostata. Es kann verschiedene Gründe geben, dass es zu einer Irritation dieses sensiblen Bereiches kommt und man daher öfter die Toilette aufsuchen muss als sonst. Als lästig erweist sich das vor allem in der Nacht durch eine Unterbrechung des nötigen Schlafes. Gerbstoffe, Flavonoide und das Glycosid Arbutin sind einige der Inhaltsstoffe des Heidekrautes. So kann man davon ausgehen, dass es gerade die Blase ist, die durch dieses Heilkraut eine Stärkung und zugleich eine Beruhigung erfahren darf.

Bei nervöser Blase

4 Teelöffel voll getrockneter und zerkleinerter blühender Heidekraut-Spitzen werden mit 1/4 Liter siedendem Wasser übergossen. 15 Minuten lang ziehen lassen und abseihen. Vor allem abends 1 Stunde lang vor dem Schlafengehen den warmen Tee schluckweise trinken. Das hat einen beruhigenden Effekt auf die Blase und vermindert einen lästigen Harndrang.

Heidekraut oder Besenheide (Calluna vulgaris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Bei Kopfschmerzen und Blähungen

Kümmel lindert Beschwerden

Aufmerksamkeit ist eine hohe Tugend. Sie fördert eine gute Kommunikation zwischen den Menschen und hilft mit, die Dinge so wahrzunehmen, wie sie in Wirklichkeit sind. Und trotzdem kann es passieren, dass man so manches in unmittelbarer Umgebung übersieht. Man denkt z. B. darüber nach, wie man sich angesichts mancher körperlicher Beschwerden eine Hilfe verschaffen könnte. Ein Blick in den Gewürzkasten würde das schon eine Möglichkeit aufzeigen können. Dort drinnen befindet sich wohl in den meisten Haushalten der Echte Kümmel (Carum carvi). Gewiss meine ich hiermit nicht die Pflanze mit den grünen Gewächsteilen samt der Wurzel. Vielmehr sind es die reifen Samenkörner, die in getrocknetem Zustand ganz einfach als schmackhafte Zugabe bei Speisen und Backwaren zum Einsatz kommen können. Sie beinhalten sehr viele ätherische Substanzen, die eine lösende, entkrampfende und zusätzlich keimwidrige Wirkung besitzen. Ähnlich wie der Fenchel sind sie dazu angetan, um Gärungsprozesse im Darm, die in weiterer Folge zu Blähungen führen, hintanzuhalten. Darüber hinaus erweist sich der Kümmel für die Atemwege als stärkend. Wenn man mithilfe der Kümmelkörner, die zuvor leicht angestoßen werden, einen Tee in Form eines Heißaufgusses anrichtet und trinkt, hat man damit ein mildes schleimlösendes Mittel für die oberen Luftwege zur Verfügung. Eine Anspannung im Körper, die verschiedene Ursachen haben kann, äußert sich bei gar nicht wenigen von uns durch Kopfschmerzen. Um diesen unangenehmen Umstand erträglich werden zu lassen, greift man nur allzu schnell zu Medikamenten. Die gute Wirkung des Kümmels sollte dabei aber nicht übersehen werden. Die Samenkörner des Doldenblütlers werden dafür jedoch extra aufbereitet.

Hausmittel Kümmel

Vorhandene qualitätsvolle Kümmelkörner mahlt man zu einem Pulver, das man gut verschlossen aufbewahrt, damit sich die Wirkstoffe nicht verflüchtigen können. Bei Beschwerden wie vorübergehende Kopfschmerzen oder zeitweise auftretende Blähungen nimmt man pro Tag 2- bis 3-mal vor den Mahlzeiten jeweils 1 Messerspitze des Kümmelpulvers zu sich und trinkt noch ein paar Schluck lauwarmes Wasser hinterdrein. Das sorgt für eine Entspannung des Körpers, die von Innen heraus über die Verdauung zu wirken beginnt.

Kümmel (Carum Carvi) ⓒ wikimedia.commons/Jerzy Opioła





Zwei Körner als Unterstützung

Für Wellensittiche bei der Mauser

Die Schöpfung ist vielfältig und großartig. Das Faszinosum, das von Tier und Pflanze ausgeht, kann man nur schwer in Worte fassen. Es ist zudem ein spannendes Unterfangen, ein vertrautes Verhältnis zu so manchem Geschöpf anzubahnen, das mit uns das Leben teilt. Deswegen hat der Mensch schon bald begonnen, wilde Tiere zu zähmen und sie zum eigenen Nutzen, oft jedoch zur eigenen Freude zu halten und zu züchten. Fremdländische Vögel werden bis heute gerne in Käfigen und Volieren unter hoffentlich artgerechten Bedingungen gehalten. Buchweizen und Sesam sollen heute hervorgehoben werden, weil ich einen Tipp in Bezug auf die Haustiere namens Wellensittich geben möchte. Die warme Jahreszeit bereitet nämlich gerade diesen kleinen Papageien eine Freude. Wenn wir unter der Hitze stöhnen, fühlen sie sich erst so richtig wohl. Der Energieaufwand ist in den sonnenreichen Tagen ein relativ geringer, was jedoch für notwendige Erneuerungsmaßnahmen gut genutzt werden kann. Das Federkleid sollte auf jeden Fall gewechselt werden. Im Fachjargon heißt diese Phase schlicht und einfach Mauser. In den Samenkörnern finden sich viele wertvolle Substanzen wie etwa Kalzium, Kalium und auch Kieselsäure. Aber es sind ebenso Fettsubstanzen und Eiweißstoffe, die das Ihre zu einer besseren Neubildung des Gefieders beitragen können. Das sollte man bedenken, wenn man rund um die Wellensittiche auf einmal mehr Federn am Boden vorfindet als sonst. Wer sich daher um das Wohl seiner flugfähigen Freunde Gedanken macht, kann sich der guten Erfahrungen so mancher Vogelzüchter und Haustierliebhaber bedienen und sie selbst für die Vögel zur Umsetzung bringen.

Ergänzung des Futters

Befinden sich Wellensittiche in der Mauser, so ergänzt man das Futter durch eine Beigabe von ein wenig Buchweizensamen. Zusätzlich gibt man auch einen Anteil an Sesamkörnern dazu. Letztere kann man zusätzlich leicht anrösten, um sie besser verdaulich zu machen. Ihr hoher Ölgehalt bringt eine gute Unterstützung während der Bildung der neuen Federn mit sich.

Buchweizen (Fagopyrum esculentum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Beruhigen und erfrischen

Mit der Goldmelisse

Andere Länder, andere Sitten! In der momentan startenden Urlaubssaison haben wiederum viele die Gelegenheit, diesen Spruch in Wirklichkeit zu erleben. Obwohl die Welt schon seit langem zum Dorf geworden ist und Distanzen keine Rolle mehr spielen, so hat sich – Gott sei es gedankt – doch das Charakteristische eines Volkes, eines Landstrichs oder eines ganzen Kontinentes zumindest in Teilen und Relikten erhalten. Die Ureinwohner Nordamerikas schätzten z. B. einst die Pflanzen, die in ihrer unmittelbaren Umgebung wuchsen. Die Goldmelisse (Monarda didyma) wird daher auch als Indianernessel bezeichnet, obwohl sie eigentlich zur Familie der Lippenblütler zählt. Heute wissen nur wenige, dass die Monarde, die in vielen Parks und Gärten hierzulande zu finden ist, ursprünglich im nördlichen Teil Amerikas jenseits des Atlantiks anzutreffen war. Mit der Schifffracht vergangener Jahrhunderte kam so manches pflanzliche Gut dieses Erdteils auch nach Europa, um hier gleichsam eine neue Geschichte zu schreiben. Das Zierende an diesen Gewächsen hatte jedoch lange den Vorrang, ehe man in weiterer Folge ihren gesundheitlichen Nutzen entdeckte. Zu den Vorteilen der Goldmelisse zählt der Gehalt an verschiedenen ätherischen Ölen, die sich positiv auf unseren Leib auswirken können. In vielfältigen gesundheitlichen Anliegen kann man darangehen, dieses Heilkraut zu verwenden und zum Einsatz zu bringen. Vielleicht schreibt ja der eine oder die andere die Körperpflege in den sommerlichen Wochen größer als zur geregelten Arbeitszeit. Mit der Goldmelisse ist es möglich, sich speziell dem Gesicht zuzuwenden. An diesem lässt sich so manche Strapaz oder auch ein geringes Pensum an Schlaf leicht ablesen.

Gesichtswäsche mit Tee

Von getrockneten Blütenblättern der Goldmelisse nimmt man 2 Teelöffel voll und überbrüht sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Diese Menge kann man einige Zeit vor dem Schlafengehen schluckweise trinken. Mit einem doppelten Quantum dieses Aufgusses verwendet man hingegen die eine Hälfte für eine Gesichtswäsche am Abend, wobei man den Tee auf der Haut abschließend eintrocknen lässt. Die zweite Hälfte trinkt man. Das entspannt und beruhigt die Gesichtszüge und lässt einen am nächsten Morgen frisch und munter dreinschauen.

Goldmelisse oder Indianernessel (Monarda dydima) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Kirschen einmal anders

Diesmal zugunsten der Haut

Scharen von Vögeln am Himmel – genauer gesagt von Staren – können bei uns Staunen und Bewunderung auslösen. Je größer die Schwärme sind, desto beeindruckender sind die Flugformationen, die vorüberziehen. Weniger Begeisterung herrscht verständlicher Weise bei all jenen, die als Obst- und Weinbauern auf eine gute Ernte hoffen, die sehr wohl bei den Menschen landen sollte und nicht im Magen der gefiederten Mitgeschöpfe. Vor allem Kirschen haben es ihnen angetan. Kein Wunder, da ja schon die Wildform der in den Gärten und entlang von Straßen gepflanzten Zuchtformen Vogelkirsche (Prunus avium) heißt. Wenn ich heute ein paar Zeilen über das beliebte Steinobst schreibe, so weiß ich sehr wohl, dass in den pannonisch geprägten Klimazonen unseres Landes die Kirschen bereits die Zeit ihrer Reife hinter sich haben. Anderswo hingegen wie bei uns im Waldviertel kann man jetzt genüsslich auf die roten Köstlichkeiten zugreifen und sich ihrer bedienen. Man sollte aber wie gesagt dabei den Staren zuvorkommen. Der Genuss der Kirschen bringt sehr viele Vorteile mit sich, wenn dies mit Maß und Ziel vonstattengeht. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente gelangen so in den Organismus und bauen denselben auf. Die Verdauung wird zusätzlich angeregt. Aber das Fruchtfleisch der Kirschen kann überdies für die Haut einen Nutzen bringen. Dafür werden sie extra aufbereitet. Vielleicht ist der heutige Tipp gerade in der Ferienzeit das Richtige, um für sich selbst und das eigene Äußere etwas zu unternehmen.

Kirschensaft-Bad

1/2 kg frische Kirschen werden entkernt. Die Kerne wäscht man in 1 Liter kaltem Wasser aus und zerstampft 1 Esslöffel voll davon in einem Mörser. Den Rest der Kerne gibt man weg. Das Zerstampfte dem kalten Wasser beimengen und ebenso das Fruchtfleisch. Beides 1 Stunde lang darin einweichen. Dann gut auspressen und dem Badewasser in der Wanne beimengen. 20 Minuten darin baden. Das eignet sich sehr gut zur Pflege von fetter Haut. Erfrischt und regeneriert gleichzeitig.

Kirschen (Prunus avium) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Bei Schnupfen und Übelkeit

Den Körper mit Frauenmantel stärken

Die Zeit der Ferien ist ein großes Geschenk für unsere Familien. Immerhin kann man sich endlich für Um den Wert eines Menschen oder in untergeordneter Weise von Dingen festzustellen, genügt nicht die vielzitierte Liebe auf den ersten Blick. Oft erschließt sich das Gute und Schätzenswerte erst im Laufe der Zeit bzw. bei genauerem Hinsehen und Betrachten. Gewiss ist es dann oftmals ein blitzartiger Augenblick der Erkenntnis, der die Tür zu einer solchen Sicht auftut. Geht man in der Natur entlang der Vegetation am Wegrand oder auf einer Wiese, so muss man schon genau schauen, ehe man den Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) entdeckt. Hat man ihn jedoch erspäht, liegt durchaus ein Grund zu großer Freude vor. Farblich hebt sich dieses zur großen Familie der Rosengewächse zählende Heilkraut kaum von seinen grünen Nachbarn ab. Die Gestalt der Blätter, die zarten Blüten und die im Sonnenglanz schimmernden Wassertropfen, die den Frauenmantel an seiner Oberfläche kennzeichnen, machen ihn zu einem sehr ästhetischen pflanzlichen Partner. Daher gibt es auch etliche Zuchtformen desselben, die gerne für die Gartengestaltung verwendet werden. Männer mögen sich angesichts der Bezeichnung dieses botanischen Individuums nicht benachteiligt fühlen, denn der Frauenmantel hat für beide Geschlechter etwas übrig. Ein Grund dafür ist in seinen Inhaltsstoffen zu finden. Dazu zählen u. a. Gerbstoffe, ein wenig Salizylsäure, Harz und Lecithin. Als begleitende Hilfe dient dieses Geschenk der Natur gewiss auch bei Wechselbeschwerden. Aber man kann seine Blätter ebenso für andere leichte Beschwerden als Unterstützung in Anspruch nehmen. Gerade angesichts so mancher sommerlicher Temperaturausreizungen Richtung Hitze stellt sich bei nicht wenigen Zeitgenossen vorübergehende Übelkeit ein. Ganz lästig erweist sich in diesen Wochen ebenso ein Schnupfen, den man sich irgendwo eingefangen hat. Dann ist es gut, den Frauenmantel parat zu haben.

Aufguss für zwischendurch

2 Teelöffel getrockneter und zerkleinerter Blätter des Frauenmantels werden mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen. Danach 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, ehe man den fertigen Tee abseiht. Langsam und schluckweise trinken. Am besten in der Früh und am Abend 1 Tasse davon. Diese Maßnahme bewährt sich bei Übelkeit aufgrund von Hitze und bei einem unangenehmen Sommerschnupfen. Der Aufguss kann auch bei Kopfschmerzen Linderung verschaffen.

Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Für ein ruhiges Gemüt

Wegwarte in Wurzelform

Nach langen Hitzeperioden kommt es meist zu einer Wetterumstellung, die mit einigem Aufruhr einhergeht. Konkret meine ich dabei Blitz und Donner, die für Aufsehen sorgen. Leider bleibt dann auch Starkregen samt Hagelschauer nicht ausgeschlossen, der zu kleinräumigen Überflutungen führen kann. Gott gebe es, dass dies im Laufe dieses Sommers nicht mehr häufig passiert und Mensch sowie Natur davor verschont bleiben. Im übertragenen Sinne dürfen wir ebenso auf unser gemütsmäßiges Wetter schauen. Das möchte ich heute mit der Wegwarte (Cichorium intybus) einmal ausprobieren. Die Verfasstheit ist wohl bei jedem Menschen individuell und von den Lebensumständen abhängig. Und da kann es schon vorkommen, dass jemand leicht zum Aufbrausen neigt oder in Rage gerät. Die Aussagen und Urteile, die in so einer Phase getätigt und gefällt werden, bedürfen in der Folge meist einer Revision, einer Korrektur oder gar einer Rücknahme. In der Wegwarte sind einige Bitterstoffe enthalten, von denen man beim ersten Hinsehen nicht meinen könnte, dass sie etwas zum Ausgleich oder einer Beruhigung beitragen könnten. Doch betrachtet man diese Tatsache genauer, dann wird man erkennen dürfen, dass genau dieser Umstand für einen ausgeglichenen Stoffwechsel, für eine bessere Verdauung und für eine qualitätsvollere Beschaffenheit des Blutes von Vorteil ist. Daher sei also geraten, nicht zu gering über Heilkräuter zu denken und zu reden. Mehrmals am Tag sollte man eine so genannte „Tea-Time“ einbauen, um damit dem Leib und der Seele etwas Gutes zu tun. Beim ständigen Getrieben-Sein durch Termine und Erwartungen kann es nämlich leicht passieren, dass die Charakterpflege zu kurz kommt. Da kann man konkret etwas tun, um diese Schieflage zu ändern.

Wegwartewurzel und Fenchel

2 Esslöffel zerkleinerte getrocknete Wegwartewurzel werden mit 3/4 Liter kaltem Wasser übergossen. Beides zusammen bringt man am Herd kurz zum Aufkochen. Dann von der Platte nehmen und noch 1 Esslöffel voll Fenchelsamen dazugeben. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen und in eine Thermosflasche füllen. Als Tagesgetränk zu sich nehmen, um einen Ausgleich im Inneren zu erlangen und gleichzeitig alle physischen Vorgänge zu unterstützen.

Wegwarte, Blütenzweig (Cichorium intybus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Fenchel, Blütendolde und Früchte (Foeniculum vulgare) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ausgleich für die Leber

Ringelblumentee für zwischendurch

Die Zeit der Ferien ist ein großes Geschenk für unsere Familien. Immerhin kann man sich endlich für das Zeit nehmen, was einem der Alltag in Beruf und Schule verwehrt. Dazu zählen die Urlaubsreisen wie auch notwendige Arbeiten an Haus und Wohnung, wo es gilt, zusammenzuhelfen. Egal, wie die Tage ausfallen: meist werden sie durch ein gemütliches Beisammensein gekrönt, wobei der Griller angeworfen und von Erwachsenen so mancher gute Tropfen bis zu vorgerückter Stunde ausgekostet wird. Da fällt mir die Ringelblume (Calendula officinalis) ein, die in der Naturheilkunde durchaus eine bedeutende Rolle spielt. Gewiss wird man sie kaum auf den Tischen der Gartengarnituren zwischen Steaks, Bratwürsteln und den Bierkrügeln finden. Doch ist es ratsam, sie dennoch in den sommerlichen Tagen nicht außer Reichweite zu haben. Es sind vor allem ihre Blütenblätter, die uns zum physischen Wohl gereichen können. Dazu möchte ich so manche ihrer Wirkungen beschreiben. Sie begünstigen z. B. den Stuhlgang und unterstützen somit die Verdauung. Kommt es im Bereich des Unterleibs zu Krämpfen, dann erweist sich die Ringelblume als lockernd und lösend. Dieser Effekt stellt sich übrigens dann auch bei einem Muskelkater ein. Und sie ist eine Meisterin, wenn es gilt, Wunden auszuheilen. Viele übersehen bei der Ringelblume deren gute Auswirkung auf die Leber. Und da genau dieses Organ eine erhöhte Beanspruchung erfährt, wenn sich Feste und Einladungen aneinanderreihen, ist es nur recht und gut, hierbei einen Ausgleich zu suchen, um für die Verarbeitenden von Alkohol und Fett – wobei auch die Gallendrüse nicht vergessen werden soll – so etwas wie Ferien zu bereiten. Die Maßnahme, die man hierfür ergreift, ist weder spektakulär noch aufwendig.

Tee aus Blütenblättern

Von den getrockneten oder auch frischen Blütenblättern der Ringelblume nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Um die Tätigkeit der Leber zu unterstützen, kann man einige Tage hindurch 3-mal täglich je 1 Tasse davon trinken. Kurmäßig lässt sich das auch 3 Wochen lang hintereinander praktizieren.

Ringelblumenzweig mit Einzelblüte und Knospe (Calendula officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya