Wertvoll bei Erkältung

Käsepappel für die Atemwege

Wer hoch hinaus will, große Ideen wälzt und grandiose Visionen zu haben meint, der wird durch das banale Leben und die damit verbundenen Tatsachen nicht selten darin belehrt, sich der Realität vollends zu stellen und nicht weiter in einem Wolkenkuckucksheim wohnen zu bleiben. Ich denke, dass jeder und jede von uns dahingehend schon mehr oder weniger Lehrgeld zu bezahlen hatte. Unter den verschiedenen Malvenarten, die wir in unserer Heimat vorfinden, ist wohl die Käsepappel (Malva neglecta) jene, die ihren verwandten Arten gegenüber den Vorteil hat, allein schon durch ihren Wuchs wortwörtlich am Boden zu bleiben. Denn sie bildet keine hochragenden Stängel aus, die bei Wind und Wetter in eine Schieflage kommen könnten. Vielmehr breitet sie sich vertikal aus, blüht und fruchtet in der Nähe der Erde. Die Käsepappel beinhaltet Schleimstoffe, Vitamin B und C sowie Flavonoide und Gerbstoffe. Wie alle Malven erweist sich auch die Wegmalve – wie die Käsepappel noch bezeichnet wird – als wertvoll, wenn es gilt, die Atemwege im Zuge einer Erkältung oder eines Infekts zu stärken. Das ist aber nicht der einzige Zielbereich der Verwendung dieses Heilkrautes. Ebenso kann es sinnvoll sein, sich der Vorzüge der Käsepappel zu bedienen, wenn z. B. der Magen oder der Darm Probleme aufzeigen. Gewiss wird es zweckmäßig sein, die getrocknete Droge als Tee zuzubereiten und zu trinken. Dazu bedarf es genau genommen keines hohen Energieaufwandes. Denn die Käsepappel wird am besten im Kaltansatz zubereitet. Grund dafür ist der eben schon besprochene hohe Anteil an Schleimstoffen, der in den Wuchsteilen der Pflanze steckt. Früher wurde übrigens dieses Heilgewächs landauf und landab noch viel häufiger verwendet. Diese Zeilen mögen die wertvollen Kräfte, die in der bescheiden wachsenden Malve vorkommen, wieder einmal in Erinnerung rufen.

Kaltansatz richtig durchführen

Von getrockneten und zerkleinerten Blättern und Blüten der Käsepappel nimmt man 2 Teelöffel voll und gibt sie in 1/4 Liter kaltes Leitungswasser. Danach mindestens 2 Stunden bis höchstens 10 Stunden lang stehen lassen. Hin und wieder umrühren. Letztlich abseihen und auf 30 bis 35 ° Celsius erwärmen, dann schluckweise trinken. Sinnvoll bei beginnender Grippe, bei Erkältung und Husten (3 Tassen pro Tag).

Käsepappel (Malva neglecta) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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