Die Sicht stärken

Fenchel unterstützt die Augen

Zu Silvester werden genauso wie rund um Weihnachten all unsere Sinne besonders beansprucht. Einerseits sind es die Emotionen, die dann mehr als im übrigens Jahr hochkommen und andererseits gibt es genügend Eindrücke und Genüsse, die es zu verarbeiten gilt. Alle Organe, die etwas wahrnehmen, sind besonders gefordert, auch die Augen. Viele haben wahrscheinlich einige längere Abende hinter und genauso vor sich. Zu den natürlichen Gaben, die uns gerade in Tagen wie den gegenwärtigen guttun, möchte ich heute den Fenchel (Foeniculum vulgare) hinzufügen. Dieses Gewächs ist in Mitteleuropa eine ausgesprochene Gartenpflanze und kommt nur äußerst selten verwildert vor. Er bevorzugt sonnige und windgeschützte Lagen, wo er dann bei mildem Klima auf tiefgründigem und mäßig feuchtem Boden ganz gut gedeiht. Der Fenchel zählt zur botanischen Familie der Doldenblütler. Seine zarten und feingliedrigen Blätter können während seiner grünenden Wachstumsphase laufend gepflückt und in der Küche als frische Beigabe verwendet werden. Die Samen hingegen erntet man erst nach ihrer Reife. Sie sind es auch, die uns jetzt zur Winterszeit zur Verfügung stehen. Mütter, die voller Sorge für ihre Kleinsten da sind und ihnen bei ihren Beschwerden beistehen sollen, wissen durchaus den Tee zu schätzen, den man mithilfe des Fenchels zubereiten kann. Aber Erwachsene dürfen davon ebenso profitieren. Wenn sich nun das Jahr seinem endgültigen kalendarischen Ende zuneigt, so kann es nicht schaden, die Sicht auf das Wesentliche zu verstärken, das man im kommenden Jahr für sich und für andere anpeilen möchte. Als ersten Schritt hierfür können wir dem physischen Auge eine Unterstützung angedeihen lassen. Und das durchaus mit Fenchel.

Dampfbad mit Fenchel

Die ätherischen Substanzen der Fenchelkörner können sich als förderlich für die Augen herausstellen, sofern eine Verträglichkeit dafür vorhanden ist. 4 volle Teelöffel Samen gibt man mit einer genügenden Menge kochenden Wassers in eine Schüssel und bedeckt selbige und den darüber gehaltenen Kopf mit einem großen Handtuch. Einige Minuten in dem dampfenden Ambiente verweilen, dann am besten ein wenig ruhen und erst nach 1 Stunde wieder ins Freie gehen. Diese Maßnahme stärkt vor allem überanstrengte Augen.

Fenchel (Foeniculum vulgare) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Dem Schnupfen entgegenwirken

Mit der Käsepappel

Man ist doch gerne Herr über seinen eigenen Körper. Das gute Benehmen fordert es zudem ein, in seinen Bewegungen und Regungen bei niemandem in seiner näheren Umgebung Anstoß zu erregen. Alles kann man aber bei Weitem nicht im Griff haben. Da kitzelt es z. B. an und in der Nase, das Atmen hält inne und fast einer Explosion gleich folgt das uns nur zu bekannte „Hatschi“. Allergiker können ein leidvolles Lied davon singen. Doch schließlich trifft es auch all jene, die sich einen Schnupfen eingefangen haben. Die Käsepappel (Malva neglecta) hat sich seit jeher in den Haushalten bewährt, wenn es darum ging, die beeinträchtigte Gesundheit wiederum zurückzuerlangen. Um an die Pflanzenware zu kommen, brauchte man zumindest am Land nicht weit zu gehen. Denn auf eher trockenem Gelände an Wegrändern und Gartenflächen fühlt sich dieses liebenswerte Malvengewächs sehr wohl. Und das gilt auch heute noch. Die ganze Familie der Malvengewächse ist dafür bekannt, dass sie sowohl den Verdauungstrakt unterstützen als auch den Atemwegen dienlich sein kann. Der hohe Gehalt an Schleimstoffen in den einzelnen Pflanzenteilen erweist sich dabei als großer Vorteil. Dafür bedarf es aber auch einer eigenen Art der Aufbereitung, wenn es z. B. darum geht, einen Tee mithilfe der Käsepappel anzurichten. Das leuchtet auch ein, da mit zu viel heißem Wasser es leicht passieren kann, sich eher eine Art von Kleister zu bescheren als eben eine gut trinkbare Flüssigkeit. Und noch ein Hinweis: was der Lunge gut tut, das darf überdies auch für die Nase verwendet werden. Denn dort, wo die Ursache des Niesens sich versteckt hält, bildet sich auch ständig lästiger körpereigener Schleim, der nach Möglichkeit wieder gut weggebracht und gemindert werden sollte.

Tee zum Trinken und Aufziehen

Von den getrockneten und zerkleinerten Pflanzenteilen der Käsepappel nimmt man 2 Teelöffel voll und setzt diese 8 Stunden lang mit 1/4 Liter kaltem Wasser an. Danach abseihen und erst dann auf eine annehmbare Trinktemperatur erwärmen, aber nicht aufkochen. Den Tee bei Schnupfen am Morgen und am Abend trinken, wobei je 1 Schale davon reicht. Ein wenig Tee sollte man hernach auch in die Nasenlöcher aufziehen, um die lästigen Symptome der Erkältung bald wieder zu mindern.


Käsepappel (Malva neglecta) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Wenn der Husten plagt

Königskerze und andere Kräuter

Die Zeit zwischen dem Heiligen Abend und dem Jahreswechsel besitzt ein ganz eigenes Flair. Sie ist erfüllt von Erleichterung, da man die Geschenke an die Adressaten gebracht bzw. selbst erhalten und ausgepackt hat. Und gern werden in Laternen Kerzen vor die Türen und in die Fenster gestellt, die ein wohliges Licht verströmen. Bevor der Monat Dezember zu Ende gezählt wird, darf daher auch eine lichtvolle Pflanze noch einmal bedacht werden, die vielen vom Sommer her vertraut ist. Die Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum) wächst vielerorts in naturbelassenen Gärten, an Böschungen und auf brachen Flächen. Sie versteht es, durch ihre ansehnliche Größe unsere Aufmerksamkeit zu wecken. Aufrecht und mit vielen Blüten geschmückt wird sie zum Symbol des Aufwärtsstrebens und der Erhabenheit. Momentan sind ihre Stängel samt den öligen Samenständen in einem dürren Braun noch da und dort zu sehen. In früherer Zeit mussten diese Überbleibsel oft als Ersatz für Fackeln herhalten. Wer in den warmen Monaten rechtzeitig darauf geachtet hat, für den nunmehrigen Winter vorzusorgen, hat sich der offenen Blüten bedient, sie sorgsam abgezupft und dann gründlich getrocknet. Das heißt, dass man jetzt auf die nach wie vor schöne goldgelbe Ware zurückgreifen kann, um sie zur Begleitung der eigenen Gesundheit heranzuziehen. Die Inhaltsstoffe, zu denen vor allem auch schleimige Substanzen zählen, können einen nützlichen Beitrag leisten, um entzündete Atemwege wieder abheilen zu lassen und frei zu bekommen. Die Blütendroge der Königskerze lässt sich in diesem Falle ganz gut mit anderen bewährten Heilpflanzen kombinieren, die ebenfalls der Lunge und den darin sitzenden Bronchien weiterhelfen können. Dabei steht der Spitzwegerich wohl an erster Stelle. Aber auch andere Blüten sind dann nicht zu verachten, wie z. B. die der Stockrosen. Letztere zählen ja zu den Malvengewächsen.

Hilfreicher Tee

Bei starkem Husten und in den Bronchien festsitzendem Schleim kann man sich eine Teemischung zusammenstellen. Zu gleichen Teilen werden dabei die getrockneten Blüten der Königskerze mit denen der Stockrosen sowie getrockneten und zerkleinerten Blättern des Spitzwegerichs kombiniert. 2 Teelöffel der Mischung mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und dann 15 Minuten ziehen lassen. Abseihen und bei Bedarf mit ein wenig Honig süßen. 3 Tassen pro Tag davon trinken.

Königskerze (Verbascum thapsiforme) oder Wollblum ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Harnwege umsorgen

Kleinblütiges Weidenröschen als Hilfe

Immer wieder werden Fragen an mich und mein Team in Karlstein herangetragen, bei denen es um einen eher diskret behandelten Bereich des Körpers geht. Verständlicherweise möchte man nicht in der Öffentlichkeit breittreten, wenn es rund um die Prostata bei Männern oder rund um die Blase bei Männern und Frauen zu Problemen kommt. Letztendlich braucht man sich aber für nichts zu schämen. Das Kleinblütige Weidenröschen (Epilobium parviflorium) ist ein Heilkraut, mit dem man gerade in diesen uns oft peinlichen Anliegen Unterstützung erfährt. Es zählt zur botanischen Familie der Nachtkerzengewächse und ist in weiten Teilen Europas wildwachsend vorzufinden. Seine verwandten Arten kann man übrigens auch bei Waldspaziergängen entdecken. Gerade dort, wo vor einiger Zeit die Bäume geschlägert wurden, siedeln sich die Weidenröschen gerne an. Aber gehen wir zurück zu unserer Physis, die sich auch im Winter mancherlei Herausforderungen zu stellen hat. Wenn am schon einige Jahrzehnte der Lebensdauer am Buckel hat, kann es schnell vorkommen, dass man sich beim Verweilen auf einer kalten Sitzgelegenheit oder auch, wenn die Schuhe durchnässt sind, eine Erkältung zuzieht, die nicht so sehr die Atemwege, sondern vielmehr den urologischen Bereich betrifft. Zeigt sich danach eine so genannte Reizblase als Symptom, kann dies sehr unangenehme Folgen haben. Das stille Örtchen wird dann häufiger als einem lieb ist aufgesucht werden müssen. Gottlob gibt es für dieses Leiden ebenfalls ein Kraut. Im Kleinblütigen Weidenröschen darf man eine gute Begleitung entdecken, die wiederum für mehr Ruhe rund um den Harnbereich sorgt.

Tee mit Weidenröschen

Bei Problemen mit der Prostata oder der Blase kann es sinnvoll sein, eine Unterstützung pflanzlicher Art in Anspruch zu nehmen. Vom getrockneten und zerkleinerten Kraut des Kleinblütigen Weidenröschens nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten ziehen lassen und hernach abseihen. Diesen Tee schluckweise und ungesüßt trinken. Sofern nichts dagegen spricht, kann man auch eine Kur durchführen, indem man 3 Wochen lang 3 Tassen über den Tag verteilt zu sich nimmt.

Kleinblütiges Weidenröschen (Epilobium parviflorum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Den Füßen zum Wohle

Wermuttee als richtige Wahl

Freie Zeit ist etwas Kostbares. Natürlich gilt es auch diese einzuteilen, doch darf man ruhig einmal ausspannen und verdientermaßen etwas faulenzen. Es kommt ja ganz aufs Wetter an, ob man an einem Tag noch einen Spaziergang einlegt oder ob man doch lieber in den vier Wänden bleibt. Die Feiertage lassen einem hierbei sicher die freie Wahl. Im Hinblick auf unsere Gesundheit darf man jedoch regelmäßig die Frage nach einem genügenden Maß an Bewegung stellen. Der Wermut (Artemisia absinthium) kennt solche Sorgen nicht. Denn einmal im Boden verwurzelt, entwickelt er sich aus seinen Wurzeln heraus und sammelt Kraft und Energie, um sie in bitteren Wirkstoffen für diejenigen bereitzuhalten, die derer bedürfen. Pflanzen haben eben eine ganz andere Verfasstheit als wir Menschen. Bei uns ist es notwendig, durch eine regelmäßige und gleichzeitig maßvolle Bewegung für die gute Durchblutung sämtlicher Bereiche im Körper zu sorgen. Wenn das aber aus verschiedenen Gründen nicht so geschehen kann, dann ist es ratsam, mit geeigneten Heilkräutern die sensiblen Zonen des Körpers quasi mit pflanzlicher Hilfe aufzupeppen. Im Wermut finden sich wie bereits erwähnt sehr viele Bitterstoffe, die gleichsam mithelfen können, dass über die Haut positive Reize an die darunter liegende Region weitergegeben werden. Durch diese Stimulation profitiert nicht nur das Nervengeflecht, sondern auch die Durchblutung und somit die Vitalität der Gefäße, durch die der rote Lebenssaft rinnt. Bei einer äußeren Anwendung, die ich heute empfehlen möchte, läuft man nicht Gefahr, sich der vollen Bitterkeit des Wermuts am Gaumen aussetzen zu müssen. Die Haut an den Füßen hingegen wird diese Konfrontation durchaus zu schätzen wissen.

Wermut für Waschungen

Gerade in den Zeiten, da man sich wenig bewegt, ist es gut, die Füße mit wohltuenden Behandlungen zu versorgen. Aus getrocknetem und zerkleinertem Kraut des Echten Wermuts richtet man sich im herkömmlichen Heißaufguss einen Tee zu (4 EL Kraut für 1 l Wasser). Nachdem dieser 15 Minuten gezogen hat, seiht man ihn ab und wäscht damit die Füße. Nicht abtrocknen, sondern im warmen Zimmer in die Haut von selbst einziehen lassen. Das ist angenehm für die Haut selbst und stimulierend für eine bessere Durchblutung.

Wermut (Artemisia absinthium) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Wenn sich die Zeit wendet

Das Johanniskraut benutzen

Eigentlich sollte Frieden herrschen auf der ganzen Welt. Heute ist der eigentliche Weihnachtstag, und in der Nacht hat man bei den Christmetten das Lied der Engel singen hören, die den Hirten auf dem Felde nahe Bethlehem verkündeten: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen seiner Gnade! Es wäre schön, wenn alle Waffen schweigen und der Zwist in den Familien ein Ende haben würde. Die Erde hätte ein ganz anderes Antlitz. Mit dem Johanniskraut (Hypericum perforatum) möchte ich mich heute an diesem hehren Festtag der Natur zuwenden, die so viele Geschenke bereithält, um dem Wohl unseres Leibes und der Seele zu dienen. Doch oft vergessen wir darauf, sie genauer zu betrachten und gleichsam wie die Packerl unter dem Christbaum voller Freude entgegenzunehmen. Im Sommer, gerade dann, wenn sich im 3. Drittel des Junis der Lauf der Sonne ändert, wächst dieses Heilkraut zu seiner Höchstform heran. Die gelben Blüten überziehen zu jener Zeit die Wegränder, Böschungen und Feldraine wie mit einem Hauch von Gold. Die Blüten sind es auch, die vornehmlich geerntet und getrocknet werden. Frisch zieht man sie darüber hinaus heran, um ein schmerzstillendes und wundheilendes Öl anzusetzen, das vielen wegen seiner leuchtend roten Farbe ohnehin ein Begriff ist. Wenn es ab jetzt im Hinblick auf die Sonne wieder bergauf geht und die Tage an Lichtmenge zunehmen, ist es vielleicht gar nicht schlecht, auf sein eigenes Gesicht zu schauen und dafür zu sorgen, dass sich zumindest dieser klein umgrenzte Bereich umsorgt und umhegt fühlt. Im Johanniskraut stecken nämlich antiseptische und zusammenziehende Eigenschaften, die sich sehr vorteilhaft auf das Antlitz auswirken, wenn es damit in Berührung kommt.

Ein Tee fürs Gesicht

Von getrockneten Blüten des Johanniskrautes nimmt man 15 g und übergießt sie mit 1 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt stehen lassen und dann abseihen. Sobald der Aufguss eine annehmbare Temperatur erreicht hat, wäscht man damit das Gesicht gründlich ab. Diese Anwendung wirkt sich reinigend und straffend auf die Haut aus. In den nächsten Tagen aber nicht ins Solarium gehen oder sich beim Skifahren auch nicht zu lange der Sonne aussetzen. Die Johanniskraut-Anwendung macht nämlich lichtempfindlich.

Johanniskraut mit groߟer Blüte (Hypericum officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Kleine Beigabe am Tisch

Der Salbei zu Weihnachten

Nun ist es so weit! Der Advent liegt hinter uns. Wir dürfen eintreten in ein Geheimnis, das die kommenden Tage bestimmen wird: in der Einfachheit Bethlehems kam Gott zur Welt und hat sich den Menschen als Ihresgleichen geoffenbart. Das ist der eigentliche Inhalt des Weihnachtsfestes. Davon ist letztlich auch die ganze Schöpfung betroffen, denn der Mensch ist ein Teil all dessen, was aus der gütigen Hand des Allmächtigen hervorging, die Pflanzen miteingeschlossen. Der Salbei (Salvia officinalis) kann als eines der bekanntesten Heilkräuter bezeichnet werden. Viele hegen und pflegen ein oder mehrere Stöckchen davon im eigenen Garten. Sein herber Geschmack ist sein untrügliches Erkennungszeichen, sobald man ein Blättchen davon abzupft und im Mund zerkaut. Dieselbe Empfindung kennt man, wenn man sich einen Tee aufgießt, um damit eine Erkältung zu lindern oder damit zu gurgeln, wenn der Hals kratzt. Zu den Festtagen jedoch wird man zu anderen wohlschmeckenderen Getränken greifen, sofern es die Gesundheit und die körperliche Konstitution erlauben. Aber dennoch braucht man den Salbei nicht ganz von den Tischen verbannen. Denn immerhin wissen wir, dass die Verwendung des populären Lippenblütlers positive Auswirkungen auf die Verdauung zeitigt. Und genau das darf bei den Überlegungen im Vordergrund stehen, die uns dahingehend anleiten, die Vernunft rund um das Christfest nicht ganz ad acta zu legen. Auf das physische Verarbeiten so mancher Köstlichkeiten wollen wir uns schließlich doch gerade dann verlassen können. Das Kleine und Niedrige hat Gott erwählt, um es stark zu machen. Das können wir ruhig auch auf den Salbei umlegen, sollten wir diesen zu gering schätzen.

Die Suppe ergänzen

Getrocknete Salbeiblätter kann man so lange zerreiben, bis daraus ein relativ feines Pulver entsteht. Dieses füllt man am besten in ein verschraubbares Gefäß, damit es keine Feuchtigkeit aufnehmen kann und in seiner Qualität nicht gemindert wird. Damit lassen sich sehr gut Suppen würzen. So verwendet, regt der Salbei durch seine Gerb- und Bitterstoffe die Absonderung der Verdauungssäfte an.

Salbei mit Knospen und Einzelblüten ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Wohltuend und erfrischend

Die Pfefferminze auf der Haut

Tag für Tag dürfen wir uns an dieser Stelle Gedanken über verschiedenste Heilpflanzen machen, Sie als Lesende der Zeilen und ich als der Schreibende. Es ist dies eine kostbare Zeit, wie ich meine. Denn irgendwie werden wir dann losgelöst von den Sorgen und Problemen, die uns leider öfter als uns lieb ist, ins Haus stehen. Wir wenden uns dabei jedes Mal neu einem liebenswerten Geschöpf Gottes zu, das imstande ist, einen Weg aufzuzeigen, der Licht in unser Leben bringt. Dabei geht es nicht immer nur um Linderung und Heilung, sondern auch genauso um Genuss. Die Pfefferminze (Mentha piperita) zählt wohl zu den bekannten Gartenkräutern, mit denen wir gleichzeitig ein gutes Aroma verbinden. Gewiss scheiden sich hier genauso die Geister, da man die verschiedenen Speisen und Süßigkeiten, die mit Pfefferminze angereichert sind, mag oder eben nicht. Doch leichter wird es dann schon, wenn der Gaumen erst gar nicht von der Pfefferminze passiert werden muss. An die Haut darf man das Kraut allemal lassen. Die naturnahe Parfümerieerzeugung hat die Vorteile des Lippenblütlers schon lange erkannt. Und generell kann man dem Heilkraut Pfefferminze eine erfrischende und sogar eine antiseptische Wirkung zuschreiben. Gleichzeitig erfährt das Nervengeflecht eine gewisse Beruhigung und einen wohltuenden Ausgleich, wenn man sich der Vorteile dieses Heilkrautes bedient. Heute geht es uns eben um die Haut, die Zielpunkt der vorgeschlagenen Anwendung ist. Wer selbst nicht genießen kann, heißt es in einem Sprichwort, wird auf die Dauer ungenießbar. Das sollte man zu den Feiertagen nach Möglichkeit vermeiden. Bei einem angenehmen Bad kann man sicher leichter zur Ruhe kommen und gleichzeitig für Leib und Seele Kraft schöpfen.

Baden mit Pfefferminze

Von getrockneten Pfefferminzblättern nimmt man eine Menge von 100 g. Mit 3 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten ziehen lassen. Dann abseihen und dem Badewasser beifügen. Ca. 20 Minuten in der Wanne bleiben, ehe man heraussteigt und sich abtrocknet. Dieses Bad hat eine reinigende Wirkung auf die Haut und hilft mit, auszuspannen und sich gleichzeitig wohltuend zu erfrischen.

Pfefferminze (Mentha piperita) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Durchblutung fördern

Den Wacholder aufbereiten

Sucht man rund um Weihnachten nach den immergrünen Pflanzen draußen in der Natur, so wird wohl in erster Linie die Tanne, die Fichte oder die Föhre im Blickwinkel des Interesses sein. Denn da und dort gilt es noch einen festlichen und zeitgemäßen Schmuck zu gestalten. Dafür eignen sich die Äste der besagten Bäume, die man mit Erlaubnis der jeweiligen Waldbesitzer nach Hause holt, wohl am besten. Diejenigen, die man ohnehin unbehelligt lassen sollte, sind die Wacholdersträucher (Juniperus communis). Die Vorsicht gebietet es, sich nicht den Stichen auszusetzen, die man auf der Haut verspürt, sobald man die Nadeln des Zypressengewächses mit bloßer Haut berührt. Das wissen auch die kleinen Singvögel, die daher gerne in den wehrhaften Gebüschen Zuflucht suchen, sobald sich ein Greifvogel am Himmel blicken lässt. Der Wacholder liefert jedoch Jahr für Jahr seine wertvollen Früchte, die man für gewöhnlich als Beeren bezeichnet. In Wirklichkeit handelt es sich dabei jedoch um Zapfen, deren Schuppen aus Fruchtfleisch bestehen, die im Laufe des Heranreifens ineinander verwachsen und sich zum Ende hin stahlblau färben. Für äußerliche Anwendungen eignen sich diese Beeren sehr gut. Über die Haut wirken sie durchblutend und anregend. Wir alle kennen doch das Problem der Arterienverkalkung, weil wir entweder davon gehört oder darüber Witze gemacht haben. Es sollte uns aber ein ernstes Anliegen bleiben, vorbeugende Maßnahmen zu treffen, damit es gar nicht erst soweit kommt. Vor allem im fortgeschrittenen Erwachsenenalter wäre dies sehr klug. Ein Hausmittel kann dafür eine konkrete Maßnahme darstellen.

Fußbad mit Wacholder

2 Esslöffel voll reifer Wacholderbeeren werden zerquetscht und mit 1 Liter kochendem Wasser übergossen. 15 Minuten ziehen lassen. Dem angerichteten Fußbadewasser hinzugießen und 20 Minuten die Füße darin baden. Währenddessen die Füße kräftig aneinander reiben. Dann kalt abwaschen, abtrocknen und zu Bett gehen. 3 Wochen lang täglich durchführen. 1 Woche aussetzen und erneut 3 Wochen lang anwenden. Das hat einen sehr guten Einfluss auf die Durchblutung der unteren Körperregionen.

Wacholderzweig mit Beeren (Juniperus communis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Weihnachtliche Gaben

Der Apfel gehört seit jeher dazu

Über und über sind seit Wochen viele Häuser und Straßen mit Lichterketten, leuchtenden Sternen und funkelnden Rentierschlitten samt durchaus amerikanisch verbrämten Weihnachtsmännern bestückt, so dass es wahrscheinlich am Hl. Abend schwer sein wird, das noch zu toppen. Gewiss strotzen dann auch manche Christbäume in den Wohnungen vor lauter Schmuck und Lametta, doch war das nicht immer so. In den einfachen Bauernstuben stand ja in früheren Zeiten nur das zur Dekoration zur Verfügung, was man von den zurückliegenden Ernten im Garten eingebracht hatte. Der Apfel (Malus domesticus) kam hier zusammen mit vergoldeten Nüssen vermehrt zum Einsatz, um die Tannen und Fichten nicht ohne jede Verschönerung dastehen zu lassen. Dazu sollte man auch den religiösen Hintergrund bedenken, der hinter den Bräuchen des Christfestes steckt. Ein grünender Baum mitten im Winter war und ist ein Symbol des Paradieses. Die Erzählungen über den Garten Eden, wie die Bibel sie schildert, führen uns drastisch vor Augen, wie Adam und Eva diesen gottgeschaffenen Ursprung verspielt haben. Die Frucht, von der beide aßen, hat dort zwar keinen Namen, die Kunst jedoch hat sehr bald den Apfel für diese Szene verwendet. Kommen wir jetzt aber zur gegenwärtigen Gesundheitsvorsorge. Oft ist es ganz einfach, den Körper fit und vital zu erhalten. Das Essen von rohen und frisch aufgeschnittenen Äpfeln wirkt sich z. B. auf den gesamten Verdauungstrakt sehr förderlich aus. Dabei sollte die Schale jedoch immer mitgegessen werden, vorausgesetzt, dass diese gut gereinigt und frei von Spritz- oder Konservierungsmitteln ist. Ballaststoffe, Vitamine, Pektine und Fruchtsäuren sind gleichsam die Gaben, die in einem zur Weihnachtszeit genossenen Apfel verpackt sind. Doch auch als Speise zubereitet kann die ehemalige Paradiesesfrucht so manchen Leidenden helfen.

Die Verdauung anregen

Um einen trägen Stuhlgang wieder in Bewegung zu setzen, nimmt man abends vor dem Schlafengehen 1 Esslöffel Leinsamen zu sich und isst dann einen zuvor gedünsteten Apfel nach. Zum Abschluss noch ein Glas Sauermilch trinken. Das Ganze am nächsten Morgen wiederholen. Diese Maßnahme kann mithelfen, dass der Darm bald normal arbeitet.

Apfelzweig und aufgeschnittener Apfel (Malus domesticus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya