Die Lippen stärken

Mit Karotten ganz einfach

Die alltägliche Morgentoilette im Bad kann ganz unterschiedlich ausfallen. Gewiss ist es sicher gut, die Hauptarbeit dabei mit Wasser zu erledigen, um ein wenig Frische in die womöglich nicht ganz ausgeruhte Visage zu bringen. Der Zeitaufwand hierfür lohnt sich, will man den anderen schon in aller Frühe gut begegnen. Pflegemittel aus dem eigenen Garten oder aus dem Gemüsekeller sieht man dabei nicht unbedingt als das Nächstliegende. Doch kann dies durchaus der Fall sein. Wenn wir die diesbezüglichen Haushaltsreserven durchgehen, so zählen die Karotten auf jeden Fall dazu. Deren Stammform, die Wilden Möhren (Daucus carota subsp. carota) waren ja schon unseren Vorfahren zugänglich. Und schließlich bleibt der Genuss der heute vorliegenden Zuchtformen nicht bloß den Kaninchen oder den Kleinkindern vorbehalten. Das wäre zu schade. In ihren Wirkkräften steht die orange Wurzel sehr vielen Bereichen und Funktionen unseres Körpers dienend zur Verfügung. Das Sehvermögen z. B. zählt genauso dazu wie die Beschaffenheit unserer Haut. Eine ganze Kette an Vitaminen, die in den Möhren gespeichert sind, hilft dem Organismus gerade im späten Winter nach so manchen Atemwegserkrankungen wieder zu Kräften zu kommen. Darüber hinaus dankt es die durch Parasiten geschwächte Darmflora dem Patienten, wenn er vermehrt zu Karotten greift. In puncto Hautschutz hat dieses Wurzelgemüse auch noch etwas übrig. Und hier vor allem für unsere Lippen.

Lippenpflege in Orange

Der frisch gepresste Saft der Karotten besitzt auch für unsere Lippen einen heilenden und darüber hinaus pflegenden Wert. Er ist gleichzeitig ja ein Spender vom wichtigen Vitamin A. Daher sollte man gerade zu kalten Perioden mit Frosttemperaturen den Karottensaft sowohl trinken als auch dazu verwenden, um die Lippen damit einzureiben und hernach an der warmen Zimmerluft trocknen zu lassen. Das stärkt die Öffnung des Mundes bei vermehrten Strapazen wie z. B. eisigen Temperaturen im Freien.

Karotten ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Frost als Herausforderung

Mit Weinblättern die Haut pflegen

Oft habe ich mir heuer schon gedacht, dass dieser Winter nichts kann. Anscheinend habe ich mich getäuscht und womöglich so manch andere auch. Die Kälte regiert derzeit das Land und noch ist kein Ende in Sicht. Das Frühjahr wird offenkundig zumindest für einige Zeit nach hinten geschoben. Die Natur hierzulande braucht wohl für einen guten Lauf der in ihr stattfindenden Prozesse tiefe Temperaturen. Doch wir sind durch unsere stets geheizten Innenräume ein bisschen entwöhnt, um mit arktischen Bedingungen gut umzugehen. Wenn ich daher heute vom Weinstock spreche, möchte ich keine Bahn bereiten, um gar mit Alkohol für ein wärmeres Ambiente zu sorgen. Vielmehr soll dabei den Blättern des Rebengewächses der Vorrang eingeräumt werden. Die Inhaltsstoffe der grünen Gewächsteile des Weinstocks haben nämlich eine positive Wirkung auf die Blutgefäße des Körpers. In verschiedener Weise kann man Weinblätter aufbereiten und damit u. a. den Venen eine stärkende und begleitende Maßnahme zukommen lassen. Produkte dieser Art werden im Fachhandel angeboten und beworben. Nun aber ist der Frost ein Thema für unsere Haut. Der Kontakt mit der Eiseskälte geht meist nicht spurlos vorüber, sondern verändert die Struktur der Körperoberfläche. Daher ist es nur recht, die Weinblätter aufzubereiten und so der Haut eine konkrete pflegende Bereitstellung zuteil werden zu lassen. Die Hoffnung auf einen guten Frühling dürfen wir dennoch weiterhin hegen. Der bringt dann zur rechten Zeit Bedingungen mit sich, durch die uns wärmer ums Herz werden wird.

Hand- und Fußbäder

Aus getrockneten und zerkleinerten Blättern der Weinstöcke lässt sich ein Tee aufgießen. Mit einer entsprechenden Menge kann man damit Hand- und Fußbäder durchführen, wenn sich auf der Haut derselben Folgen des Frostes zeigen. Das erweist sich vor allem dann als günstig, wenn diese spröde wird oder gar zum Aufspringen neigt. Gut ist es, nach dem Baden den Weinblätter-Tee von allein eintrocknen zu lassen. Das erhöht in der Folge die erweichende und stärkende Wirkkraft der Anwendung.

Weintrauben mit Blättern ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Kindergerechte Maßnahme

Mit Zwiebel, Milch und Honig

Mit dem heutigen Montag beginnt das Berufsleben seinen normalen Lauf, der bei den meisten seit Freitag oder Samstag durch das so genannte Wochenende unterbrochen wurde. Gleichzeitig sind aber ebenso die Kinder aufgebrochen, um erneut die Schulbank zu drücken. Gewiss gibt es berechtigte Entschuldigungsgründe, die meist in einer vorübergehenden Krankheit ihre Ursache haben. Da gilt es, zuhause zu bleiben und das Bett zu hüten. Mit den Mitteln, die man daheim zur Verfügung hat, können die Eltern oder die Großeltern Gutes bewirken. Die Zwiebel steht dabei ganz oben auf der Liste, wenn man einem harten Husten oder dem zähen Schleim in den Atemwegen beikommen will. Nun ist dieses Lauchgemüse nicht unbedingt jedermanns Freund, bedenkt man die tränenweckende Wirkung beim Aufschneiden derselben. Kein Wunder, wenn dann besonders die Kleinen die Nase rümpfen, da sie in die Nähe dieser Herausforderung kommen, während z. B. eine Zwiebel in der Küche aufgeschnitten wird. Nicht unerwähnt möchte ich daher lassen, dass sich in der schichtigen Knolle neben ätherischen Ölen viele Spurenelemente, Mineralstoffe und sogar Vitamin C vorfinden, die allesamt dazu beitragen, die Gesundheit des Körpers zu fördern. Die unangenehmen Dämpfe einer Zwiebel lassen sich aber in Schach halten, wenn man die Milch mit ins Spiel bringt. Honig verstärkt zusätzlich den mildernden Effekt. Wer es also noch nicht ausprobiert hat, sollte sich mit Zwiebel, Milch und Honig daranmachen, den in der Obsorge befindlichen Kindern beizustehen, die gerade eine gröbere Erkältung in den eigenen vier Wänden auskurieren. Alle drei sind natürliche Zutaten, die in den meisten Fällen einen guten Beitrag zur Gesundung leisten können. Gewiss aber nur dann, wenn auch die dementsprechende Verträglichkeit bei den Heranwachsenden vorliegt.

Hustencocktail mit Zwiebel

Von einer kleingehackten Zwiebel nimmt man die Menge 1 Esslöffels voll und übergießt sie mit 1/4 Liter heißer Milch. Dann 15 Minuten ziehen lassen, bevor man die Milch abseiht. Zum Schluss noch 1 Esslöffel qualitätsvollen Honig einrühren und den Kindern, die unter Husten und Erkältung leiden, zum Trinken geben. Am besten 2mal täglich, in der Früh und am Abend.

Zwiebel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Süßes bei Husten

Spitzwegerich und Honig

Es wird viel darüber diskutiert, was in unserer Ernährung dem Leib zuträglich ist und was eben nicht. Neben einem Zuviel an Fett und Kalorien steht wohl der Zucker ganz oben im Ranking der Stoffe, die man eher meiden sollte. Und viele haben sich vorgenommen, bis Ostern auf Süßes zu verzichten. Trotzdem möchte ich es wagen, einen Weg bei Erkältungen zu beschreiten, bei dem das Süße nicht ausgespart wird. Doch vorerst geht es einmal um den Spitzwegerich (Plantago lanceolata). Dieses Heilkraut wird sehr gern mit manchen Hustenzuckerln in Verbindung gebracht, nicht zuletzt aufgrund der Werbung hierfür. Doch liefert der Spitzwegerich auch Vitamine, so z. B. Vitamin A, C und K. Das traut man im Normalfall nur dem Obst und jetzt in der Winterszeit vor allem den Zitrusfrüchten zu. Wenn der Magen- und Darmtrakt mit Katarrhen konfrontiert wird, dann dürfen wir dankbar sein, dass es den Spitzwegerich gibt. Denn durch seinen hohen Gehalt an Schleimstoffen und Saponinen trägt er dazu bei, dass sich die Atemwege aufgrund entzündeter Schleimhäute wiederum so beruhigen, damit sie frei und ungehindert ihren Dienst tun können. Der Spitzwegerich ist eine Pflanze, die an ihrem Standort im Sommer nicht nur durch ihren niedrigen Wuchs die Demut symbolisiert, sondern ebenso die Geduld zum Ausdruck bringt. Von letzterer brauchen wir nur ein wenig, um damit selbst ein Hausmittel herzustellen, das eben nicht auf Süßes verzichtet. Der Honig, der ohnehin einen hohen Stellenwert besitzt, spielt dabei eine Rolle. All jene, die nicht unter Diabetes leiden, können ihn in auf die nachfolgend geschilderte Weise durchaus zu sich nehmen.

Spitzwegerich als Sirup

4 gehäufte Esslöffel voll getrockneter und zerkleinerter Spitzwegerichblätter sowie 1 Teelöffel ebenso beschaffenen Thymiankrauts werden in einem Mörser zu einem Pulver gerieben. Mit ein wenig Wasser kurz aufkochen und nach dem Abkühlen mit derselben Menge Bienenhonig vermischen. Diesen Sirup (täglich frisch zubereiten) kann man löffelweise oder mit lauwarmem Wasser verdünnt zu sich nehmen. Für Erwachsene und Kinder gleichermaßen geeignet, um bei Entzündungen der Atemwege und der Lunge eine Besserung herbeizuführen.

Spitzwegerich ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Sorge um den Hals

Salbei ist schnell zur Stelle

Wenn wir sagen, wir geben unsere Stimme ab, so meinen wir für gewöhnlich, bei einer politischen Wahl den bereits angekreuzten Wahlvorschlag verschlossen in die dafür bereitgestellte Urne zu werfen. Doch angesichts der polaren Kälte, die das ganze Land momentan in Schach hält, wissen wir, dass auch im Hals die Stimme durchaus eine Beeinträchtigung erfahren kann, indem wir uns schlicht und einfach verkühlen. Oft wird dahingehend ein Rat gesucht, den ich diesmal wieder einmal auf den Salbei (Salvia officinalis) lenken möchte. Dieser Lippenblütler ist durchaus populär und bekannt. Seine wollig behaarten Blätter erinnern zudem an einen sanften Pelz, der womöglich nun vermehrt als Frostschutz auf unserer Haut herbeigesehnt wird. Dennoch geht es hier nicht um das visuell erkennbare Erscheinungsbild des Salbeis. Vielmehr schätzen wir seine inneren Werte, die dann zum Tragen kommen, wenn wir den Heilwirkungen der einzelnen unscheinbaren Pflanzen rund um uns Vertrauen schenken. Haben wir uns eine Erkältung zugezogen, so kann es sein, dass diese sich als langwieriger herausstellt, als wir dies oft leichtfertig gegenteilig meinen. Das zeichnet sich im Bereich des Halses besonders dadurch ab, dass sich dort vermehrt ein zäher Schleim festsetzt, der in der Folge ebenso die Stimme und die angrenzenden Atemwege beeinträchtigt. Ist dies der Fall, sollten wir gerade dann auf Kräuter wie den Salbei zurückgreifen, um auf eine sanfte und dem ganzen Organismus zuträgliche Weise wiederum freier und gesünder zu werden. Der Salbei hat sich allemal schon oft bewährt, um dem Hals erneut bessere Zeiten zu bescheren.

Warm gurgeln

Wird einem hartnäckiger Halsschleim als Folge einer Erkältung zur Plage, so gehe man daran, sich aus getrockneten und zerkleinerten Salbeiblättern einen Tee aufzugießen. 1 Esslöffel voll wird dabei mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Mit dem noch warmen Tee sollte man kräftig gurgeln. Mehrmals am Tag durchführen.

Salbei ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Sauna für den Kopf

Aufguss mit Majoran

Solange noch der Frost und der Schnee den Ton angeben, fällt es uns nicht schwer, unsere Gedanken Richtung Skandinavien zu lenken. Von dort kommt der allseits beliebte Brauch, in die Sauna zu gehen, um zwischendurch Entspannung und auch abschließend Erfrischung zu finden. Wir können aber ruhig in unseren Gefilden bleiben, wenn wir eine andere althergebrachte Maßnahme in Betracht ziehen, die ebenfalls mit einem heißen Klima arbeitet: das Inhalieren. Es ist sicher von Vorteil, da in diesem Zusammenhang Kräuter eine wesentliche Rolle spielen. Heute soll der Majoran besonders hervorgehoben werden. Dieser Lippenblütler ist uns vor allem als Gewürzkraut bekannt. In wilder Form finden wir ihn an trockenen Wegrändern und Hängen durchaus auch in unserer Heimat vor. Diese Pflanze trägt wiederum den Namen Dost oder Oregano. In vielfältiger Weise ist es möglich, sich der Vorteile sowohl des Dosts als auch des Majorans zu bedienen. Von der Küche war schon die Rede. Dort wird für gewöhnlich ebenso der Tee aufgebrüht, den man dann genüsslich und schluckwiese trinken möchte. Ein Majoran-Absud wirkt sich gut auf die Verdauung aus. Überdies werden mit ihm erhöhte Cholesterinwerte im Blut zumindest geringfügig reduziert. Aber gehen wir vom Magen nun ein paar Stockwerke höher hinauf, um beim Kopf zu landen. Hat sich nämlich in den Stirnhöhlen ein Infekt eingestellt, der dort für festsitzenden Schleim sorgt, so braucht man unbedingt Erleichterung, um nicht größeren Schaden zu nehmen. Es kann aber auch andere Ursachen geben, dass vermehrt Kopfweh auftritt. Und mit all dem kann Schlaflosigkeit einhergehen, die uns am nächsten Tag durch Schlappheit zu schaffen macht. In all diesen Fragen ist es klug, eine Sauna für den Kopf mit Majoran bereitzustellen.

Inhalieren mit Majoran

Ein Kopfdampfbad bringt in mehrerlei Hinsicht Erleichterung. Über die Inhalation des frisch aufgebrühten Majoran-Tees gelangen vor allem die im Kraut enthaltenen ätherischen Öle über die Atemwege und die Gesichtshaut in den Organismus. Bei den bereits oben erwähnten Beschwerden ist es ratsam, bis zu 3-mal am Tag eine entsprechend große Menge Tee anzurichten, um sich für kurze Zeit unter einem großen Handtuch die dampfende Wirkung dieser Anwendung zugute kommen zu lassen.

Majoran ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein Schritt Richtung Gesundheit

Die Nelkenwurz hilft weiter

Was wird wohl der nächste Frühling bringen? Gottlob können wir das Wetter nicht selbst bestimmen, denn dann würde es schwer fallen, für alle Wünsche einen gemeinsamen Nenner oder einen annehmbaren Kompromiss zu finden. Viel besser ist dagegen ein ausgewogener Wechsel, der auch das Wachstum der Pflanzen fördert und zusätzlich eine Fülle an Möglichkeiten schenkt. Es wird noch bis zum Sommer dauern, dass wir einem liebenswerten Geschöpf, nämlich der Echten Nelkenwurz (Geum urbanum), auf einem Spaziergang begegnen können. Die Bezeichnung dieses Krautes bezieht sich auf den gewürznelkenartigen Geruch, der dem kräftigen Wurzelstock der Pflanze bei dessen Zerkleinern entströmt. Die Nelkenwurz ist jedoch ein Rosengewächs. Seit Langem schon werden die Wirkkräfte dieses Heilgewächses in der Naturheilkunde geschätzt. Demzufolge üben die Inhaltstoffe der Nelkenwurz stärkende Impulse auf den gesamten Organismus aus, der infolge einer Krankheit geschwächt ist. Die eigentliche Erntezeit der Wurzel lag im vorigen Herbst, da die Pflanze ihre Kräfte auf ihre unterirdischen Teile zurückführte, um für die nun bevorstehende Vegetationsperiode gerüstet zu sein. Wenn nun manche nach einer überstandenen Krankheit ein wenig Unterstützung Richtung Gesundheit suchen, so ist die Verwendung der Nelkenwurz eine der vielen Möglichkeiten, die Hilfen aus dem Pflanzenreich entgegenzunehmen.

Nelkenwurz stärkt nach Krankheit

Bei jedem Infekt und dergleichen wird dem Körper viel abverlangt. Daher dauert es eine Zeitlang, bis er wieder in Schwung ist. Am besten wäre es, wenn man mithilfe der Kräuter erneut auf die Sprünge kommt. Nelkenwurz-Tee (2 Teelöffel der zerkleinerten Droge in 1/4 Liter kaltes Wasser geben, kurz aufkochen, 15 Minuten ziehen lassen, dann abseihen) kann dem Organismus positive Impulse geben, damit der Appetit wieder mehr und der Stoffwechsel besser wird. Zusätzlich verstärken die Beigabe von Honig und Zitronensaft seine Wirkung.

Nelkenwurz ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Den Schnupfen lindern

Basilikum ist eine Möglichkeit

Wenn man versucht, die Kräuter auf pädagogische Weise sowohl Klein als auch Groß näherzubringen, dann wird wohl der beste Weg, den es dabei zu beschreiten gibt, der sein, möglichst alle Sinne anzusprechen. Die mediale Aufbereitung ist dahingehend heute kein Problem mehr, so dass die Augen einen entsprechenden Anreiz erhalten. Doch vergessen wir dabei die Nase samt ihrem Geruchssinn nicht. Es geht z. B. vom Basilikum (Ocimum basilicum) ein wunderbares Aroma aus, um das es schade wäre, es nicht wahrzunehmen, wenn sich Wissbegierige mit dem Thema der heilsamen pflanzlichen Natur auseinandersetzen. Das Basilikum ist ein durchaus populäres Kraut, da es in der Küche häufige Verwendung findet. Gerade dann, wenn die zubereitete Speise eindeutig eine mediterrane Provenienz aufweisen soll, ist der Gebrauch dieses zu den Lippenblütlern zählenden Gewächses fast unerlässlich. Es schmeckt nicht nur fein, sondern tut gleichzeitig dem Organismus gut, wenn seine stärkenden Inhaltsstoffe über die Verdauung aufgenommen werden. Doch kehren wir zurück zur Nase, von der wir ausgegangen sind. Dort setzt sich so manch unangenehmer Schnupfen fest, den wir sicherlich ehestmöglich wieder los werden möchten. Wenn es auch eine Zeit lang dauern kann, bis unser Riecher trocken und schleimfrei wird, so darf man diesen Prozess ruhig ein wenig unterstützen. Das kann mit dem Gewürzkraut Basilikum geschehen. Ja, manchmal ist es eben nicht schlecht, dem Geruchssinn zu folgen und dann, wenn dieser vorübergehend durch entzündete Nasengänge verloren gegangen ist, sich des Aromas des Basilienkrautes zu erinnern, das einen auf eine heilsame Spur führt.

Basilikum in Pulverform

Die Blätter des Basilikums kann man durchaus mitsamt den Blüten trocknen. Ereilt einen ein lästiger Schnupfen, ist es ratsam, die getrocknete Gewürzdroge mittels eines Mörsers zu pulverisieren. Zur Erleichterung der gereizten Nasenschleimhäute kann man ein paar Mal pro Tag eine kleine Prise des gewonnenen Basilikum-Pulvers in die Nase aufziehen, um so die heilende Wirkung des Krautes direkt mit den betroffenen Zonen in Berührung zu bringen.

Basilikum ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Reinigung von innen

Holunderblüten aufbrühen

Leib und Seele sind eine Einheit. Diese Einsicht darf uns das ganze Leben lang begleiten. Eine allzu einseitige Sicht auf das rein Körperliche bzw. eine totale Vergeistigung seiner selbst bringen ein Ungleichgewicht mit sich, das in so manche Sackgasse führen kann. Jetzt in der Fastenzeit ist es daher ganz gut, sich neu zu besinnen und den Geist mit guten Gedanken zu nähren und womöglich auch nach einer geeigneten spirituellen Literatur zu greifen. Der Leib wiederum darf ebenso entgiftet werden. Ein hilfreicher Partner ist dabei der Schwarze Holunder (Sambucus nigra). Der Saft aus seinen schwarzen Beeren steht vielerorts zur Verfügung, so dass damit ein natürlich hergestellter Trunk die Kehle erfrischt und gleichzeitig dem Körper wichtige Vitamine und Mineralstoffe liefert. Darüber hinaus gibt es ja noch die Blüten des Holunders. Sie sind sowohl an ihrer weißen Schirmpracht als auch am herrlichen Duft zu erkennen, wenn sie im späten Frühjahr die Feldraine und Waldränder schmücken. Sie lassen uns momentan an wärmere Zeiten denken, die ohnehin bald wieder anbrechen werden. Wenn es nun darum geht, den Körper von innen heraus zu reinigen, dann ist es sicherlich von Vorteil, den Holunderblüten das Vertrauen zu schenken. Immerhin unterstützen sie ein kräftiges und funktionierendes Immunsystem, das zu jeder Jahreszeit eine pflanzliche Hilfe gebrauchen kann. Fasten heißt auch gleichzeitig bewusster zu leben. Sich Zeit zu nehmen, um ebenso dem Leib etwas Gutes zu tun. Die Abendstunden eignen sich dafür wohl am besten.

Holunderblüten-Tee vor der Bettruhe

Mit getrockneten und zerkleinerten Holunderblüten lässt sich ganz einfach eine Schale Tee aufgießen. Dieser muss 15 Minuten ziehen, bevor man die Blütendroge abseiht. Kurz vor dem Schlafengehen trinkt man den Tee langsam und schluckweise. Das hat zur Folge, dass man leichter als sonst ins Schwitzen kommt. Es trägt auch außerhalb von Grippezeiten zur Reinigung des Körpers bei.

Schwarzer Holunder ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Das Gewicht verringern

Die Brennnessel als Begleiterin

Vorbilder sind in unserem Leben ganz wichtig, um uns zu orientieren. Denn die Reise der geschenkten Erdentage sollte ja am Ende in irgendeiner Weise Frucht bringen. Gewiss wird es einem nicht erspart bleiben, die Einzigartigkeit der eigenen Persönlichkeit im Laufe der Jahre herauszuformen, um keine bloße Kopie jemandes zu werden. Aber in dem einen oder anderen Punkt dürfen wir ruhig mit den Objekten unserer Bewunderung eins werden. Schauen wir uns dahingehend doch einmal die Brennnessel (Urtica) an. Sie kann mithelfen, alles Überflüssige aus unserem Körper auszuleiten. Im Zuge des wie immer gearteten Prozesses des Stoffwechsels fällt da so einiges an. Vermehrt auch dann, wenn eine Krankheit unser Immunsystem herausfordert. Die Brennnessel ist zudem in ihrer Gestalt sehr rank und schlank. Das sieht man vor allem bei bereits voll ausgebildeten Exemplaren. Und sie gibt somit einen Verweis, dass sie uns ebenfalls begleiten kann, wenn wir uns vornehmen, den Leib um ein paar Kilos zu erleichtern. Das wird natürlich in erster Linie dadurch erzielt, indem wir den gesamten Bewegungsapparat verstärkt zum Einsatz kommen lassen. Wir müssen dabei jedoch in keiner Weise zu übermäßigen Höchstleistungen gelangen. Aber ein regelmäßiger Spaziergang kann u. a. schon ein wenig etwas verändern. Am Wegrand unserer wohltuenden Schritte in der Frischluft werden in Kürze die ersten Triebe der Brennnessel sichtbar werden, wenn sich der Schnee des Spätwinters zurückgezogen hat. Und dann haben wir bald wieder ein Vorbild in der Tugend der Bescheidenheit und der grazilen Gestalt vor Augen. Das ist aber kein Hindernis, bereits jetzt die Brennnesseln zu verwenden.

Regelmäßig Brennnessel-Tee

Wer sich vorgenommen hat, die Menge der Speisen zu reduzieren und die Bewegung im Freien zu intensivieren, um ein wenig an Gewicht zu verlieren, sollte auch den Brennnesseln dabei ein Mitspracherecht einräumen. So ist es empfehlenswert, 6 Wochen lang in der Früh und am Abend je 1 Schale voll frisch aufgebrühten Brennnessel-Tee zu trinken. Das unterstützt die so genannte Entschlackung und bringt gleichzeitig in den Organismus Vital- und Mineralstoffe ein.

Brennnessel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya