Wenn’s unter den Nägeln brennt

Arnika als Heilerin herbeiholen

Verschiedene Tiere sind in ihren Gliedmaßen so ausgerüstet, dass sie dieselben gut für ihre Fortbewegung oder zur Beschaffung der notwendigen Nahrung betätigen können. Sensible Bereiche an den Extremitäten verfügen dann meist über Krallen. Beim Menschen sprechen wir dagegen von Nägeln, die es Fingern und Zehen erlauben, in geschützteren Kontakt mit der vor oder unter einem liegenden Umwelt zu treten. Unsere Füße führen uns nun vermehrt auf Wanderungen durchs Berg- und Hügelland, wo man bei gutem Glück auf die Echte Arnika treffen kann. Sie zählt zusammen mit ihren verwandten Arten zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die Wuchshöhe der Pflanze kann bis zu einem halben Meter betragen. Ihre Blütezeit sind vor allem die Monate Juni, Juli und August. Als heilende Stoffe enthält die Arnika das namensgebende Arnicin, ferner ätherisches Öl, Gerbsäure und Harze. Die Volksheilkunde kennt zahlreiche Anwendungen der beliebten Heilpflanze. So als Wundheilmittel bei Blutergüssen und Verletzungen, ja sogar bei offenen Wunden. Heute geht es uns jedoch um die Nägel und vor allem das, was darunter bzw. daneben liegt. Durch Druckstellen, Verletzungen und ähnliche Umständen kommt es dort zu Entzündungen, die man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Geschieht dies an den Zehen, so kann binnen kurzem jeder Schritt zur Qual werden. Mit der Arnika sollte man, wenn sich im Nagelbett Unangenehmes einnistet, das Gröbste abzufangen versuchen. Übrigens: Die Blütendroge der Arnika besorgt man sich am besten im Handel oder man greift auf die gezüchteten Exemplare im eigenen Garten zurück. Die wilde Form der Echten Arnika darf man dabei unbehelligt lassen, um ihre Existenz in Zukunft in unseren Breiten zu wahren.

Arnika-Seifen-Bad

Von einer reinen pflanzlichen Schmierseife löst man 1 Esslöffel voll in 1/4 Liter Wasser, das man zuvor sicherheitshalber abkocht und dann mäßig temperiert verwendet, auf. Danach mit 2 gehäuften Teelöffeln voll getrockneter Blütenblätter der Arnika ca. 3 Minuten lang aufkochen lassen und letztlich abseihen. Den entzündeten Finger bzw. Zeh 10 Minuten lang so warm wie möglich darin baden.


Arnika ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Hilfe vom Küchenregal

Die Gewürznelken schätzen

Wenn alles grünt und blüht, zieht es einen logischerweise nach draußen. Der Aufenthalt im Garten etwa wird dadurch belohnt, dass man frisch vom Beet oder gar vom Baum weg das eine oder andere auskosten kann. Und nichts spricht dagegen, sich dessen zu bedienen, was uns naturgerecht und frei von jeglichen chemischen Spritzmitteln heranwächst. Dennoch braucht man ab und an auch andere Hausmittel. So möchte ich heute einmal in die Ferne schweifen. Auf dem Myrtengewächs Gewürznelkenbaum (Syzygium aromaticum), der seine Heimat im indonesischen Raum hat, finden sich die gleichnamigen Pflanzenteile, die auf getrocknete Weise seit dem Mittelalter über die verschiedenen Handelswege nach Europa gebracht wurden, wo sie bis heute im Gebrauch sind. Es wird wohl jedermann bekannt sein, dass bei Zubereitung von Glühwein, Punsch, Likören und Kompotten die Beigabe von Gewürznelken unerlässlich zu sein scheint. Selbst beim Apfelstrudel verfeinert eine Prise von dieser Zutat in pulverisierter Form den Geschmack dieser nationalen Mehlspeise. Das ätherische Öl des exotischen Aromaelements birgt einen großen Anteil an Eugenol. Somit lassen sich die Gewürznelken auch als unterstützende gesundheitliche Hilfe für das leibliche Wohl verwenden. Es ist sicherlich gut, diese duftende Zutat in so mancherlei Gerichte und Getränke zu mischen. Aber man darf ebenso gezielt vorgehen, wenn es gilt den Körper wieder auf Schwung zu bringen. Desgleichen kann man bei Schwindelgefühlen nach der Gewürznelke greifen. Wenn diese ohnehin in greifbarer Nähe ist, wäre es schade, damit nicht das eine oder andere auszuprobieren. Hier ein praktischer Tipp dazu:

Rotwein aufbessern

Ein klein wenig Rotwein erwärmt man zuallererst. Nachdem man ihn in ein Glas gefüllt hat, gibt man noch eine oder zwei Gewürznelken hinzu und lässt beides zusammen eine Weile ziehen. Das Glas dabei abdecken. Danach langsam in kleinen Schlucken trinken. Das kann mithelfen, das eigene Wohlbefinden wiederum aufzubessern, vor allem dann, wenn es womöglich durch einen niedrigen Blutdruck, durch Schwindel oder Müdigkeitsgefühle beeinträchtigt ist.


Gewürznelken mit Blütenzweig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





An die Wurzel gehen

Die Bibernelle kann manches lindern

Was mich im Reich der Pflanzen je neu fasziniert, das ist das Wurzelwerk der jeweiligen mehr oder weniger grünen Individuen. Gerne gebe ich den Rat weiter, bei seelischen oder nervlichen Problemen das unterirdische Wuchswerk der verschiedenen Kräuter zu betrachten. So kann man im besten Falle erneut Fuß fassen oder danach suchen, seine eigene Persönlichkeit am jeweiligen Lebensstandort zu festigen, ohne die Flucht zu ergreifen. Manchen Gewächsen wird zumindest in ihrem wissenschaftlichen Namen die Eigenschaft zugedacht, Felsen auseinanderbrechen zu können. Unter anderem ist das bei der Kleinen Bibernelle (Pimpinella saxifraga) der Fall, die als eine der Vertreterinnen der vielen Doldengewächse auf mageren Wiesen, auf Feldrainen und an Bahndämmen zu finden ist. Im Gegensatz zu vielen ihrer Verwandten wie z. B. der Großen Bibernelle (Pimpinella major) erreicht die kleine Schwester bloß eine Wuchshöhe bis zu 20 cm; nur in Gartenkultur gezogene Pflanzen werden manchmal höher. Um die Bibernelle genau als konkrete Art erkennen zu können, ist es ratsam einen gut illustrierten und detailgenauen Pflanzenführer zur Hand zu nehmen. Die Wirkstoffe der Bibernelle bestehen aus ätherischen Ölen, Cumarinderivaten und vor allem aus Bitterstoffen. In ihrer Wirkung erweist sich das Heil- und Küchenkraut als appetitanregend, schleimlösend und verdauungsfördernd. In mediterranen Ländern wird die Kleine Bibernelle gerne als Gewürzkraut verwendet. Für die Heilkunde stehen aber nicht nur ihre Blätter, sondern auch ihre Wurzel zur Verfügung. Am besten erntet man dieselbe nach der Blütezeit dieser Pflanze.

Tee im Kaltauszug

Von der zerkleinerten Wurzel, die man frisch oder getrocknet heranziehen kann, werden 2 Esslöffel voll in 1/2 Liter Wasser 12 Stunden lang angesetzt. Danach ohne das Ganze aufzukochen, abseihen. Erst jetzt leicht erwärmen. Bei Mandelentzündung oder Rachenkatarrh dient dieser Ansatz sehr gut als Gurgelmittel. Bei Wunden und Geschwüren wiederum ist es möglich, mit dem Bibernellen-Tee Auflagen durchzuführen oder Waschungen zu vollziehen.


Kleine Bibernelle ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Tiefes Blau am Wegrand

Die Kornblumen stehen bereit

Die Natur bietet uns Farben, die der Mensch oft in seiner technischen Fertigkeit nicht zuwege bringt. Dazu reicht schon ein kurzer Spaziergang durch Gottes prächtige Schöpfung. Die Blumen, die sich in einer Wiese oder auf einer Böschung in all ihrer Pracht zeigen, sind für mich vergleichbar mit einer Malerpalette, die uns zur Verfügung steht. Das intensivste und strahlendste Blau liefern hierfür die Kornblumen (Centaurea cyanus). Sie säumen sehr oft die Ränder der Getreidefelder, wo nun schon in den Ähren die kommende Ernte im Wind wogend heranreift. Die Kornblumen besitzen nicht nur eine gute Wirkung auf unsere Augen, die schon allein durchs Staunen dem Körper eine positive Stimmung weiterzugeben vermögen. Oft verwendet man die getrockneten Blüten der Feldschönheit als Schmuckdroge in diversen Teemischungen. Frisch abgezupft können sie als zierendes Beiwerk beim Anrichten von Speisen und Desserts herangezogen werden. Vielen von uns ist jedoch die Haut und ihre Beschaffenheit ein Anliegen, die mit fortschreitendem Alter einer damit einhergehenden Veränderung unterzogen ist. In der Jugend macht man sich dahingehend noch keine Gedanken, außer vielleicht in der hoffentlich sich nicht länger als nötig vollziehenden Pubertät. Ohne einem Schönheitskult erliegen zu wollen, kann man trotzdem auf seine Haut und ihre natürliche Pflege schauen, unabhängig von Alter und physischer Entwicklungsstufe. So darf in diesem Sinne die Kornblume von außen an den Leib herangebracht werden, um dort vor Ort und Stelle segensreich zu wirken.

Mit Kornblumen baden

Von den Kornblumen kann man ca. 50 g frische oder getrocknete Blütenblätter nehmen, um sie mit 1 Liter kochendem Wasser zu überbrühen. Danach 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Abschließend abseihen und den Aufguss ins Badewasser schütten. 20 Minuten in der Wanne bleiben. Das schafft eine glatte Haut und tritt der Entstehung von Runzeln und Falten entgegen. Auf der Kopfhaut wirkt dieser Ansatz gegen lästige Schuppen. Jene Anwendung erweist sich als mild und gleichzeitig stärkend für die gesamte Körperoberfläche.


Kornblume ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Linderung dem Baum entnehmen

Die Rosskastanie hat heilsame Blätter

Was zeichnet die Umgebung eines kleinen ländlichen Bahnhofes aus? Nahe des Klosterstädtchens Geras steht gottlob noch ein sehr schönes Beispiel dafür, ebenso in Drosendorf, meiner familiären Heimat. Der so genannte Reblaus-Express bringt heutzutage immer wieder Gäste in die schöne hügelige Region. Und die müssen nicht in der prallen Sonne auf die Abfahrt warten. Neben dem schützenden Dach der Bahnhofsveranda sind es die mächtigen Rosskastanien (Aesculum hippocastanum), die im Waldviertel noch immer blühen und deren Blätterdach den willkommenen Schatten an heißen Tagen spendet. Ich meine, dass dies sehr wohl ein die einstigen Amtsgebäude der Bahn umgebendes Charakteristikum darstellt. Das frische Grün auf den Zweigen der vor langer Zeit gesetzten Baumsenioren ist allein schon für die Augen eine Freude und Weide. Seitdem dieser Baum auch in unseren mitteleuropäischen Breiten kultiviert wird, fällt ebenso für den Menschen etwas ab, der mit den großen Pflanzen seine Lebenskultur teilt. Gewiss wurde und wird die Frucht der Rosskastanie als Futter für Wildtiere verwendet. In der humanen Physis sind es vor allem die Gefäße der Blutbahnen, die von den Wirkkräften der Kastanien einen Gewinn abschöpfen können. Dazu dienen auch die Blüten, die bis jetzt den Bienen reichlich Nektar spendeten. Das Blattdach, das die Nähe der alten Bahnhöfe kühlt, sollte aber ebenfalls im Hinblick auf pflegende Anwendungen mehr oder weniger unter die Lupe genommen werden. Ein Problem, das sich vielen Erwachsenen stellt, sind Krampfadern. Gerade alte Hausmittel können diese Gefäßerweiterungen durchaus effektiv begleiten. Einen Tipp dafür darf ich heute im Zusammenhang mit der Rosskastanie weitergeben.

Auflage aus Blättern

Diese Anwendung kann man bei schmerzenden Krampfadern durchführen. Von der Rosskastanie erntet man am besten Anfang Juni die ausgebildeten Blätter. In einem Waschbecken lässt man ein paar Blätter, die frisch gepflückt wurden, in ein wenig heißem Wasser kurz ziehen. Danach die erweichten Blätter nehmen, erträglich warm auf die leidvollen Stellen legen und mit einer Fasche fixieren. Bis zu 5 Stunden lang oben lassen, bevor man sie wieder entfernt.


Rosskastanie mit Bluten und Früchten ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Schönheit und Duft entgegennehmen

Die Pfingstrose hat Aussagekraft

Komm, heiliger Geist, und erfülle die Herzen deiner Gläubigen! Erneuere das Antlitz der Erde! – Wenn die Kirche so heute zum Himmel ruft, dann möge die Bitte nicht unerhört bleiben. Die Bibel berichtet von Feuerzungen, die auf die Apostel herabkamen, als sie von der Kraft aus der Höhe ergriffen wurden. Dieses Zeichen finden wir übrigens in einem Gewächs wieder, das aus einem frühsommerlichen Garten kaum wegzudenken ist. Die Pfingstrose (Paeonia) trägt nicht umsonst ihren Namen im Hinblick auf das heutige Fest. Schon im Mittelalter hat man der schmucken Blume eine Heilkraft zugesagt. Im so genannten „Macer floridus“ findet sich z. B. ein Kapitel über die Pfingstrose. Ein kurzes Zitat daraus: „Die Ärzte sagen, dass Paeonia, die Pfingstrose, erwärmende, trocknende Kraft und zwar jeweils im zweiten Grad besitzt. Mit Met genossen, unterstützt sie Milz, Leber und Nieren; und gibt man ihr stark gemahlene Mandeln bei, sorgt sie für geordneten Monatsfluss und hält den Durchfall fern.“ Gehen wir weiter zu den Illustrationen, die sich in der Neuzeit in herrlichen Traktaten wie dem Hortus Eystettensis (= Eichstätter Garten), der 1613 das erste Mal publiziert wurde, finden, so kommt man aus dem visuellen Staunen kaum heraus. Und diese Heilwirkung bezieht sich auf unsere Seele. Grundsätzlich muss gesagt werden, dass die Pfingstrosenarten nicht für den eigenen Heilgebrauch verwendet werden dürfen. Sie sind schlichtweg in all ihren Teilen giftig. Aber die augenscheinliche Schönheit und der herrliche Duft der Päonien sollte uns die Möglichkeit eröffnen, mit Achtsamkeit diese Dimension an einem freien Tag auszukosten. Wir werden doch tagtäglich genau mit dem Gegenteil zugepflastert und dürfen uns daher nicht wundern, wenn dies einen negativen Einfluss auf die Sicht unseres Lebens und den Wert hat. Kräuter und Blumen müssen nicht immer über den Verdauungstrakt oder über die Haut konsumiert werden. Ihr bloßes Sein ist schon wertvoll. Der Heilige Geist stehe allen bei!

Pfingstrosen erst im Herbst vermehren

Will man sich aus dem Garten von Freunden einen Pfingstrosenstock ins eigene grüne Paradies holen, so erfolgt dies am besten durch Stockteilung. In der Zeit von September bis Oktober zerteilt man die Wurzelstöcke so, dass sie oben noch drei kräftige Augen aufweisen. Am besten im Abstand von einem Meter dann wieder einsetzen und nicht mehr als mit einer Schicht von 5 cm Erde bedecken. Es kann durchaus drei Folgejahre dauern, bis die Stöcke das erste Mal blühen.


Pfingstrose ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Eine ungefährliche Droge

Hanfsamen für die Piepmätze

Damit es sich nicht gleich um ein Missverständnis handelt: der heutige Artikel dreht sich lediglich um den Nutzhanf (Cannabis sativa), der schlichtweg ungeeignet ist, um sich hallizunogener Substanzen zu bedienen und damit in den meisten Fällen strafbar zu machen. Somit kann der gesundheitliche Wert, der mit dem Hanf in Verbindung steht, leicht unter den Tisch fallen. Manche Ortschaften haben sich den Hanf jedoch zu ihrem Spezifikum auserkoren und sorgen selbst auf touristischer Ebene dafür, dass man gut über den Hanf spricht. Spontan fallen mir dabei das Dorf Reingers im Waldviertel und der Ort Hanfthal nahe Laa an der Thaya ein. Es geht übrigens viel Segen vom Hanf aus, weil er seit jeher auch dafür verwendet wurde, um mit den Fasern, die aus seinen Stängeln gewonnen werden können, sehr praktische Gegenstände und Materialien zu produzieren, die unseren Alltag begleiten. Stellvertretend sollen hier Seile, Verbandsstoffe und sogar Dämmschichten genannt werden. Vom Nutzhanf fällt ebenso ein Same ab, den wir nicht außer Acht lassen sollten. In vielfältiger Weise kann dieser in der Küche zum Einsatz kommen. Sein Wert steigt zudem, da er als glutenfreies Korn vielen Leidenden zur Seite steht. Über die zahlreichen Variationen der Speisen, die den Hanf als Bestandteil oder als Grundlage haben, gibt es wertvolle Publikationen in Buchform und im Internet. Die Tatsache, dass sich in den kleinen Körnern des Hanfes reichlich pflanzliche Fette, Eiweiß und Spurenelemente finden, wirkt sich nicht lediglich auf die menschliche Physis förderlich aus. Die Tiere, die in humaner Obhut stehen, sollten ebenso Teilhaber des Nutzens werden. Da und dort werden Stubenvögel im Haus oder den Sommer über in hoffentlich geräumigen Volieren gehalten. Bevor sich dort Nachwuchs einstellt, kann man die Reserven an Hanfsamen auffüllen.

Unterstützung des Brutgeschäfts

Hat man die Absicht, Stubenvögeln wie Wellensittich, Kanarienvogel und Co eine Brutgelegenheit zu installieren, damit man den Segen des befiederten Nachwuchses entgegennehmen kann, ist es ratsam, den Piepmätzen bewusst Hanfsamen zur Nahrung zu geben. Das unterstützt eine gute Konstitution der Eierstöcke der weiblichen Vögel und trägt somit dazu bei, dass der Bruttrieb samt der Ablage von Eiern klaglos vonstatten geht.


Hanfpflanze ⓒ wikimedia.commons





In Hinblick auf die Zukunft

Steinklee im Garten ansiedeln

Wenn Menschen auf die sogenannte schiefe Bahn geraten, dann ist das immer ein Grund, sich Sorgen zu machen. Egal, was die Ursache dafür ist, es gelingt oft nur schwer, aus eigenen Stücken die richtigen Schritte hin zu einer effektiven Hilfe zu setzen. Gottlob gibt es dann kompetente Einrichtungen und Spezialisten, die nüchterner und objektiver mit derlei Kummer und den damit Betroffenen umgehen können. Gut ist es auf jeden Fall, um solche Anlaufstellen zu wissen. Der Gelbe Steinklee (Melilotus officinalis) steht mit all dem Beschriebenen durchaus in einem gewissen Zusammenhang. Das „Problemfeld“ ist aber hierbei der Garten mit den einzelnen Schützlingen, die sich darin befinden. So machen sich sowohl der Herr als auch die Frau über die grüne Oase rund ums Haus viele Gedanken, die sehr wohl Runzeln auf der Stirn entstehen lassen können. Wie wird wohl der heurige Sommer werden? Welche Beschaffenheit weist der Boden auf? Wie kommt man Eindringlingen wie Wühlmäusen oder Schnecken zuvor, die manch lang gehegte Hoffnung sogar über Nacht zunichte machen können. Und oft ist man mit seinem Latein diesbezüglich am Ende. Oder doch nicht? Lassen wir also einen Spezialisten auf den Plan treten. In freier Natur ist z. B. der Gelbe Steinklee ein bereicherndes Element für seine Umgebung. Denn nach zwei Jahren, wenn seine Lebensphase zu Ende geht, hinterlässt der Schmetterlingsblütler mit seinen verrottenden Wurzeln ein wenig Humus, der zusätzlich mit Stickstoff angereichert ist. Darauf können sich andere Pflanzen wiederum ansiedeln und den Anteil an grünen Lebewesen vor Ort erhöhen. Und was der Mensch als angenehm empfindet, nämlich den Geruch, den der Steinklee aufgrund seines Cumaringehaltes verströmt, das stößt so manchem Nager unangenehm in der Nase auf.

Steinklee gezielt ansäen

In den warmen Monaten kann man bis August den Steinklee im Garten anbauen. Am besten tut man das auf Baumscheiben rund um neugesetzte Pflanzen ab der Größe kleiner Sträucher. Der Boden wird dadurch aufgelockert, indem der Steinklee mit seinen tiefgreifenden Wurzeln das Erdreich erobert. Wühlmäuse, Schnecken und andere Schädlinge meiden den Duft des Steinklees und somit auch dessen Umgebung, wo sich die Setzlinge befinden und besser heranwachsen können.


Gelber Steinklee ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Achtung vor der Größe Gottes

Mithilfe des Nussbaumes ansteuern

Eben komme ich vom Garten neben meinem Pfarrhof in Harth. Dort schaue ich regelmäßig nach dem Wuchs der jungen Bäume, die ich in den letzten Jahren pflanzen durfte. Gerade im Frühjahr verfolge ich gern das Austreiben der Blätter und die Vergrößerung der Kronen durch den Ansatz neuer Triebe. Der letzte zurückliegende Frost hat aber bei meinen zwei kleinen Walnussbäumen seinen Tribut gefordert. Nun ist es soweit, dass sie ihre Reserveknospen geöffnet haben, um mit dem Grünen des Laubes noch einmal von vorne zu beginnen. Ja, der Mensch kann nur einen geringen Teil dazu beitragen, dass Leben auf der Welt existiert. Die Witterung und das damit verbundene Wohl oder Wehe der Pflanzen und Tiere bleibt unserem Willen entzogen. Ist das nicht ein Verweis auf die jeweilig mächtigere Größe des Schöpfers? Die Gottesfurcht ist eine Gabe des Heiligen Geistes. Sie lenkt unseren Sinn auf die Gesetze der Natur, die durch ihren göttlichen Initiator dort verankert sind. Die abgefrorenen Blätter auf dem Nussbaum im Garten erinnern mich daran. Nussblätter haben generell einen gesundheitlichen Wert. Meine Walnussbäume verströmen nun schon ein wenig das charakteristische Aroma, wofür eben seine Blätter verantwortlich sind. Als positiver Nebeneffekt fällt dabei auf, dass die lästigen Mücken nicht unbedingt den Geruch dieses fruchtbringenden Freundes schätzen. In den Tagen vor der Sonnenwende, die sich bereits in diesem Monat vollziehen wird, sollte man auch daran denken, die grünen Nussblätter für den Rest des Jahres zu sammeln und zu trocknen. Immerhin gibt es eine breite Anwendungspalette, für die sie zur Verfügung stehen können. Im Heißaufguss zubereitet, gelten Nussblätter als entzündungshemmend, appetitanregend und blutreinigend.

Walnussblätter in Teeform

Bereitet man einen Tee aus grünen oder getrockneten Nussblättern (Juglans regia) zu – 2 TL für 1/4 l kochendes Wasser, 15 Minuten ziehen lassen, abseihen – so kann man diesen Aufguss mehrfach zum Einsatz kommen lassen. Für Diabetiker ist dieser Trank geeignet, ebenso für all jene, die unter einer vorübergehenden Gelbsucht leiden (höchstsens 3 Tassen pro Tag). Selbstverständlich sollte man aber diese begleitende Maßnahme mit dem Arzt seines Vertrauens absprechen. Bei Hals- und Mandelleiden wiederum dient der Walnussblättertee als probates Gurgelmittel.


Walnuss ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya