Das Aussehen verändern

Eine gesunde Packung fürs Gesicht

Humor ist vergleichbar mit einem Sonnenstrahl, der auf die Erde trifft, sobald das graue Gewölk aufreißt. So wünsche ich heute allen viel frohe und witzige Zeiten, bevor wir uns am Aschermittwoch wiederum auf uns selbst besinnen. Wo es angebracht ist, werden heute viele verkleidet erscheinen oder zumindest ein keckes Hütchen auf dem Kopf tragen. Zum richtigen Karneval gehören auf jeden Fall auch Masken, die das eigene Antlitz verdecken. Um die Haut im Gesicht zu reinigen, kann man ebenfalls für eine Zeit lang dieselbe überdecken und sich ein äußerst ungewohntes Aussehen verleihen. Es sind die Ingredienzien Sonnenblumenkerne, Bienenhonig, kaltgepresstes Olivenöl und dazu noch rohe Kartoffeln, die in Verbindung miteinander eine Wirkstoffkombination freisetzen, die dem Typus der Mischhaut pflegend entgegenkommen. Die im Anschluss beschriebene Packung fördert als erstes die Durchblutung der äußeren Gesichtsschicht. Gleichzeitig wirkt sie reinigend und glättend. Darüber hinaus schafft sie einen spürbaren Ausgleich zwischen den trockenen und den eher fettigen Partien der Haut. Gewiss darf ich gleich hinzufügen, dass man den pflegenden und stärkenden Effekt dieser Methode erst entgegennehmen wird können, wenn man sich einige Zeit hindurch täglich vor dem Schlafengehen dieser Prozedur unterzieht. Es ist ja ohnehin auch in der eher entbehrungsreichen und der inneren Einkehr gewidmeten Frist vor dem Osterfest möglich, im Sinne eines gesundheitsfördernden Selbstbewusstseins sein Gesicht einzupacken. In den Abendstunden ist die Gefahr, dass jemand unvermittelt an der Tür klingelt und beim Anblick des Packungsanwenders erschrickt, eher gering. Noch allen einen frohen Faschingsausklang!

Reinigende Auflage

Um die Mischhaut im Gesicht zu pflegen, kann man eine Packung auftragen. 35 g geschälte Sonnenblumenkerne werden zu einem Pulver verrieben. 2 rohe, geschälte Kartoffeln mittlerer Größe werden gerieben, ausgepresst und mit der gleichen Menge lauwarmen Wassers vermischt. In diese Flüssigkeit rührt man 15 g Honig, 10 g Olivenöl und das Sonnenblumenkern-Pulver ein und mischt alles gut durch. Das zuvor mit warmem Kamillentee gereinigte Gesicht wird nun mit der angerichteten Masse bis zum Hals bedeckt. 1/2 Stunde oben lassen und zum Abschluss mit lauwarmem Wasser behutsam abwaschen.


Sonnenblumenblüte ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Verdauung fördern

Mit dem Kümmel unterstützen

Solange der Fasching noch währt, ist es sicher en vogue, von dem zu sprechen, was gut mundet und dem Leben einen genüsslichen Touch verleiht. Immerhin soll man die Gaben Gottes schätzen und das eine oder andere auskosten. Der Appetit auf Essen und Trinken ist jedoch keine Selbstverständlichkeit. Im Echten Kümmel (Carum carvi) finden wir in dieser Hinsicht aber einen Verbündeten. Schon vor urdenklichen Zeiten haben die sesshaft gewordenen Menschen sich der Vorzüge des Doldenblütlers in Form seiner Samenkörner bedient. Durch sein kräftiges Aroma, das er u. a. den ätherischen Ölen verdankt, die sich als Wirkstoffe in dem Küchengewürz befinden, gibt er den Benutzern seit jeher genug Animation weiter, um sich seiner in kreativer Form zu bedienen. Und was wäre so manch knuspriger Braten, würde der Kümmel fehlen? Diese meine Feststellung besitzt gleichzeitig wie eine Münze zwei Seiten: die eine steht in Form des Genusses vor den geistigen Augen unserer Gaumen und die andere enthält durchaus Bedenken im Hinblick auf die Blut- und Leberwerte, die womöglich den diagnostizierenden Ärzten Runzeln auf die Stirn zaubern. Ich will jedoch an einem Tag wie heute nicht ins Moralisieren abdriften, sondern vielmehr auf eine Möglichkeit hinweisen, die nach der Fastenzeit oder nach einer überstandenen Krankheit sicherlich zum Tragen kommen darf. Will man nun in der an Garten- und Heckenfrüchten armen Zeit einen verdauungsfördernden Ansatz zurichten, so bleibt auf jeden Fall der Kümmel als das ganze Jahr über verwendbare Grundlage übrig.

Verdauungsanregender Ansatz

Von einem qualitätsvollen Kümmel nimmt man am besten 5 Esslöffel voll. Die Körner werden in einem Mörser leicht angestoßen bzw. zerdrückt, bevor man sie in eine leere Flasche füllt und darin mit 1 Liter guten Obstbrandes übergießt. Beides zusammen in einem mäßig warmen Raum 4 Wochen lang stehen lassen. Die während dieser Zeit verschlossene Flasche täglich einmal gründlich durchschütteln. Zum Abschluss den Schnaps filtrieren und noch einmal 2 bis 3 Monate im Keller lagern. Bei Verdauungsproblemen ganz kleine Mengen davon zu sich nehmen.


Echter Kümmel ⓒ wikimedia.commons





Wenn die Stimme scheppert

Eine Zwiebel ist schnell zur Hand

Jeder Tag ist prinzipiell ein Geschenk! Und er hat ebenso seine Überraschungen parat! Nun, des Morgens aufwachen und draußen vor dem Fenster frisch gefallenen Schnee zu sehen, dürfte wohl immer seltener zu erleben sein. Dennoch wird dies auch in diesem Frühling noch einmal der Fall sein. Was viel eher eintreffen kann, ist die Tatsache, dass sich buchstäblich über Nacht eine Erkältung oder ähnliches einschleicht. Die Zwiebel ist es, die wir als Hausmittel niemals außer Acht lassen sollten. Wie die anderen Lauchgewächse erweist sie ebenfalls dem Organismus sehr wertvolle Dienste. Sucht man nach heilenden und heilsamen Effekten der üblicherweise als Speisezutat verwendeten Schalenzwiebel, so kann man sehr bald fündig werden. Sie besitzt nämlich nicht nur verdauungsfördernde und blutreinigende Wirkkräfte, sondern erweist sich zudem als entgiftend, krampflösend und nervenstärkend. Wenn wir an die eben angesprochenen plötzlich auftretenden körperlichen Veränderungen denken, die man beim Erwachen diagnostizieren kann, so fällt womöglich die Heiserkeit darunter. Die brauchbare Stimme ist ja immerhin ein sehr wichtiges Instrument der Kommunikation. Aber sie ist eben auch anfällig und bleibt vor einer Beeinträchtigung nicht gefeit. Grund dafür ist womöglich ein Aufenthalt in zugigen Räumlichkeiten oder ein beständiger Wechsel zwischen trockenem und überheiztem Raumklima und feucht-kalten Gegebenheiten vor der Haustür. Gut ist es dann, wenn einem ein Hausmittel in den Sinn kommt, das schnell zur Hand ist und gleichzeitig auch die gewünschte Besserung herbeiführt. Vielleicht möchte der eine oder die andere noch bis Dienstag in der Bütt stehen, um andere zu unterhalten. Und da wäre eine klaglos funktionierende Stimme von Vorteil!

Zwiebeltee bei Heiserkeit

Ist man in der Frühe heiser, so nimmt man 1 ganze Zwiebel, schneidet sie klein und überbrüht sie mit 1/4 Liter heißem Wasser. 15 Minuten ziehen lassen, dann abseihen und langsam trinken. Eine Besserung stellt sich für gewöhnlich bald danach ein. Einige Tage hindurch fortsetzen, um wiederum ganz bei Stimme zu sein.


Zwiebel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ins eigene Gesicht schauen

Mit Schafgarbe nacharbeiten

Im Frühling ist man für jede Veränderung draußen in der Natur sensibler als sonst. Immerhin gibt es fast jeden Tag etwas Neues zu entdecken, das etwa als Pflanze frisch aus dem Boden lugt oder das als Zugvogel eben nach geglückter Landung die charakteristische Stimme erhebt. So ist dieser Jahresabschnitt für mich eine Zeit der Hoffnung und des Neubeginns. Die Schafgarbe (Achillea millefolium) wird wahrscheinlich noch eine Weile auf sich warten lassen, bevor wir sie in voller Pracht und Entfaltung auf den Wiesen entdecken können. Von alters her ist sie vor allem als Heilkraut bei Frauenleiden bekannt. Dieser Korbblütler besitzt jedoch eine viel größere Bandbreite an unterstützenden Wirkungen, als wir uns das im Allgemeinen vorstellen. Meiner Meinung nach zeigt er dies auch durch die feingliedrige Gestalt seiner Blätter durchaus an. Ein einzelnes Blatt setzt sich aus vielen Verästelungen zusammen und kann mit dem Auge samt unserer Phantasie in viele Fächer unterteilt werden. Selbst im Bereich der Kosmetik können wir diesem liebwerten Geschöpf etwas abgewinnen. Was im Frühling eher nicht für Überraschungen sorgt, ist die Beschaffenheit der Gesichtshaut, die wir uns wohl oder übel allmorgendlich durch den vorhandenen Spiegel ins Blickfeld rücken. Im Hinblick auf die Sommerszeit und auf das Aufarbeiten des Winters darf es jedoch durchaus angebracht sein, die Haut im Gesicht zu pflegen und zu festigen. Die in der Schafgarbe enthaltenen ätherischen Öle, ihre Gerb- und Bitterstoffe und dergleichen mehr helfen mit, die Struktur der Gesichtshaut wohltuend und aufbauend zu behandeln. Es geht hierbei aber nicht in erster Linie darum, eine womöglich verloren gegangene Jugend auf magische Weise wiederzuerlangen. Die Gesundheit und die Strapazierfähigkeit der Gesichtsoberfläche sind das angestrebte Ziel.

Schafgarbentee für außen

Von einem Gemisch aus getrockneten Blüten und Blättern der Schafgarbe nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. Noch 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Danach abseihen und auf eine angenehme Temperatur abkühlen lassen. Gleich in der Frühe kann man nach der Morgentoilette im Bad zum Abschluss das Gesicht damit abwaschen. Am besten lässt man den Tee dann von allein abtrocknen, ohne ein Handtuch zu Hilfe zu nehmen. Das trägt besonders zur Stärkung der Haut im Frühling bei.


Schafgarbe mit Wurzel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Den Winter sterben lassen

Mit dem Apfel das Leben festigen

Es ist alljährlich ein Schauspiel, das sich in der freien Natur vollzieht. Man kann den Wechsel zwischen dem Winter und dem Frühling durchaus mit einem Ringen vergleichen, bei dem einmal eine Zeitlang der eine die Oberhand behält, um dann wiederum dem anderen das Feld zu räumen. Der Kälte und dem Frost bleibt jedoch nur mehr eine absehbare Frist ihrer Existenz. Der Apfel ist es, der womöglich aus dem eigenen Garten im Herbst geerntet und in dafür geeigneten Räumen gelagert seine Frische bis jetzt behielt. Immerhin sind auch Obstbauern dafür dankbar, ihre gute Ware gerade zu dieser Zeit noch im Handel anbieten zu können. Der Genuss des frischen Obstes versorgt uns mit Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Darüber hinaus bringt jeder beherzte Biss in die runde Frucht ein wenig Flüssigkeit mit sich, die der Körper gerade in den beheizten Innenräumen während der Winterzeit nötig braucht. Wenn nun bald die Fastenzeit anbricht, so verweise ich ebenso gerne auf den Apfel als Alternative zu so manch verlockender Süßigkeit oder einem Stück Schokolade, die der Heißhunger zwischendurch vielleicht plausibler erscheinen lässt. Jetzt aber gilt es, dem Winter den Kehraus zu bereiten. Man sollte aber nicht meinen, dass der Frühling womöglich weniger Herausforderungen an unsere Physis stellt. So bilden regelmäßig verzehrte Äpfel eine gute Brücke zu neuen Zeiten. Wir alle wissen doch, dass es vernünftiger ist, vorbeugende Maßnahmen zu treffen, als dann einen in die Krise gekommenen Leib wieder auf gesunde Schienen zu bringen. Und gerade das vorhandene Obst macht es uns leicht, quasi im Vorübergehen einen bewussten Schritt in eine gute Zukunft zu setzen. Im Hinblick auf den sterbenden Winter bin ich versucht, ein neues Motto auszugeben: Beiß zum Abschied in den Apfel und sag dann erst leise: Servus!

Äpfel im März

Diesmal möchte ich anraten, pro Tag 2 Äpfel zu verzehren. Das kann man den ganzen vor uns liegenden März hindurch machen. Wer dies konsequent durchführt, trägt ganz konkret etwas zur Vorbeugung von Arteriosklerose bei. Die Obstschale sollte deswegen gerade auch in der beginnenden Frühlingszeit niemals leer werden.


Apfel am Zweig und aufgeschnittener Apfel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Den Zähnen zuliebe

Salbei kräftigt deren Umfeld

Um sein Leben zu strukturieren und gleichzeitig damit sein Selbstwertgefühl zu festigen, greift der Mensch auf Rituale zurück, die er sich zwar je individuell zurechtlegt, wo es jedoch bei seinen Zeitgenossen durchaus vergleichbare und oft auch deckungsgleiche Verhaltensweisen gibt. Das betrifft vor allem die für den Körper notwendige Hygiene. Die Umwelt merkt sofort, wenn dabei etwas aus den Schienen zu gleiten scheint. Mit dem Echten Salbei (Salvia officinalis) könnten wir in dieser Hinsicht gleich mehrere Themen anschneiden. Dieser Lippenblütler enthält nämlich in seinen Blättern einen beträchtlichen Anteil an ätherischen Ölen, Bitter- und Gerbstoffe sowie auch eine Reihe an pflanzlichen Säuren. Wenn nun schon von der Hygiene die Rede war, so denken wir vielleicht an die Transpiration unserer Körperoberfläche. Der Organismus ist mit vielen wunderbaren Eigenschaften und Vollzügen ausgestattet. Dazu gehört nun eben auch die „Klimaanlage“ für den Leib, die durch die unzähligen Schweißdrüsen als gleichsam integrativer Bestandteil der Grundausstattung eines jeden menschlichen Körpers zählt und zur Verfügung gestellt wird. Damit verbunden ist jedoch genauso ein regelmäßiges Waschen, damit keine unangenehme Geruchsentwicklung stattfindet. Salbei stärkt die Haut und hilft, die Schweißtätigkeit zu minimieren. Im Mund hat man sicher mit dem Schwitzen weniger Probleme. Dort ist es vor allem wichtig, die Zähne und das Zahnfleisch in Schuss zu halten. Auch hier kennen wir das regelmäßige Ritual des Zähneputzens. Schon von klein auf wird uns dieser tägliche Vollzug auf unseren Lebensweg mitgegeben. Es gibt übrigens eine Möglichkeit, in diese pflegende Tätigkeit ebenfalls den Salbei einzuschleusen, dem Mund zuliebe.

Salbeipulver auftragen

Um die Zähne und das Zahnfleisch auf natürliche Weise zu stärken, empfiehlt es sich, in regelmäßigen Abständen pulverisierte getrocknete Salbeiblätter zum Putzen zu verwenden. Dazu nimmt man die angefeuchtete Zahnbürste, dreht sie mehrmals im Salbeipulver und putzt damit die Zähne. So kommen die wertvollen Inhalte des Salbeis direkt an ihre Adresse im Mund, um dort Stärkung, Reinigung und Festigung bereitzustellen.


Salbei mit Blüten und Knospen ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Der Wettlauf beginnt

Die Weidenkätzchen hab ich schon entdeckt

Medial wird je neu sehr breit darüber berichtet, wenn sich ein Staat als Austragungsort einer sportlichen Olympiade bewirbt. Über Jahre hinaus wird bereits festgelegt, welch ein Land dann an der Reihe ist. In der Natur gibt es ein derartiges Ranking nicht. Denn wenn in den klimatisch gemäßigten Breiten der Winter vorbei ist, dann geht ein Gewächs nach dem anderen an den Start, ohne lang zu fragen. So überrascht es vielleicht, dass sich in geschützten Winkeln bereits an den Weiden (Salix) ihre männlichen Blüten in Position bringen. Die zwischendurch milden Temperaturen kurbeln deren Wachstum auf den Frühjahrskündern wie Haselnuss oder Weide an. Kaum jemand ahnt jedoch, dass diese auf den Zweigen sitzenden Plüschgebilde für die Naturheilkunde genützt werden können. Denn die Kätzchen der verschiedenen Weidenarten sind nicht lediglich Zierde. Sie bergen in sich auch einen gesundheitsfördernden Wert. Von den Weidenästen wird vorzüglich die Rinde geerntet und als Tee angesetzt bzw. aufgegossen. In den einzelnen Wuchsteilen der Weide wird nämlich der Wirkstoff Salicin gespeichert, der vom menschlichen Organismus in die entzündungsmindernde Salicylsäure umgewandelt wird. Aus diesem Grund kann man ebenfalls darangehen, einige Weidenkätzchen aus dem eigenen Garten in aufgebrochenem, aber noch nicht aufgeblühtem Stadium abzuernten und entweder frisch oder getrocknet zu verwenden. Im Hinblick auf eine Festigung der Nerven sowie die Unterstützung einer erholsamen Nachtruhe könnte dies durchaus förderlich sein.

Unterstützung der Nerven

Brechen die Kätzchen auf den Zweigen der Salweide oder anderer verwandter Arten aus ihren braunen Knospenschalen hervor, so ist es die rechte Zeit, um sie zu pflücken. Aber bitte beachten: Weidenkätzchen stellen die erste Nahrungsquelle für die Bienen dar und stehen wildwachsend unter Naturschutz! Man pflücke daher das für seine Gesundheit benötigte Sammelgut nur aus dem eigenen Garten. Für gewöhnlich trocknet man die Kätzchen dann in der Nähe eines Heizkörpers, um sie auch für später zur Verfügung zu haben. Um einen Tee daraus zu bereiten, nimmt man 1 Esslöffel voll und übergießt dies mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Vor dem Schlafengehen den Tee mit Honig gesüßt trinken. Das unterstützt das Nervenkorsett und fördert einen wohltuenden Schlaf.


Weide ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Sich in Blüten betten

Von der Linde profitieren

Welche Kräuterdrogen fallen Ihnen spontan ein, wenn ich Sie unversehens danach frage? Die Antworten wären dann sicher sehr oft Kamille, Salbei, Melisse und Thymian. Löwenzahn und Brennnessel würden ebenso genannt wie auch Lavendel, Ringelblume und Spitzwegerich. Und ich meine, es könnten auch Pflanzenteile erwähnt werden, die man von Bäumen erntet. Da wiederum stünden die Lindenblüten an vorderster Stelle, und nicht ganz zu Unrecht. Denn wenn nicht nur freilebende Wildvögel dieses Jahr eine Bedrohung durch einen Grippevirus fürchten müssen, sondern auch wir Menschen uns tatsächlich aufgrund eines derartigen Infektes wohl oder übel für längere Zeit ins Bett begeben, so haben da und dort die Lindenblüten trotz winterlicher Zeiten ihre Saison. Wenn es dann gilt, unter der Decke fest zu Schwitzen, kann ein Aufguss aus den wohlduftenden sommerlichen Gaben das Seine dazu tun, um im Auskurieren der nicht zu unterschätzenden Krankheit wiederum einen Schritt weiter zu kommen. Die Bienen fliegen wie wild auf einen blühenden Lindenbaum, um sich für ihren Stock Nahrung und Reserven zu besorgen. Das kann in einem derartigen Übermaß passieren, dass der Honig ganz eindeutig von der eingetragenen Tracht der Baumriesen dominiert wird, weder zum Nachteil der Immen, der Imker oder der Verkoster des ausgezeichneten Honigs. Eine Komponente kommt durch die Lindenblüten aber noch zum Tragen, die wir im Hinblick auf unsere gesamte Verfassung nicht außer Acht lassen sollten. Diese Wirkung bezieht sich auf die Nerven, die zwar eher selten – was Gott verhüten möge – unter einer Entzündung leiden, aber ansonsten vielen Strapazen ausgesetzt sind, die oft abrupt eintreten können. Wer dann Lindenblüten auf Lager hat, kann gleich auf sie zurückgreifen.

Baden mit Blütenzusatz

Von getrockneten Lindenblüten benötigt man vorerst 250 g. Diese werden mit 3 Liter kochendem Wasser übergossen. 2 Stunden lang zugedeckt ziehen lassen und dann erst abseihen. Den fertigen Zusatz in die bereits gefüllte Badewanne gießen und 20 Minuten darin baden. Diese Anwendung kommt vor allem nervösen Leuten zugute, da sie die verlorengegangene Ruhe wiederherstellen kann. Nach einem schockierenden Ereignis ist es ebenfalls ratsam, sich ein derartiges Bad zu gönnen.


Lindenblüten ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Klugheit beim Würzen

Das Bohnenkraut mindert Blähungen

Die allegorische Figur der Prudentia (= Tugend der Klugheit) findet sich sehr oft im barocken Erscheinungsbild unserer alten Schlösser und Klöster. Entweder entdeckt man sie in einer Freskenkomposition, auf einer Stuckdecke oder gar als kunstvoll geschnitzte Figur altehrwürdiger Räume. Wer weiß, warum sich unsere Altvorderen dieses Leitbild immer wieder vor Augen gestellt haben? Wir benötigen die Klugheit ja heute noch genauso dringend. Das Garten- oder Sommer-Bohnenkraut (Satureja hortensis) hat übrigens auch etwas damit zu tun. Mit dieser Pflanze begegnen wir wieder einmal einer Art aus der Familie der Lippenblütler. Bei diesem Bohnenkraut handelt es sich um eine einjährige krautige Pflanze, deren Wuchs sehr verzweigt ist. Die eher kleinen Blüten sind rosa gefärbt und wachsen auf einer so genannten Scheinähre. Die Blütezeit beginnt im Hochsommer und kann bis in den Oktober hinein andauern. Ursprünglich dürfte diese Heilpflanze in den Landstrichen Kleinasiens wild vorgekommen sein. Seit jeher hat man jenes Kraut ob seines würzigen Geschmackes als bereichernde Zutat für Speisen jeglicher Art verwendet. Auch hierin besteht gottlob diese Tradition bis heute. Und es ist ja aufgrund seiner verdauungsfördernden und entzündungshemmenden Inhalte durchaus folgerichtig, auf die Präsenz des Bohnenkrautes in der Küche und dann auch auf dem Teller nicht zu verzichten. Bei manchen vegetarischen Gerichten jedoch hat man von vornherein Zweifel, ob man genüsslich zugreifen soll oder nicht. Auslöser für diese Bedenken sind keineswegs die Künste des Kochs oder der Köchin. Nur allzu gut weiß man hingegen um die blähende Wirkung Bescheid, die mit Kraut und Hülsenfrüchten in unseren Bauch mitgeliefert werden. Daher darf man ruhig die Klugheit zum Tragen kommen lassen, wenn man auf derlei Köstlichkeiten nicht verzichten möchte.

Bohnenkraut als Zugabe

Die Zweigspitzen des blühenden Bohnenkrautes können sowohl frisch als auch getrocknet als Gewürz verwendet werden. Einerseits bessern sie den Geschmack auf, andererseits hilft diese Ergänzung mit, um beim Genuss von Hülsenfrüchten jeglicher Art, von Rot- und Weißkohl den als lästig empfundenen und auch manchmal schmerzhaften Blähungen vorzubeugen. Wichtig ist dabei generell, beim Essen Zeit zu haben, um alles dementsprechend gut durchkauen zu können.


Bohnenkraut ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein Tropfen nach dem andern

Der Wacholder besitzt hilfreiche Kräfte

Die Frage nach dem, was einem im Leben weiterhelfen kann, wird häufiger gestellt als man dies für gewöhnlich annimmt. Und mit der Zeit kommt man drauf, dass Geld allein nicht genügt, um wirklich glücklich zu werden. Immer mehr Leute entdecken, dass es ganz gut ist, sich mit den Pflanzen eingehender auseinanderzusetzen, um im wahrsten Sinne des Wortes auf einen grünen Zweig zu gelangen. Im heutigen Falle ist dies der Wacholder (Juniperus communis). Sein spitznadeliges Kostüm, das er jahrein und jahraus trägt, ist ein ganz konkreter Schutz gegen Verbiss durch das Wild. Gleichzeitig bietet ein Wacholderstrauch auch sehr vielen Kleinvögeln Zuflucht und Nahrung. Die Beeren mit ihrem blauschwarzen Schimmer sind den meisten Kräuterfreunden als Gewürz bekannt. Doch darüber hinaus bergen die Zweigspitzen mitsamt ihren wehrhaften Nadeln etwas Wertvolles in sich. Aber wie kommt man an sie heran, ohne sich eine verletzte Haut und damit verbundene Schmerzen zuzuziehen? Wer eins und eins zusammenzählen kann, wird sehr leicht ergründen, dass es einer besonderen Aufbereitung bedarf, um die Schätze des Wacholders auch wirklich heben zu können. Von meinem Vorgänger gibt es ein spezielles Rezept, das den Wacholder nicht nur mit seinen Beeren, sondern eben genauso mit seinen Zweigspitzen als Grundlage für einen alkoholischen Auszug zum Inhalt hat. Hinzu kommen noch die wertvollen Samen der Mariendistel, das bittere Tausendguldenkraut und ein wenig Fenchel. Der Wacholder birgt in sich übrigens Wirkstoffe in Form der Terpene des ätherischen Öls, darüber hinaus den Bitterstoff Juniperin und Anteile an Gerbstoff, Harz, Kalk und Zucker. In konzentrierter Form sind diese Substanzen eben in dem alkoholischen Auszug enthalten, von dem eine kleine Menge genügt, um ihn gezielt sowohl innerlich als auch äußerlich zu verwenden. Wenn der Magen zu einer vorübergehenden Baustelle wird, kann dies genauso der Fall sein wie auch bei Gicht und Arthrose.

Wacholder-Tropfen als Hausmittel

Von den gebrauchsfertigen Wacholdertropfen nimmt man am besten 10 Tropfen, die mit 2 Esslöffeln lauwarmem Wasser gestreckt werden, ein, wenn man z. B. unter einem Völlegefühl oder Erbrechen leidet. Auch bei Magenschmerzen kann dies Abhilfe schaffen. Bei Gelenksschmerzen, Rheuma, Polyarthritis oder einem Hexenschuss kann es sinnvoll sein, eine Zeitlang vor jeder Mahlzeit 15 Tropfen, die zuvor in 3 Esslöffel voll lauwarmem Wasser eingerührt werden, zu schlucken. Die Wacholder-Tropfen können direkt im Kräuterpfarrer-Zentrum in Karlstein bezogen werden. Mündliche und schriftliche Beratung gibt’s obendrein (Tel. 02844/7070 – DW 11 od. 31 bzw. E-Mail: beratung@kraeuterpfarrer.at).


Wacholder ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya