Ein Teig zum Heilen

Den Buchweizen auflegen

Das Wissen um notwendige Schritte für die so genannte Erste Hilfe in Unglücks- oder Notfällen ist, wie man vielen Schlagzeilen entnehmen kann, eminent wichtig und sehr oft lebensrettend. Schön, dass es da viele beherzte Menschen gibt, die spontan im wahrsten Sinne des Wortes einspringen, um das Mögliche zu tun. Heute hingegen möchte ich mit einem anderen Begriff laborieren, den ich als „zweite Hilfe“ ausformulieren möchte. Für dessen Beschreibung soll mir der Buchweizen (Fagopyrum esculentum) zur Seite stehen. Dieses Alternativkorn ist vielen ohnehin bekannt. Und nicht wenige benutzen es, um z. B. eine so genannte Gluten-Unverträglichkeit zu umgehen. Der Buchweizen hat mit seinen Inhaltsstoffen eine gute Wirkung auf die Blutgefäße, die den ganzen Körper durchziehen. Das zu den Knöterichgewächsen zählende Kraut liefert mit seinen Samenkörnern, die an Bucheckern erinnern (daher die Namensbezeichnung) zusätzlich noch eine Möglichkeit, die äußerlich zum Tragen kommt. An der Haut entstehen aus verschiedenen Gründen manchmal Entzündungen, die sich in lokalen Herden manifestieren, die wir in der Regel Geschwüre nennen. Hierbei handelt es sich zeitlich betrachtet um längere Prozesse, die generell einer behutsamen Behandlung bedürfen. Ein einmal verhärtetes Geschwülst sollte mithilfe des Buchweizens aufgeweicht werden, damit sich in der Folge ein Öffnen der eiterigen Stelle ergibt, das einen schnelleren Heilungsprozess ermöglicht. Es wäre sicher nicht angebracht, dabei mit wie auch immer gearteten technischen Hilfsmitteln vorzugehen, die eine unschöne Narbe hinterlassen und womöglich die Entzündung durch eindringende Keime noch verschlimmern würden. Im Erfahrungsschatz der Hausmittel hat so gesehen der Buchweizen in diesen Fällen eindeutig den Vorrang.

Auflage bei Geschwüren

Die Zutaten hierfür sind ganz einfach: mit einer genügenden Menge an Buchweizen-Mehl und etwas lauwarmem Wasser rührt man einen Teig an, den man auf die entzündete und verhärtete Stelle der Haut auflegt, um ein Geschwür an der Außenseite zu erweichen und so ein Aufbrechen des Eiterherdes zu ermöglichen. Die selbst gemachte Auflage sollte man mit einem Tuch umwickeln und alle 5 Stunden erneuern.


Buchweizen ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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