An die Nieren gehen

Die Hauhechel als Mitbringsel

Es gibt Menschen, die dem Geschehen auf unserer Welt ganz kühl und abgeklärt gegenüberstehen. Sie werden anscheinend total von ihrer Ratio gesteuert und wahren immer mehr Distanz als nötig zu den Vorgängen, die für Schlagzeilen sorgen. Aber ich denke doch, dass auch sie Emotionen in sich tragen. Um die so genannte Psyche in uns zu beschreiben, bedienen wir uns so mancher Organe, die im direkten Zusammenhang seelischer Regungen stehen. Herz, Magen, Leber und Nieren kommen daher in den diesbezüglichen Redewendungen vor. Mit der Dornigen Hauhechel (Ononis spinosa) ist uns durch die gottgeschenkte Schöpfung ein pflanzliches Lebewesen anvertraut worden, das uns zunächst auch als ziemlich unnahbar erscheint. Wie ihr Name bereits verrät, ist es nicht sehr klug, mit bloßen Händen in haptischer Vorgehensweise an sie heranzugehen, denn das würde aufgrund ihrer Sprossdornen sehr schmerzvoll enden. Sie weiß sich dadurch gegenüber potentiellen Fressfeinden wie etwa den verschiedenen Weidetieren zur Wehr zu setzen. Ihre heilenden Kräfte, die sie anscheinend auch damit abschirmt und für uns Menschen aufbewahrt, sind vor allem für unseren Harn- und Blasenbereich von guter Wirkung. Das haben selbst schon antike Mediziner wie z. B. der römische Feldarzt Galen als praktischen Wissensschatz an Leidende weitergegeben. Wenn wir also heute über die Verbindung seelischer Vorgänge mit den innenliegenden Organen sinnieren, so dürfen wir dabei die Nieren nicht außer Acht lassen. Denn so manches schlägt sich ebenfalls an diesen harnproduzierenden Drüsen nieder, das unser Wohlbefinden im Falle einer Beeinträchtigung derselben massiv zu mindern imstande ist. Daher sollten wir mit Bedacht bildlich gesprochen ein paar Streicheleinheiten für die Nieren parat haben. Die Vitalität unserer so gestärkten Physis ist für die Psyche erneut ein Anlass, wieder froher in die Zukunft zu blicken.

Hauhechel-Ansatz mit Wein

Solange die Dornige Hauhechel in der Blüte steht – das kann bis in den frühen Herbst der Fall sein – kann man frische Zweigspitzen abschneiden, um diese in Wein anzusetzen. Nach 8 Tagen wird der so entstandene Hauhechel-Wein abgeseiht. Danach kühl und dunkel lagern. Nimmt man täglich 1 bis 2 Esslöffel davon ein, stimuliert man damit die Tätigkeit der Nieren und hilft mit, dort entstandene kristalline Ansammlungen in Form von Sand oder Gries leichter abzuführen.


Hauhechel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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