Wenn der Schuh drückt

Der Efeu erweicht die Haut

Gute Aussichten sind auf jeden Fall erstrebenswert. Darüber wird sich wohl ganz leicht ein Konsens selbst zwischen Zeitgenossen unterschiedlichster Meinungen finden lassen. Wie man jedoch dazu kommt, ist eine andere Frage. Um einen größeren Horizont zu erspähen, sollte man einen höheren Aussichtspunkt ansteuern, von dem man einen guten Rundumblick genießen kann. Eine Pflanze setzt das allein schon von ihrem Wachstumsverhalten in die Realität um. Es ist dem Efeu (Hedera helix) nun einmal eigen, mit seinen Ranken eine oft senkrecht aufragende Fläche oder einen Baumstamm gleichsam spielend zu erobern. Bei historischen Mauern hat man dann das Problem, diesen grünen Akrobaten wieder loszuwerden. In der Naturheilkunde kennt man dieses Problem nicht. Es gibt genug pharmazeutische Produkte, wo der Efeu für ein Abheilen der Atemwege aufbereitet wird. In den Apotheken erhält man ohnehin die kompetente Information dazu. Verwendet man jedoch die Blätter des Efeus in Eigenregie, sollen diese nur zu äußerlichen Anwendungen herangezogen werden. Jetzt im Sommer, wo nicht nur die Hüllen der Kleider bescheidener ausfallen als zu raueren Perioden, ist auch das Schuhwerk dementsprechend luftiger und leichter, sofern man sich in der Freizeit befindet. Schenkt man dadurch den Füßen mehr Beachtung, so kann man gleichzeitig darangehen, für deren Wohl ganz konkret etwas zu unternehmen. Ein lästiges Leiden, das sich aufgrund von Druckstellen einstellen kann, sind die so genannten Hühneraugen. Gewiss gibt es hier ebenso im drogistischen Fachhandel Hilfen, die diese Erscheinungen wiederum zum Abklingen bringen. Um die harte Haut der Hühneraugen jedoch aufzuweichen, darf man ruhig auch zum Efeu greifen. Ein Fußbad ist dann auf jeden Fall angesagt, das einen wiederum ein paar Schritte auf dem Weg zu einem gepflegten und erleichterten Fuß weiterbringt.

Efeu-Fußbad bei Hühneraugen

Efeublätter kann man jederzeit frisch ernten und verwenden. Für unser Unterfangen, Hühneraugen zu erweichen, nimmt man von den Blättern eine Menge von 75 g, um diese in 1 Liter kaltem Wasser anzusetzen und auf den Herd zu stellen. Auf Sparflamme 2 ½ Stunden lang köcheln lassen, von der Platte nehmen und hernach abseihen. Danach ziemlich warm die Füße ca. 20 Minuten baden, indem man die Abkochung als Zusatz verwendet. Das stärkt die ganze Fußzone und erweicht die Hornhaut rund um unangenehme Druckstellen.


Efeu ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein Kraut für werdende Mütter

Die Haut profitiert von Brombeerblättern

Die Zukunft zu ermöglichen, heißt mit anderen Worten ausgedrückt, ein bewusstes Ja zum Leben zu formulieren. An jedem Sonntag denken wir daran, weil er der Tag ist, der dem Ruhen Gottes nach dem Schöpfungsakt des Allmächtigen gewidmet ist. Dabei betrachtete der Schöpfer seine vielfältige Kreation und sagte ihr zu, dass sie gut sei. Zumindest lesen wir das im Buch Genesis. Genau das setzen Eltern fort, wenn sie das Heranwachsen eines Kindes ermöglichen. Schon im Mutterleib braucht ein neuer Mensch diese Bejahung. Zur Schöpfung zählen aber auch die Brombeeren, die als Gartengewächse durchaus ebenfalls als gut angesehen werden, wenn sie die ersehnten dunklen Beeren abwerfen und somit für das gesunde Naschen zur Verfügung stehen. Sie bergen aber in ihren Blättern des weiteren Inhaltsstoffe, die sich für unsere Physis als sehr hilfreich und wohltuend herausstellen können. Immer wieder plädiere ich bei meinen Vorträgen landauf und landab, dass man von den Beerenstauden nicht nur die Früchte schätzen möge, sondern ebenfalls den heilenden Wert der Blätter dieser Gewächse beachten und nutzen sollte. Einen vielseitig einsetzbaren Effekt bringt der Anteil an Gerbstoff mit sich, der sich bei einer Aufbereitung der grünen Pflanzenteile verschiedenster Beerenarten konkret verwenden lässt. Im Hinblick auf die bevorstehende Geburt eines kleinen Babys sollte man auch an die Haut denken, die ja gerade durch die Schwangerschaft rund um den Mutterschoß einer großen Herausforderung gegenübersteht. Genau dieser Bereich ist es, an dem man die Wirkung der Brombeerblätter ganz gezielt landen lassen darf, sofern dies mit den anderen begleitenden medizinischen Maßnahmen in Einklang zu bringen ist. Allen werdenden Müttern wünsche ich auf diesem Weg Gottes Segen! In gleichem Atemzug sei ihnen auch ein kräftiges Dankeschön übermittelt, weil sie zur Zukunft eines Menschen bedingungslos Ja sagen! Danke!

Bad mit Brombeerblättern und Honig

150 g von getrockneten und zerkleinerten Brombeerblättern werden in 2 Liter bereits kochendes Wasser gegeben. Kurz aufwallen lassen und danach 1/2 Stunde zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen. Anschließend 8 volle Esslöffel von gutem Bienenhonig darunterrühren und beides zusammen der gefüllten Badewanne zusetzen. 15 Minuten darin baden. Das strafft zwar die Haut, lässt aber die Geschmeidigkeit der Muskel und Bänder unberührt. Diese Anwendung kann werdenden Müttern geraten werden, weil sie zur Auflockerung der Weichteile vor dem Entbinden beiträgt. Das stärkt zudem das Selbstvertrauen. Mit dem begleitenden Arzt jedoch vorher Rücksprache halten.


Brombeere ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein duftendes Kraut

Der Dost festigt die Haut

Ist das Tagewerk einmal vollbracht, hat man eventuell gerade in den Zeiten, wo andere ihren Urlaub genießen, ebenfalls Lust, einen gemütlichen Abend zu verleben. Vielleicht gönnt man sich im Zuge dessen eine Pizza, die im Kreis von lieben Freunden womöglich doppelt so gut schmeckt als sonst. Oft wird dieses italienische Gericht gerne mit einem Kraut verfeinert, dessen Inhaltsstoffe einen kleinen Beitrag für unsere Gesundheit liefern können. Um an dieses zu gelangen, müssen wir nicht weit reisen. Selbst in unseren Breiten kann man es immer wieder entdecken. Es ist der Echte Dost (Origanum vulgare) und heißt unter anderem auch Wilder Majoran. Er zählt zur Pflanzenfamilie der Lippenblütler und kann bis zu 70 cm hoch werden. Seine Blütezeit verläuft von Juni bis September. Wer den Dost einmal entdeckt hat, sollte unbedingt ein Blättchen abzupfen und das herrliche Aroma über die Nase in sich aufnehmen. Dieses Heilgewürz duftet nicht nur gut, sondern regt auch den Stoffwechsel an und hilft, den Körper zu entwässern. Zudem senkt sich durch den Dost der Cholesterinspiegel. Wer den Wilden Majoran zu seinem Freund macht, der unterstützt ebenfalls seine innere Konstitution. Damit aber noch nicht genug: auch das Äußere kann unter anderem einen Gewinn von der Verwendung des Dostes ziehen. In Sommerzeiten benötigen wir ab und zu zwischendurch eine Erfrischung. Dazu müssen wir jedoch nicht gleich den ganzen Körper unter die Dusche stellen, um ihn mit kühlen Wasserstrahlen auf eine annehmbare Temperatur zu bringen. Das Gesicht und die Hände sind oft die neuralgischen Zonen, die dem gesamten Organismus eine angenehme Behandlung weitergeben und vermitteln können. Und mithilfe des Gewürzkrautes, das normalerweise auf einer Pizza landet, geht das relativ einfach.

Tee zum Waschen

Aus getrocknetem und zerkleinertem blühenden Kraut des Dosts stellt man einen Absud her, der dem eines herkömmlichen Tees gleichkommt. Das geschieht im Heißaufguss, indem man 2 Teelöffel der Droge mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießt und 15 Minuten zugedeckt ziehen lässt. Erst dann abseihen und abkühlen lassen. Damit kann man sich während des Tages das Gesicht und die Hände waschen. Das hat nicht nur einen hautreinigenden Effekt, sondern dies wirkt erfrischend und als Nebeneffekt bleibt an einem auch das gute Aroma des Dostkrautes haften.


Dost oder Oregano ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Hoffnung ankurbeln

Dem Rosmarin den Vortritt lassen

Viele von uns haben wahrscheinlich den Wunsch, die gesamte Welt ein Stück weit zum Besseren verändern zu wollen. Wie schwer dies jedoch in die Tat bzw. in die Wirklichkeit umzuwandeln ist, zeigen uns allein schon die vielen Gipfeltreffen und Konferenzen, an denen oft sehr mächtige Politiker und Wissenschaftler beteiligt sind. Die Ergebnisse sind dann nicht selten mager oder zumindest sehr kurzlebig. In einem Gebet heißt es daher ganz bescheiden: „Jesus, erneuere deine Kirche und fange bei mir an!“ – In den Größenordnungen des eigenen Leibes und der damit verwobenen Seele darf der Rosmarin (Rosmarinus officinalis) ein wenig mithelfen, in der Sorge um die ganze Welt bei sich selbst zu beginnen. Es kann nämlich leicht passieren, dass wir zwar den Wunsch nach einer Veränderung der Umwelt hegen, dabei aber den mit uns Lebenden das Joch aufbürden, unser eventuell am Boden liegendes Gemüt mitsamt unserem damit verbundenen Charakter in voller Last zu tragen. Der Rosmarin ist erfüllt von einem Aroma, das seinen Duft bereits weitergibt, sobald man nur ein wenig an ihn anstreift. Als Gewürzkraut ist er in der Küche äußerst begehrt, weil er nicht nur den Geschmack eines Bratens aufbessert, sondern darüber hinaus der Verdauung in ihrem dem Essen folgenden Prozess der Verwertung eine Hilfe bietet. Die ätherischen Öle des Rosmarins beleben vor allem den Kreislauf. Sie fördern die Durchblutung und steigern einen niedrigen Blutdruck. Wer also die Welt ein wenig verbessern möchte, sollte einmal dafür sorgen, die Hoffnung selbst in sich zu tragen und im wahrsten Sinne des Wortes zu verkörpern. Das Gewürzkraut Rosmarin kann in diesem Hinblick ganz einfach aufbereitet und angewandt werden. Seine blühenden Zweige liefern zusammen mit einem natürlich hergestellten Essig die nötigen Materialien hierfür.

Rosmarin-Essig ansetzen

In 1 Liter Weinessig werden 3 blühende Zweige des Rosmarins versenkt und in einer verschlossenen Flasche 8 Tage lang an einem Fensterplatz angesetzt. Danach ist er bereits mitsamt den Pflanzenteilen gebrauchsfertig. Kühl aufbewahren. Um den Kreislauf zu beleben und das Gemüt zu erhellen, kann man 2 Esslöffel des Rosmarin-Essigs auf einen befeuchteten Waschlappen leeren und damit den ganzen Körper einreiben. Das hat im Sommer zudem eine kühlende Wirkung und stimmt allein deswegen schon hoffnungsfroh.


Rosmarin ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Das Loslösen unterstützen

Das Gelbe Labkraut läutet den Urlaub ein

Der Monat Juli ist ganz besonders einem Thema gewidmet: den Ferien! Allen Schülern und Studenten beiderlei Geschlechts wünsche ich eine gesegnete Zeit! Was jedoch jungen Menschen meiner Meinung nach leichter fällt als Erwachsenen ist das Loslassen vom Leistungsdruck des Alltags. Dabei können wir uns im Urlaub all jenen Dingen bewusst zuwenden, die in der Hektik und unter dem Druck des Leisten-Müssens durch den Rost fallen. Noch ist es nicht zu spät, der freien Zeit einen gesundheitlichen Touch zu geben. Das Echte Labkraut (Galium verum) lädt momentan ein, den Blick ganz gezielt auf die Welt der Kräuter zu lenken. Mit seiner fein gewebten gelben Blütenrispe ziert es auf eine dezente und dennoch wirkungsvolle Weise die Feldraine und Waldränder und macht zusätzlich durch seinen angenehmen honigartigen Duft auf sich aufmerksam. Dieses Kraut zählt zur Familie der Rötegewächse. Als man in früheren Zeiten mangels chemischer Mittel die Milch schneller zum Gerinnen bringen wollte, war das Labkraut ein adäquates Hilfsmittel, um diesen Prozess zu beschleunigen. In den Blüten des Echten Labkrautes steckt, wie schon angesprochen, ein gelber Farbstoff und in den Wurzeln ein roter, die man beide bis auf den heutigen Tag als natürliche Pflanzenfarben verwenden kann. Wenn jemand den Urlaub nützt, um zur Ruhe zu kommen, ist er mit dem Labkraut als Helfer dafür gut beraten. Mit seinen Wirkstoffen unterstützt es eine Ausgeglichenheit, die von innen heraus kommt und einen angespannten Geist milde und gelassen werden lässt.

Ein pflanzliches Besänftigungsmittel:

Vom getrockneten und zerkleinerten Kraut des Gelben Labkrautes nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt dieses mit 1/4 Liter kochendem Wasser. Anschließend 15 Minuten lang ziehen lassen und dann abseihen. Am besten trinkt man täglich abends lediglich eine Tasse davon und lässt so den Tag ausklingen. Ein Kräuterkissen mit getrocknetem Labkraut gefüllt kann mithelfen, mit Gicht- und Rheumaschmerzen besser zurechtzukommen.


gelbes Labkraut ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein blauer Blütenakkord

Die Erntezeit des Wegwartekrautes

Bei einem Besuch eines musikalischen Events in Form eine Orchesterkonzertes oder einer Opernaufführung wartet das Publikum gespannt auf den ersten Akkord, den die Instrumentalisten durch die Anleitung ihres Dirigenten in den Raum stellen. Kräutermäßig gibt es durchaus Vergleichbares. Die Straßenränder sind voll von bunten Boten des Sommers, die gleich einem Orchester zwar nicht mit Noten, dafür aber umso mehr mit den Farben ihrer Blüten eine visuelle Komposition vor unsere Augen zaubern. Die Wegwarte (Cichorium intybus) zeigt z. B. mit einem Mal ihre Präsenz, indem sie nun Tag für Tag ihre himmelblauen Blüten öffnet und anscheinend nicht müde wird, diese Intensität durchzuhalten. In ihr steckt förmlich eine Kraft der stetigen Erneuerung. Legendenhaft wird ihr ein ungebrochenes Warten zugeschrieben, das auch jenen zugebilligt wird, die eine Schicksalswende in ihrem Leben herbeisehnen. Immer wieder wendet sich die Wegwarte der aufgehenden Sonne zu, die sich schon am zeitigen Morgenhimmel als Botin der Hoffnung abzeichnet. Für gewöhnlich denken wir an die Wurzel des Korbblütlers, die jedoch erst wieder im Herbst ausgegraben und getrocknet werden wird. Diese gilt als anregende Bitterstoffdroge für den Magen. Nun jedoch ist es die richtige Zeit, um Blüten, Blätter und Triebspitzen der Wegwarte als Gaben des Sommers ins Haus zu holen und für einen allenfalls späteren Gebrauch aufzubereiten. An einem schattigen und zugig-luftigen Ort wird die Ernteware ausgebreitet und gründlich getrocknet. Die Pflanze Wegwarte entfaltet über den Magen-Darm-Trakt ihre ganzheitliche Wirkung für uns Menschen. Es ist sicher nicht falsch, ab und zu einen Wegwarten-Tag in seine Zeitplanung miteinzubeziehen. Gerade dann, wenn wir wenig Antriebskraft besitzen, kann sich das als Segen erweisen.

Animation für den ganzen Tag:

Aus einem Gemisch von getrockneten und zerkleinerten Blüten und Blättern der Wegwarte kann man einen Tee aufgießen. Dazu nimmt man 1 Esslöffel davon und übergießt diesen mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Über den Tag verteilt trinkt man am besten 3 Tassen davon. Dadurch wird der Verdauungstrakt positiv stimuliert und gleichzeitig die Motivation für die zu verrichtenden Aufgaben erhöht. Lockert zudem Leib und Seele von innen heraus.


Wegwarte ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Zusammenspiel in Blütenform

Blumen als Würze

Rund um den ersten Gang des mittäglichen Mahles scheiden sich oft die Geister. Zum Thema „Suppe“ gibt es nämlich die unterschiedlichsten appetitlichen Zugänge. Bald stoßt man auf einen wahren Suppentiger und dann hört man genauso oft sagen: Danke, ich brauche nichts davon. Nun, obwohl in Hitzezeiten es gerade sinnvoll sein kann, etwas Warmes und kräftig Aufgebrühtes zu sich zu nehmen, tut auch ein frisch angerichteter Salatteller seinen guten Dienst in Sachen bewusster Ernährung. Bei beiden kommt es schließlich auf die Würze an. Die Blüten von verschiedensten Heilkräutern stehen uns momentan reichlich zur Verfügung. Dazu zählen die Königskerzen, die Kornblumen, die Ringelblumen sowie auch die schmucken Goldmelissen. Aber was hat das mit einer Aufbesserung einer Speise zu tun? Nun, vom Kräutersalz ist oft die Rede. Dabei werden verschiedenste aromatische Kräuter getrocknet und hernach fein pulverisiert, um abschließend mit einem natürlichen Speisesalz abgemischt zu werden. In seiner Verwendung erweist sich das fertige Gewürz als durchaus bekömmlich und darüber hinaus als naturbelassene Animation für die Verdauung und für den ganzen Organismus. Und heute möchte ich dazu einladen, mit der kulinarischen Phantasie noch einen Schritt weiter zu gehen. Denn in der Phytotherapie haben die Blüten der Pflanzen durchaus etwas „mitzureden“. Nicht umsonst werden diese Pflanzendrogen herangezogen, um in Teemischungen oder als Einzeltees dem Wohlbefinden und dem Gemüt bei einer krankheitsbedingten Beeinträchtigung wiederum auf die Sprünge zu helfen. Und Blüten, wie sie oben aufgezählt wurden, sind nicht nur schön anzusehen, sondern wirken in gleicher Weise aufgrund ihrer Inhaltsstoffe mit, den Leib gesund zu erhalten. Es ist also durchaus sinnvoll, öfter kleine Prisen davon in das Essen einzubringen.

Blütensalz mischen und verwenden

Als Alternative zu einem allgemein üblichen Kräutersalz kann man ebenso aus Blüten eine Würze zusammenstellen. Dazu nimmt man lediglich die getrockneten Blüten folgender Kräuter: Goldmelisse (Monarda didyma), Königskerze (Verbascum densiflorum), Kornblume (Centaurea cyanus), Ringelblume (Calendula officinalis) und eben Meersalz. Das Verhältnis dieser Mischung bleibt einem selbst überlassen. Zu Suppen sowie Salaten und ähnlichen Speisen eignet sich das Blütensalz sehr gut als Geschmacksverbesserung.


Goldmelissenblüte ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya


Königskerzenblüte ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya


Kornblumenblüte ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya


Ringelblumenblüte ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Für Zahnfleischbluten vorsorgen

Schwarze Ribisel als eiserne Reserve

Es tut uns doch allen ganz gut, einmal aus dem gehetzten Getriebe der Geschäftigkeit eines Arbeitstages auszusteigen, um mit den Nerven zur Ruhe zu kommen und womöglich sogar die Seele zum Baumeln zu bringen. Gesegnet sind dann in dieser Hinsicht alle, die einen Garten ihr Eigen nennen dürfen, wo es lediglich ein paar Schritte vor die Haustür hinaus bedarf, um sich eine derartige Therapie zu verschaffen. Dabei genügt es oft schon, mit Freude und gewiss auch mit Stolz auf alles Blühende und Heranreifende zu blicken. Die Schwarzen Ribisel (Ribes nigrum), die im deutschen Sprachraum außerhalb Österreichs üblicherweise als Schwarze Johannisbeeren tituliert werden, zählen vielleicht ebenfalls zur Schar der Sträucher und Bäume, die jährlich ihren erwarteten Ertrag bringen. Wenn man dann eine zum Pflücken anstehende Menge betrachtet, so kann man sehr gut erkennen, was es heißt, mit einer Fülle des Lebens beschenkt zu sein. Bei den Schwarzen Ribiseln trifft das allemal zu, da sie uns nicht nur einen wohlschmeckenden Saft liefern, sondern gleichzeitig in den Früchten sehr viel Vitamine, Fruchtsäuren und Spurenelemente speichern, die zum Erhalt unserer Gesundheit dringend notwendig sind. Bei einer sehr großen Fülle an Beeren fragt man sich jedoch ein wenig mit Sorge, was man damit anfangen soll. Da darf ich in diesem Zusammenhang darauf verweisen, dass es ja durchaus berechtigt ist, die Ribisel erst zu einer späteren Zeit des Jahres nutzbringend zum Einsatz bringen zu wollen. Dazu ist es sicher gut, einen Teil davon in der Gefriertruhe zu verstauen. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, sie gründlich zu trocknen und so haltbar zu machen. Im Hinblick auf unser Zahnfleisch, das ja oft im Handumdrehen seine Schwächen zeigen kann, ist es sicherlich angebracht, zu jener Zeit auf die Schwarzen Johannisbeeren zurückgreifen zu können, wenn die romantischen sommerwarmen Tage bereits wieder Geschichte sind.

Zahnfleisch auf natürliche Weise stärken

Bei Zahnfleischbluten gibt es eine Unterstützung aus der Naturheilkunde, die ganz einfach umgesetzt werden kann: 2 Esslöffel voll getrocknete Schwarze Ribisel werden mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen. 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abschließend abseihen. Mit dem Ergebnis spült man abends und morgens gründlich den Mund aus. Diese Anwendung eignet sich übrigens ebenfalls bei Halsweh.


Schwarze Ribisel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Haut und Haar pflegen

Die Birke bietet sich an

In einer globalisierten Welt ist es mittlerweile schwer, Menschen zu klassifizieren und einzuordnen. Abgesehen davon, dass damit gleichzeitig Wertungen verbunden sein können, die einerseits nicht angebracht sind und andererseits ganz schnell zu Ungerechtigkeiten führen, so leben oft sehr verschiedene Lebenskulturen auf engstem – meist urbanem – Raum zusammen. Den klassischen Bewohner des europäischen Nordwestens bezeichnet man dennoch gern als verkopft. Nun, nehmen wir das ganz gelassen zum Anlass, um uns heute einmal dem physischen Kopf und seiner Außenfläche zuzuwenden. Die Hängebirke (Betula pendula) soll uns dabei helfen. Dieser Baum passt so richtig zum Sommer. Wenn der Wind durch die Blätter der Birke fährt, dann rauscht sie mit ihren locker sitzenden Blättern und macht sich daher auch akustisch bemerkbar. In ihren Heilwirkungen unterstützt sie unseren Organismus in dessen Reinigung von innen heraus. Sie bringt einen heilsamen Stoffwechsel so richtig in Fluss. Das kann man durchaus daran ablesen, indem im Inneren des Birkenbaumes sich Ähnliches vollzieht, wenn er des Frühlings im Saft steht. Diese Baumflüssigkeit lässt sich übrigens ebenfalls zum Wohle des Körpers einsetzen. Aber bleiben wir, um nicht in tiefere Regionen abzuschweifen, beim Kopf und seiner Haut. Die von den Birken extrahierten Inhaltsstoffe können mithelfen, dass sich gerade die Haut auf dieser exponierten Region regenerieren und je neu aufbauen kann. Dies wiederum zeitigt positive Folgen für die darin befindlichen Haarwurzeln, die somit gestärkt werden, die daraus entspringenden Haare besser festzuhalten und darüber hinaus noch wachsen zu lassen. Ein extra aufbereitetes Haarwasser, das sich dem Kopfbereich mit Haut und Haar quasi zuwendet, gibt es durchaus auch in der Tradition des Kräuterpfarrers. Gerne können Sie dieses zur Pflege der Kopfhaut heranziehen.

Birken-Haut-und-Haarwasser

In einem speziellen Verfahren ist die Wirkkraft der Birke im Kräuterpfarrer-Zentrum in Karlstein in einem eigenen Hautwasser zusammengestellt worden. Um die Kopfhaut und die darauf befindlichen Haare zu pflegen und zu stärken, sollte man damit täglich einmal die oberste Zone seines Körpers einreiben und massieren. Dies eignet sich übrigens auch gut nach dem Duschen und dem Waschen der Haare. Gerne beraten wir Sie diesbezüglich und senden Ihnen das Birken-Haut-und-Haarwasser zu (Tel. 02844/7070 DW 11 od. 31 bzw. Webshop www.kraeuterpfarrer.at).


Birkenblätter und Blüten ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Würzig und sinnvoll

Den Salbei frisch verwenden

Seit längerem schon muss ich beim Schreiben und Lesen eine Brille zu Hilfe nehmen, um meine Augen nicht zu sehr zu strapazieren. Mittlerweile habe ich mich auch daran gewöhnt, dieses Hilfsmittel griffbereit bei mir zu tragen, um allerorts für das richtige Entziffern gerüstet zu sein. Das aufmerksame Sehen ist ein wichtiger alltäglicher Vollzug. Der Echte Salbei (Salvia officinalis) wächst in vielen Kräutergärten und ich bitte ihn ebenfalls, mir zu helfen, die Dinge dieser Welt recht zu sehen. Gewiss beinhalten seine Blüten und Blätter keine Dioptrien, die mittels der Verdauung in unsere Sehorgane eingebaut werden könnten. Aber dennoch brauche ich, um die Vorgänge dieser Welt und die Anliegen der Mitmenschen richtig an mich heranlassen zu können, eine geordnete Physis. Und dafür bietet der Salbei allemal seine Inhalte in Form von ätherischen Ölen, Gerb- und Bitterstoffen, Flavonoiden und ähnlichem mehr an. Oft taucht dann die Frage auf, wie man das eine oder andere Heilkraut denn wirksam verarbeiten könne, um an das eben genannte auf eine ideale Weise heranzukommen. Die Antwort fällt hier in einem ganz einfach zu praktizierenden Ratschlag aus. Und gerade Anfängern in Sachen gesundheitsbewusster Lebensgestaltung mithilfe pflanzlicher Drogen sei der Salbei ans Herz gelegt. Denn dieses Gewächs ist allgemein bekannt und oft vor der Haustür direkt zugänglich. Ja, in gewisser Weise kann sich die Sicht auf die Wirksamkeit der Heilkräuter verändern, indem man einfach einmal riecht und schmeckt und sich überwindet, in ein unter freiem Himmel gewachsenes Blatt hineinzubeißen. So betrachtet, hat der Salbei durchaus etwas mit dem ganzheitlichen Sehen und Wahrnehmen zu tun.

Täglich ein Blatt kauen

Wer im Garten ein Stöckel von der Salbeipflanze stehen hat, kann täglich ein Blatt abzupfen, dieses in den Mund nehmen und gut kauen. Das bringt nicht nur eine Stärkung der Augen mit sich, sondern es gelangen darüber hinaus die heilenden Kräfte des Salbeis über die Mundschleimhaut in unseren Organismus. Dadurch werden die Nerven gestärkt, der Magen und der Darm gefestigt und die Lebertätigkeit angeregt. Nach dem Kauen kann das Blatt wiederum ausgespuckt werden.


Salbei mit Blüten und Knospen ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya