Antwort auf eine konkrete Frage

Der Bärlauch erweckt das Interesse

Es freut mich immer wieder, wenn rund um meine Erörterungen über Heilkräuter ein Dialog in Gang kommt, der einmal mehr beweist, dass die Nachfrage über das Wissen um Derartiges ungebrochen bestehen bleibt. So war hier an dieser Stelle unlängst vom Bärlauch die Rede, den wir, naturheilkundlich betrachtet, ruhig als einen geheimen Regenten des gesamten Frühjahrs bezeichnen dürfen. Dass dieser Ehrentitel nicht überzogen zu sein scheint, zeigen uns einerseits die vielen guten Auswirkungen, die in den würzig aromatischen Blättern enthalten sind und andererseits die vielen Publikationen, die es rund um das Thema Bärlauch und dessen kulinarische Verarbeitung gibt. Nun, ich will es mir angesichts der vielen Anfragen in Bezug auf eine Bärlauch-Suppe nicht zu einfach machen, sondern in medias res gehen, ganz konkret zwei Rezepte zur Verfügung stellen. Zuvor möchte ich aber noch einmal darauf hinweisen, dass der Genuss von Bärlauch die Gefäße unseres Leibes reinigt und im Verdauungstrakt für eine Stärkung der dort angesiedelten Immunkraft sorgt. Eine Variante, um für 4 Personen eine Cremesuppe mit Bärlauch zu kochen, nimmt das Mehl zu Hilfe. Zu Beginn schmilzt man jedoch 30 g Butter und röstet darin 70 g fein geschnittene Zwiebeln glasig. Hinzu kommt die ebenfalls zerkleinerten Bärlauchblätter (ca. 80 g), die leicht angeschwitzt werden. Danach gibt man 20 g Mehl bei, rührt gut durch und gießt über alles 0,7 l heiße Rindssuppe (oder Gemüsefond). Glatt rühren und die Suppe 8 Minuten leicht köcheln lassen. Von der Platte nehmen und noch ein wenig Schlagobers (ca. 0,2 l) beigeben. Gut abmixen und mit Salz und Muskatnuss abschmecken.

Bärlauch-Cremesuppe mit Erdäpfeln

Zuerst die Zubereitung: Zwiebel schälen, schneiden und in Olivenöl anrösten. Den Bärlauch waschen, die Erdäpfel schälen und in kleinere Würfel schneiden. Kurz mitrösten. Mit Gemüsesuppe aufgießen und 1/4 Stunde kochen lassen. 1/2 Becher Obers dazugeben, mit ein wenig Salz und Pfeffer würzen und mithilfe eines Stabmixers pürieren. Den Rest vom Schlagobers zum Garnieren halbsteif aufschlagen. Die Suppe servieren und zuvor mit Obers und feingehacktem Bärlauch garnieren. – Die Zutaten: 1/2 Liter klare Gemüsesuppe, 1/4 l Schlagobers, 1 große Zwiebel, 400 g Bärlauch, 2 mehlige Erdäpfel, 1 Esslöffel Olivenöl, Salz und Pfeffer. Guten Appetit!


Bärlauchbüschel mit Wurzeln ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Pflegewirkung haltbar machen

Den Frauenmantel mit Öl kombinieren

Kräuterkunde kann man sehr gut mit einer Schatzsuche vergleichen. Denn erstens machen sich viele auf die Suche, um Pflanzen kennenzulernen und deren wirksame Hilfen für die Gesundheit zu erkunden. Zweitens geht es dann um einen gangbaren Weg, das erlangte Wissen in diesem Bereich auch konkret zu nutzen bzw. in die praktische Anwendung umzusetzen. Da man die grünen Pflanzen von der Wiese nicht immer griffbereit hat, möchte man sie verarbeiten, um längerfristig deren guten Effekte in Anspruch nehmen zu können. Das gilt natürlich auch für den Frauenmantel (Alchemilla vulgaris). Dieses beliebte Heilkraut führt ein ganz bescheidenes Dasein. Oft drückt es sich inmitten der Wiesen zwischen die einzelnen Grasbüschel, und so braucht es ein waches Auge, will man dieses Gewächs in der freien Natur entdecken. Gerade dann, wenn die Blätter noch nicht zu ihrer vollen Größe herangewachsen sind, ist es besonders schwierig, ihrer ansichtig zu werden. Im Garten, wo für den Frauenmantel eine eigene Fläche reserviert wurde, ist das natürlich einfacher. Übrigens gibt es von der gewöhnlichen Art auch eine alpine Form, die Silbermantel (Alchemilla alpina) genannt wird und ebenso auf den Beeten oder im Steingarten vor dem eigenen Haus gezogen und für die Naturheilkunde verwendet werden kann. Das Frauenmantelkraut besitzt eine breite Anwendungspalette. So kann man mithilfe eines Bades, wofür aus dem Kraut ein Zusatz aufgebrüht wurde, die Muskulatur bei Heranwachsenden stärken und in ihrem Wuchs unterstützen. Wie wiederum sein Name verrät, darf besonders das weibliche Geschlecht nach dem Frauenmantel greifen und ihn als Beigabe zu der einen oder anderen Kräutermischung hinzufügen. Einen wahren Schatz stellt das Blatt der zu den Rosengewächsen zählenden Pflanze für unsere Haut dar, egal ob es sich dabei um Frauen oder Männer handelt. Und dieser wohltuende Reichtum für die Pflege derselben lässt sich am besten zusammen mit Öl heben und über längere Zeit konservieren.

Für eine reine Haut sorgen:

Zur Zubereitung eines Pflegeöls für die Haut benötigt man kaltgepresstes Olivenöl und frisch gepflückte, zerkleinerte Blätter des Frauenmantels oder des Silbermantels. Beides zusammen wird in einem Verhältnis 1 : 4 (= Blätter : Öl) 14 Tage lang in einem verschließbaren Glasgefäß bei Zimmertemperatur angesetzt. Danach abseihen, abfüllen und kühl lagern. Der gewonnene Ölextrakt hat einen reinigenden und entzündungswidrigen Effekt und sorgt bei regelmäßigem Einreiben für ein glattes Aussehen der Haut.


Frauenmantel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Nach den Blüten kommen die Blätter

Beim Birnbaum hat beides seinen Wert

Geduld ist eine wertvolle Tugend. Schon in den kleinen Alltäglichkeiten kann man sie anwenden und trainieren. Hierzulande ist es oft gar nicht selbstverständlich, sich vor einem Amt oder einer Kasse in einer Reihe anzustellen. Das kann man andernorts viel besser. Also, alles der Reihe nach! Ein Vorbild darin ist die wachsende Natur des Frühlings. Zuerst brechen die Knospen auf, dann wird den Blüten der Vorrang gegeben und zuletzt verlegt sich die Kraft eines Baumes in das Ausbilden der Blätter. Das können wir auch beim Birnbaum beobachten. Unlängst war in den Medien noch die Rede vom Rückgang ganz alter Mostobstbäume, die z. B. im niederösterreichischen Mostviertel das namensgebende Erkennungsmerkmal sind. Dort gibt es ganz schützenswerte alte Sorten, deren Erhalt nun für die Zukunft mithilfe intensiver Forschung gesichert werden soll. Die alten vorhandenen Baumriesen sind sehr nahe verwandt mit der ursprünglichen wilden Form der Birne, die wir gerne auch als Holzbirnen bezeichnen. Wenn gegenwärtig die Blütenpracht der alten Pflanzenriesen bereits im Vergehen ist, kommt nun die auszubildende Belaubung an die Reihe, die in ihrem saftigen Grün ebenfalls eine Augenweide darstellt. Dadurch werden wir an eine heilende Wirkung erinnert, die in diesen Sauerstofflieferanten enthalten ist. Die eingangs erwähnte Geduld, die nicht nur uns selbst, sondern viel mehr noch unseren Mitmenschen das Leben erträglicher werden lässt, ist gleichfalls notwendig, wenn wir so manches Leiden wiederum aus dem Körper verbannen wollen. Gerade im Bereich der Nieren und der Blase braucht es Zeit, wenn der harnabführende Bereich in eine Schieflage gekommen ist und für Unannehmlichkeiten sorgt. In seinen Blättern nimmt sich der Holzbirnbaum bildlich gesprochen ganz konkret Zeit, dass sich der Umstand wieder zum Besseren wendet. Daher sollte es den davon Betroffenen ebenso die Zeit wert sein, sich mit den Blättern des Birnbaums auszukurieren.

Birnblätter in Teeform:

Von einem Wirdbirnbaum oder einer alten naturnahen Mostobstsorte pflückt man frische Blätter, um sie nach der Reinigung zu zerkleinern. 2 Teelöffel davon übergießt man mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. 3-mal täglich 1 Tasse davon ungesüßt trinken. Das ist eine vortreffliche Begleitmaßnahme bei Nierenbeckenentzündung und bei Blasenleiden. Beides bedarf selbstverständlich auch der ärztlichen Diagnose und Therapie. Der beschriebene Tee erweist sich als keimtötend und reinigend. Die Harnwege profitieren besonders davon.


Birnblütenzweig mit Blättern ⓒ H. Benedikt O.Praem., Stift Geras





Solange die Pracht anhält

Kirschenblüten unterstützen die Haut

Staunen nur kann ich und staunend mich freuen! – so singen es viele von uns in den Kirchen, wenn das Glorialied der Deutschen Messe von Franz Schubert angestimmt wird. Doch das Staunen und Freuen beschränkt sich gewiss nicht nur auf die ehrfurchtserweckenden Sakralräume, sondern darf nun in reichem Ausmaß seine Fortsetzung in Gottes freier Natur finden. Meint es die Sonne gut mit uns, so sind Tag für Tag neu Überraschungen eines blühenden Staffellaufes in den Beeten und vor allem an den Bäumen und Sträuchern zu entdecken. In milden Klimazonen findet dieses Schauspiel oft schon sehr früh im Laufe des Frühlings statt. Dort, wo rauere Wind wehen oder der Frost noch länger ausharrt, setzt dieser Prozess erst später ein. So ist es nun immer noch möglich, blühende Kirschbäume neben vielen anderen Obstsorten zu entdecken. Die Kirschbäume zählen aber wohl zu den prächtigsten Exemplaren dieser Art. Mit jener Meinung stehe ich gottlob nicht allein auf weiter Flur. Ganze Völker stimmen dem zu, wenn wir nur auf die Bienen blicken, die heerscharenweise ausziehen, um sich an den Kirschblüten zu laben und gleichzeitig für deren Fruchtbarkeit zu sorgen. Uns Menschen ist es leider eigen, dass der Neid sein fatales Spiel mit uns treibt. Die Schönheit ist bekanntlich ein begehrtes Gut, das wir uns nur zu gerne wünschen, um womöglich an Attraktivität die anderen zu übertreffen. Der Kirschbaum hat kein Problem damit, zeit seines weißen Aufstrahlens ein gewisses Maß an Schönheit abzugeben. Er stellt zwar kein Kosmetikum dar, kann jedoch einen gesunden Aufbau unserer Haut unterstützen. Heute lade ich daher ein, an der blühenden Pracht des Kirschbaumes zu partizipieren und etwas auf natürliche Weise für ein gutes Aussehen zu unternehmen.

Bad mit Kirschenblüten:

Von den Blüten der Garten- oder der Wildkirschen, die man frisch abpflückt, nimmt man einige Hände voll und überbrüht sie mit 3/4 Liter kochendem Wasser. Nach dem Abkühlen abseihen, dann noch 1/4 Liter hochprozentigen Alkohol dazugeben und in einer verschlossenen Glasflasche 14 Tage in die Sonne stellen. Danach dunkel und kühl lagern. Mit diesem zubereiteten Quantum kann man 4 Bäder durchführen, wobei das Wasser eine Temperatur von 36° C haben sollte. Den Blütenzusatz erst in die Wanne leeren, wenn man sich schon darin befindet. Diese hautstärkenden Bäder führt man sinnvollerweise im 3-Tages-Abstand durch.


Kirschen: Blüten und Früchte ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Eine Blume mit viel Sonne

Die Ringelblume leitet heilende Energie weiter

In Zeiten, in denen die Navigationssysteme den Reisenden und Suchenden die Routen vorzeichnen, scheinen ganz einfache Wegweiser bald überflüssig zu sein. Und doch sind wir dankbar, wenn ein Blick auf den Straßenrand genügt, um die richtige Abzweigung zu erwischen. Eine ganz andere Frage ist es, wie ich denn einen Zugang zu umgewandelter Sonnenenergie finden kann. Da ist es sicher nicht schlecht, auf Blüten zu schauen, die ähnlich einer Sonne geformt sind. Vor allem bei den Korbblütlern werden wir in dieser Hinsicht fündig. Das beste Beispiel bietet dafür meiner Meinung nach die Ringelblume (Calendula officinalis). Denn sie hat hervorragende wundheilende, antiseptische und blutreinigende Heilwirkungen. Sie erweist ihre stärkenden Dienste dem ganzen Organismus in- und auswendig. Ihre orangegelben Blüten zieren bald zahlreiche Gärten wie kleine Sonnen und haben nicht nur dadurch eine gute Ausstrahlung. Sie bündeln in guter Weise die Energie des erderwärmenden Sternes namens Sonne und stellen sie uns in den geernteten Blütenblättern zur Verfügung. Von keinem Kraut kann man sagen, dass es universell verwendbar wäre. Die Ringelblume aber hat eine sehr große Palette an Wohltaten anzubieten, die ich oben bereits erwähnt habe. Sie bringt gleichsam das Licht der Sonne ins Innere des Körpers, wo manchem auf die Sprünge geholfen werden muss, wenn ein Leiden vorliegt. Das gilt unter anderem für eine ganze Reihe an Drüsen, die fortwährend das Gleichgewicht für eine beständige Gesundheit austarieren. Gelingt dies nur in einem begrenzten Ausmaß, sollte mit der Ringelblume nachgeholfen werden.

Eine Kur mit Ringelblumen:

Wer Probleme mit jedweder Art von Drüsen hat, sollte die Ringelblume begleitend einsetzen. Ein Tee ist leicht zubereitet. Von frischen oder getrockneten Blütenblättern der Ringelblume nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt die mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Mehrmals im Jahr kann man dem Leib damit kurmäßig helfen, indem man 3 Wochen hintereinander jeweils in der Früh und am Abend eine Tasse davon trinkt.


Ringelblumenzweig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Einem Baum Platz machen

Damit später Nüsse geliefert werden

Pro Tag wird nicht nur in unserem schönen Heimatland Österreich, sondern in fast allen Staaten der Welt eine gewisse Fläche an Boden versiegelt. Das bedeutet konkret, dass ein neues Haus gebaut, ein Hof betoniert oder eine neue Straße asphaltiert wird. Von diesen Flächen läuft das Regenwasser schnell ab, das bei anhaltendem Niederschlag zu den berühmt berüchtigten Hochwässern führt. Gewiss müssen Betriebe sich ausbreiten und die Verkehrswege notwendige Verbindungen schaffen. Heute ist jedoch der Tag des Baumes. So sollten wir angesichts einer immer deutlicher sich abzeichnenden Klimaveränderung doch einmal anders denken. Die momentane Zeit steht gemäß dem Baumkreis im Zeichen des Walnussbaumes (Juglans regia). Diese große und mächtige Pflanze ist so etwas wie ein Kulturfolger, um einen Vergleich mit manch wildlebenden Tierarten zu strapazieren. Es waren nämlich unsere Vorfahren, die dafür sorgten, dass diese Art eine Wanderung aus dem kleinasiatischen Raum nach Süd- und Mitteleuropa antreten konnte. Unsere Ahnen haben also ganz bewusst einem Baum den ihm zustehenden Raum eingeräumt, weil sie so auch seiner köstlichen und wertvollen Früchte habhaft werden konnten. Gerade in wärmeren Regionen, in denen ebenso der Wein gedeiht, sind Nussbäume kostbare Schattenspender, die in der Nähe der Keller auch des Sommers für ein angenehmes Mikroklima sorgen. Vom Walnussbaum fallen zudem viele Hilfen für die Naturheilkunde ab, die wir nicht zu gering schätzen sollten. Nussblätter sind reich an Gerbstoffen und somit gut für die Haut. Wenn im Herbst die Walnüsse der Reife zustreben, kann man auch die fleischig grüne Hülle rund um die harten Schalen sammeln und trocknen, um sie später für einen Badezusatz aufzubereiten oder gar als Alternative zu Pfeffer zu verwenden. Das Denken fällt einem oft schwer, wenn die Nerven geschwächt sind. Um diesen Umstand zu beheben, kann ich mit Nachdruck das regelmäßige Essen von getrockneten Walnüssen empfehlen. Wer nun noch im Garten einen eigenen Nussbaum für die Zukunft pflanzen möchte, bedenke, dass dieser besonders viel Platz benötigt und im Größerwerden nach und nach zu nahe stehende andere Bäume verdrängen wird.

Geriebene Walnüsse essen:

Bei depressiven Stimmungslagen und anhaltender Niedergeschlagenheit sollte man sich nicht unbedingt seinem Schicksal ergeben. Hilfreich kann es daher sein, wenn man 6 Wochen lang täglich vor dem Frühstück einen Teelöffel voll geriebener Walnüsse zu sich nimmt. Ein wenig in der Mundhöhle lassen, bevor man dies hinunterschluckt. Nachher trinkt man am besten ein kleines Glas Schwarzen Ribiselsaft nach. Jenen Vorgang am Abend vor dem Nachtmahl wiederholen.


Walnuss ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Biologische Arznei für Pflanzen

Aus Schafgarben zubereiten

Auch wenn das momentane Wetter mit den Temperaturen zu sparen scheint, so werden die Aktivitäten während unserer Freizeit nach draußen in die freie Natur verlegt. Gerade am Sonntag darf Zeit bleiben, um die vollbrachte Arbeit im Garten zu bestaunen und mit einem wohlwollenden Blick zu genießen. Es ist einfach schön zu sehen, wenn sich das eine oder andere Samenkorn im Erdboden öffnet und dem wachsenden jungen Grün den Weg zur Sonne freigibt. Auf den Wiesen haben diesen Prozess u. a. auch schon die Schafgarben (Achillea millefolum) vollzogen, die ohne menschliches Zutun ihr Fortkommen regeln. Aus den Wurzeln, die den Winter überdauerten, breiten sie bereits ihre feingefiederten Blätterbüschel aus, um demnächst zum Blühen zu kommen. Gewiss kennen viele von uns die breitgefächerten Heilwirkungen dieses Krautes, die offenkundig ganz kräftig die Sympathie des Schöpfers den Menschen gegenüber zum Ausdruck bringen. Zur Erinnerung möchte ich nur den positiven Effekt erwähnen, den ein Tee aus Schafgarbe bei Leberleiden oder bei erhöhtem Blutdruck weitergeben kann. Nicht zu Unrecht wird die Schafgrabe als Frauenkraut bezeichnet, da sie vor allem der weiblichen Hälfte unserer Bevölkerung wertvolle Dienste erweist. Äußerlich angewandt, kann der Korbblütler darüber hinaus mithelfen, Hautleiden zu lindern und die Nerven zu stärken. Da ich jedoch eingangs auf das die Häuser umgebende grüne Paradies der Gärten verwiesen habe, will ich bewusst den Blick auf so manches Gemüse oder das eine oder andere blütenbringende Ziergewächs lenken, die sich ebenfalls der vollen Realität dieser Welt stellen müssen. Auch sie können leiden und von Krankheiten befallen werden. Es gibt meines Erachtens keinen Grund, um gerade hierbei auf die Naturheilkunde zu verzichten. Ein weitverbreitetes Übel kann z. B. der Pilzbefall sein, der in unsere Gärten einzieht und den Pflanzen zu schaffen macht. Selbst bei diesem Thema kann die Schafgarbe ihren wirkungsvollen Beitrag leisten.

Kaltauszug mit Schafgarben:

Eine Menge von ca. 20 g getrockneter Schafgarbenblüten wird in einem geeigneten Gefäß mit 1 Liter kaltem Wasser übergossen. 24 Stunden stehen lassen. Dann abseihen und den Blütenrückstand auspressen. Nach dem zusätzlichen Filtrieren auf ein Verhältnis 1 : 10 verdünnen. Über die Beet- und Blumenpflanzen ausspritzen, um gegen Pilzkrankheiten vorzugehen. Zum Zubereiten des Auszugs eignet sich jetzt natürlich auch noch der restliche Vorrat des vergangenen Kräutererntejahres.


Schafgarbe mit Wurzel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein Landeplatz für Schmetterlinge

Der Rotklee hilft aber auch unserem Leib

Ein Indiz dafür, dass die wärmere Jahreszeit wiederum Einzug hält, ist es, wenn auf den Wiesen und an sonnigen Hängen die Schmetterlinge ihre tanzenden Flüge vollziehen. Es ist eine wahre Freude, diesen bunten Fluginsekten bei ihren Ausflügen auf der Suche nach Nahrung zuzusehen. Doch gibt es einen zusätzlichen Grund, warum diese beflügelten Schmuckstücke unterwegs sind. Sie wollen nämlich ihre Eier nicht irgendwo absetzen, sondern bevorzugen ganz besondere Spezies, um ihren Raupen auch die entsprechende Futterquelle zu bieten. Auf den Rotklee (Trifolim pratense) hat sich genau in dieser Hinsicht der Waldbläuling spezialisiert, der daher auch gerne als Rotklee-Bläuling bezeichnet wird. Warum sollten wir die Schmetterlinge nicht als Wegweiser verwenden, wenn wir auf der Suche sind, die Gesundheit unseres Leibes zu unterstützen. Im Rotklee finden wir eine Reihe an Wirkkräften, die dem menschlichen Wohlbefinden zugute kommen. Dabei handelt es sich nicht nur um den unterstützenden Effekt, den der Schmetterlingsblütler den Frauen während ihrer Menstruation und den manchmal damit verbundenen Leiden bieten kann. Viel weniger ist z. B. bekannt, dass der Rotklee ebenso die Funktion der Leber und der Galle anzukurbeln und zu stärken vermag. Wer einen Garten zur Verfügung hat, geht also nicht fehl, wenn so manche freie Fläche dafür genutzt wird, um darauf den Samen des Rotklees auszusäen, um dann auch die dementsprechende Ernte einbringen zu können. Dabei sammelt man vor allem die Blütenköpfe, die sich im Stadium des Aufblühens befinden und trocknet sie, nachdem man die Stängel entfernt hat, an einem zugigen Platz. Selbst bei Husten kann man später damit einen Tee aufbrühen, der den Bronchien zugute kommt. Doch auch der Darm kann vom Rotklee einen heilsamen Profit abschöpfen.

Chronische Verstopfung lindern:

All jene, die sich über eine längere Zeit damit schwer tun, den Stuhl aufgrund einer Verstopfung im geregelten Rhythmus abzuführen, dürfen es probieren, mithilfe des Rotklees die Sachlage zum Besseren zu wenden. 2 Teelöffel voller getrockneter Blüten mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Einige Zeit in der Früh und am Abend eine Schale voll davon trinken.


Rotklee ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Mit voller Kraft voraus

Die Vogelmiere startet wiederum durch

Jeder Aufbruch einer Weltraummission ist mit viel Spannung verbunden. Wichtig ist vor allem, dass die Triebwerke einer Trägerrakete die notwendige Energie liefern, damit der Flugkörper die Schwerkraft der Erde überwinden kann. Bei den Pflanzen gibt es scheinbar eine Bewegung in die entgegengesetzte Richtung. Denn der wissenschaftliche Name der Vogelmiere (Stellaria media) deutet an, dass es eine vom Schöpfer liebevoll gefügte Weise gibt, den Sternenhimmel auf die Erde zu bringen. Ich meine die Blüten dieses bescheidenen Nelkengewächses, die bei günstigen Bedingungen das ganze Jahr über an den Trieben der Pflanze zu entdecken sind. Die Blütenblätter der Vogelmiere sind schneeweiß gefärbt, die Staubgefäße heben sich jedoch in einem noblen Purpur davon ab. In ihrem Gehabe gibt sich dieses Kraut eher bescheiden. Es wächst vor allem auf Schuttplätzen und Wegrändern, gern auch auf Äckern sowie im Wald und in den Gärten, sofern man ihm Platz lässt. Als Inhaltsstoffe finden wir in der Vogelmiere, einen hohen Anteil an Kalium und an Saponinen. Pfarrer Sebastian Kneipp bereitete einst der Vogelmiere in der Naturheilkunde den Weg. Daher hat er Folgendes festgehalten: „Man kann den Hühnerdarm (= anderer Name für Vogelmiere) recht passend als Lungenkraut im eigentlichen Sinne des Wortes nennen, weil er auflösend und schleimlösend wirkt und auch bei Blutbrechen und Bluthusten sowie bei Hämorrhoiden, bei Nieren- und Blasenverschleimung gute Dienste leistet.“ Der gegenwärtige April bringt immer noch so manche raue Wetterphase mit sich, die leider das Thema Husten ein weiteres Mal aktualisiert.

Hustentee aus Vogelmiere:

Vom zerkleinerten frischen Vogelmierenkraut nimmt man 2 Teelöffel und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. Anschließend 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Bei zähem und hartnäckigem Husten trinkt man am besten in der Früh und am Abend rechtzeitig vor dem Schafengehen je eine Schale davon.


Vogelmiere ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Einen gesunden Geist anstreben

Mit dem Bärlauch ebenfalls dem Leib helfen

Die Vergesslichkeit, die wir ab und zu bei uns selbst feststellen, lässt in uns manchmal die Ahnung aufsteigen, dass womöglich der Alterungsprozess früher als „geplant“ einsetzt. Da möchte ich aber dieser Sorge den Wind aus den Segeln nehmen. Denn bei anstrengenden Tätigkeiten oder bei Arbeitsstress kann es leicht vorkommen, dass unser Gedächtnis momentan seinen Dienst versagt. Die äußeren Einflüsse auf unsere Sinne sind durch die Kommunikationsmittel wie Computer und Handy in den letzten Jahrzehnten um ein Vielfaches mehr geworden. Da sollten wir ganz bewusst auf den Bärlauch (Allium ursinum) zurückgreifen, der uns hilft, wieder besser mit unserer Natur zu kommunizieren und uns daran zu erinnern, welch vielfältige Lebenshilfen im sprossenden Grün drinnen stecken. Ja, im Blick auf den Bärlauch dürfen wir Folgendes feststellen: Dieses charakteristisch duftende Kraut enthält viel schwefelhaltiges ätherisches Öl und hat somit eine keimtötende Kraft. Wer den Bärlauch verwendet, hilft dem Magen, sich schädlichen Bakterien, die sich vor allem im Frühjahr einnisten können, zur Wehr zu setzen. Sind Magen und Darm also nicht unter Stress, kann auch das Hirn freier für uns da sein. Zum Sammeln der Blätter bedarf es jedoch der Gabe der Unterscheidung. Dazu ein wichtiger Tipp: Bärlauch kann unter Umständen beim Ernten mit den äußerst giftigen Pflanzenteilen des Maiglöckchens verwechselt werden. Der Kräuterkundige weiß aber sehr wohl beide zu unterscheiden. Bitte, achten sie dennoch darauf! Ganz leicht lässt sich der heilsame Bärlauch an seinem knoblauchartigen Geruch erkennen. Liegt dieser nicht vor, dann sollte man die grünen Blätter auf keinen Fall verwenden.

Den Blutdruck austarieren:

Die frische Verwendung des Bärlauchs hat eine positive Auswirkung auf unseren Organismus. All jene Zeitgenossen, die unter einem erhöhten Blutdruck leiden, sollten vermehrt auf dieses Gewächs zurückgreifen. Gut lässt sich das zerkleinerte Blatt z. B. als Beigabe zu Aufstrichen und zu Salaten verwenden. Gelegenheiten, um Derartiges zu sich zu nehmen, sind das Frühstück oder die Zwischenmahlzeiten während der Arbeitspausen.


Bärlauch ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya