Die Verdauung in Schuss halten

Die Eberraute ansetzen

Wer den Begriff „Wermut“ in den Mund nimmt, löst bei vielen Zuhörern eine Assoziation aus, die den Gedanken Richtung eines beliebten Aperitifs laufen lässt. Ohne bekannte Marken eines derartigen Getränks nennen zu müssen, vertraue ich darauf, dass ohnehin die Werbung dafür sorgt, dass man diese Spezialitäten nicht so schnell vergisst. In unseren Gärten finden wir ja des Öfteren den Echten Wermut, der hierzulande der Pflege des Menschen bedarf und nur selten verwildert. Ein ihm verwandtes Gewächs ist die Eberraute (Artemisia abrotanum), die mit ihrer Bezeichnung eher darauf verweist, es mit einem Rautengewächs zu tun zu haben, zu dessen Familie wiederum auch die Bäume und Sträucher zählen, die allseits geschätzte Zitrusfrüchte hervorbringen. Aber die Eberraute ist eine Variation des Wermuts und hat ihre ursprüngliche Heimat in den Urlaubsländern wie Kroatien oder Bosnien und Herzegowina. Botanisch zählt dieses Kraut zu den Korbblütlern wie eben auch der Echte Wermut oder der bei uns heimische Beifuß. Dennoch fühlt man sich an die eben angesprochenen Zitronen erinnert, da die oberirdischen Pflanzenteile einen sehr erfrischenden Duft verströmen. Dafür verantwortlich zeichnen die ätherischen Öle, die in der Eberraute vorhanden sind. Weiters zählen aber auch Bitter- und Gerbstoffe zu den markanten geschmacklichen Erkennungszeichen des einst sehr häufig verwendeten Gewürzes. Wenn nun erneut eine Hitzewelle im Anzug ist, so wissen wir, dass es gerade im Sommer ebenfalls zu Beeinträchtigungen des menschlichen Verdauungstraktes kommen kann, je höher die Temperaturskala auf den Thermometern steigt. Diejenigen, die dann mit dem Kreislauf Schwierigkeiten bekommen, klagen parallel dazu über ein flaues Gefühl, das in der Bauchgegend festzustellen ist und den gesunden Appetit einschränkt. Vielleicht zeigt die Begegnung mit der Eberraute einen Ausweg aus dieser Situation auf.

Das Kraut ins Wasser legen:

Von frischen zerkleinerten Blättern der Eberraute nimmt man 1 Esslöffel voll und setzt diese über Nacht in 1 Liter kaltem reinen Trinkwasser an. Am nächsten Tag seiht man das Kraut ab und lässt den Ansatz griffbereit in einem zugedeckten Krug stehen, um über den Tag verteilt öfter ein Glas davon zu trinken. Das bewährt sich vor allem bei Verdauungsstörungen, aber auch bei Blähungen, Durchfall und Appetitlosigkeit. Durch seine harntreibende Eigenschaft wirkt es überdies reinigend auf den Organismus.


Eberraute ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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