Vogel-Strauß-Technik

Anstatt Sand das Waschbecken benutzen

Manchmal halten sich Gerüchte über Jahrhunderte. Obwohl jedem von uns der Begriff des Kopf-in-den-Sand-Steckens geläufig ist, hat kaum je einer die Bedeutung dieses Bildes hinterfragt. Es stimmt einfach nicht, dass die Straußenvögel bei drohenden Gefahren ein derartiges Verhalten an den Tag legen. Gewiss bewirkt der durch die Hitze flimmernde Boden der Savanne, dass eine Wahrnehmung dieses Phänomens stattfinden kann. Dennoch handelt es sich hierbei lediglich um ein Senken des Kopfes Richtung Boden. Kehren wir lieber zu unseren humanen Köpfen samt deren Gesichtern zurück. Wir schauen ganz gerne auf unser Äußeres. Begegnen wir unseren Bekannten und Freunden, dann konstatieren wir fast ein wenig neidisch, wie gut sich sie oder er trotz hoher Zahl an Lebensjahren gehalten hat. Eine straffe und gut durchblutete Gesichtshaut gehört einfach zu unseren meistersehnten Idealen, je älter wir werden. Doch halt! Fast hätte ich die heranreifende Jugend vergessen, die es ja auch nicht immer leicht hat, wenn die kurze Zeit eintritt, in denen mehr oder weniger Pusteln den Grad der Begehrtheit ungewollt vermindern können. All das muss aber kein unabwendbares Schicksal sein. Eine sanfte Pflege der strapazierten oder pubertätsbedingt veränderten Oberfläche des Gesichts kann ganz dezent und gleichzeitig effizient mit einem Gesichtsbad behandelt werden. Dazu reicht ein Waschbecken oder ein griffbereites Lavoir, die in geeigneter Höhe ein mehrmaliges Untertauchen des Gesichtes ermöglichen. Um die Haut im Gesicht derart zu behandeln, taucht man einige Minuten lang das Antlitz bis über die Augen solange in den ziemlich warmen darin enthaltenen Kräuterabsud, bis man zum nötigen Atemholen auftaucht, um den Vorgang erneut fortzusetzen. Zum Schluss endet man mit einem kalten Gesichtsguss.

Eichenrinde fürs Gesicht:

Zur Anregung der Gesichtsdurchblutung und zum Erweichen von Pusteln setzt man 150 g getrocknete und zerkleinerte Eichenrinde (Quercus robur) 8 Stunden lang in 2 Liter kaltem Wasser an. Danach gründlich aufkochen, abseihen und in das vorbereitete Becken füllen, noch kaltes Wasser hinzugießen, um bei verträglicher Temperatur das Gesicht darin wie oben beschrieben zu baden.

Eichenzweig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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