Den Druck senken

Im Blut und im Leben

Fasten ist kein Leistungssport. Es ist sicherlich gut, im Laufe der Zeit eine gewisse Konsequenz in Sachen Mäßigung und körperlicher Ertüchtigung aufzubauen. Dennoch wäre es gefehlt, sich selbst und vor allem andere unter Druck zu setzen. Wir dürfen uns ruhig dabei ertappen, wenn wir z. B. über andere nörgeln und eher ungenießbar sind und uns gleichzeitig eingestehen, dass wir uns selbst gar nicht richtig mögen. Schauen wir doch einmal auf die Misteln (Viscum album), die als Baumschmarotzer hoch oben in den Zweigen ihrer Wirte hausen und für eine schnelle Ernte zwischendurch kaum erreichbar sind. Die haben es anscheinend geschafft. Fühlen wir uns etwa zu niedrig angesichts einer derartig erhöhten Position? Erst, wenn wir uns etwas beweisen können, stimmt das Selbstwertgefühl wiederum. Würde sich diese Behauptung als wahr erweisen, müsste sich die Welt mitsamt den Menschen ja schon dreimal gebessert haben. Aber nichts von alledem ist zu bemerken. Für den Bluthochdruck kann es viele Ursachen geben. Diese können körper- und veranlagungsbedingt zur Last werden. Aber es gibt keinen menschlichen Leib auf Erden, an dem sich nicht auch gleichzeitig der seelische Zustand seines „Besitzers“ ablesen lassen könnte. In der „normalen“ Arbeits- und Lebenswelt sind überhöhte Erwartungen jeweils an der Tagesordnung. Ohne Rücksicht auf den tätigen Erdenbürger bleiben der Profit und der wirtschaftliche Erfolg das Maß aller Dinge. Abgesehen davon, dass hierin eine unmoralische und sündhafte Komponente des marktwirtschaftlichen Denkens zum Vorschein kommt, attestiert ein hoher Blutdruck bei vielen von uns, dass mit unserer Zeit etwas nicht stimmt. Um auf die Mistel zurückzukommen, brauchen wir nicht beim Neid bleiben, da sie hoch über unseren Köpfen lebt. Vielmehr kann sie zusammen mit anderen Kräutern mithelfen, den Blutdruck auszugleichen.

Misteltee zubereiten:

2 Teelöffel voll der getrockneten und zerkleinerten Pflanzenteile (aber ohne Beeren und 1 Jahr gut abgelagert!) werden in 1/4 Liter kaltem Wasser am Abend angesetzt und am Morgen abgesiehen und aufgewärmt. Gleich nach dem Aufstehen eine Schale davon trinken und die nächste dann am späten Nachmittag. 3 Wochen lang durchführen, ehe man 1 Woche pausiert.

Mistel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Kommentare geschlossen.