Ein Kontrapunkt zum Weihnachtsbaum

Die Birke im Winter

Keine Angst, ich will Ihnen nicht die Sehnsucht nach Harmonie und Wohligkeit nehmen, wenn ich heute ein wenig unsere Art der äußerlichen Gestaltung des Advents in Frage stelle. Aber dennoch möchte ich zaghaft anfragen, warum denn schon vor dem Weihnachtsfest unzählige Christbäume die Plätze und Straßen schmücken müssen? Nun gut, als katholischer Geistlicher darf ich in diesem Fall ganz nüchtern feststellen, dass Christbäume nicht im Geringsten eine liturgische Funktion besitzen. Dennoch hat der Brauch des Weihnachtsbaumes durchaus einen Sinn und eine Aussage. Es hat aber noch ein paar Tage Zeit, um das näher zu erklären. So mache ich mich im Geiste zu einem Spaziergang auf und bleibe am Rande des Waldes vor einer blätterleeren Birke stehen. Die scheint so gar nichts Adventliches und erst recht nichts Weihnachtliches an sich zu haben. An ihren Ästen hängen die Zweige eher traurig herunter, als würden sie noch immer den Sommer schmerzlich vermissen. Doch die weiße Rinde am Stamm tritt nun deutlich hervor. Es ist, als ob dieser Baum extra ein festliches Gewand angelegt hätte, wie wenn er einen hohen Gast erwarten würde. Na ja, und im Handumdrehen sind wir damit wieder beim Advent. Obwohl die Kaufkraft in dieser Zeit für viele Segen oder eher einen Gewinn bringen möge, so sind die Wochen vor Weihnachten im ursprünglichen Sinn nichts anderes als eine Phase der bewussten Einkehr und der Verinnerlichung. Momentan ruht die Birke, vor der ich im Geiste stehe, aber bald schon wird ihr Saft wieder Leben nach oben bringen. Nach innen zu gehen und zu blicken: dazu möchte ich heute mitten im Advent noch einmal einladen. Die Birke stiehlt dabei sicher nicht dem Christbaum die Show, sondern hilft uns vielleicht, selbst zur Ruhe zu kommen.

Entwässern mit Birkenblätter-Tee:

Sofern der Arzt seines Vertrauens es gestattet, kann man bei Wasseransammlungen im Körper die Hilfe der Birke in Anspruch nehmen. Von getrockneten Birkenblättern werden in diesem Falle 2 Teelöffel voll mit 1/4 Liter Wasser übergossen und nach 15 Minuten abgeseiht. Eine Woche lang kann man je 3 Tassen pro Tag davon trinken, um hernach wieder eine Pause in der gleichen Länge einzulegen.

ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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