Nicht vom Dach fallen

Die Hauswurz findet jedenfalls Halt

Sie ernten meine volle Bewunderung: sämtliche Berufstätige, die in meist schwindelnder Höhe agieren müssen! Dazu zählen Dachdecker genauso wie Zimmermeister, Spengler und ähnliche Meister ihres Faches. All diese Fertigkeiten werden einerseits benötigt und bergen gleichzeitig immer ein gewisses Risiko in sich. Es bedarf eben einer guten Ausrüstung genauso wie einer stabilen Balance, um im wahrsten Sinne des Wortes alles unter Dach und Fach zu bringen. Das Heilkraut Dach-Hauswurz hat sich ebenfalls in die Höhe vorgewagt, um anscheinend eine bessere Aussicht zu genießen. Spaß beiseite: natürlich hat sich der Mensch seit vielen Generationen die guten wasserspeichernden Funktionen der Dach-Hauswurz (Sempervivum tectorum) zunutze gemacht. Immerhin zählt sie zu den Dickblattgewächsen (Crassulaceae) und kann so auf einem Untergrund aus Stein oder eben aus gebrannten Dachziegeln großartig zurechtkommen. In vielen ländlichen Gegenden erkor man früher ganz einfach die halbkugelförmig aneinandergereihten Blattrosetten, die eine mehrjährige Hauswurzpflanze ausbildet, als guten Kompagnon, der auch dazu diente, um das Wetter oder gar das eine oder andere Schicksal vorherzusagen. Um nicht den Aberglauben zu fördern, möchte ich mich nicht weiter in diese Thematik vertiefen. Sollte aber jemand doch ein Pech haben und aus größerer Höhe herunterfallen, dann ist der Dickhäuter Hauswurz ebenfalls zur Stelle. Jedoch darf der Betroffene nur Prellungen von seiner jähen Reise zu Boden davongetragen haben.

Ein altes Hausmittel bei Prellungen:

Hat man sich seine Knochen etwas heftiger angestoßen und wurde vom Arzt lediglich eine Prellung festgestellt, kann man frische Hauswurz-Blätter zerhacken und auspressen. Dem daraus gewonnenen Saft fügt man so viel Schmalz hinzu, dass man eine streichbare Masse anrühren kann. Das Gemisch wird auf ein Leinenfleckchen aufgetragen und auf die schmerzende Stelle 8 Stunden lang mit einem Tuch gebunden. Danach abnehmen und mit Arnikatinktur abwaschen. Nach einigen Stunden Pause wiederholen, um eine Besserung zu bewirken.

ⓒ Foto: Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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