Verschieden dicke Haut der Menschen

Der Quendel stärkt die Nerven darunter

Die jeweils subjektive Wahrnehmung ist und bleibt nun einmal subjektiv. Nichts desto trotz ist die eigene Empfindung eminent wichtig. Die ganze eigene Persönlichkeit und Charakterform kommt darin zum Ausdruck. Je nach Typ unterscheidet sich dabei auch das Maß an Sensibilität und Belastbarkeit. Um das Nachsinnen über das jeweilige Wesen von so vielen Mitmenschen einschließlich meiner selbst zu vereinfachen, können wir zwei Gruppen festlegen, zu denen wir mehr oder weniger zählen: die Dünnhäuter und die Dickhäuter. Mit diesen beiden Begriffen ist aber keineswegs die quantitative Stärke und Festigkeit der Oberhaut gemeint, sondern vielmehr das Nervengerüst darunter. Gehen wir auf die Suche nach einem Kraut, das unsere Nerven stärkt, landen wir über kurz oder lang beim Feldthymian, der vielfach auch als Quendel bezeichnet wird. Die Heilwirkung dieses herrlich duftenden Gewächses aus der Familie der Lippenblütler wird durch seinen reichen Gehalt an ätherischen Ölen bestimmt. Der sonnenliebende und kleinwüchsige wilde Thymian hat auswurffördernde, magen- und nervenstärkende Eigenschaften. Lunge, Magen und Darm sind die Organe, die bei psychosomatischen Störungen am ehesten einen Indikator für eine Schieflage unserer Verfasstheit abgeben. Daher haben sie durchaus einen wesentlichen Einfluss auf unsere Nerven, die wiederum ihrerseits von einer guten Versorgung durch die primären Verdauungs- und Atmungsorgane abhängen. Bei einem Ungleichgewicht in dieser Hinsicht kann der Quendel wahrlich helfend zur Seite stehen und uns als sensibler Freund aus dem Pflanzenreich erneut auf die Sprünge helfen. Er selber wächst ja eher dicht am Boden und macht nicht viel Aufsehen um seine Gestalt. Dafür besitzt er eine warme und wärmende Ausstrahlung, die den Nerven in jeder Lage gut tut.

Quendeltee als Tagesrahmen:

Vom frischen oder getrockneten Quendelkraut nimmt man 2 Teelöffel voll, um sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser aufzugießen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Mit ein wenig Honig süßen und am Morgen und am Abend je ein Häferl voll trinken. Das stärkt die Nerven und mehrt die Lebensenergie.

ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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