Die alten Föhren und die Hubertuskapelle

Verweilen und Gedenken

Selten genug habe ich die Gelegenheit, mich nach getaner Arbeit ins Auto zu setzen, um für kurze Zeit meine Heimat aufzusuchen und rund um das romantische Städtchen Drosendorf spazieren zu gehen. Unlängst war es wieder so weit. Die Sonne meinte es gar gut mit dem Land an der Thaya, und das Thermometer schaffte es selbst im Waldviertel, jenseits der 30°C-Marke zu klettern. Doch unter dem Schatten der Bäume war es ganz angenehm und ein Verweilen darin ein echter Genuss. So stellte ich mein Auto in den Schatten und ging eine Zeit lang durch den regengetränkten Wald. Am Rückweg machte ich noch einen Abstecher zur Hubertuskapelle, die einst 1960 unter der Mitwirkung meines verewigten Vaters errichtet wurde und zwischen zwei alten Waldkiefern an der Straße nach Unterthürnau steht. Ausruhen und zurückschauen. Dankbar werden und wiederum in die Zukunft blicken. Auf die eigene Lebensgeschichte stolz sein. Atem schöpfen und dabei bemerken, wie die alten Föhren seit Generationen mithelfen, dass uns Menschen Sauerstoff zur Verfügung steht. Die beiden alten Bäume haben ihren Standort nie geändert, weil sie keine Mobilität brauchen. Umso mehr trieben sie ihre starken Wurzeln in den Untergrund und finden damit bis heute Halt. Ohne es zu wollen und ohne es entschieden zu haben, stehen diese alten Bäume da und tragen mittlerweile das Schild „Naturdenkmal“ an ihrer Rinde. Heiliger Hubertus, bitte nicht nur für die Jäger! Bitte für alle Menschen, damit sie die Schätze der Natur als großartiges Geschenk für ihr oft beschwerliches Leben entdecken können!

Zapfensalbe selbst gemacht:

4 frische grüne Kiefernzapfen werden zerkleinert und in 100 g Schweinefett, das zuvor erhitzt und geschmolzen wurde, hineingemengt. 1 bis 2 Stunden ausziehen lassen, abschließend nochmals erwärmen, abseihen und in ein dunkles Glasgefäß füllen, das man nach dem Auskühlen verschließt und kühl lagert. Diese Salbe kann bei Erkältungen, bei Rheuma- und Gichtschmerzen verwendet werden.

ⓒ Hubertuskapelle mit Kiefern bei Unterthürnau, Foto Benedikt Felsinger, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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