Die Himbeeren pflücken

Dabei die ganze Pflanze schätzen

Haben Sie schon einmal den Ausdruck „Früchtetraum“ gehört? Verschiedenste Rezepte für Süßspeisen oder Eisbecher führen zu einem dementsprechenden Ergebnis, das dann in Wahrheit diesen Namen verdient. Gottlob müssen die Zutaten dafür jetzt nicht mehr aus den Glashäusern oder aus südlichen Ländern bezogen werden. Es genügt ein wenig Zeit, um die frischen Beeren aus dem eigenen Garten oder aus dem nahen Wald zu holen und mit ein paar Handgriffen zuzubereiten. Das Lob an den Gastgeber samt seiner Küche ist dann so gut wie sicher. Momentan hat die Himbeersaison voll eingesetzt. Je nach gezüchteter Art können diese schmackhaften Früchte fast den ganzen Sommer über geerntet und verarbeitet werden. In der Volksheilkunde greift man überdies seit vielen Generationen auf die grünen Pflanzenteile der Beerenstauden zurück. Von der Waldhimbeere können in den Monaten Juni und Juli die Sprossen und die zarten Blätter abgezupft und getrocknet werden. Wie vor kurzem schon von den Schwarzen Johannisbeeren berichtet wurde, kann man auch aus Himbeerblättern einen Tee zubereiten, der eine breite Anwendungsskala vorzuweisen hat. Zu allererst kann dieser Absud bei Magen- und Darmbeschwerden hilfreich sein. Hat jemand vorübergehend Durchfall oder unangenehmes Bauchgrimmen, geht er nicht fehl, wenn er auf den Himbeerblättertee zurückgreift und ihn als Tagesgetränk zu sich nimmt. Ja, oft übersieht man gar heilvolle Gewächse, denen man nur das eine oder andere zutraut. Aber passiert uns das nicht auch bei der Einschätzung anderer Menschen, die zu allererst mit der Brille unserer Vorurteile betrachtet werden?

„Waschmittel“ Himbeere:

Frische oder getrocknete Himbeerblätter können im Heißaufguss so aufbereitet werden, dass der gewonnene Tee auch für Waschungen der Haut herangezogen werden kann. Diese Anwendung ist vor allem dann sinnvoll, wenn der eine oder andere unter Flechten, Hautunreinheiten oder Geschwüren verschiedenster Art leidet. In diesen Fällen kann man sich damit ebenfalls Umschläge machen.

ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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