Frisch ist er am besten

Der Gartenkerbel bringt Würze und Vitamine

Im Mittelalter war es üblich, nach Möglichkeit ganz bestimmte Heilkräuter auf den Beeten neben dem Haus stehen zu haben. Dazu zählte auch der Echte Kerbel (Anthriscus cerefolium), in dessen züchterischer Nachfolge der so genannte Gartenkerbel steht. Diese Pflanze ist ein Mitglied der großen und artenreichen Familie der Doldengewächse (Apiaceae). Jedes Jahr kann man auch heute noch den Kerbel in seinen Garten säen, um ihn dann gleich frisch und von schädlichen Stoffen unbelastet in die Küche zu holen und ins Essen zu integrieren. Die jungen Blätter eignen sich hervorragend als Suppen- und Soßengewürz, sie passen aber auch in die Kräuterbutter, auf Fisch und vor allem in alle Arten der Aufbereitung von Topfen. Mit dem Gartenkerbel wird nicht nur ein lebendigerer Geschmack ins Essen eingebracht, sondern insbesondere auch die wertvollen Vitamine, die unser Körper immer wieder von Neuem braucht. Ein Inhaltsstoff, der den Pflanzenteilen des Kerbels innewohnt, ist das ätherische Öl Isoanethol. Im Gegensatz zu vielen anderen Kräutern kann man die Blätter des Kerbels nicht trocknen, da sie sonst ihre Wirkung verlieren würden. Gleich dem Schnittlauch ist es aber möglich, die frisch geernteten Blätter in der Gefriertruhe für den späteren Gebrauch einzufrieren. Vom Gartenkerbel lassen sich auch die Samenkörner ernten, die man zur Herstellung eines Tees gut verschlossen aufbewahren kann. Diese Zeilen mögen eine Einladung an alle sein, die den Kerbel noch nicht kennen, auf die Suche zu gehen und ihn einmal auszuprobieren.

Eine leichte Mahlzeit:

Magertopfen lässt sich gut streichfähig machen, indem man ihn mit Sauerrahm mischt. Darüber streut man dann feingeschnittenen Schnittlauch und ebenso aufbereitete Kerbelblätter, die man frisch aus dem Garten geholt hat und bedeckt damit in beliebigem Maße die Oberfläche der nächstliegenden Brotscheibe. Mahlzeit!

Foto: Flickr, douneika

Kontakte suchen und pflegen

Ein Händedruck ist etwas wert

Heute vor einer Woche durfte ich noch kurz in Salzburg weilen. Die Benediktion des neuen Erzabtes vom Stift St. Peter fand am Sonntag davor statt und es war ein prächtiges Fest. Der nunmehrige Klostervorsteher des ältesten Stiftes Österreichs hatte im wahrsten Sinne beide Hände voll zu tun, um Unzählige zu grüßen und deren Segenswünsche entgegenzunehmen. Wie viele Hände da wirklich geschüttelt wurden, wird in keiner Chronik vermerkt werden. Das ist auch nicht notwendig. Ich möchte aber diesen Anlass gerne nutzen, um wieder einmal genauer die Weise zu betrachten, wie wir miteinander kommunizieren. Ein direkter Gruß, ein respektvolles Wahrnehmen, ein Augenkontakt und ein Händeschütteln sind wahrlich nicht mehr selbstverständlich in unserer Zeit. Aber der Herrgott hat uns doch gerade des Gesicht und die Hände dafür gegeben, dass wir aus uns herausgehen und die Gemeinschaft mit unseren Mitmenschen suchen. Die Hände sind nicht nur zum Arbeiten da, sondern auch zum Gruß und zur Zärtlichkeit. Aus dieser Feststellung darf durchaus folgen, dass wir die Hände über das Waschen hinaus pflegen und im obigen Sinne einsatzbereit halten. Die Haut auf unseren Tast- und Greiforganen ist gleichzeitig mit ihren übrigen Flächen so etwas wie ein Filter und ein Tor für die Gesundheit unseres Organismus. Die Wirkstoffe der Heilpflanzen finden gerade auch über sie den Eingang in die heilenden Kreisläufe des Körpers. Wir dürfen uns ruhig ab und zu unseren Händen gegenüber dankbar zeigen und erweisen.

Ringelblumen-Tee für die Hände:

2 Esslöffel voll Ringelblumen-Blüten mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und solange ziehen lassen, bis das Wasser Körpertemperatur erreicht hat. Anschließend abseihen und 1 Esslöffel Honig hineinmischen, um die Hände darin zu baden. Das pflegt nicht nur die Haut, sondern stärkt gleichzeitig das Wohlbefinden.

Gedanken und Sorgen

Mütter brauchen auch Gelassenheit

Wer kennt das nicht: Hundsmüde und dennoch nicht schlafen können? Ja, schuld daran ist dann meist nicht der schnarchende Bettnachbar oder die Straßenlaterne vor dem Fenster, sondern es sind rotierende Gedanken, die einfach nicht aus dem Kopf wollen und das Herz nicht zur Ruhe kommen lassen. Besonders betroffen sind davon die Mütter, die sich manchmal bis ins hohe Alter Sorgen um ihre wie auch immer gereiften Kinder machen. Da ist es meist nutzlos, zu sagen, dass sie sich kein unnötiges Nachdenken aufbürden müssen. Zum wiederholten Male möchte ich daher darauf aufmerksam machen, dass Körper, Geist und Seele eine Einheit sind, die man nicht so einfach auseinanderdividieren kann. Viel besser ist es da schon, sich diese Verbindung zunutze zu machen. Über den Leib ist es möglich, dem Geist die nötige Ruhe und Gelassenheit zumindest in einem gewissen Maße zukommen zu lassen. Die wertvollen Inhaltsstoffe bzw. die ätherischen Öle der Heilkräuter wirken dabei sehr dezent auf den aufgewühlten Gesamtzustand der jeweils Betroffenen. Und noch eines ist wichtig: jeder Tag hat seine eigene Mühe und daher ist es sehr ratsam, durch ein vom Glauben an Gott genährtes Vertrauen auch dem Schöpfer des Himmels und der Erde seinen Part an der Fürsorge für die einem Anvertrauten zu überlassen. Am besten gelingt das durch ein Gebet, in dem wir alle unsere Sorgenkinder der Vorsehung des Allerhöchsten anvertrauen können. Heute erinnert uns schon allein der Sonntag daran, dass wir alle dem Herrn gehören.

Bald ist Muttertag:

Ein Kräuterkissen und ein Likör sind eine wunderbare Kombination, um den oft so besorgten Müttern eine Freude machen zu können. Im Polster befinden sich getrocknete Kräuter wie etwa Thymian, Salbei, Melisse und Lavendel, die alle mithelfen, dass beim Schlaf über die Nase die Seele gleichsam gestreichelt wird. Und den Likör kann man tagsüber löffelweise einnehmen, damit das Gemüt nicht ganz in den Keller sinkt und der Körper zur Entspannung findet. Das Kräuterkissen „Fürs Wohlbefinden“ und der Likör „Frohes Gemüt“ sind als Aktion zusammen um € 21,50 im Kräuterzentrum Karlstein erhältlich. (beratung@kraeuterpfarrer.at)

Das Kräuterkissen ist ebenso im Webshop auf www.kraeuterpfarrer.at erhältlich.

Trockenlegung einmal anders

Hausmauer und Körper brauchen es

Ein historisches Haus ist etwas Wunderschönes. Für mich empfinde ich es als Gnade, in einem durchaus betagten Gemäuer wohnen zu dürfen. Die Proportionen und die gekonnte Ästhetik alter Handwerker und Maurer sind bis heute unübertroffen. Wer sich aber ein Haus aus vergangenen Jahrhunderten erwirbt und herrichtet, weiß auch, wie arbeitsreich und finanziell durchaus kostspielig das ist. Mit einem Problem wird man dabei fast immer zu kämpfen haben: es sind die feuchten Mauern. Mittlerweile gibt es ja ganz wirkungsvolle Methoden, um diesem lästigen Zustand beizukommen, doch heißt es auch oft, mit diesem Umstand einfach zu leben. Betrachten wir unseren Körper, so kann es vor allem im fortgeschrittenen Alter ebenfalls vorkommen, dass sich an bestimmten Stellen des Körpers übermäßig Flüssigkeit ansammelt. Das ist immer ein Grund, um mit ärztlicher Hilfe der Ursache für diese Veränderung auf den Grund zu gehen. Dabei sollte man nicht nur nach dem Augenschein urteilen, sondern vor allem die Herztätigkeit, die Leberfunktion und die Nierentätigkeit unter die Lupe nehmen. Darüber hinaus gibt es noch mehrere Gründe für so genannte Wasseransammlungen oder Ödeme. Je nach körperlicher Gesamtkonstitution ist es dann wichtig, Möglichkeiten zu schaffen, um diese Flüssigkeit aus dem Körper wiederum abtransportieren zu können. So ist vor allem auf das Herz Rücksicht zu nehmen, das bei einer Drainage des Organismus besonders gefordert wird.

Die Wurzel der Brennnessel:

Pfarrer Sebastian Kneipp hat einmal gesagt: „Brennnesselwurzel-Tee räumt überhaupt mit faulen Säften auf.“ So kann man also aus den unterirdischen Sprossen der Brennnessel einen Tee in Abkochung zubereiten, von dem man bei beginnender Wassersucht 3 Tassen pro Tag trinkt, um die dadurch hervorgerufene „trocknende“ Wirkung auszunutzen. Wichtig ist dabei aber die Begleitung durch den kompetenten Mediziner.

Spürt die Signale!

Rheuma und Gicht ernst nehmen

Heilkräuter sind weder Wunder-Wuzzis noch hochdosierte Pharmazeutika, die im Handumdrehen einen geänderten Zustand der Physis oder der Psyche bewirken, sondern sie sind in erster Linie Mitgeschöpfe, die dafür dem Menschen an die Seite gestellt wurden, damit sie ihn begleiten. Wer sich eingehend mit den einzelnen Heilpflanzen in der freien Natur beschäftigt, dessen Lebenseinstellung wird sich langfristig ändern, und das liebevolle Umgehen mit den botanischen Reichtümern wirkt sich dann so gesehen in einem längeren Zeitraum ebenfalls positiv auf unsere Psyche und auf unsere Physis aus. Bei vielen Krankheiten, die sich im Laufe der Jahre einstellen, geht es ja vor allem darum, wie der jeweils Betroffene sein Leben gestaltet. Und da steht doch letztendlich außer Zweifel, dass es etwas zu ändern gilt. Oft überhören oder übersehen viele von uns die Signale, die der Körper aussendet, um dann schließlich vor manchen irreversiblen negativen Veränderungen des Organismus zu stehen. Ein Thema, das viele Leser beschäftigt, ist Rheuma bzw. Gicht. Und es sind vor allem Schmerzen, die den veränderten Stoffwechsel des Körpers und die daraus folgenden Ablagerungen in den Gelenken anzeigen. Jetzt im Frühjahr laden uns eben die hervorsprießenden Kräuter und die austreibenden Bäume wiederum ein, das Leben mit ihrer Hilfe ein Stück weit erträglicher zu machen.

Teemischung für Betroffene:

Einst hat Hermann-Josef Weidinger folgende Mischung bei Schmerzen empfohlen, die durch Gicht und Rheuma ausgelöst werden: 3 Teile getrocknete und zerkleinerte Weidenrinde, 2 Teile ebenso aufbereitete Birkenblätter und 1 Teil Brennnesselblätter. Alle drei abmischen und 2 Teelöffel davon mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen und abseihen. Am besten täglich 3 Schalen voll davon trinken.

Die Wildform des Spinats

Schon einmal etwas vom Guten Heinrich gehört?

Die Liturgie im Ritus der römisch-katholischen Kirche kennt einen so genannten Farbkanon. Das besagt, dass zu bestimmten Festen die liturgischen Gewänder in einer bestimmten Farbe getragen werden. Zurzeit sind für den Osterfestkreis, der bis Pfingsten dauert, weiße Paramente in Verwendung. Im „normalen“ Wochenlauf des Jahres ist dann wiederum die Farbe Grün vorgesehen, außer es unterbricht ein Fest Christi oder eines Heiligen den Jahreskreis. Erst im Advent werden dann wie zur Fastenzeit violette Gewänder bei den Gottesdiensten getragen. Die Farbe Grün bezeichnet die göttliche Tugend der Hoffnung. Die damit verbundene positive Sicht des Lebens soll eben den Alltag durchdringen, auch wenn es nichts Besonderes zu feiern gilt. Für die Farbe Grün steht im Reich der Pflanzen ein heute oft vergessenes Wildgemüse als Symbolpflanze Pate: der Gute Heinrich (Chenopodium bonus-henricus), der auch als Wilder Spinat bezeichnet wird (siehe Überschrift). Und in der Tat ist das besagte Kraut mit dem populären Spinat innerhalb der Fuchsschwanzgewächse verwandt.
Der Gute Heinrich hat eine große Verbreitung und liebt es, als Pionierpflanze schottrige Böden mit etwas Stickstoffgehalt zu besiedeln. Sein ursprüngliches Heimatrecht besaß der Gute Heinrich vor allem in Mitteleuropa, wurde aber mittlerweile auch auf anderen Kontinenten durch Menschenhand angesiedelt. Wer es sich zum Ziel gesetzt hat, bei der Anreicherung des eigenen Speiseplans auf Wildgemüse zurückzugreifen, ist gerade jetzt im Frühling beim Guten Heinrich an der richtigen Adresse.

Die jungen Blätter ernten:

Ab April können die jungen Blätter des Guten Heinrichs samt den zarten Trieben gesammelt werden, um sie in Kräutersuppen, in Salate oder Gemüsemischungen einzubringen. Somit ist der Wilde Spinat zeitlich gesehen im Vorsprung, während auf den Beeten das andere grüne Allerlei noch Zeit braucht, um heranzuwachsen.

Hoffnung demonstrieren

Dem Salbei beim Wachsen zuschauen

Unter den Heilkräutern gibt es gewisse Favoriten, die fast jedermann bekannt sind. Dazu zählen Kamille, Ringelblume und vor allem der Salbei (Salvia officinalis). In sehr milden Klimazonen unserer Heimat war es vielleicht möglich, dieses beliebte Gewürzkraut im Garten überwintern zu lassen. Dazu war es notwendig, die einzelnen Stauden im Herbst nicht übermäßig zurückzuschneiden und sie vor der frostigen Zeit mit etwas Erde anzuhäufeln oder zumindest mit ein paar Tannenzweigen zu überdecken. Der diesjährige Spätwinter hat aber vielleicht hier und dort ein paar Opfer unter den Salbeipflanzen gefordert. Aus heutiger Sicht scheint diese Gefahr gebannt, obgleich die Eisheiligen noch eine gewaltige Prüfung für unsere Vegetation insgesamt mit sich bringen können. Dennoch ist auch in der Gartenpflege die Angst eine schlechte Lehrmeisterin. Vielmehr dürfen wir die Hoffnung mithilfe von Topfpflanzen zum Ausdruck bringen, die wir an einen geeigneten Standort stellen können. Und dabei soll eben auch der Salbei mit seiner heilvollen Aura nicht vergessen werden. Immerhin kann man ihn dann den Sommer über zum Blühen bringen und ihn so als ästhetischen Akzent inmitten der anderen botanischen Schönheiten im Garten zur Wirkung kommen lassen. Auf jeden Fall sollte der Salbei in greifbarer Nähe sein, um ihn auch praktisch für die Küche und die naturheilkundlichen Anwendungen nützen zu können. Egal, ob nun ein Stöckl Salbei im Beet sitzt oder im Topf am Wegrand steht: je mehr Liebe er in seiner Pflege erfährt, umso reicher wird sein Dank in einem vollen Wuchs ausfallen.

Den Salbeitee nicht vergessen:

Unser Körper ist mit einer Vielzahl von Drüsen ausgestattet, die fleißig ihren Dienst tun und uns das Wohlbefinden ermöglichen. Mithilfe von Salbeitee kann man sämtliche Drüsen stärken und in ihrem Zusammenwirken unterstützen. Deshalb kann man ruhig pro Woche einen Salbeitag einlegen, ohne einen Gewöhnungseffekt fürchten zu müssen.

Sich richtig auf den Kopf greifen

Oder es einfach delegieren

Es kann mehrere Gründe geben, um seine Hand Richtung Kopf zu bewegen. Meistens meinen wir, dass uns andere Grund dafür liefern. Schuld daran ist folglich oft deren zu geringe Auffassungsgabe, ein dementsprechendes Fahrverhalten auf der Straße oder ein in unseren Augen penetrantes Verhalten, durch das unsere Freiheit eingeschränkt zu sein scheint. Mir liegt es aber wirklich ferne, irgendwelche Aggressionen zu schüren oder jemanden aufzuhussen. Denn eigentlich möchte ich vom Kopfweh reden. Gerade dann, wenn unsere Hirnhülle schmerzt, führen wir instinktiv unsere Hand zum Kopf. Und das ist gut so. Unsere „Greiferchen“ sind ja schließlich nicht nur dazu da, um Geld aufs Konto zu wirtschaften, sondern Zuwendung zu sich und anderen zum Ausdruck zu bringen. Wenn also nun das Haupt schmerzt, gibt es mehrere Möglichkeiten, um diesem unangenehmen Zustand beizukommen. Eine davon ist es, den Kopf an besonderen Stellen mit Kräuterölen einzureiben. Eine Zone wäre dabei die Schläfengegend, dann der so genannte Ohrenknochen, den man leicht als spürbaren Vorsprung hinter dem Ohr ertasten kann und schließlich das Genick. Nicht vergessen sollte man zudem die Muskulatur auf unseren Schultern. Da man gerade letztere Bereiche schwerer aus eigenen Stücken behandeln kann, sind die helfenden Hände eines anderen, denke ich, durchaus willkommen.

Öl-Auszüge bei Kopfschmerzen:

Aus vielen Erfahrungsberichten Betroffener haben sich bei Kopfschmerzen vor allem Johanniskrautöl, Eukalyptusöl und Kümmelöl als wirkungsvoll erwiesen. Darüber hinaus kann man auch Ölauszüge verwenden, die mithilfe von Pfefferminze oder Kamillenblüten hergestellt wurden.

Alles hängt zusammen

Mit Kräutern eine Verbindung herstellen

Spezialisten sind sehr oft gefragt. Ich selber kenne mich bei nur wenigen technischen Gegebenheiten aus. Bei einem motorbezogenen Defekt meines Autos suche ich die kompetente und autorisierte Werkstätte auf, die mit Hilfe eines Computers die Schwachstelle ausfindig macht, den Schaden diagnostiziert und in der Folge dann behebt. Das wäre mir persönlich z.B. unmöglich. So gut der Spezialist auf seinem Fachgebiet auch sein mag: irgendwann sind seine Grenzen erreicht. Oft kommt es auch vor, dass im psychologisch-medizinischen Bereich eben auf etwas hingewiesen werden muss, was beim ersten Augenschein als eine ganz andere Krankheit erkannt wurde. Ich meine eben, dass der Mensch jeweils aus mehr besteht als nur aus einzelnen Organen, die eben zufällig nebeneinander ihre Aufgabe erfüllen. Alles hängt doch im Inneren unseres Leibes zusammen und unterstützt bzw. bedingt einander. So braucht es nicht nur die Spezialisten, die einzelne Bereiche erkennen und behandeln können, sondern es ist im gleichen Maße notwendig, auch jeweils die Gesamtzusammenhänge unseres Organismus im Auge zu behalten. Hinzu kommt im gleichen Maße die Psyche, deren Pflege wir nicht vernachlässigen sollten. Die religiöse Tradition des Juden- und des Christentums hat dieses Zusammenspiel nie außer Acht gelassen, sondern in der biblischen Offenbarung an vielen Stellen für unsere Erinnerung festgehalten.

Ysop-Pulver einnehmen:

Die getrockneten Triebe des ursprünglich mediterranen Gewächses Ysop (Hyssopus officinalis) werden im Mörser zu einem zarten Pulver zerstampft. Mit Honig oder Marmelade vermischt kann man 3-mal täglich 1/2 Teelöffel voll dieses Ysop-Pulvers einnehmen, um so Leber, Galle, Nieren und Lunge in gleicher Weise zu stärken.

Leicht in den Tag einsteigen

Ab und zu am Morgen fasten

Unser Körper ist mehr als nur eine Maschine, die dazu bestimmt ist, biologische Abläufe zu vollziehen. Immerhin wohnt unsere Seele darin und bildet zusammen mit unserem Leib die Persönlichkeit, die jetzt unaustauschbar und einmalig auf dieser schönen Erde existiert. Von daher betrachtet ist es gut, das Sensorium unseres Verdauungstraktes herauszufordern und dafür zu sorgen, dass es für Magen und Darm auch Erholungsphasen gibt, damit eben schädliche Stoffe leichter abtransportiert und entsorgt werden können. In der Bibel heißt es so schön: Nicht nur vom Brot allein lebt der Mensch, sondern auch von jedem Wort aus Gottes Mund. Sollten wir daher nicht ab und zu dafür sorgen, dass wir gleich am Morgen eines Tages mit geistiger Nahrung in die neuen Stunden einsteigen? In meinem Kloster genieße ich einen gewissen Luxus. Gleich in der Frühe beginnen wir als Gemeinschaft mit dem Stundengebet jeden neuen Tag. Darin höre ich immer ein Stück der Heiligen Schrift bzw. einen Text der alten Kirchenväter oder eines Theologen. Erst nach dem Chorgebet geht’s zum Frühstück. So ist mir gewährleistet, dass ich auf jeden Fall Nahrung für die Seele erhalte. Mit ein bisschen Phantasie ist es wohl jedem möglich, sich so einen heiligen zeitlichen Winkel in aller Herrgottsfrüh einzurichten, damit eben nicht nur der Magen es ist, der unseren Tagesbeginn bestimmt. Ganz leicht können da ein gutes Buch, ein Gedicht, ein paar wertvolle Gedanken anderer Menschen oder einfach nur die Stille Elemente sein, die mir helfen, meinem Geist gerecht zu werden.

Mildes Morgenfasten:

Oft reicht ein Glas Butter- oder Sauermilch als Frühstück. Gesunde Menschen können auch auf ein wenig Fruchtsaft zurückgreifen, um damit den Tag zu beginnen. So bleibt der Magen leicht und der Kopf frei, um dem Geist mehr Raum zu lassen. Ab und zu kann das ja nicht schaden.