Die Kraft und Stärke der Melisse

Sie ist eine pflanzliche Friedensbringerin

Die Honigbiene mag diese Pflanze ganz besonders. Das wussten auch schon die alten Griechen. Daher benannten sie folgerichtig den heilsamen Lippenblütler nach dem emsigen Insekt, das sich für seine oftmaligen Ernteflüge an der Melisse stärkt und labt. Obwohl die Zitronenmelisse ursprünglich in wärmeren Gefilden rund um das Mittelmeer daheim war, haben die Klöster des Mittelalters diese Heilpflanze auch nördlich der Alpen kultiviert und somit bekannt gemacht. Das Herz und die Nerven hängen in ihrer Funktion für unsere Gesundheit eng zusammen. Da gibt es unvermeidlich Situationen in unserem Leben, die uns erregen und verunsichern und wo wir in der Folge beide bewusster spüren und bemerken. Die Melisse kann hier auf ganz sanfte Weise helfen, die Ruhe der Nerven wieder zu erlangen und Entspannung zu finden. So kann ein Tee aus getrockneten Melissenblättern z. B. dazu beitragen, Wetterfühligkeit und Schlafstörungen zu mindern oder gar zu vertreiben. Am besten trinkt man täglich drei Schalen davon. Für den kommenden Sommer, wenn das Kraut wieder blüht, ist der folgende praktische Tipp für Beruhigung über die Haut gedacht.

Tipp:

Melissen-Ölauszug selbst gemacht:
125 g Melissenblätter (Melissa officinalis) mit einem halben Liter pflanzlichen Öl 14 Tage in die Sonne stellen. Danach abseihen, auspressen und dann in dunkle Fläschchen füllen. In dieser Form ist der Melissen-Ölauszug sofort gebrauchsfertig. Bitte diese Essenz dunkel und kühl lagern!

Damit man wieder auf Touren kommt…

Die Schafgarbe kann helfen



Wetterfühlige kennen es, der gestresste Mensch verdrängt es, der Übernächtige merkt es ohne Zweifel: Wir sind dann und wann ziemlich müde! Dafür kann es vielfältige Ursachen geben. Außerdem sind uns oft die Möglichkeiten verwehrt, länger zu schlafen. Das wäre auch nicht immer gut, denn der Kreislauf erhält uns im rechten Maß munter und vital.
Vielen von uns ist die Schafgarbe bekannt. Aufgrund ihrer fein gefiederten Stängelblätter trägt sie in ihrer wissenschaftlichen Bezeichnung den Beinamen „millefolium“, was so viel wie tausendblättrig heißt. Sie zählt zu den Korbblütlern und ist eine ausdauernde Heilpflanze. Im Althochdeutschen bedeutet „garwa“ – die Heilende. In der Tat besitzt die Schafgarbe durch ihre Inhaltsstoffe eine große Breitenwirkung. Dazu zählt das Azulen, Blauöl genannt, das sich ebenso in der Echten Kamille wiederfindet. Dieses hat eine desinfizierende und entzündungshemmende Wirkung. Andererseits enthält das Schafgarben-Kraut den Bitterstoff Achillein, der sich anregend und tonisierend auf das Gefäßsystem, die Muskulatur und die Schleimhäute auswirkt. Die Schafgarbe wird in die Schar der Bitterkräuter eingereiht und zum Beispiel als Tee ohne Beimengung einer anderen Heildroge angewendet.

Und so wird der Tee zubereitet:
2 Teelöffel getrocknetes Schafgarbenkraut werden mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen. Dann lässt man es 15 Minuten lang zugedeckt ziehen und seiht den fertigen Tee anschließend ab. Über den Tag verteilt trinkt man am besten 3 Tassen davon. Die positiven Wirkungen der Schafgarbe zeigen sich in der Regulierung des Blutkreislaufes, in der Stärkung des Magens und in einem angeregten Appetit. Alles, was bitter ist, macht letztendlich lustig, gesund und munter!ChrisK4u>

Die Hagebutte wieder entdecken

In den Monaten Juni und Juli hat der stachelige Strauch sich bemüht, mit seinen gezüchteten Nachfahren in den vielen Gärten Schritt zu halten. Immerhin hat auch die Heckenrose schöne Blüten. Doch dann ging es den Sommer über ans Reifen. Jetzt im Herbst leuchten die Früchte der Heckenrose, die wir auch Hagebutten nennen, tiefrot von den mittlerweile blattlosen und stachelübersäten Zweigen. Seit dem Frühjahr haben viele Mitgeschöpfe die Heckenrosensträucher als Zufluchtsort oder gar als Kinderstube genutzt. Dazu zählen viele Vogelarten, Blindschleiche und Eidechse bis hin zu Igel und Hase. Im Volksmund werden die Hagebutten gern „Hetscherl“ genannt. Botanisch gesehen sind jedoch die behaarten Kerne der eigentlichen Früchte. In der Naturheilkunde wird die Hagebutte vor allem wegen ihres hohen Gehaltes an Vitamin C sehr geschätzt. Daher helfen die Früchte der Heckenrose bei Erkältungskrankheiten und sogar unterstützend zur Wundheilung. Als weitere Inhaltsstoffe finden sich Vital- und Mineralstoffe, Zucker und Vanillin, Gerbstoffe und Fruchtsäuren in den Rosenfrüchten. Um die Hagebutte nach ihrer Ernte gebrauchen zu können, ist es am besten, sie im Backrohr bei niedrigster Temperatur zu trocknen und zerkleinert aufzubewahren.

Hagebutten-Marmelade:
Die Hagebutten nach dem Frost sammeln und die Nacht über in einem irdenen Topf zum Auftauen stehen lassen. Zuvor werden Blüten- und Stielansätze entfernt. Mit ein wenig Wasser zustellen, weich kochen und das Ganze durch ein feines Kunststoffsieb passieren. Mit der gleichen Menge Gelierzucker 3 Minuten lang aufkochen. Danach wird die Marmelade heiß in Gläser gefüllt und langsam abkühlen gelassen. Ein Teelöffel voll morgens und abends eingenommen, kann vor allem Kindern helfen, allergieresistent zu bleiben.

Hagebutten stärken unsere Abwehrkräfte

Wegen ihrer Inhaltsstoffe gelten die Hagebutten oder Hetscherl als ganz wertvoll. Sie enthalten viel Vitamin C, andere Vitalstoffe, Mineralstoffe, Fruchtsäuren, Gerbstoffe, Zucker und Vanillin. Überall dort, wo im menschlichen Körper Abwehrkräfte mangeln, kann die Hagebutte erfolgversprechend einspringen.

Hagebutten-Tee:
Hagebutten sammeln, säubern und vorsichtig im Backrohr trocknen. Vor dem endgültigen Trocknen zerkleinern. Vor Feuchtigkeit geschützt aufbewahren. Nie in Metallgefäßen lagern oder verarbeiten, weil dadurch der Vitamingehalt ungünstig beeinflusst wird. Zwei Esslöffel Hagebutten werden in 1/4 Liter kochendes Wasser gegeben, kurz aufwallen lassen. Hagebuttenfrüchte-Tee ist über unseren Webshop erhältlich. Weiters verwenden wir Hagebutten in unseren beliebten Kräutertee-Mischungen wie z.B. „Lebensfreude“ oder „Für eine kräftige Abwehr“.

Hagebutten-Sirup:
Hagebutten entkernen, in Stücke schneiden. Mit kaltem Wasser bedecken. Kurz aufkochen. Erkalten lassen, auspressen. Für einen Liter Saft ein halbes Kilogramm Rohzucker hinzufügen, bis zur Eindickung erwärmen. In sterilisierte Flaschen füllen.
Bei Vitaminmangel löffelweise einnehmen.

Hagebutten-Marmelade:
Die Hagebutten nach dem ersten Frost sammeln. Dabei gleich Stiel und Blütenansatz entfernen. Die Früchte über Nacht in der Wohnung in einem irdenen Topf zum Auftauen stehen lassen. Mit wenig kaltem Wasser zustellen, weichkochen. Durch ein Kunststoffsieb passieren. Unter Beigabe der gleichen Menge Gelierzucker drei Minuten lang aufkochen. Heiß in Gläser füllen, in die vorher einige Tropfen Kognak oder Jamaikarum gegeben wurden. Gut verschließen. Auf feuchte Stoffunterlage stellen. Mit Wolldecke zum langsamen Auskühlen verhüllen. Kindern früh und abends je einen Teelöffel voll sechs Monate lang verabreichen – zur geistigen Anregung, zur Beruhigung, gegen Allergie-Anfälligkeit. Wir führen die „Vitamark“ kaltgerührte Hagebuttenkonfitüre in unserem Naturladen. Dieses Produkt ist auch über unseren Webshop zu erwerben.

Hagebutten-Saft und seine Zubereitungen:

Im Herbst, Oktober/November, werden die Hagebutten gesammelt. Nachdem sie bereits wenigstens einmal durch einen starken Frost erweicht worden sind.
 Dann werden die gereinigten Früchte mit lauwarmem Wasser leicht angefeuchtet. Über Nacht stehen gelassen, morgens ausgepresst. Dieser frische Presssaft muss innerhalb eines Tages verbraucht werden. 
Im Backrohr gut getrocknete Hagebuttenfrüchte können, trocken gelagert, auch während der Wintermonate zu Saft verarbeitet werden. Man übergießt sie sparsam mit kochendem Wasser. Rührt sie gut durch. Lässt zugedeckt über Nacht stehen. Presst morgens aus. 
Noch eine dritte Art der Saft-Zubereitung ist möglich, nämlich die Dampfentsaftung. 
Welche Vorteile bringt der Hagebutten-Saft mit sich? 
Neben der Schwarzen Johannisbeere zählt die Hagebutte zu unseren Vitamin-C-reichsten Früchten. Vom Vitamin C wissen wir, dass es an den funktionellen Stoffwechselvorgängen des Körpers beteiligt ist. Es hebt die Leistungskraft, schützt vor rascher Ermüdung, regt die Gehirnfunktion an. Im Hagebutten-Saft sind auch wertvolle Mineralsalze enthalten.
Nicht zu übersehen ist die Wirkung des Hagebutten-Saftes bei entzündlichen Krankheitsprozessen. Dazu zählen etwa Mittelohrentzündung, eitrige Mandeln und Bronchitis. Die Widerstandskraft des Körpers wird beachtlich gehoben, so dass man sich viel seltener erkältet und weitgehend gegen Grippe-Viren immun ist. Sollte man trotzdem unter das Rad solcher Epidemien kommen, dann gehen sie ohne Komplikationen viel rascher vorüber. Auch Parodontose, eine Zivilisationskrankheit, die mit Zahnfleischbluten ihren Anfang nimmt, kann mit einer einfachen Hagebutten-Saftkur hintangehalten und ausgeheilt werden. 


Hagebutten-Saftkur richtig durchführen:

4 bis 6 Wochen lang nimmt man morgens und abends je einen Esslöffel voll ein. Auf diese Weise kann man auch Kindern spürbar helfen, die in der Schule überfordert werden.
Je nach Alter genügen hier ein bis zwei Teelöffel pro Tag. Chronische Müdigkeit, häufig auftretende Ohrenschmerzen bei Kindern kann man einfach mit Hagebutten-Saft verscheuchen. Dieser Trank wirkt indirekt durch Steigerung des körpereigenen Abwehrsystems.

Die Früchte sind auch in der Küche gern gesehen
 
Hagebuttencreme 
Zutaten:


  • 500 g Hagebutten
  • 1/2 l Wasser 

  • 
3 EL Honig 

  • 
Saft einer Zitrone 

  • 
1/4 l Schlagobers

    
Vollkorn-Biskotten

 Zubereitung:
 Hagebutten-Kerne entfernen, waschen, in Wasser weichkochen. Saft abseihen, Früchte passieren und mit Honig vermischen.
    Hagebuttenmark schichtweise mit Schlagobers in Gläser füllen. Dazwischen Biskotten legen.

  • Harte Schale um einen wertvollen Kern

    Der Walnussbaum kann mehr, als nur Schatten spenden

    Die Kulturpflanzen haben etwas sehr Wichtiges mit uns Menschen gemein: Meist können sie auf eine lange Geschichte zurückblicken. Nehmen wir zum Beispiel den geschätzten Nussbaum in den Blickwinkel unseres botanischen Interesses, so dürfen wir vermuten, dass er ursprünglich in Asien beheimatet war und über Griechenland nach Mitteleuropa kam. Der antike Arzt Dioscurides bezeichnet bereits die Früchte des Baumes als „königliche Nüsse“, das genau die Übersetzung des wissenschaftlichen Namens Juglans regia ist. Wer einen Nussbaum in seinen Garten pflanzen möchte, bedenke, dass dieser im Laufe der Jahre immer mehr Platz braucht und einen großen Wurzelstock ausbildet. Die Walnuss gedeiht auf jedem Boden, egal, wie hoch der Kalkgehalt ist. Der Frost im Frühjahr ist nicht unbedingt der Freund des Nussbaums. Als heilkräftige Pflanzenteile kommen die frischen Blätter im Juni, die unreifen Früchte Anfang Juli und die reifen Früchte im Herbst infrage. Die Walnüsse enthalten wertvolles Öl, Eiweiß, Vitamine und vor allem Eisen. Anstatt Süßigkeiten Walnüsse zu sich genommen, stellt eine großartige Nervennahrung dar und stärkt noch dazu das Gedächtnis. Nicht umsonst haben die Walnüsse die Form des menschlichen Gehirns!

    Frühstückstipp für geistige „Schwerarbeiter“: Je 5 getrocknete Marillen und Zwetschken abends mit 1/2 Liter Wasser übergießen, am folgenden Morgen abseihen und das Wasser nüchtern trinken. Die übrig gebliebenen Früchte fein zerkleinern und mit 2 Esslöffeln Weizenkeimlingen, 1 Esslöffel Honig und 1 Esslöffel geriebener Walnüsse abmengen. Nach einer halben Stunde mit zwei Stück Zwieback zum Frühstück essen. Das fördert den Stuhlgang und belastet den Magen nicht.

    Mit der Wegwarte neu durchstarten

    Eine sympathische Hilfe am Straßenrand

    Es kann einem passieren, dass man sich von Menschen, die einem begegnen, spontan angezogen und angesprochen fühlt. Dafür mag es mehrere Gründe geben. Ich selbst fühle mich immer wieder zu Pflanzen hingezogen, die als Lebewesen eine Ausstrahlung besitzen. Wer sensibel genug ist, kann diese spüren. Mit der Wegwarte, meiner Favoritin unter den Heilkräutern, möchte ich mich bei allen, die diese Zeilen lesen, vorstellen. Als Chorherr des Stiftes Geras darf ich nun schon fast 30 Jahre im Waldviertel täglich den Schöpfer loben und für die Menschen als Seelsorger da sein. Wenn ich von meinem Kloster in die Dörfer fahre, die Heilige Messe zu feiern, da steht von Sommer bis Herbst hinein am Straßenrand die Wegwarte (Cychoriumintybus). Sie reckt auf ihren ästigen Stängeln ihre hellblauen Blüten zum Himmel, um das Licht des Vormittags für den Rest der Zeit zu speichern. An ihrem oft kargen Standort treibt sie eine kräftige Pfahlwurzel in den Boden, um Halt zu haben und Wasser zu sammeln. Wer auf der Straße nicht mehr weiterkommt, fordert Hilfe an. Ist das nicht auch bei unserer Gesundheit so? Gern möchte ich Sie ab nun täglich ein Stück weit mit diesen Zeilen begleiten und Ihnen Hilfe aus dem reichen Schatz der Natur anbieten, so wie es Hermann-Josef Weidinger lange Jahre getan hat.

    Praktischer Tipp bei Migräne:

    Wegwartewurzeltee Kräutertees sind gute Durstlöscher und transportieren beim Genuss Wertvolles in deinen Körper. Nimm 2 Teelöffel voll getrockneter und zerkleinerter Wurzel und gib sie in 1/2 Liter Wasser. Nach dem Aufkochen 5 Minuten ziehen lassen und abseihen. Den Tag über verteilt zwei Tassen trinken. Das aktiviert den Leberstoffwechsel, fördert die Durchblutung und kann sogar Migräneschmerzen lindern.