Dankbares Gedenken

Das kostbare Erbe Hermann-Josef Weidingers

Am 16. Jänner des Jahres 1918 erblickte ein Kind in Riegersburg an der Grenze zu Mähren das Licht der Welt. Seine Eltern gaben ihm den Namen Heinrich Anton und trugen ihn voll Gottvertrauen zur Taufe. Wie bei jedem Kind werden sie sich Gedanken gemacht haben, was wohl aus diesem Buben werden wird. Nicht einmal im Traum ist ihnen vermutlich die Möglichkeit in den Sinn gekommen, dass ihr Sohn 20 Jahre später Richtung China aufbrechen wird, um dort seine Ausbildung in der Theologie und in der Buchdruckerkunst zu erhalten und fern der Heimat zum Priester geweiht zu werden. Ja, aus dem Riegersburger Knaben wurde auf weiten Umwegen der Prämonstratenser-Chorherr und Kräuterpfarrer Hermann-Josef Weidinger, der nach all der Zeit in der Ferne erneut im Waldviertel Wurzeln schlug. Er verstand es wie kein Zweiter, die Sprache der Pflanzen wieder näher an das Herz ungezählter Menschen zu bringen und vielen die Augen für die Spuren des Schöpfers in der belebten und unbelebten Natur zu öffnen. Es wird nicht so schnell in Vergessenheit geraten, was er als Kunde der Heilkräuter formuliert hat. Beim morgigen Gottesdienst am Sonntag, dem 20. Jänner, wird seiner in der Stiftskirche Geras um 9.30 Uhr gedacht werden. Vor 95 Jahren wurde Hermann-Josef Weidinger geboren, heute ernten wir die Früchte seines Lebens.

Sinnvolle Lyrik

WENIG BRAUCHT EIN WEISER
Viele Kiele trägt die Gans in ihrem Kleide.
Doch eine Rolle hat damit sie nie beschrieben.
Ein Weiser braucht zum Ziel nur einen Federkiel.
(aus: Hermann-Josef Weidinger – In Gold geprägt; Karlstein 1984

Wenig braucht ein Weiser_In Gold geprägt

Mehr Infos zu Kräuterpfarrer Hermann-Josef Weidinger finden Sie unter www.kraeuterpfarrer.at.

Ein fliegender Edelstein

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Ruhig und verträumt liegt die alte Kulturlandschaft rund um unser altes Stift in Geras da. Als prägendes Element dieser Waldviertler Fluren wurden vor Jahrhunderten die Karpfenteiche von Menschenhand angelegt und bilden jetzt einen ganz wichtigen Bestandteil des Grenzlandes südlich von Mähren. Die Teiche ziehen immer wieder die verschiedensten Wasservögel an, die hier entweder Rast halten oder gar ihre Jungen großziehen. Alljährlich hört man dann gerade im Herbst, solange die Wasseroberfläche noch nicht zugefroren ist, ein helles Pfeifen. Das ist unverkennbar die Stimme des Eisvogels, der nach kleinen Fischen Ausschau hält, die er im präzisen Sturzflug anpeilt und meist auch erwischt. Es ist einfach eine Freude, beim Spazierengehen rund um die schilfbekränzten Weiher diesen äußerst prächtigen Vögeln zuzusehen. Ein Weilchen fühlt man sich dabei ins Paradies versetzt, wo Menschen und Tiere wie selbstverständlich das Leben miteinander teilten und so einander ergänzten. Der Eisvogel zählt zu den seltenen Vögeln unserer Heimat, obwohl er gerade im Waldviertel noch oft anzutreffen ist. Er braucht naturbelassene Fluss- und Bachläufe, an deren steil abfallenden Lehmwänden er seine Bruthöhle graben und beziehen kann. Jeder, der einem Eisvogel in freier Natur begegnen darf, soll auch ein kleines Stück mehr dankbar in seinen Lebensalltag schauen.

Carpe diem!

Der Eisvogel sitzt oft geduldig auf einem Schilfhalm, der sich über das Wasser biegt oder auf einem Ast eines Uferbaumes, um von dort die vorüberziehenden winzigen Fischchen zu erhaschen. Der Fisch ist seit alters her ein Symbol für Christus. Heute rate ich allen einmal, die so notwendige Aufmerksamkeit für geistige Vollzüge anhand von Naturbeobachtungen zu trainieren. Jetzt im Advent halten wir ja Ausschau auf das Weihnachtsfest. Nütze also den Tag (= carpe diem), um die erfreulichen Kleinigkeiten nicht zu übersehen.

Eisvogel auf Ansitz (Foto: FokusNatur)

Mehr Infos zum Verein Freunde der Heilkräuter, Rezepten und Produkten finden Sie auf www.kraeuterpfarrer.at.

Die Fülle des Lebens aufspüren

Mit der Rosskastanie Ausschau halten

Am Straßenrand steht ein Kastanienbaum. Ich gehe daran nicht vorüber, sondern bleibe stehen. In den Kirchen wird heute aus dem 13. Kapitel des Markusevangeliums Folgendes zitiert: „Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden und die Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist.“ Nun, im Waldviertel gedeihen keine Feigen in freier Natur. Ich begnüge mich eben mit einem Kastanienbaum, um mich im Sinnieren über mein Leben an ihm anzuhalten. Wenn ich dieses mächtige Gewächs mit manchen Typen von Menschen vergleiche, darf ich eine positive Kraft entdecken. Jetzt im Herbst glaubt man ja kaum, welche Pracht dieser Baum im nächsten Frühjahr mit seinen gelappten Blättern und mit seinen Blütenkerzen entfachen wird. So ist es auch bei vielen Zeitgenossen, die ich mit meinen Vorurteilen vielleicht verkenne. Ich ahne gar nicht, was in ihnen steckt. Pflege und kultiviere ich meine Talente? Was mache ich eigentlich aus meinem Leben? Ist die Triebfeder meines Schaffens vielleicht gar das billige Erhaschen der Gunst anderer Menschen, die mich doch zutiefst enttäuschen können? Mein Kastanienbaum am Wegrand weist über sich hinaus. Er streckt seine Äste in den herbstlichen Nebel und ist sich gewiss, dass die Sonne wieder kommt. Heute am Sonntag feiere ich auch die Tatsache, dass Christus vom Tode erstanden ist und schon jetzt sein Leben mit mir teilt. Seine Gegenwart ist es ja, die mich ermutigt, für andere da zu sein und den Schöpfer als Urgrund meiner Existenz zur Sprache zu bringen.

Sorge um eine gute Ruhestatt:

Konkret gemeint ist das Bett, das mich mehr oder weniger gut den Schlaf erleben lässt. Mit manchem Kräuterkissen kann man die Atmosphäre verbessern. Menschen, die unter Rheuma oder Gicht leiden, können sich reife Rosskastanien in einer Schachtel unters Bett legen. Diese wehren auch schädliche Strahlen ab, die den Organismus beunruhigen.

Rostkastanie mit Blüten und Früchten

Nicht auf die verschriebene Kur warten

Zu den Weintrauben greifen

Gerne denke ich an meine Schulzeit zurück. Es war eine sehr schöne Zeit, die ich als Gymnasiast in Hollabrunn verbringen durfte. Außerhalb der Unterrichtsstunden in der Schule genoss ich auch im erzbischöflichen Knabenseminar eine gute und anspruchsvolle Erziehung und Herzensbildung. Im Herbst gehörte es einfach dazu, dass meine Mitschüler über und über mit Weintrauben von ihren Elternhäusern versorgt wurden. Das brachte mich als Waldviertler jedes Mal ins Staunen und ich wusste die reiche Lese durchaus zu schätzen, da ja auch für mich jeweils etwas abfiel. Heute erkenne ich im Nachhinein auch den gesundheitlichen Wert, den diese „fruchtige Jause“ mit sich brachte. Nicht nur, dass dem Organismus dadurch ein gutes Maß an Vitaminen und Mineralstoffen zugeführt wurde, sondern der Verdauungstrakt ist gleichzeitig mit den so notwendigen Ballaststoffen beschickt worden. Jetzt, da die Weinlese dieses Jahres wiederum zum größten Teil eingebracht ist, sei erneut daran erinnert, wie wertvoll das Obst ist, das man direkt vor seiner eigenen Haustür bzw. auf den eigenen Fluren heranwachsen sieht. Es ist oft schade, dass viele nicht wissen, welcher Wert auf unseren Bäumen und Rebstöcken draufhängt. Wer also an frische einheimische Trauben herankommt, sollte gleich die Gelegenheit nutzen, um den Körper und die Sinne zu stärken. Vor jedem Genuss von Weinbeeren ist es angeraten, diese mit lauwarmem Wasser gut abzuspülen.

Traubensaft-Kur:

Die leidige Arterienverkalkung ist ein Thema, mit dem viele unserer Zeitgenossen konfrontiert werden. Diesem Übel kann man mit frischem Traubensaft begegnen. 6 Wochen lang trinkt man am besten 3-mal täglich je 1/8 Liter davon. Gleichzeitig ist einsichtiger Weise jeder Genuss von Alkohol und Nikotin, aber auch von Bohnenkaffee zu meiden. Diese Kur kann man bis zu 4-mal im Jahr wiederholen.

Weintrauben rot und grün