Was hat Kamille mit Äpfeln zu tun?

Variationen mit einem bekannten Kraut

Bei den Heilkräutern kennt man oft verschiedene regionale Bezeichnungen. Es sind dies die volkstümlichen Namen, die so manche Erfahrungsgeschichte mit einem Gewächs zum Ausdruck bringen. Ein einfaches Beispiel dafür ist die ausgereifte Löwenzahnblüte, die mit kleinen Schirmen ausgestatteten Samen den Wind als Hilfsmittel zu ihrer Ausbreitung vorgesehen hat. Oder ein verspieltes Kind reißt sie ab und bläst aus vollen Kräften drauf, so dass sich die feinen Körner ablösen und davonfliegen. Daher kommt auch der Name „Pusteblume“ für das gelb blühende Hasenfutter. Bei der Kamille kennen wir die Ausdrücke „Apfelkraut“ oder auch „Apfelblümlein“. Schon bei Plinius dem Älteren finden wir den durchaus nachvollziehbaren Hinweis, dass Kamillenkraut einen apfelähnlichen Geruch hat. In ihrer langen Verwendung als Unterstützung bei Krankheiten des weiblichen Geschlechts wiederum lautet ihr wissenschaftlicher Name Matricaria (matrix = Gebärmutter) chamomilla. Die Echte Kamille zählt zur Familie der Korbblütler und sollte stets griffbereit in getrockneter Form in der eigenen Hausapotheke zu finden sein.

Festes und schönes Haar erhalten:

Der Haarboden auf unserem Haupt braucht die Pflege genauso wie der Gartenboden den natürlichen Dünger. Nach der Kopfwäsche kann man daher mit einem Aufguss aus Kamille die Kopfhaut stärken und durch die entzündungshemmende Eigenschaft der Kamillenblüten gesund erhalten. Diese Anwendung beugt gleichzeitig einem verfrühten Haarausfall vor und kann mithelfen, dass bei Blondhaarigen die helle Haarfarbe möglichst lange erhalten bleibt.

Kamillenzweiglein

Sich wieder riechen können

Natürliche Kosmetik einsetzen

Was sind Ihre ersten Gedanken, wenn Sie morgens aus dem Bett steigen? Kann es sein, dass da schon die Anforderungen des Berufes oder zu erwartende Konflikte, die man eher scheut, den Kopf vollstopfen? Ich denke, da ist keiner von uns ganz frei davon. Es ist uns aber auch möglich, mit ein wenig Disziplin einen besseren Lebensstil einzuüben. Am Abend sollten auf jeden Fall die Sorgen nicht mit ins Bett genommen werden. Dazu hilft oft eine selbst gestaltete Geste, die bohrende Gedanken auf den Bettvorleger gleich einem Hund auf seinen Platz verweisen kann. Und am Morgen ist die Zeit im Bad auch für mich allein reserviert. Alles zu Erledigende wartet sowieso auf der Türschwelle davor. Ich möchte heute dazu ermutigen, das Selbstwertgefühl und die Selbstachtung zu stärken. Das geschieht oft ganz einfach, indem ich mir sage, dass die Zeit im Bad mir gehört. Wer dadurch vielleicht ein bisschen weniger furchtlos in den neuen Tag hineingeht, hat automatisch eine bessere Ausstrahlung bzw. Ausdünstung. Die Schatzkammer der Natur hält aber auch das eine oder andere einfache Mittel bereit, das mithilft, damit uns alle, denen wir begegnen, besser riechen können. Und ein wenig natürliche Frische tut uns selber gut.

Geruchsschlucker Kamille:

Wer eine Badewanne besitzt, nehme 5 Esslöffel voll getrockneter Kamillenblüten, übergieße diese mit 1 Liter kochendem Wasser und lasse den Ansatz 15 Minuten lang ziehen. Danach das Ganze ins Badewasser leeren und gründlich damit abwaschen. Um die Stimmung zu heben, kann man sich nach dem Bad mit ein paar Tropfen Kölnischwasser einreiben. Wer gut duftet, geht auch sicherer in die ersten Stunden der Arbeit.

Kamillenzweiglein

Mehr Infos zum Verein Freunde der Heilkräuter, Rezepten und Produkten finden Sie auf www.kraeuterpfarrer.at.

Angenehme Bettgenossen

Getrocknete Kräuter im Kissen

Haben Sie heute Nacht gut geträumt? Oder war’s einfach nur furchtbar? Wir alle wissen um die Wichtigkeit des Schlafes. Unser Leib kann sich ausruhen und unsere Seele wird nicht noch zusätzlich in diesen wertvollen Stunden mit den verschiedensten emotionalen Regungen konfrontiert. Im Gegenteil: das Träumen reinigt unser Inneres. In der hektischen Betriebsamkeit der Wochen vor Weihnachten brauchen wir alle ganz dringend einen guten und ruhigen Schlaf. Heilkräuter in getrockneter Form haben eine sehr große Wirkkraft. Man kann ihre Stoffe nicht nur durch das Kochen eines Tees aus den einzelnen Teilen herauslösen. Oft genügt es schon, die duftenden Kräuter in seiner Nähe zu haben, um mit der Nase das Aroma und über die Haut die gute Ausstrahlung, die ihnen eigen ist, aufzunehmen. Über Nacht geschieht das automatisch, ohne dass wir viel dazu beitragen müssen. Das Bett ist daher der ideale Ort, um sich selbst etwas Gutes zu tun. Unsere Nerven brauchen allemal täglich eine Stärkung mittels der wertvollen Substanzen aus dem Pflanzenreich. Bei Magenbeschwerden oder Hautproblemen tut der Duft der Kamillenblüten dem ganzen Organismus gut. Der Dost wiederum lockert seelische Verkrampfungen und verhilft mir zu einer versöhnlichen Einstellung meiner Umwelt gegenüber. Der Lavendel hebt die Stimmung und beruhigt den Verdauungsprozess. Ja, warum nicht für längere Zeit die Heilkräuter mit ins Bett nehmen, die nichts fordern von uns, sondern vielmehr ihre guten Gaben auf recht sanfte Weise für uns alle hergeben.

Kräuterkissen als Geschenk:

Das Wort „UND“ ist ein sehr wichtiger Wegweiser. Das christliche Hauptgebot weist uns an, Gott über alles zu lieben UND den Mitmenschen UND mich selbst. Jetzt vor Weihnachten denken wir an die Lieben, die wir beschenken wollen. Ein praktischer Tipp: Besorgen Sie sich ein Kräuterkissen für sich und Ihre Lieben. Und danken Sie dem Herrgott täglich für den guten Schlaf der vergangenen Nacht, der ja nicht selbstverständlich stattfinden muss. Kräuterkissen gibt’s bei den „Freunden der Heilkräuter“ (Tel.: 02844/7070-11 oder mehr Infos unter www.kraeuterpfarrer.at). Heute und morgen sind wir zu Gast im Amtshaus des Wiener Bezirkes Meidling in der Schönbrunner-Straße 259.

Kräuterkissen

Mehr Infos zum Verein Freunde der Heilkräuter, Rezepten und Produkten finden Sie auf www.kraeuterpfarrer.at.

Einfache Vollzüge schätzen

Zum Beispiel das Schlucken

Sind Sie heute gut aus dem Bett gekommen? Konnten Sie sich aus eigenen Kräften auf die Beine bringen und ohne Hilfe ins Bad gehen, um sich für den Tag zu rüsten? Schlägt Ihr Herz noch? Atmen Sie in gewohnter Weise ein und aus? Vielleicht wundern Sie sich gerade darüber, welch komische Fragen der Kräuterpfarrer denn heute wieder stellt. Ich möchte damit bewusst unser Augenmerk auf das lenken, was nicht unbedingt selbstverständlich ist. Sobald nämlich ein Erdenbürger durch eine schwere Krankheit gezeichnet oder durch eine Behinderung beeinträchtigt wird, bekommen meine eingangs gestellten Fragen sofort ein höheres Gewicht und klingen zudem nicht mehr eigenartig. Um bei einer vermeintlichen Kleinigkeit zu bleiben, denke ich gerade an das Schlucken. Dieser bewusst steuerbare Reflex ist notwendig, um alles, was wir mittels unseres Mundes aufnehmen, in die Speiseröhre weiter zu transportieren. Menschen, die nicht schlucken können, müssen über eine extra gesetzte Sonde ernährt werden, um nicht zu verhungern. Ich möchte heute einmal ganz bewusst mein Mitgefühl denjenigen gegenüber zum Ausdruck bringen, die selbst nicht mehr schlucken können oder die Angehörige mit diesem Mangel betreuen. Fast lächerlich scheinen dagegen die Beschwerden, die sich bei uns einstellen, wenn Halsschmerzen das Schlucken plötzlich erschweren. Dennoch leiden vor allem Kinder darunter. Die Natur springt auch hier ein.

Gurgeln mit Tee:

Von getrockneten und zerkleinerten Salbeiblättern oder Kamillenblüten nimmt man je 1 vollen Teelöffel, den man mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießt und 15 Minuten ziehen lässt. Auf Trinktemperatur abgekühlt, kann der Aufguss mehrmals am Tag zum Gurgeln verwendet werden. Dabei auch die zwei verschiedenen Sorten abwechselnd anwenden. Mit dem jeweiligen Tee soll man dann mindestens 1 Minute lang gurgeln.

Salbei mit Blüten und Knospen

Mehr Infos zum Verein Freunde der Heilkräuter, Rezepten und Produkten finden Sie auf www.kraeuterpfarrer.at.

Die Krallen herzeigen

Nägel haben auch beim Menschen einen Sinn

Katzen haben Fans und Feinde unter uns Menschen. Dieses Haustier hat jeweils einen eigenen Charakter, der oft nur schwer zu durchschauen ist. Die Feststellung hat durchaus ihre Berechtigung, wenn behauptet wird: Hunde haben einen Herren, Katzen hingegen einen Diener. Letztere zeigen vor allem ihre Krallen und setzen diese auch gekonnt ein, sofern ihnen etwas nicht passt. Wir Menschen haben es da schon schwerer. Wir können unsere Nägel an Hand und Fuß nicht beliebig ausfahren. Und doch haben sie ihre Funktion. Vor allem sind sie Anzeiger unserer Gesundheit. Mangelerscheinungen können an brüchigen und gesplitterten Nägeln sichtbar werden. Unter anderem ist es wichtig, über die Ernährung dem Körper genug Kieselsäure zuzuführen. Damit bleibt die Struktur der Haare und Nägel kräftig erhalten. Gepflegte und gesunde Finger geben einem zudem Sicherheit im Umgang mit den Menschen. Für unsere Kommunikation miteinander sind ja nicht nur unsere wachen Augen und unser schlagfertiger Mund von Bedeutung, sondern vor allem auch unsere „Greiferchen“, mit denen wir das gesprochene Wort ausdeuten. Sorgen wir also dafür, dass unsere Finger, aber auch unsere Zehen mit ihren Nägeln nicht stiefmütterlich behandelt werden.

Kieselsäure via Tee:

Um Haut, Haar und Nägel zu stärken, kann man folgende getrockneten Kräuter zu gleichen Teilen mischen: Kamille, Heidekraut, Gänsefingerkraut, Zinnkraut und Spitzwegerich. 3 Esslöffel davon setzt man mit einem 3/4 Liter Wasser 3 Stunden lang an. Dann kurz aufkochen und abseihen. In eine Thermosflasche gefüllt, werden 3 Tassen den Tag über davon getrunken. Am besten ist eine Kur von drei Wochen, mit einer Woche Pause und dann erneut drei Wochen lang fortsetzen.

Ackerschachtelhalm

Der „liebe“ Alkohol

Zeigt mit einem Kater seine Krallen

Der Martinitag ist nun vorüber. So gibt es keinen Grund mehr, auf den jungen Wein zu verzichten. Die Winzer haben trotz mancher Einbußen durch Frost- und Hagelschäden in den Weinbergen wiederum so manch edles Tröpferl in den Fässern gelagert, das nun darauf wartet, ästimiert zu werden. Die gesteigerte Qualität des heimischen Weines kann sich ja dank der innovativen und kompetenten Arbeit unserer Winzer schon lange weltweit sehen und schmecken lassen! Wen wundert’s dann, wenn so manch fröhliche Runde zu sehr beim Rebensaft verweilt und das Heimgehen gar spät angetreten wird. Der nächste Tag bringt dann die Rechnung. Man wacht nicht alleine auf, sondern zusammen mit einem sogenannten Kater. Den kann man sehr wohl aber zähmen. Frische Luft ist oberstes Gebot in diesem Fall. Wer kann, geht am besten ein wenig spazieren. Das macht den Kopf wieder klarer. Leichte Kost zu sich genommen, ersetzt den durch Alkohol verbrauchten Blutzucker. Die Kräutertees sollten im eben beschriebenen Zustand ihr Mitspracherecht behalten, um den Flüssigkeitsverlust wieder wett zu machen. So ist es ratsam, hierbei auf Lavendel, Melisse, Kamille oder Engelwurz zurückzugreifen. Schwarzer Bohnenkaffee wird an der Situation eher wenig ändern. Am besten ist aber, rechtzeitig mit den Achterln aufzuhören und immer Wasser nachzutrinken. Oder man besinnt sich der Wiener Manier, den edlen Wein zu „beißen“. Weniger ist auf jeden Fall mehr! Ich wünsche allen ein frohes und klares Erwachen!

Auf den Honig nicht vergessen

Den Imkern ist das schon lange bekannt: Wer am Abend zu tief in Glas geguckt hat, nehme ein paar Löfferl Honig pur oder in Wasser aufgelöst ein. Dieser geht direkt ins Blut, was den Blutzuckerspiegel hebt und in der Folge das Kopfweh lindert. Das gilt natürlich nur für Leute, die nicht von Diabetes betroffen sind.

Honig

Mehr Infos zum Verein Freunde der Heilkräuter, Rezepten und Produkten finden Sie auf www.kraeuterpfarrer.at.

Ein heilender Klassiker

Die Kamille begleitet behutsam

Mittlerweile sind die Gärten wiederum ausgeräumt und die Beete schauen mit einer schutzlosen Erdschicht zum Himmel. Der Winter soll nun das Seine tun, damit im Frühjahr erneut die Pflanzen unserer Wahl heranwachsen und gedeihen können. Doch was kann ich im nächsten Jahr aussäen, um auch Heilkräuter an meiner Seite zu haben? Da hätte ich einen guten Tipp: Vergessen Sie auf die Echte Kamille (Matricaria chamomilla) nicht. Die Auspflanzung dieses beliebten und bekannten Heilkrauts ist sehr einfach. Hat man sie einmal angesät, so sorgt sie Jahr für Jahr selber dafür, dass es rundherum Nachkommen gibt. Sollten die kleinen Kamillenpflänzchen dort aufgehen, wo man sie nicht haben möchte, kann man sie im zeitigen Frühling ausgraben und versetzen. Natürlich ist es sehr bequem, die im Handel erhältlichen Teebeutel mit Kamillendroge zur Hand zu nehmen. Von einer anderen Qualität ist es aber, wenn man selbst den prominenten Korbblütler zieht und erntet. Will man die Blüten der Echten Kamille lagern, soll darauf geachtet werden, dass die Droge ganz durchgetrocknet ist. Andernfalls leiden der Geschmack und die Wirkung. Durch die ätherischen Öle der Kamille profitiert der Organismus in allen heilenden Prozessen.

Kamillenöl selbst gemacht:

In einem Verhältnis von einem Teil Kamillenblüten und 4 Teilen kaltgepresstem Olivenöl wird beides zusammen in einem weithalsigen Glas angesetzt. Gut verschlossen bleibt es 14 Tage lang in einem warmen Raum abseits der prallen Sonne stehen. Danach wird das Öl durch ein Leinentuch abgeseiht und der Blütenrückstand ausgepresst. Dieses Öl wirkt krampflösend und stillt innere Schmerzen. Den Bauch der Kleinkinder kann man damit einreiben, wenn sie unter Blähungen leiden.

Kamille