Kehraus für den Darm

Der Kreuzdorn hilft dabei

Vor längerer Zeit habe ich schon eine Pflanze aus der Familie der Kreuzdorngewächse vorgestellt. Hierbei handelte es sich um den Faulbaum (Frangula alnus). Heute soll endlich einmal der vielleicht eher unbekannte Kreuzdorn näher betrachtet werden. Der Echte Kreuzdorn (Rhamnus cathartica), der auch Purgier-Kreuzdorn genannt wird, wächst vor allem an Waldrändern und gerne an Hängen, an Ufern und auf Torfböden. Der Strauch besitzt graue, an manchen Stellen mit Dornen besetzte Äste. Die Blüten des Kreuzdorns sind aufgrund ihrer gelbgrünen Färbung eher unscheinbar. Als Früchte erscheinen im Herbst kleine kugelige Steinfrüchte, die wie schon die Blüten doldenmäßig angeordnet sind. In den Gabeln der Äste kann es vorkommen, dass sich die Dornen überkreuzen. Daher stammt auch die deutsche Bezeichnung dieser Pflanze. Die Verbreitung dieser Art erfolgt oft mithilfe von Vögeln, die sich im Herbst an den Kreuzdornfrüchten gütlich tun und über ihre Verdauung dafür sorgen, dass die darin enthaltenen Samen an entfernter Stelle wieder ausgeschieden werden. Wie bei vielen Beeren dieser Art gilt es auch hier, Vorsicht walten zu lassen, da sie leicht giftig sind. Dennoch ist es möglich, die voll ausgereiften Früchte, die man an ihrer schwarz glänzenden Farbe erkennt, zu sammeln und zu trocknen.

Kreuzdorn-Beeren-Tee:

Manchmal kann es vorkommen, dass Magen und Darm durch schlechte Speisen belastet sind oder dass Verstopfung für Unwohlsein sorgt. Dann kann man in äußerst behutsamer und sparsamer Weise auf den Kreuzdorn zurückgreifen. 2 schwache Teelöffel getrockneter Beeren werden in 1/4 Liter kaltem Wasser angesetzt und dann erhitzt, aber nicht gekocht. 5 Minuten ziehen lassen und abseihen. Am besten trinkt man das fertige Getränk am Abend eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen. Schwangere sollen den Kreuzdorn auf jeden Fall meiden!

Kreuzdorn

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Trägheit ist schwer wie Blei

Geistig und körperlich beweglich bleiben

Gründe gibt es genug, um sich fallen zu lassen und nicht vom Fleck zu rühren. „Jetzt, wo es draußen ja eh grauslich ist, hab ich keine besondere Motivation, das, was Fleisch und Knochen an mir ist, vor die Haustür zu schleppen und vielleicht gar einen Spaziergang in der frischen Luft zu machen. Mein Übergewicht könnte dabei zu sehr meine Hüften und meine Knie belasten und außerdem würd’ ich mich ja verkühlen! Nein, ich bleib hocken. Und dass ich so bin, wie ich bin, daran sind ja sowieso die anderen schuld! Wenn der und der das und das nicht machen würden, wär ich ja eh ganz anders!“ Diese Litanei könnte man beliebig lange fortsetzen, wofür aber der Platz meiner Kolumne bei weitem nicht ausreicht. So möchte ich heute dazu ermutigen, beim Essen zu beginnen, das winterlich-depressive Schwergewicht an Leib und Seele zu verringern. Beim Erstellen des Essensplanes sollte daher darauf Rücksicht genommen werden, dass man mindestens einmal in der Woche Kraut, Linsen, Kohl oder Bohnen auf dem Tisch stehen hat. Wenn sich Magen und Darm mit diesem Gemüse auseinandersetzen müssen, wird die Peristaltik angeregt. Das wirkt sich dann auch indirekt auf unser Gemüt aus. Egal, ob man in der Stadt oder am Land wohnt, soll man sich in der kalten Jahreszeit außer Haus begeben, um die Oper, ein Theater oder eine kulturelle Veranstaltung in der Umgebung zu besuchen. Lassen wir uns nicht allzu leicht vom Fernseher oder vom Computer stundenlang fesseln. Bleiben wir geistig und körperlich rege!

Abfallprodukt Bohnenschalen:

Wenn man getrocknete Bohnenschalen zur Hand hat, kann man daraus einen Tee kochen, der leicht blutzuckersenkend und harntreibend wirkt. Und so wird’s gemacht: von den zerkleinerten Schalen nimmt man 1 Teelöffel und stellt diese mit 1/8 Liter Wasser zu. Kurz aufkochen und dann abseihen. Davon kann man 2-mal täglich 1/8 Liter trinken, aber nicht länger als 3 Wochen lang. Bei empfindlichem Magen sollte man eher darauf verzichten.

Bohnenschalen

Auf Leistung schauen

Der Verdauung keinen Stress machen

Wie lautet die Diagnose bei vielen Menschen, die in immer kürzerer Zeit ihre Arbeit erledigen müssen? Ganz klar dürfen wir leider bei immer mehr Betroffenen eine Überforderung konstatieren. Es geht hier natürlich nicht darum, die Schwächen der einzelnen Arbeitnehmer hervorzukehren, sondern es sollte sich vielmehr die Erkenntnis durchsetzen, dass vieles einfach nicht machbar ist und wir als zeitliche Erdenbürger unsere Grenzen haben. Und wie gehen wir z. B. mit unserem Magen um? In den gegenwärtig gottlob noch andauernden Jahren des Wohlstandes muten wir unserem Verdauungsmuskel auch bei vielen Gelegenheiten mehr zu als er erledigen kann. Manches geht dann eben unverdaut in die nächste Station des Darmes und gibt diesem wiederum mehr Aufgaben als notwendig. So ist es also angezeigt, mehr auf den eigenen Bauch zu hören und dem Magen schon einiges an Arbeit durch die Auswahl der Speisen und durch gutes Kauen abzunehmen. Dieses konsequente Verhalten entlastet in direkter Folge das Herz, die Galle und die Leber. Und sind wir uns doch ehrlich: ein gesunder und entlasteter Magen sorgt im Handumdrehen für ein viel besseres Wohlbefinden. Es sollte uns auf jeden Fall etwas wert sein, gerade dafür im alltäglichen Verhalten einiges zu ändern, sofern es an unserem eigenen Willen liegt. Nicht auf morgen verschieben, sondern schon heute damit beginnen!

Magensäuremangel beheben:

Zu allererst hilft viel Bewegung an der frischen Luft. Eine weitere Hilfe kann es sein, wenn man von pulverisierten Fenchelsamen täglich 3-mal einen Teelöffel voll einnimmt und ein paar Schluck Schwarzen Johannisbeer-Saft nachtrinkt.

Fenchel

Die letzten Chancen nutzen

Den Magen direkt aus dem Garten beschicken

Als ich vor kurzem durch das Marchfeld fuhr, musste ich mich samt meinem Auto ein wenig gedulden, ehe ich einen Traktor, auf dessen Anhänger Kisten voller Karotten gestapelt waren, überholen konnte. Während ich so hinterdrein fuhr, purzelte eine frische orangegelbe Wurzel auf die Straße. Da hinter mir noch mehrere Verkehrsteilnehmer eine kleine Kolonne bildeten, war es mir unmöglich, anzuhalten. Im Nachhinein möchte ich aber diese kleine Begebenheit als Einladung an alle meine Leser weitergeben, die nun im Herbst vielleicht schon daran denken, wie sie wohl den Winter gesund überstehen werden können. Jetzt gibt es mancherorts nämlich noch die Möglichkeit, das letzte Obst, das an den Bäumen hängt und das restliche Gemüse, das sich im Beet befindet, direkt dem Verzehr zuzuführen. Warum immer auf einen „Zwischenhändler“ warten? In den letzten Herbsttagen kann ruhig das Motto gelten: Iss dich gesund, direkt von der Hand in den Mund! Vielleicht entdecken wir dabei unseren eigenen Garten als ein kleines Stück Schlaraffenland, wo uns die Früchte gleichsam vor der Nase hängen und wir uns selbst etwas Gutes tun können, indem wir gleich vom Baum weg so manche gesunde Köstlichkeit genießen. Es ist doch wirklich jammerschade, wenn man zusehen muss, wie viel Obst in unseren Gärten ungenützt verdirbt. Sparsamkeit bedeutet für mich auch, so manch ungenutzte Ressource in der Natur zu nutzen, die uns wieder ein Stück weiterhilft.

Die Natur hat den Tisch reich gedeckt:

Wenn mich jemand fragt, wozu das gut sein soll, wenn man viel frisches und schadstofffreies Obst und Gemüse konsumiert, gibt es eine eindeutige Antwort: der Körper benötigt einige Reserven an Vitaminen und Mineralsalzen, die dann vonnöten sind, wenn das Immunsystem einwandfrei arbeiten soll, um uns die eine oder andere Krankheit im wahrsten Sinne des Wortes vom Leibe zu halten. Frisches Obst und Gemüse liefert diese wichtigen Inhaltsstoffe zusammen mit den für Magen und Darm so wertvollen Ballaststoffen.

Karotten

Ein Baum in Gefahr

Die Esche steht derzeit unter Stress

Verschiedene Holzarten haben eine durchaus fühlbare unterschiedliche Struktur auf ihrer Oberfläche. Das können meines Erachtens vor allem blinde Menschen bezeugen, die sozusagen über ihren Tastsinn die Welt und ihre Gegebenheiten in ihrem Inneren oft besser wahrnehmen können als so mancher Erdenbürger, der sich glücklich schätzen darf, seine Augen einigermaßen einsetzen zu können. Ich selber nehme ganz gerne ab und zu verschiedene gedrechselte Gegenstände in die Hand, um mit den Fingern darüber zu gleiten, um so das jeweilige Holz bewusster zu spüren. Wenn ich also in diesem Sinne ein Stück aus Eschenholz streichle, dann erleben meine Fingerspitzen eine Fahrt wie über eine wellige Wasseroberfläche. Grund dafür ist eben das abwechselnd fein und grob strukturierte Eschenholz. Die Esche (Fraxinus excelsior) zählt im botanischen Sinn zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae) und ist somit auch mit dem Flieder oder den Forsythien verwandt. Als wichtiger Laubholzbaum ist er in fast ganz Europa verbreitet und kommt auch mit feuchteren Standorten gut zurecht. Seit Ende des vorigen Jahrhunderts breitet sich aber eine Gefahr für die Eschen aus, die dieser Baumart zusehends zu schaffen macht. Es ist dies ein gefährlicher Pilz, der sich in die den Baum versorgende Zone der Rinden einnistet und den lebenserhaltenden Saftfluss der Eschen zum Erliegen bringt. Wir kennen dieses Krankheitsphänomen leider auch in ähnlicher Weise von den Feldulmen, deren Bestand sich auf unserem Kontinent dadurch ziemlich reduziert hat. Ja, wir haben mit dem Eschensterben eben wiederum einen Fingerzeig mehr, um verstärkt das ökologische Gleichgewicht vor unserer Haustür erneut zu ermöglichen.

Eschenrinden-Tee:

Will man das Fieber senken oder den Magen stärken, kann man versuchen, von Eschenzweigen geerntete und getrocknete Rinde für einen Tee heranzuziehen. Dazu nimmt man von der zerkleinerten Droge 2 Teelöffel, übergießt sie mit 1/4 Liter kaltem Wasser und kocht den Ansatz kurz auf. Danach 15 Minuten ziehen lassen und abseihen. Früh und abends je eine Tasse ungezuckert uns schluckweise trinken.

Eschenbätter von Adolf Blaim