Der blühende Kirschbaum

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Pflanzen haben einen Nutzen für mich. Sie sind schön, sie schenken mir Sauerstoff und sie nähren mich. Sie haben aber zudem auch noch einen Sinn, der durch ihre Beschaffenheit in einer je eigenen Sprache von mir wahrgenommen werden kann. Seit alters her ist es Sitte, am heutigen Tag, der dem Gedenken der heiligen Barbara gewidmet ist, von einem Kirschbaum ein paar Zweige abzuschneiden, um sie dann in einer Vase in der warmen Stube am Fenster stehen zu lassen, damit diese bis zum Weihnachtsfest hin aufblühen. Da diese weißen Blüten aber nicht mit einer Biene in Berührung kommen, kann keine Frucht aus ihnen reifen. Dennoch schenken sie Freude und Hoffnung. Und das hilft mir wiederum weiter, um für andere verständnisvoll und hilfsbereit da zu sein. Wenn der Kirschbaum im späten Frühjahr blüht, scheint er seine Blütenpracht geradezu verschwenderisch über seine Krone auszubreiten. Ein Bruchteil davon wird dann zu köstlichen Kirschen, die unseren Gaumen erfreuen. Verhält es sich nicht auch so mit unserer Liebe, die wir herschenken? Ja, mit ihr brauchen wir nicht allzu knausrig sein. Echte und beständige Liebe ist ohnehin Mangelware auf dieser Welt. Wen wundert‘s dann, wenn sich kaum was ändert um uns herum?

Ein Rezept für den kommenden Frühling:

Zur Zeit der Kirschblüte nimmt man ein paar Hände voll frisch gepflückter Blüten vom Kirschbaum und überbrüht sie mit einem 3/4 Liter kochendem Wasser. Bis zum Erkalten ziehen lassen und dann abseihen. 1/2 Liter hochprozentigen Alkohol dazugeben und 14 Tage in einem gläsernen Gefäß ins sonnige Fenster stellen. Das gewonnene Quantum wird dann dunkel und kühl gelagert. Es reicht für Bäder mit einer Wassertemperatur von ca. 36 °C. Den Ansatz erst dem Wasser beimengen, wenn man schon darin sitzt. Dieses Bad verbessert die Hautstruktur und somit das Aussehen.

Kirschen Knospen Blüten und Früchte

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Erinnerung an den Sommer

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Es gibt einige „Werkzeuge“, um sich den Weg ins Leben zu bahnen. Dazu gehören unter anderem meine Talente, meine Herkunft und Familie und meine schulische, handwerkliche oder universitäre Ausbildung. In allen Phasen meines Daseins und Reifens brauche ich aber gleichsam als Grundinstrument den Willen. Dieser kann sich aber nur entwickeln, wenn ich eine gewisse Treue zu verschiedenen Entscheidungen vorgelebt bekomme. Erst dann kann ich mit der je größer werdenden Freiheit auch dementsprechend umgehen. Meines bescheidenen Erachtens verwechseln immer mehr Zeitgenossen die Freiheit mit Willkür, die immense Zentrifugalkräfte entwickeln kann. Bewusst oder unbewusst leiden wir alle bereits unter den Folgen in kleinen und großen gesellschaftlichen Einheiten. Wer krank ist, muss zuerst seinen Willen voranstellen, um in den Genesungsprozess überhaupt eintreten zu können. Die große Frau des Advents ist Maria. Sie hat mit ihrem freien Willen die Tür zum Heil aufgemacht, indem sie sich für Gott entschieden hat. Ihr Wort: „Dein Wille geschehe!“ ist alles andere als eine Kapitulation. Es war Voraussetzung, dass Gott respektvoll seine aus Liebe geschaffene Welt betreten und Mensch werden konnte. Wenn ich an den getrockneten Lavendelblüten des letzten Sommers rieche, erinnere ich mich gern an die schönen Zeiten. Mit einer Brise des angenehmen Duftes wird mir ganz warm ums Herz und die Sonne geht in meinem Innern auf, egal, wie das Wetter draußen ist. Das wiederum hilft mir, leichter „Ja“ zum Guten zu sagen und auch etwas dafür zu tun.

Tee aus Lavendelblüten:

Morgens und abends dürfen vor allem Menschen, die gemütvoll und empfindsam sind, 1 Schale dieses Tees trinken. Die Witterung und die Termine vor Weihnachten fordern ja einiges von uns ab. Daher ist es nicht schlecht, gerade im Advent drei Wochen lang eine derartige Kur mit Tee aus Lavendelblüten durchzuführen.

Lavendelblütentee in Schale

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Die Kirche im Dorf lassen

Und den Advent im Advent feiern

In einer Woche ist es so weit! Aber hat sich da der Kräuterpfarrer nicht verzählt? Der Grund ist folgender: jedes hohe kirchliche Fest und jeder Sonntag beginnt schon mit dem Abend des Vortages. So ist es auch recht und gut, in das neue Kirchenjahr mit dem nächsten Samstagabend oder eben mit dem ersten Adventsonntag zu beginnen. Gewiss gibt es ältere Traditionen, die schon früher mit der Vorbereitung auf das Geburtsfest Christi begannen, doch hat sich schon seit langem die vierwöchige Adventzeit als gut und genügend erwiesen. Ich möchte einmal ganz bewusst die Frage stellen, warum wir uns vom Handel oder anderen gesellschaftlichen Vollzügen bestimmen lassen, wie und wann bestimmte Zeiten und Feste stattfinden, die doch zu unserer Identität gehören? Mir ist ganz klar, dass es sehr schwer ist, gegen den Strom anzuschwimmen. Ein Ansatz zum Verlangsamen der kommerziellen Strömung ist es, auf den Inhalt der Feierzeiten zu blicken. Der kommende Advent ist eine Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Am Heiligen Abend steht vor allem der neugeborene Gottessohn Jesus im Mittelpunkt, also die verkörperte Liebe Gottes zu den Menschen in Not, Dunkelheit und Elend. Das wiederum ist nicht irgendeine liebe Geschichte, die sich jemand einmal aus Langeweile ausgedacht hat, sondern es ist eine historische Realität, dass Jesus aus Nazareth gelebt und gelitten hat. Gleichzeitig wurde der Welt aber auch der Aspekt der Ewigkeit durch die Menschwerdung Gottes mitgegeben, die die Erde auch heute so dringend braucht, während sie nach Erlösung dürstet und hofft, irgendwann einmal der Verstrickung in das Böse zu entrinnen.

Vor Weihnachten entschlacken:

Wenn draußen keine Pflanzen mehr frisch zu schneiden sind, helfen getrocknete Kräuter. Mit dem beginnenden Winter kann man daher auf getrocknete Löwenzahnblätter zurückgreifen und damit einen Tee kochen, den man morgens längere Zeit hindurch trinkt, um den Körper zu entschlacken und die Haut zu klären.

Löwenzahnblätter

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Schneeglöckchen und Katechismus

Gedanken zum Jahr des Glaubens

Vor kurzem nahm ich mir aus meinem Bücherregal ein dickes Buch heraus, um mich auf eine Radiosendung vorzubereiten. Es war der „Katechismus der Katholischen Kirche“. Dieses für katholische Christen bedeutende Werk zur Vertiefung des Glaubenswissens wurde vor fast genau 20 Jahren vom seligen Papst Johannes Paul II. allen Gläubigen überreicht. Wer jetzt meint, dieser dicke Wälzer hat nichts mit Kräutern zu tun, der irrt meiner Meinung nach. Denn als ich mein Buch ein wenig intensiver durchblätterte, fielen aus den Seiten zwei getrocknete Schneeglöckchen heraus, die ich im vergangenen Frühjahr als Lesezeichen eingelegt habe. Ich möchte mit meinen Lesern diese private Begebenheit durchaus teilen, um die Erinnerung, die mir meine zwei Schneeglöckchen geschenkt haben, einfach weiterzugeben. Denn wer den Glauben an den Schöpfer mit dem täglichen Leben vereint, bei dem kommt so manches zum Erblühen. Wie vieles ist durch unsere hochnäsig zelebrierte Ratio doch schon missachtet worden? In meinem Katechismus entdecke ich durchaus Lehrsätze, die unsere Würde als Menschen auf eine schöne Weise neu aufleuchten lassen. Wenn wir uns mit der Schöpfung befassen, dann entdecken wir auch neu unsere Rolle darin. Ja, ich danke dem Herrgott, dass ich leben und ein wichtiger Teil seines Bildes hier auf Erden sein darf!

Nach dem Bilde Gottes:

Im Katechismus der Katholischen Kirche findet sich folgendes Zitat der hl. Katharina von Siena: „Was war der Grund, weshalb du den Menschen zu einer so großen Würde erhoben hast? Die unschätzbare Liebe, mit der du dein Geschöpf in dir selbst angeblickt und dich in es verliebt hast, denn du hast es aus Liebe erschaffen, aus Liebe hast du ihm eine Natur gegeben, die an dir, dem ewigen Gut, Freude zu empfinden vermag.“ (KKK. S. 122)

Schneeglöckchen