Was hat Kamille mit Äpfeln zu tun?

Variationen mit einem bekannten Kraut

Bei den Heilkräutern kennt man oft verschiedene regionale Bezeichnungen. Es sind dies die volkstümlichen Namen, die so manche Erfahrungsgeschichte mit einem Gewächs zum Ausdruck bringen. Ein einfaches Beispiel dafür ist die ausgereifte Löwenzahnblüte, die mit kleinen Schirmen ausgestatteten Samen den Wind als Hilfsmittel zu ihrer Ausbreitung vorgesehen hat. Oder ein verspieltes Kind reißt sie ab und bläst aus vollen Kräften drauf, so dass sich die feinen Körner ablösen und davonfliegen. Daher kommt auch der Name „Pusteblume“ für das gelb blühende Hasenfutter. Bei der Kamille kennen wir die Ausdrücke „Apfelkraut“ oder auch „Apfelblümlein“. Schon bei Plinius dem Älteren finden wir den durchaus nachvollziehbaren Hinweis, dass Kamillenkraut einen apfelähnlichen Geruch hat. In ihrer langen Verwendung als Unterstützung bei Krankheiten des weiblichen Geschlechts wiederum lautet ihr wissenschaftlicher Name Matricaria (matrix = Gebärmutter) chamomilla. Die Echte Kamille zählt zur Familie der Korbblütler und sollte stets griffbereit in getrockneter Form in der eigenen Hausapotheke zu finden sein.

Festes und schönes Haar erhalten:

Der Haarboden auf unserem Haupt braucht die Pflege genauso wie der Gartenboden den natürlichen Dünger. Nach der Kopfwäsche kann man daher mit einem Aufguss aus Kamille die Kopfhaut stärken und durch die entzündungshemmende Eigenschaft der Kamillenblüten gesund erhalten. Diese Anwendung beugt gleichzeitig einem verfrühten Haarausfall vor und kann mithelfen, dass bei Blondhaarigen die helle Haarfarbe möglichst lange erhalten bleibt.

Kamillenzweiglein

Sensibilität ist ihre Stärke

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Was ist besser? Den starken Mann oder die starke Frau mimen oder sich erweichen lassen? Ja, manchmal scheint es mir, dass meine eigene Sensibilität nichts als Probleme macht. Geht es Ihnen damit auch so? Es gibt eine Pflanze, die wir mit den Begriffen wie Feinfühligkeit oder – negativ betrachtet – Angerührt-Sein direkt in Verbindung bringen: das ist die Mimose. Nun, Mimose ist nicht gleich Mimose. Der eigentliche Strauch dieses Namens (Mimosa pudica) stammt ursprünglich aus Südamerika, hat sich aber als Invasionspflanze im mediterranen Klima Europas bereits ausgebreitet. Diese Mimose kann bei Berührung ihre gefiederten Blätter der Reihe nach zuklappen. Für die Parfümherstellung ist wiederum die aus Südaustralien stammende Falsche Mimose oder auch Silber-Akazie (Acacia dealbata) von Interesse, da ihre gelben Blüten (siehe Illustration) einen angenehmen Duft verströmen, der sich auch auf unser Gemüt auswirken kann. Wie auch immer, die beiden erwähnten Arten gehören auf jeden Fall zur selben Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchtler. Auf welche Art wir uns auch mit Mimosen auseinandersetzen, sollen wir uns jedes Mal die Frage stellen, ob wir uns ein gewisses Maß an Feinfühligkeit überhaupt erlauben dürfen oder ob wir schon so unter Leistungsdruck stehen, dass dieser sich auch auf unsere unmittelbaren Lebensgefährten auswirkt. Wenn wir ein bisschen darauf schauen, was der andere braucht, verbessern wir automatisch die Atmosphäre und das Klima in unserer Umgebung.

Guter Duft verändert:

Im Fachhandel gibt es das ätherische Mimosenöl zu kaufen. Dieses Öl verströmt einen intensiven Blütenduft, der ein wenig an Veilchen erinnert. Das Einatmen desselben beruhigt und macht auch ein Stück weit heiter. Die Blüten der Silberakazie, die in Europa auch Mimose genannt wird, ist der Lieferant dafür.

Mimose Falsche

Mehr Infos zum Verein Freunde der Heilkräuter, Rezepten und Produkten finden Sie auf www.kraeuterpfarrer.at.

Heilige und die Schöpfung

Die Pferde beschützt der hl. Leonhard

Wenn ich mit dem Auto nach Wien fahre, wähle ich meist die Strecke, die über Hollabrunn von Geras aus in unsere Bundeshauptstadt führt. Dabei habe ich einige topographische Anhaltspunkte, die unübersehbar in der Landschaft stehen. Einer davon ist die Pfarrkirche von Wartberg unweit des berühmten Weinortes Röschitz und der mittelalterlichen Steinmetzmetropole Eggenburg. Dieses Gotteshaus liegt am westlichen Rand des Weinviertels auf einem sanften langgestreckten Hügel. Rundherum breiten sich Weinberge und Felder aus, so dass der spätgotische Bau schon von weitem ins Blickfeld rückt und das Sichtfeld dominiert. Dieses Gotteshaus steht bewusst auf einer Anhöhe, um seit Jahrhunderten daran zu erinnern, dass Gott der Urgrund alles Geschaffenen ist. Der Patron der Wartberger Kirche ist der hl. Leonhard. Er wird vor allem in den Anliegen der Landwirtschaft angerufen, besonders in allen Fragen rund um das Pferd. Nun, das beliebte Huftier spielt schon lange keine Rolle mehr, wenn es darum geht, die Frucht nach Hause zu bringen oder das Erdreich umzuackern. Das erledigen heute anscheinend viel effizienter tonnenschwere Traktoren, die von Mal zu Mal den Boden immer mehr verdichten. Mit dem hl. Leonhard blicken wir aber weiterhin auf ein Tier, das uns die Sensibilität im Umgang mit dem gottgegebenen Leben wieder besser zu Bewusstsein kommen lässt. Bitten wir heute um den Segen für die Tiere, die ebenfalls von Gott uns zur Seite gestellt werden.

Rote Rüben helfen auch den Pferden:

Jetzt im Spätherbst haben die Roten Rüben Hochsaison. Fachgerecht im Keller gelagert, bieten sie derzeit viele wertvolle Wirkstoffe an, die mithelfen, die Qualität des Blutes unserer Huftiere zu stärken und so schädigenden Krankheiten vorzubeugen. Bis Neujahr sollte auf jeden Fall das Füttern der Vitaminspender fortgesetzt werden, da später die Roten Rüben ihren Gehalt immer mehr einbüßen.

Rote Rüben

Die Gesundheit „befestigen“

Mit Heilkräutern einen Wall errichten

Mit einem gesunden Maß an Liebe und Stolz blicke ich auf meine Heimat. Der Ort, in dem ich als Kind heranwachsen durfte, liegt zwar fernab von wichtigen Verkehrsrouten direkt an der Grenze zu Mähren, hat aber eine touristische Besonderheit. Meine Heimatstadt Drosendorf an der Thaya hat eine Stadtmauer, die in ihrer gesamten Länge bis auf den heutigen Tag erhalten ist. Kriegerische Heere hatten es also zwischen dem 13. und dem 18. Jahrhundert äußerst schwer, diese Ansiedlung zu erobern. Jetzt, wenn bald der Winter Einkehr halten wird, braucht auch unser Körper vermehrt Schutz vor herannahenden Erkältungen und Krankheiten. Mutter Natur ist durch die vielen Heilkräuter, die den Sommer über wuchsen, blühten und reiften, durchaus mit einer vielseitig einsetzbaren „Waffenkammer“ ausgerüstet, auf die wir jederzeit zurückgreifen dürfen. Es wäre meiner Meinung nach ziemlich fahrlässig, diese Kräfte nicht zu nutzen. Manche Gewächse haben gleichsam die richtige „Munition“ in ihren Früchten, wie z. B. der Sanddorn, aus denen man einen Saft gewinnen kann, der die Abwehrkräfte stärkt. Vergessen wir auf die emsigen Bienen nicht, deren wertvoller Propolis auch den Menschen stärken kann.

Ein Tee „verwehrt Keimen den Zutritt“:

Die Mischung dieses Tees besteht aus Brombeerblättern, Kamille, Holunderblüten, Wacholderbeeren, Lavendel, Ringelblumenblüten und Thymian. Im richtigen Verhältnis zueinander abgestimmt, kann dieser Tee mithelfen, Erkältungskrankheiten vorzubeugen. Im herkömmlichen Heißaufguss-Verfahren zubereitet, trinkt man am besten 3-mal täglich eine Schale schluckweise und das 3 Wochen lang. Dann eine Woche aussetzen und danach 3 Wochen lang wiederholen. Die fertige Mischung ist erhältlich beim Verein „Freunde der Heilkräuter“ in Karlstein. (Adresse siehe Rahmen oder unter: www.kraeuterpfarrer.at)

Sanddornfrüchte und Blüten

Mehr Infos zum Verein Freunde der Heilkräuter, Rezepten und Produkten finden Sie auf www.kraeuterpfarrer.at.

In die nahe Zukunft blicken

Der Thymian hilft vorbeugen

Das Gedächtnis meiner Nase kann sich noch gut an die sonnenbeschienenen Hänge entlang der Thaya in meiner näheren Heimat erinnern, auf denen der Quendel den Sommer über sein angenehmes Aroma verströmte. Diese von ihrem Wuchs her äußerst bescheidene Pflanze lässt mich aber gleichzeitig an den etwas größeren Verwandten denken, der zur selben Zeit in unseren Gärten die warmen Monate genießen durfte. Die Rede ist vom Echten Thymian (Thymus vulgaris), der seine eigentliche Heimat rund um das Mittelmeer hatte und heute gerne als Gewürz in den grünen Oasen ums Haus gezogen wird. Frisch verwendet, harmoniert das Thymiankraut sehr gut mit Petersilie, Zwiebeln und Knoblauch, wenn man auch jeweils darauf achten sollte, den Anteil dieses Gewürzes gering zu halten. Blicken wir in die reiche Erfahrungsgeschichte unserer Urgroßelterngeneration mit Hausmitteln, dann entdecken wir dort vielleicht so manchen Hinweis darauf, dass der Thymian bei Nervenschwäche, bei Krämpfen aller Art, bei Kopfschmerzen und auch bei Erkältungskrankheiten helfen kann. In diesen Fällen wurde und wird ein Aufguss mithilfe des frischen oder getrockneten Krautes hergestellt. Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit, um den Absud aus den Gewächsteilen des Thymians zu verwenden.

Herbstliches Fußbad:

Die wertvollen Stoffe einer Heilpflanze über den Verdauungstrakt aufnehmen, ist eine Möglichkeit. Eine andere besteht darin, sich mithilfe eines herkömmlichen Heißaufgusses aus getrocknetem Thymiankraut ein Fußbad anzureichern, das man in den Abendstunden ca. 15 Minuten lang genießt. Damit wird der ganze Organismus gestärkt und ist somit vorbeugend gegen die mit großer Wahrscheinlichkeit anrückenden Erkältungskrankheiten besser gewappnet.

Thymian