Es braucht auch Nebendarsteller

Sowohl im Film als auch in der Botanik

Das heutige Österreich ist historisch betrachtet ein Rumpfstaat. Spätestens mit dem Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie sind die Einwohner unseres kleinen Binnenlandes damit beschäftigt, ihren Stolz nicht mit zig Quadratkilometern an Staatsgebiet zu bedienen, sondern auf andere Weise dem Rest der Welt zu zeigen, dass es ganz schön ist, rund um die Alpen und dem Donaustrom geboren worden zu sein. So fügt es sich gerade gut, dass ein gebürtiger Österreicher, nämlich Christoph Waltz, den Golden Globe Award für die brillante Darstellung der besten Nebenrolle erhalten hat.

In der Botanik ist es in gleicher Weise wichtig, die ganze Fülle der pflanzlichen Individuen zu beachten. Immerhin sorgen sie nur in einer entsprechend großen Zahl und Artenvielfalt für ein gesundes Gleichgewicht in der Natur unseres Planeten. So möchte ich heute eine eher unscheinbare Blume vor den Vorhang bitten. Es ist die Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium), die als ganz bescheidener Korbblütler in weiten Teilen Europas vorkommt. Auf trockenem Boden findet sie gut zurecht und wächst gerne in lichten Kiefernwäldern. Sie eignet sich in getrocknetem Zustand auch zum Dekorieren, da die Blüten durch ihre strohige Beschaffenheit die hellgelbe Farbe bewahren. Dennoch sollte man von einem Abrupfen dieses schmucken Krautes Abstand nehmen, da es in unserer Heimat nur wenig Standorte der Sand-Strohblume gibt.

Magen, Darm und Galle:

Wer die Möglichkeit hat, im Handel das getrocknete Kraut zu erwerben, kann sich aus der Droge im Heißaufguss einen Tee zubereiten, von dem man morgens und abends je eine Tasse voll trinkt, um der Verdauung und den damit verbundenen Organen einen guten Dienst zu erweisen.

Sich wieder riechen können

Natürliche Kosmetik einsetzen

Was sind Ihre ersten Gedanken, wenn Sie morgens aus dem Bett steigen? Kann es sein, dass da schon die Anforderungen des Berufes oder zu erwartende Konflikte, die man eher scheut, den Kopf vollstopfen? Ich denke, da ist keiner von uns ganz frei davon. Es ist uns aber auch möglich, mit ein wenig Disziplin einen besseren Lebensstil einzuüben. Am Abend sollten auf jeden Fall die Sorgen nicht mit ins Bett genommen werden. Dazu hilft oft eine selbst gestaltete Geste, die bohrende Gedanken auf den Bettvorleger gleich einem Hund auf seinen Platz verweisen kann. Und am Morgen ist die Zeit im Bad auch für mich allein reserviert. Alles zu Erledigende wartet sowieso auf der Türschwelle davor. Ich möchte heute dazu ermutigen, das Selbstwertgefühl und die Selbstachtung zu stärken. Das geschieht oft ganz einfach, indem ich mir sage, dass die Zeit im Bad mir gehört. Wer dadurch vielleicht ein bisschen weniger furchtlos in den neuen Tag hineingeht, hat automatisch eine bessere Ausstrahlung bzw. Ausdünstung. Die Schatzkammer der Natur hält aber auch das eine oder andere einfache Mittel bereit, das mithilft, damit uns alle, denen wir begegnen, besser riechen können. Und ein wenig natürliche Frische tut uns selber gut.

Geruchsschlucker Kamille:

Wer eine Badewanne besitzt, nehme 5 Esslöffel voll getrockneter Kamillenblüten, übergieße diese mit 1 Liter kochendem Wasser und lasse den Ansatz 15 Minuten lang ziehen. Danach das Ganze ins Badewasser leeren und gründlich damit abwaschen. Um die Stimmung zu heben, kann man sich nach dem Bad mit ein paar Tropfen Kölnischwasser einreiben. Wer gut duftet, geht auch sicherer in die ersten Stunden der Arbeit.

Kamillenzweiglein

Mehr Infos zum Verein Freunde der Heilkräuter, Rezepten und Produkten finden Sie auf www.kraeuterpfarrer.at.

The same procedure as every year

Lächeln und Lachen ist gesund

Der Kurzfilm „Dinner for one“ mit den Schauspielern May Warden und Freddie Frinton ist kaum mehr aus den heutigen TV-Unterhaltungen vor Mitternacht wegzudenken. Schon lange ist dieser Sketch ein Klassiker für viele Zwerchfelle geworden. Ja, und es ist gut, in froher Runde zusammenzusitzen, um miteinander zu lachen. Wenn das ganze Jahr über von so vielen Heilkräutern und deren Anwendung die Rede war, dann darf heute eine „Übung“ nicht unerwähnt bleiben, die den Alltag lebenswert macht. Es ist das Lächeln, das vom Herzen kommt und wieder zum Herzen zurückfindet. In der Steigerung ist es dann das Lachen, das genauso wie das Weinen den Körper lockert und so manche Verspannung von uns ableitet. Kräuterpfarrer Weidinger hat einmal sehr treffend geschrieben: „Das Lächeln ist wie ein Spurenelement. Fehlt es, dann wirkt unser ganzes Wissen nicht. Dann sind alle Heilungsversuche vergebene Mühe. Dann sind wir zum ,sauren Boden’ geworden. Der nur ,saure Gräser und Schilfgras’ hervorbringt. Das niemand mag. Weil es so scharf, kantig und nährwertlos ist.“ So lade ich alle heute ganz bewusst ein, in den letzten Stunden des alten Jahres unbedingt dem Lächeln und dem Lachen einen Platz zu reservieren. Und wer anscheinend doppelt so viel hat, der gebe am besten jemandem davon, dem das Lachen vielleicht schon lange vergangen ist. Ja, ein solches Teilen führt zu einer inneren und tiefen Freude, die gerade auch in schweren Zeiten Bestand haben wird.

Und ein Danke noch dazu

Verbundenheit: das ist es, was ich meinen unzähligen Lesern gegenüber empfinde. So ist für mich die Investition der Zeit, die ich zum Schreiben und Forschen brauche, ein kostbares Gut, das seinen eigenen Wert besitzt. Es erfüllt mich mit Dankbarkeit, dass eben das im vergangenen Jahr wieder möglich war. Meine Favoritin unter den Heilkräutern, die Wegwarte, formuliert mit ihren hellblauen Blüten so etwas wie ein Echo auf den offenen Himmel und sagt auf ihre Weise ein Danke mit einem Lächeln gegenüber dem Schöpfer, von dem auch wir das Leben haben.

Wegwarte

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Vorbereitung für das Kind

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

In allen Großstädten der Welt haben sich die Gesellschaften verändert. Menschen vieler Sprachen und Länder teilen miteinander den Alltag. So oft dieses Zusammenleben auch gut gehen mag, gibt es dennoch genauso oft Probleme, denen wir uns in Zukunft wahrscheinlich vermehrt stellen müssen. Gerade in Europa bleibt die anscheinend unbedachte verweigerte Elternschaft in Bälde nicht ohne Folgen. Gottlob gibt es da und dort in unserer Heimat verantwortungsvolle Leute, die versuchen, einen nüchternen und realistischen Dialog zu führen, um so einer positiven Integration den Weg zu bereiten. Schauen wir einmal ins Pflanzenreich. Dort ist die Zahl der Einwanderer groß. Manchmal breiten sich einzelne Arten besser aus als ihre heimischen Verwandten. Ein gutes Beispiel dafür ist die Goldrute. Gar wenige kennen die in Mitteleuropa heimische Gewöhnliche oder Echte Goldrute (Solidago virgaurea), die hier auch abgebildet ist. Dominant sind vielmehr die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) und die Riesen-Goldrute (Solidago gigantea), die kaum mehr aus unseren Gärten und manchen Waldrändern wegzudenken sind. Deren Ursprung liegt im fernen Nordamerika, von wo aus sie einst durch Menschenhand bei uns eingeführt wurden.

Schmerzvolle Zeiten:

Jedes Kind, das heranwächst, muss in seiner Entwicklung verschiedene Stadien durchlaufen. Kommen die ersten Zähne, heißt es vermehrt unsere Babys zu trösten und ihr Weinen einfach ernst zu nehmen. Gerade dann darf die besorgte Mutter oder der karenzierte Vater auf die Hilfe der Goldrute zählen. 2 Teelöffel getrocknetes und zerkleinertes Goldrutenkraut (Solidago virgaurea) mit 1/4 Liter kaltem Wasser zustellen, kurz aufkochen und 5 Minuten ziehen lassen. Dann abseihen und vor dem Verabreichen an die Kinder den Tee mit etwas Honig süßen.

Echte Goldrute

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Ein heilender Klassiker

Die Kamille begleitet behutsam

Mittlerweile sind die Gärten wiederum ausgeräumt und die Beete schauen mit einer schutzlosen Erdschicht zum Himmel. Der Winter soll nun das Seine tun, damit im Frühjahr erneut die Pflanzen unserer Wahl heranwachsen und gedeihen können. Doch was kann ich im nächsten Jahr aussäen, um auch Heilkräuter an meiner Seite zu haben? Da hätte ich einen guten Tipp: Vergessen Sie auf die Echte Kamille (Matricaria chamomilla) nicht. Die Auspflanzung dieses beliebten und bekannten Heilkrauts ist sehr einfach. Hat man sie einmal angesät, so sorgt sie Jahr für Jahr selber dafür, dass es rundherum Nachkommen gibt. Sollten die kleinen Kamillenpflänzchen dort aufgehen, wo man sie nicht haben möchte, kann man sie im zeitigen Frühling ausgraben und versetzen. Natürlich ist es sehr bequem, die im Handel erhältlichen Teebeutel mit Kamillendroge zur Hand zu nehmen. Von einer anderen Qualität ist es aber, wenn man selbst den prominenten Korbblütler zieht und erntet. Will man die Blüten der Echten Kamille lagern, soll darauf geachtet werden, dass die Droge ganz durchgetrocknet ist. Andernfalls leiden der Geschmack und die Wirkung. Durch die ätherischen Öle der Kamille profitiert der Organismus in allen heilenden Prozessen.

Kamillenöl selbst gemacht:

In einem Verhältnis von einem Teil Kamillenblüten und 4 Teilen kaltgepresstem Olivenöl wird beides zusammen in einem weithalsigen Glas angesetzt. Gut verschlossen bleibt es 14 Tage lang in einem warmen Raum abseits der prallen Sonne stehen. Danach wird das Öl durch ein Leinentuch abgeseiht und der Blütenrückstand ausgepresst. Dieses Öl wirkt krampflösend und stillt innere Schmerzen. Den Bauch der Kleinkinder kann man damit einreiben, wenn sie unter Blähungen leiden.

Kamille

Nicht nur schön anzuschauen

Die Eberraute ist auch wirkkräftig

Zu viel Fleischkonsum ist ungesund. Das mag zwar unser Intellekt ansatzweise akzeptieren, doch unser Hunger spricht da oft eine andere Sprache. Wenn auch immer mehr Bewohner unserer Heimat ihre Ernährung bewusst gestalten, so wird der Schweinsbraten oder das Grillhendl häufig oben auf der Hitliste unzählbarer Gaumen stehen. Wer schon vom Fleisch kaum Abstand nehmen kann, der achte wenigstens auf ein gutes Würzen der einzelnen Gerichte. Früher war z. B. die Eberraute (Artemisia abrotanum) viel mehr in Verwendung, wenn es galt, fettes Fleisch mit einem Kraut geschmacklich aufzubessern. Heute kommt dieses Beifußkraut wieder mehr zum Einsatz. Die ursprüngliche Heimat des zur Familie der Korbblütler zählenden Gewächses liegt in Zentralasien. Bei uns wird es gerne in den Gärten gepflanzt, wobei es kaum Samen ausbildet, sondern durch Wurzelstockteilung vermehrt werden kann. Gerade jetzt im Herbst ist die richtige Zeit dafür. Für das Auge ist es jeweils eine Freude, auf die feinfiedrigen und grazil ausgebildeten Blätter und Triebe zu blicken. So kann man die Eberraute natürlich auch zur Zierde in ein Beet setzen. Ab und zu ein Blatt abgezupft, zerrieben und daran gerochen, erfreut natürlich den Geruchsinn bei gelegentlichen Aufenthalten im Garten.

Krafttonikum Eberrauten-Wasser:

In 1 Liter Wasser bei Zimmertemperatur wird 1 Esslöffel voll zerkleinertes Eberrauten-Kraut am Abend angesetzt. Am nächsten Tag kann man den fertigen Trunk den Tag über verteilt zu sich nehmen. Das stärkt die körpereignen Abwehrkräfte und lindert Verdauungsbeschwerden. Dieses Getränk hilft ebenso bei Blähungen und Durchfall.

Eberraute