Der Wachposten in unserem Rachen

Die Tonsillen hinter dem Gaumen

Der Fall des Eisernen Vorhangs im Osten Österreichs ist nun schon lange her. Durch den ungehinderten Übertritt der Staatsgrenze merkt man oft gar nicht, ob man sich schon im Nachbarland befindet, wenn man langsam an den ehemaligen Kontrollstellen vorbeifährt. In unserem Organismus hat sich im Laufe der Evolution das Immunsystem einiges einfallen lassen, um dementsprechend auf ungebetene Gäste bzw. sogar feindlich gesinnte Eindringlinge reagieren zu können. An einer wichtigen Stelle, wo sowohl die eingeatmete Luft als auch die zerkaute Nahrung samt den Getränken vorbei müssen, sitzen die Gaumentonsillen, die wir umgangssprachlich als Mandeln bezeichnen. Sie gehören zum lymphatischen System des Mund- und Rachenbereichs und haben die Aufgabe, an vorderster Stelle etwaige Krankheitserreger zu melden und zu bekämpfen. Leicht kann es aufgrund der exponierten Lage der Mandeln passieren, dass sich diese entzünden und für die Erkrankten oft äußerst schmerzhaft bemerkbar machen. Die meisten Säugetiere besitzen ebenfalls dieses organische Frühwarnsystem. Die Schweine hingegen kommen ohne die Tonsillen im Rachen aus. Was also tun, wenn gerade im Winter der Hals schmerzt und brennt? Als erste Maßnahme, um der Entzündung der Mandeln vorzubeugen, ist es angebracht, sich abzuhärten. Gleich in aller Frühe kann man mit bloßem Oberkörper wechselwarme Waschungen am Kopf und auf der Brust durchführen, indem man mit warmem Wasser beginnt und mit kaltem dann endet. Doch auch so manches Heilkraut ist nicht zu verachten, wenn die Mandeln bereits entzündet sind.

Ysop-Absud zum Gurgeln:

Von getrocknetem Ysopkraut samt Blüten nimmt man ungefähr 20 g und stellt diese mit 1/2 Liter Wasser kalt zu, kocht es kurz auf und lässt das Ergebnis dann 10 Minuten lang ziehen. Danach abseihen und bei entsprechend verträglicher Temperatur damit fest gurgeln.

Ysop

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Sensibilität ist ihre Stärke

Mit Pflanze und Tier auf Weihnachten zu

Was ist besser? Den starken Mann oder die starke Frau mimen oder sich erweichen lassen? Ja, manchmal scheint es mir, dass meine eigene Sensibilität nichts als Probleme macht. Geht es Ihnen damit auch so? Es gibt eine Pflanze, die wir mit den Begriffen wie Feinfühligkeit oder – negativ betrachtet – Angerührt-Sein direkt in Verbindung bringen: das ist die Mimose. Nun, Mimose ist nicht gleich Mimose. Der eigentliche Strauch dieses Namens (Mimosa pudica) stammt ursprünglich aus Südamerika, hat sich aber als Invasionspflanze im mediterranen Klima Europas bereits ausgebreitet. Diese Mimose kann bei Berührung ihre gefiederten Blätter der Reihe nach zuklappen. Für die Parfümherstellung ist wiederum die aus Südaustralien stammende Falsche Mimose oder auch Silber-Akazie (Acacia dealbata) von Interesse, da ihre gelben Blüten (siehe Illustration) einen angenehmen Duft verströmen, der sich auch auf unser Gemüt auswirken kann. Wie auch immer, die beiden erwähnten Arten gehören auf jeden Fall zur selben Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchtler. Auf welche Art wir uns auch mit Mimosen auseinandersetzen, sollen wir uns jedes Mal die Frage stellen, ob wir uns ein gewisses Maß an Feinfühligkeit überhaupt erlauben dürfen oder ob wir schon so unter Leistungsdruck stehen, dass dieser sich auch auf unsere unmittelbaren Lebensgefährten auswirkt. Wenn wir ein bisschen darauf schauen, was der andere braucht, verbessern wir automatisch die Atmosphäre und das Klima in unserer Umgebung.

Guter Duft verändert:

Im Fachhandel gibt es das ätherische Mimosenöl zu kaufen. Dieses Öl verströmt einen intensiven Blütenduft, der ein wenig an Veilchen erinnert. Das Einatmen desselben beruhigt und macht auch ein Stück weit heiter. Die Blüten der Silberakazie, die in Europa auch Mimose genannt wird, ist der Lieferant dafür.

Mimose Falsche

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Einfache Vollzüge schätzen

Zum Beispiel das Schlucken

Sind Sie heute gut aus dem Bett gekommen? Konnten Sie sich aus eigenen Kräften auf die Beine bringen und ohne Hilfe ins Bad gehen, um sich für den Tag zu rüsten? Schlägt Ihr Herz noch? Atmen Sie in gewohnter Weise ein und aus? Vielleicht wundern Sie sich gerade darüber, welch komische Fragen der Kräuterpfarrer denn heute wieder stellt. Ich möchte damit bewusst unser Augenmerk auf das lenken, was nicht unbedingt selbstverständlich ist. Sobald nämlich ein Erdenbürger durch eine schwere Krankheit gezeichnet oder durch eine Behinderung beeinträchtigt wird, bekommen meine eingangs gestellten Fragen sofort ein höheres Gewicht und klingen zudem nicht mehr eigenartig. Um bei einer vermeintlichen Kleinigkeit zu bleiben, denke ich gerade an das Schlucken. Dieser bewusst steuerbare Reflex ist notwendig, um alles, was wir mittels unseres Mundes aufnehmen, in die Speiseröhre weiter zu transportieren. Menschen, die nicht schlucken können, müssen über eine extra gesetzte Sonde ernährt werden, um nicht zu verhungern. Ich möchte heute einmal ganz bewusst mein Mitgefühl denjenigen gegenüber zum Ausdruck bringen, die selbst nicht mehr schlucken können oder die Angehörige mit diesem Mangel betreuen. Fast lächerlich scheinen dagegen die Beschwerden, die sich bei uns einstellen, wenn Halsschmerzen das Schlucken plötzlich erschweren. Dennoch leiden vor allem Kinder darunter. Die Natur springt auch hier ein.

Gurgeln mit Tee:

Von getrockneten und zerkleinerten Salbeiblättern oder Kamillenblüten nimmt man je 1 vollen Teelöffel, den man mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießt und 15 Minuten ziehen lässt. Auf Trinktemperatur abgekühlt, kann der Aufguss mehrmals am Tag zum Gurgeln verwendet werden. Dabei auch die zwei verschiedenen Sorten abwechselnd anwenden. Mit dem jeweiligen Tee soll man dann mindestens 1 Minute lang gurgeln.

Salbei mit Blüten und Knospen

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