Was hat Kamille mit Äpfeln zu tun?

Variationen mit einem bekannten Kraut

Bei den Heilkräutern kennt man oft verschiedene regionale Bezeichnungen. Es sind dies die volkstümlichen Namen, die so manche Erfahrungsgeschichte mit einem Gewächs zum Ausdruck bringen. Ein einfaches Beispiel dafür ist die ausgereifte Löwenzahnblüte, die mit kleinen Schirmen ausgestatteten Samen den Wind als Hilfsmittel zu ihrer Ausbreitung vorgesehen hat. Oder ein verspieltes Kind reißt sie ab und bläst aus vollen Kräften drauf, so dass sich die feinen Körner ablösen und davonfliegen. Daher kommt auch der Name „Pusteblume“ für das gelb blühende Hasenfutter. Bei der Kamille kennen wir die Ausdrücke „Apfelkraut“ oder auch „Apfelblümlein“. Schon bei Plinius dem Älteren finden wir den durchaus nachvollziehbaren Hinweis, dass Kamillenkraut einen apfelähnlichen Geruch hat. In ihrer langen Verwendung als Unterstützung bei Krankheiten des weiblichen Geschlechts wiederum lautet ihr wissenschaftlicher Name Matricaria (matrix = Gebärmutter) chamomilla. Die Echte Kamille zählt zur Familie der Korbblütler und sollte stets griffbereit in getrockneter Form in der eigenen Hausapotheke zu finden sein.

Festes und schönes Haar erhalten:

Der Haarboden auf unserem Haupt braucht die Pflege genauso wie der Gartenboden den natürlichen Dünger. Nach der Kopfwäsche kann man daher mit einem Aufguss aus Kamille die Kopfhaut stärken und durch die entzündungshemmende Eigenschaft der Kamillenblüten gesund erhalten. Diese Anwendung beugt gleichzeitig einem verfrühten Haarausfall vor und kann mithelfen, dass bei Blondhaarigen die helle Haarfarbe möglichst lange erhalten bleibt.

Kamillenzweiglein

Die Krallen herzeigen

Nägel haben auch beim Menschen einen Sinn

Katzen haben Fans und Feinde unter uns Menschen. Dieses Haustier hat jeweils einen eigenen Charakter, der oft nur schwer zu durchschauen ist. Die Feststellung hat durchaus ihre Berechtigung, wenn behauptet wird: Hunde haben einen Herren, Katzen hingegen einen Diener. Letztere zeigen vor allem ihre Krallen und setzen diese auch gekonnt ein, sofern ihnen etwas nicht passt. Wir Menschen haben es da schon schwerer. Wir können unsere Nägel an Hand und Fuß nicht beliebig ausfahren. Und doch haben sie ihre Funktion. Vor allem sind sie Anzeiger unserer Gesundheit. Mangelerscheinungen können an brüchigen und gesplitterten Nägeln sichtbar werden. Unter anderem ist es wichtig, über die Ernährung dem Körper genug Kieselsäure zuzuführen. Damit bleibt die Struktur der Haare und Nägel kräftig erhalten. Gepflegte und gesunde Finger geben einem zudem Sicherheit im Umgang mit den Menschen. Für unsere Kommunikation miteinander sind ja nicht nur unsere wachen Augen und unser schlagfertiger Mund von Bedeutung, sondern vor allem auch unsere „Greiferchen“, mit denen wir das gesprochene Wort ausdeuten. Sorgen wir also dafür, dass unsere Finger, aber auch unsere Zehen mit ihren Nägeln nicht stiefmütterlich behandelt werden.

Kieselsäure via Tee:

Um Haut, Haar und Nägel zu stärken, kann man folgende getrockneten Kräuter zu gleichen Teilen mischen: Kamille, Heidekraut, Gänsefingerkraut, Zinnkraut und Spitzwegerich. 3 Esslöffel davon setzt man mit einem 3/4 Liter Wasser 3 Stunden lang an. Dann kurz aufkochen und abseihen. In eine Thermosflasche gefüllt, werden 3 Tassen den Tag über davon getrunken. Am besten ist eine Kur von drei Wochen, mit einer Woche Pause und dann erneut drei Wochen lang fortsetzen.

Ackerschachtelhalm

Vor dem Winter wächst das Fell

Ein Grund, um uns ums Haar zu kümmern

Mit Haut und Haar! – Alles, was unseren Körper umgibt und schützt, ist wertvoll. Es bezeichnet sozusagen das Ganze, weil wir uns damit mehr oder weniger sehen lassen können. So dient unsere Eitelkeit, die wir im rechten Maße auch pflegen und gleichzeitig damit beherrschen sollen, dafür, dass wir gut miteinander kommunizieren können. Denn wir tun uns ja verständlicherweise auch schwer mit Menschen, die ungepflegt sind. Es darf uns also ruhig etwas wert sein, ein wenig auf unsere äußere Schicht zu schauen. Die felltragenden Tiere haben hierin einen Vorteil, weil sie der Jahreszeit entsprechend ihr Fell jeweils komplett wechseln können. Aufgrund der kulturellen Errungenschaft menschlicher Kleidung haben Haare zum Schutz des Körpers und zur Regelung der Temperatur schon lange an Bedeutung verloren. Dennoch darf der verbliebene Rest vor allem im Bereich unseres Haupts eine liebende Sorge erfahren. Wenn auch die Kosmetikindustrie einiges an Wohltaten für unser Haar bereit hat, dürfen wir ebenfalls die verborgenen Essenzen in Form der Inhaltsstoffe vieler Heilkräuter für unser Äußeres zu Hilfe nehmen. Hier ein konkretes Beispiel:

Kapuzinerkressen-Salat:

Frisches Kraut der Kapuzinerkresse wird zu einem Salat zubereitet, den man je nach Geschmack mit einem bekömmlichen Dressing anrichtet. Regelmäßig genossen, wirkt das über die Verdauung auf die Haarwurzeln und verstärkt so den Haarwuchs. Leute mit einem empfindlichen Magen sollten dem Salat reichlich Öl beigeben, damit die Schleimhäute von Darm und Magen nicht zu sehr gereizt werden.

Kapuzinerkresse