Eine Blume des Gedenkens

Die Rose besitzt Heilkraft

Wie schnell können einem doch die Worte fehlen, wenn es Anlass gibt, um einen Menschen zu trauern, dem der Tod den Schlussstrich unter die Zahl seiner irdischen Lebensjahre zieht! Gerade dann, da es gilt, endgültig am Sarg Abschied zu nehmen, ist man froh, Riten und Zeichen der Dankbarkeit zur Hand zu haben, die Ehrfurcht und Wertschätzung zum Ausdruck bringen. Nicht selten werden Rosen zum sprechenden Symbol all dessen. Heute am Allerseelentag, der dem Gedenken der Verstorbenen auf den Friedhöfen gilt, soll genau diese anmutige Blüte auch hier an dieser Stelle mithelfen, sich mit dem Phänomen der Sterblichkeit auseinanderzusetzen. Denn die Endlichkeit unserer eigenen körperlichen Lebensphase ist ganz sicher vorprogrammiert. Und das wiederum beunruhigt viele, weil man ja nie weiß, wann die Zeit des Loslassens von allem kommen wird. Und selbst die Rose verwelkt und bekommt ja eine viel geringere Zeit ihrer Entfaltung als wir diese bereits hinter uns haben. Aber schauen wir ruhig ganz bewusst auf das Schöne der stacheligen Eleganz. Goethe schwang sich zu dem Bekenntnis auf: „Ich liebe die Rose als das Vollkommenste, was unsere Natur als Blume gewähren kann!“ Nun, es bleibt nicht nur beim prächtigen Äußeren des Gewächses. Gerade in den Blütenblättern steckt so einiges, das uns zeit unseres Lebens begleiten und weiterhelfen kann. Dazu zählen nicht nur blutreinigende, sondern darüber hinaus vor allem beruhigende und ausgleichende Kräfte. Insbesondere die roten Sorten der Gartenrose – ungespritzt versteht sich – zieht man dazu heran, um sie naturheilkundlich zu verwenden. Die günstige Sammelzeit hierfür ist immer dann, wenn sich die Blüten bei schönem und trockenem Wetter öffnen, um sie abzuzupfen und zu trocknen.

Teeaufguss mit Rosenblüten

Von den getrockneten Blütenblättern der roten Rosen nimmt man 1 gehäuften Teelöffel voll und übergießt diese Menge mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Gleich am Morgen 1 Tasse davon trinken und eine weitere am frühen Abend. Der Tee darf ruhig zusätzlich mit Honig gesüßt werden. Tut man das einige Tage hintereinander, kann dies das Herz und die Nerven gleichermaßen stärken.

Rote Rose ⓒ Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Wurzeln speichern Gutes

Auch bei der Karde

Die Zeiten haben sich rasant geändert. Was heute als selbstverständlich gilt, war vor wenigen Jahrzehnten kaum vorstellbar. Allein die Techniken der Kommunikation und Information lassen alles Dagewesene weit hinter sich zurück, und es ist vor allem für Ältere schwer, mit den neuen Entwicklungen Schritt zu halten. Oder denken wir nur an die Möglichkeiten, etwas haltbar zu lagern. In der Natur gibt es hingegen Methoden, die sich seit urdenklichen Zeiten bewährt haben und schon damals die menschlichen Machwerke bei Weitem übertrafen. Die Wilde Karde (Dipsacus fullonum) etwa mutet in ihrer Wuchsgestalt ohnehin an, als wäre sie ein Relikt aus längst vergangenen Äonen. Sie gehört aber durchaus zu einer gesunden und naturbelassenen Vegetation der Gegenwart und erfüllt als eher bescheidenes Gewächs, das auch mit kargen Standortbedingungen zurechtkommt, eine wichtige Funktion für das Gleichgewicht der heimischen Schöpfung. Und darüber hinaus besitzt sie eine wertvolle Wurzel. Diese ist nun vor allem im späten Herbst von Interesse, wo diese ganz gut ausgegraben und gründlich getrocknet werden kann. In der Volksheilkunde hat die Wilde Karde besonders den Ruf, der Haut eine gute Unterstützung zu liefern. In diesem Zusammenhang möchte ich das Thema Akne wieder einmal aufs Tablett bringen, um hierfür eine konkrete Empfehlung weiterzugeben. Denn gar nicht so selten tut sich unsere äußerste Schicht damit schwer, die in ihr sitzenden Talgdrüsen gut und maßvoll zu steuern oder sich selbst rein zu halten. Aber da man im Leben nur äußerst wenig wirklich alleine schaffen muss, hat der Herrgott uns die Karde zur Seite gestellt, damit wir ihre guten Wirkungen, die in ihrer Wurzel abrufbar gespeichert und dort eben am besten zu unserem Nutzen eingelagert sind, in Anspruch nehmen.

Kardentee bei Akne

4 volle Esslöffel getrockneter und zerkleinerter Kardenwurzel werden in 1 Liter Wasser am Herd zugestellt. 10 Minuten lang aufkochen und dann abseihen. 1/4 Liter trinkt man davon gleich morgens auf nüchternen Magen. Das nächste Viertel füllt man in eine Thermosflasche, um es eher gegen Abend zu sich zu nehmen. Mit dem verbleibenden Rest wäscht man das Gesicht und die von Akne befallenen Stellen sehr warm und gründlich ab. Lauwarm nachwaschen und abtrocknen. Mit etwas Arnikatinktur die Haut einreiben.

Wilde Kare mit Wurzelstock (Dipsacus fullonum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Eine außergewöhnliche Begleitung

Mädesüß bei Erkältungen

Wir alle zusammen neigen doch gerne dazu, alle Umstände, Mitmenschen und Sachverhalte in wie auch immer geartete geistige Schachteln und Schubladen zu packen, um so besser den Überblick über die gegenwärtige Verfasstheit der Welt bewahren zu können. Von daher geben wir auch ebenso leicht so genannte Patentantworten oder -rezepte auf gestellte Fragen. Die Würze des Lebens besteht aber doch vielmehr im Besonderen, im eben nicht immer Althergebrachten. Gerade unter diesem Aspekt ist es nur folgerichtig, manches scheinbar in Vergessenheit Geratene wieder zu schätzen. Das Mädesüß (Filipendula ulmaria) zählt nicht bloß zur Familie der Rosengewächse, sondern für mich ebenso zu den Gewächsen, die nicht unbedingt auf der klassischen „Speisekarte“ häufig gepflogener Kräuteranwendungen steht. Denke ich an verflossene sommerliche Wanderungen zurück, so erinnere ich mich gerne an seinen Anblick inmitten feuchter Wiesen und Gräben sowie entlang der Fluss- und Bachufer. Das Mädesüß ist eine dekorative Staude mit kurzem Erdstamm und fiederschnittigen, gezähnten Blättern, oberseits dunkelgrün, auf der Unterseite hellgrün, meist weißfilzig behaart. Die entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften, die althergebrachte Erfahrungen dieser Heilpflanze zuschreiben, können genauso heute noch abgerufen und sinnvoll zum Einsatz gebracht werden. Die getrockneten Blüten und Blätter der Wiesenkönigin, wie dieses Kraut auch gerne genannt wird, dienen als Grundlage für die Anwendungen. Am einfachsten geschieht dies in Form eines Tees, der übrigens sogar von jenen in Anspruch genommen werden kann, die ein Rheumaleiden mit sich herumtragen müssen. Viel häufiger sind jedoch Erkältungskrankheiten, die momentan wiederum ganz viele von uns wohl oder übel „eingefangen“ haben.

Tee an Tagen mit Fieber

Hat man sich eine starke Erkältung zugezogen, in Folge deren man Fieber aufweist, gilt es vor allem, im Bett zu bleiben. Zur empfohlenen ärztlichen Therapie kann begleitend Mädesüßtee getrunken werden, sofern nichts dagegen spricht. Dazu übergießt man 2 Teelöffel voll getrockneter Blüten und Blätter des Krautes mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. 2 Tassen pro Tag, morgens und abends getrunken, reichen vollkommen aus.

Mädesüß oder Wiesenkönigin (Filipendula ulmaria) ⓒ Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Das Herz pflegen

Weißdorn als Hausmittel

Das Herz ist seit jeher das Symbol des Sensitiven, des Emotionalen und letztendlich der ganzen Persönlichkeit eines Menschen. Ich wollte nicht gleich mit dem Wort Liebe ins Haus fallen, die ja sowieso nicht als etwas bloß Objektives betrachtet werden kann, sondern letztendlich immer die Einheit von Leib und Seele erfasst. Kein Wunder, ist doch das physische Herz überlebensbestimmend. Die gesamte Komplexität des Herzens kann wohl nur in einem universitären Studium näher angeschaut werden. Doch möchte ich heute mit dem Weißdorn (Crataegus) die Pumpe des Blutes einmal mehr in Betracht ziehen. Wir wissen es nur allzu gut von den Berichten unserer Zeitgenossen, die jäh in große Gefahr kommen, wenn z. B. ein wie auch immer gearteter Infarkt allem Gewohnten eine rote Linie zieht und es dann auf der Stelle heißt, die notärztliche Hilfe anzufordern. Abseits von jeglichem Schreckensszenario soll betont werden, auf unser Herz zu achten. Die Ernährung spielt dabei genauso eine Rolle wie eine angemessene tägliche Bewegung und eine stressfreie Atmosphäre, die man aber eher nur äußerst selten vorfindet. Vielmehr gelingt es da schon, mit dem, was die Natur bietet, den Alltag zu begleiten und mit den Kräutern eine vorsorgliche Pflege vorzunehmen. Seit jeher wird der Weißdorn mitsamt seinen Blättern, Blüten und Beeren für geeignet erachtet, in Sachen Kreislauf und Herztätigkeit einen positiven Einfluss auf uns auszuüben. In einem altüberlieferten Hausmittel möchte ich heute einen Tipp geben, der vielleicht zu manchen passt, die dem Herzen etwas Gutes tun wollen. Die eingehende internistische Kontrolle kann dadurch aber keinesfalls ersetzt werden.

Weißdorn in Wein ansetzen

Zuerst benötigt man frische oder getrocknete Weißdornbeeren. 8 Esslöffel davon mit einem Nudelwalker oder einem Mörser anquetschen bzw. zerstoßen. Dann in ein Glasgefäß geben und 1 Liter leichten Weißwein (z. B. Grüner Veltliner oder Riesling) darübergießen. 8 Tage lang verschlossen auf die Fensterbank stellen und jeden Tag einmal kräftig durchschütteln. Danach abseihen, den Rückstand auspressen und den Weißdornwein abfüllen. Im Kühlschrank lagern. Bei Zirkulationsstörungen täglich morgens nach dem Aufstehen 1 Esslöffel voll davon einnehmen.

Weißdornfrüchte (Crataegus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





So einfach geht’s

Ein Radieschen pro Tag

Große Pläne und Konzepte sind wohl allerorten vorhanden. Wenn nicht in dicken Ordnern und gedruckten Konvoluten, dann bestimmt in manchen Köpfen. Schließlich will man sich selbst verwirklichen oder bestenfalls für andere etwas auf die Beine stellen, das auch wirklich ökonomisch und gesellschaftlich Zukunft hat. Genauso wichtig sind meines Erachtens aber auch die kleinen Schritte, die konkret gelebte Treue zum eingeschlagenen Weg und das alltägliche Beachten des Wesentlichen. So komisch es auch klingen mag: mit dem Radieschen (Raphanus sativus) ist es möglich, genau dieses in die Praxis umzusetzen. Alle kennen jene kleine Gemüsezutat und wollen sie da und dort am Jausenteller nicht missen. Es bringt ja auch eine dementsprechende scharfe Note in die sonst deftig bestückte Mahlzeit, was sicher nicht schaden kann. Wenn man das Radieschen aufschneidet und in weiterer Folge in den Mund nimmt, spürt man eindeutig das Vorhandensein von Senfölen, die für die eben beschriebene Empfindung verantwortlich sind. Nun, es ist nicht bloß der Gaumen, der von diesem Genuss profitiert. Die ganze Verdauung ist gewissermaßen froh, wenn sie sich nicht nur mit allzu schweren fetten Speisen abmühen muss. Ausgewogenheit zeigt sich eben darin, dass auch ein nicht zu geringer pflanzlicher Anteil auf dem Teller zu finden ist, der die nötigen Mineralstoffe, Vitamine und auch Ballaststoffe in den Zyklus der Ernährungsverarbeitung mit einbringt. Außer dem Radieschen seien hierfür der grüne Salat, Radicchio, Brokkoli, Karotten, Sellerie und die Gurken erwähnt. Neben Magen und Darm sollte aber zusätzlich die Leber Pflege und Unterstützung erhalten. Und dafür steht im Speziellen das Radieschen zur Verfügung.

Leberstärkung in der Früh

Hat man frische Radieschen zur Hand, so kann man Folgendes durchführen: Gleich am Morgen, bevor man noch das Frühstück zu sich nimmt, schneidet man 1 Radieschen in Würfel oder Scheiben und isst dieses auf nüchternem Magen. Somit erhält die Leber eine gute Animation, sich gestärkt den Aufgaben zu stellen, die auch auf dieses wichtige Organ an einem Tag zukommen.

Radieschen (Raphanus sativus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Lunge stärken

Mit Isländischem Moos

Die Wunderwelt der Natur präsentiert sich uns ganz großartig, wenn wir nur die Augen ein wenig dafür auftun! Die Schöpfung Gottes hält so viele verschiedene Facetten für den Menschen bereit, dass es ein Leichtes ist, ins Staunen zu kommen. Die erste Tatsache, die man ganz leicht erkennen kann, ist die, dass nichts für sich allein existiert. Im Zusammenspiel der einzelnen Arten ergänzt der eine, was der andere nicht kann. Die Flechten gehören gewiss zu den Pflanzen, die sich verschiedensten Lebensumständen gut anpassen können. Manche von ihnen nennt man aufgrund ihrer Wuchsgröße Strauchflechten. Das Isländische Moos (Cetraria islandica) ist wohl die bekannteste von ihnen. Gerade dann, wenn es gilt, die Lunge zu hüten und zu unterstützen, wäre es sinnvoll, sich der dafür geeigneten Pflanzen zu besinnen, die dafür geeignet sind. Denn der nächste Husten oder ein grippaler Infekt, den man im Nu irgendwo einfängt, verlangt gerade von den Atmungsorganen einiges an Kraft und Standfestigkeit ab. Dann ist man sicher froh, das eine oder andere Brauchbare in greifbarer Nähe zu haben. Der hohe Schleim- und Bitterstoffgehalt des Isländischen Mooses ist dafür prädestiniert, sich gut auf die Lungentätigkeit auszuwirken und ein Abhusten des belastenden Schleimes zu fördern. Und um es nicht zu vergessen: es finden sich auch Vitamine in der urtümlich anmutenden Pflanze. Auf vielfältige Weise lässt sich das Isländische Moos, das übrigens in ganz Europa vorkommt, für das Wohl des Körpers verwenden. Unter anderem ist es auch geeignet, die Konsistenz der Haut zu verbessern. Heute geht es uns aber um die Atemwege. Und da ist es angebracht, einen Tee zu trinken.

Aufguss bei Husten

Vom getrockneten und zerkleinerten Kraut des Isländischen Mooses, das man am besten aus dem Fachhandel bezieht, nimmt man 2 Teelöffel voll, übergießt diese Menge mit 1/4 Liter kochendem Wasser und lässt beides zusammen 15 Minuten lang ziehen. Danach abseihen und schluckweise trinken. Bei starker Erkältung kann man bis zu 3 Tassen pro Tag davon trinken.

Isländisches Moos (Cetraria islandica) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein altes Hausmittel

Mit Linsen den Stuhlgang fördern

Mein Gott, da geht einfach nichts weiter! – Vielleicht ruft das einer aus, der mitten im Stau steht. Oder man gelangt in die engmaschigen Schlingen einer überbordenden Bürokratie, der es eher um Zahlen und Daten als um den Menschen selbst zu gehen scheint. Wie auch immer: manchmal möchte man wirklich aus der Haut fahren, weil sich alles in die Länge zieht. Vollziehen wir nun einen gedanklichen Schwenk zur Verfasstheit unseres Körpers, so wissen wir, dass dort ebenso manches ins Stocken geraten kann. Daher möchte ich heute über die Linsen (Lens culinaris) ein paar Gedanken verlieren. Diese Hülsenfrüchte gehören seit Menschengedenken zu einer landwirtschaftlich geprägten Kultur. Man braucht in meiner Heimat bloß ins späte Mittelalter zurückgehen und wird von Historikern bestätigt bekommen, dass der Familienname „Linsbauer“ einer der ältesten schriftlich Überlieferten seiner Art in dieser Gegend ist. Selbst in der Äbteliste unseres Klosters ist er bereits vor dem Jahr 1500 zu finden. Angeblich gab es einmal sogar einen guten Handel mit Linsen, die im Norden Niederösterreichs angebaut und dann bis nach Venedig verkauft wurden. Nun gut, wie auch immer, bis heute schmeckt es vielen, wenn die Linsen zusammen mit einem guten Geselchten am Tisch serviert werden. Im Bezug auf die Verdauung dürfen noch andere positive Aspekte entdeckt werden. Aus verschiedensten Gründen können vor allem betagtere Zeitgenossen darüber klagen, dass es mit dem Stuhlgang nicht mehr so gut funktioniert und sich unangenehme Verstopfungen häufen. In diesem Fall kann auf die Erfahrung früherer Generationen zurückgegriffen werden, die durchaus wussten, was man dagegen machen kann.

Der Verstopfung entgegenwirken

Zuerst benötigt man Linsenfrüchte. Von diesen nimmt man 2 Esslöffel voll und stellt sie zusammen mit 1/2 Liter kaltem Wasser auf den Herd. Solange kochen, bis sie weich werden. Dabei das verdunstende Wasser durch Nachgießen ergänzen. Zum Schluss abseihen. Um den Stuhlgang zu fördern, nimmt man 1 Teelöffel voll kaltgepresstes Olivenöl auf nüchternen Magen ein und trinkt sodann das Linsenwasser nach. Es eignet sich praktisch jedes Absudwasser von Linsen für diese Maßnahme.

Linsen (Lens culinaris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Vitalität steigern

Mit ein wenig Haselnuss

Die Erntedankfeste sind vorüber. Vielerorts sind noch die geflochtenen Kronen in den Kirchen zu bewundern, die – mit Kornähren und Früchten bestückt – die Fülle der Schöpfung versinnbildlichen sollen. Jetzt gilt es das auszuschöpfen, was das Jahr über oft unbeachtet herangereift ist. Dazu zählt nicht bloß der Ertrag, der auf den Feldern oder in den Obstgärten entgegenzunehmen war. Auch im Wald und auf der Flur stand da einiges zum Abholen bereit. Die Haselnüsse zählen hierbei sicherlich ebenfalls dazu. Die Gemeine Hasel (Corylus avellana), wie der Strauch korrekt bezeichnet wird, zählt zur botanischen Familie der Birkengewächse. Diese Zugehörigkeit lässt sich leicht an den männlichen Blütenkätzchen ablesen, die vor allem im zeitigen Frühjahr gut zu sehen sind, wenn sie also den Blütenstaub zur Verfügung stellen. Im Allgemeinen sind die Gewächse recht zahlreich in den Wäldern und an deren Rändern anzutreffen. Sie säumen auch gerne die Böschungen entlang von Hohlwegen. Wer ab dem Sommer aufmerksam durch die Natur geht, wird bald bemerken, dass sich zahlreiche Vogelarten und vor allem die Eichkätzchen daran machen, die vorhandenen Nüsse bereits im halbreifen Zustand zu ergattern, zu verspeisen oder in einem Versteck für magere Zeiten zu lagern. Die Haselnüsse erweisen sich durchaus ebenso als gesunde Kost für den Menschen. Immerhin profitiert der ganze Organismus davon, wenn man sie aufbereitet und maßvoll zu sich nimmt. Es versteht sich wohl von selbst, dass dafür auch die nötige Verträglichkeit gegeben sein muss. Gerade dann, wenn man sich viel in Wohnungen und Büros aufhält, kann es passieren, dass die eigene Vitalität darunter leidet. Dem kann man mit den Gaben der Natur entgegensteuern.

Haselnussschrot in kleinen Mengen

Hat man aus dem eigenen Garten, aus dem Wald oder eben gekaufte Haselnüsse aus dem Handel zur Verfügung, so kann man deren Fruchtkerne zu Schrot mahlen. Unbedingt luftdicht sowie trocken und auch nicht zu lange lagern. Um das Blut und den ganzen Organismus zu stärken, reicht es, bloß 1 Teelöffel davon 3 Wochen lang vor jeder Mahlzeit zu sich zu nehmen. Natürlich ist es genauso möglich, die Haselnüsse jeweils frisch zu mahlen.

Haselnusszweig mit Blüten und Früchten (Corylus avellana) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Auf und unter der Haut

Die Kraft der Wacholderbeeren

Mit der Energie, die auf unserer Erde vorhanden ist, dürfen und müssen wir verantwortungsvoll umgehen. Das erweist sich angesichts der schlechten Folgen des übermäßigen Verbrauchs fossiler Brennstoffe wohl als unumgänglich. Grund zur Hoffnung verleiht uns die Entwicklung der Technik, die es ermöglicht, alternative Kraftquellen zu erschließen. Ich denke, dass es vor allem den Pflanzen ohne menschliches Zutun bereits von Beginn ihrer Existenz an möglich war und ist, mithilfe der Sonne und der Erde vieles für uns aufzubereiten. Im Wacholder (Juniperus communis) begegnen wir einem Zypressengewächs, das gewiss schon eine lange Geschichte hinter sich hat. Im Laufe dieser Zeit konnte der nadelbesetzte grüne Geselle eine List entwickeln. Die Schuppen seiner Zapfenfrüchte wurden nämlich mit einer Schicht Fruchtfleisch überzogen, sodass es vor allem für die Vogelwelt einladend wirkt, sich an den Beeren zu laben. Haben die einmal ihre Mahlzeit verdaut, landet der darin inkludierte Samen irgendwo, um dort neu zu keimen. Gewiss kennen wir die Wacholderbeeren auch als anreicherndes Gewürz, wenn es gilt, manches von den Gemüsebeeten einzulegen. Aber die gesundheitsfördernden Wirkungen dieser Zutat können ebenso auf eine andere Weise geordert werden. Bevor ich dazu einen konkreten Tipp gebe, möchte ich deutlich darauf hinweisen, dass der Gebrauch der Wacholderbeeren auf jeden Fall zu meiden ist, wenn die Nieren irgendein Leiden oder eine Schwäche aufweisen! Andernfalls sollte einem der Hausverstand und die nötige Sensibilität anzeigen, inwieweit ein Nutzen von den Gaben der Natur aufgegriffen werden kann. Im Wacholder steckt nämlich durchaus viel Gutes.

Hautstärkendes Bad

Bei Hauterkrankungen und zur Unterstützung unserer äußersten Schicht kann es angebracht sein, ein kräftigendes Bad zu nehmen. Der Zusatz hierfür wird folgendermaßen aufbereitet: 100 Wacholderbeeren (= ca. 10 bis 13 g) werden zerdrückt und in 2 Liter kochendes Wasser gegeben. Ganz kurz aufwallen lassen und dann vom Herd nehmen. Noch 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen und dem warmen Wasser in der Wanne hinzufügen. 15 Minuten darin baden. Ist auch eine gute Begleitung bei Ischias und Rheumabeschwerden.

Wacholderzweig mit Beeren (Juniperus communis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Das Blut reinigen

Mit Hopfen und Brennnessel

Kleinste Partikel aus der Luft gehen permanent auf die Reise, um sich dann irgendwo niederzulassen. Schließlich herrscht auf unserem Planeten das Gesetz der Schwerkraft, die alles am Boden hält. Das gilt eben auch für den Staub. Um diesem nicht die Vorherrschaft zu überlassen, heißt es permanent zu putzen und aufzuwaschen, damit Wohnungen und Büros ansehnlich und sauber gehalten werden. Wir dürfen den Hopfen (Humulus lupuls) und die Große Brennnessel (Urtica dioica) durchaus mit einem Putzlappen und Waschwasser vergleichen. Jedoch betrifft dies auf keinen Fall Böden, Möbel und Fenster. Dafür gibt es Geeigneteres. Aber schauen wir doch einmal auf unser Blut, das in einem ständigen Erneuerungsprozess steht, weil es viele wichtige und sozusagen aufreibende Funktionen zu erledigen hat. Wenn der rote Lebenssaft bis in die kleinsten Adern unseres Körpers hinein pulsiert, dann wird gleichzeitig alles Notwendige bis zu Kopf und Fuß hin transportiert. Im gleichen Aufwaschen aber übernimmt das Blut das sorgsame Entledigen der abgestorbenen und giftigen Substanzen unserer Physis. Da erweist es sich im Vergleich zur Raumpflege ebenfalls als notwendig und angebracht, das Blut selbst gut in Schuss zu halten. In Hopfen und Brennnessel finden sich Wirkungen, die einen positiven Einfluss auf die Sauberkeit des Inhaltes in unseren Adern zeitigen. Daher sollte man darangehen, in regelmäßigen Abständen eine Kur durchzuführen, die eine Wohltat für den ganzen Leib darstellt. Wenn nämlich dieser von innen her sauber gemacht wird, zeigt sich das in der Folge sowohl in einem vitalen Zustand des Körpers als auch in einem frohen Gemüt.

Tee als Unterstützung

Die getrockneten und zerkleinerten weiblichen Hopfenblüten werden zu gleichen Teilen mit ebenso beschaffenen Brennnesselblättern gemischt. Davon nimmt man dann 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abschließend abseihen. 3 Wochen lang 2 bis 3 Tassen pro Tag trinken, um so die Reinigung des Blutes zu unterstützen. Das kann man ein paar Mal im Jahr durchführen.

Hopfen (Humulus lupulus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya