Unterstützung aus der Küche

Die Zwiebel für den Körper verwenden

Wenn immer wiederum von den traditionellen Anwendungen der Heilpflanzen die Rede ist, dann gehen die Tipps und Hinweise an dieser Stelle meinerseits meist in die Richtung von praktischen Hausmitteln. Kurz zusammengefasst heißt das, sich im eigenen Haus umzuschauen, was denn alles vorhanden ist, um das Leben mit den größeren und kleineren Beschwerden bzw. Wehwehchen zu meistern. Damit wird die seriöse Medizin auf keinen Fall ausgeklammert. Na dann schauen wir uns doch einmal in der Küche und in der angrenzenden Speisekammer um. Und dabei stoße ich auf die Zwiebel (Allium cepa), die wohl zum Kochen guter Gerichte und zum Anrichten herzhafter Salate unerlässlich ist. In ihrer Wirkweise landet die aufbereitete Zwiebel nicht nur auf der Zunge oder am Gaumen, sondern tut einfach wichtigen Organen gut. Die Leber und die Bauchspeicheldrüse werden in ihrer Tätigkeit gefördert und angeregt. Darüber hinaus gibt es auch einen harntreibenden Effekt zu verzeichnen. Ein erhöhter Blutzuckerspiegel kann durch den Genuss der Zwiebel reduziert und gleichzeitig die beständige Arbeit des Herzens verbessert werden. Darüber hinaus profitieren zudem die Atemwege von ihr. Antioxidantien, Sulfide, Kalium, Calcium und selbst Vitamine tragen zu all dem Aufgezählten etwas bei. Ich weiß sehr wohl auch um die wenigen Zeitgenossen, die sich mit der Zwiebel recht schwer tun, weil sie den Geruch und den Geschmack absolut verabscheuen und daher auf eine möglichst weite Distanz zu jener Speisezutat gehen. Diese Tatsache mindert aber nicht den tatsächlichen Wert des kostbaren Gemüses. Zwei Ratschläge, die man problemlos umsetzen kann, möchte ich heute weitergeben.

Zwiebel für Nägel und Hände

Brüchige Finger- und Zehennägel kann man mit einem Saft aus rohen Zwiebeln abtupfen. Danach 2 bis 3 Stunden nicht mit Wasser in Berührung bringen. Wenn man sich einen Splitter bei einer häuslichen Arbeit in die Haut eingezogen hat, so lässt sich dieser leichter entfernen, wenn man zuvor eine Zwiebelscheibe für ca. 3 Stunden darüber bindet und auf der betroffenen Stelle belässt. www.kraeuterpfarrer.at

Zwiebel (Allium cepa) und Lauch ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Das Denken unterstützen

Beifußkraut tut dem Kopf gut

Zuerst denken, dann reden! – Wie oft haben wir uns das schon selbst gesagt oder es anderen zugerufen. Dieser Imperativ hat wohl in jeder Lebenslage seine Berechtigung. In der Tat ist es ganz wichtig, bei klarem Verstand zu sein und somit alles zu bewältigen, was an Herausforderungen ansteht. Im Reich der Pflanzen gibt es so manche Unterstützung dafür. Viele Heilkräuter bieten sich an, die sich durchaus mit sehr kargen Lebensbedingungen zufrieden geben. Pflanzen sind sehr oft stärker und anpassungsfähiger, als wir ihnen das oft zutrauen. Der Wilde Wermut, der viel besser unter dem Namen Gemeiner Beifuß (Artemisia vulgaris) bekannt ist, zählt zu den flexiblen Vegetationspionieren unter den heimischen Gewächsen. An allen möglichen Stellen siedelt er sich an, sei es auf sandigen Halden, entlang von Wegen und Zäunen oder auf stillgelegten Kulturflächen. Der Echte Wermut ist als sein Verwandter für seine intensive Bitternis bekannt. Die findet sich beim Beifuß in abgeschwächter Form vor, was ihn dafür prädestiniert, ihn besser für naturheilkundliche Belange verwenden zu können. Alle Kräuter, die Bitterstoffe enthalten, wirken in erster Linie unterstützend auf alle Organe, die in irgendeiner Weise etwas mit der Verdauung zu tun haben. Darüber hinaus tragen sie im gesamten Körper dazu bei, dass die einzelnen Zellen im übertragenen Sinne wach und aktiv bleiben. Das trifft ebenso auf das Gehirn zu, das unser Nervensystem dirigiert und das menschliche Denken ermöglicht. Und ich werde, so meine ich, eine überwiegende Zustimmung finden, wenn ich dafür plädiere, auch mit Kräutern die geistige Zentrale unserer Persönlichkeit in unserem Kopf zu unterstützen. Das Gehirn hängt direkt mit der Verfasstheit der gesamten Physis zusammen. So nimmt es nicht Wunder, wenn das Planen, Rechnen und Erkennen besser funktioniert, da sich der Leib in einem ausgewogenen Zustand befindet. Der Beifuß kann dazu wesentlich etwas beitragen.

Die Gehirntätigkeit unterstützen

Der Gemeine Beifuß ist ein Kraut, das in positiver Weise auf unseren Kopf abzielt. Daher ist es durchaus ratsam, ab und zu aus dem getrockneten Kraut dieses Korbblütlers eine Tasse Tee zu trinken. Entweder nimmt man die Kräuterdroge pur oder in Mischung mit einem anderen Kraut nach Belieben. 2 Teelöffel der Droge werden mit 1/4 Liter siedendem Wasser übergossen. 15 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Am besten nimmt man eine Zeitlang 1 Schale voll davon gleich nach dem Aufstehen zu sich. Dies kann man auch tun, wenn man öfter an Schwindelanfällen leidet. www.kraeuterpfarrer.at

Beifuߟ mit Wurzel und Blütendetails (Artemisia vulgaris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Tageszeit und Heilkraut

Eisenkraut gleich am Morgen verwenden

Ein gemütliches Hingleiten in einen neuen Arbeitstag ist für gar nicht wenige ein Luxus. Die Pendler z. B., die es in meiner unmittelbaren Heimat in großer Anzahl gibt, müssen schon in aller Herrgottsfrüh die Haustür hinter sich ins Schloss fallen lassen, um noch rechtzeitig die Bahn zu erreichen oder mit dem Auto das Büro oder die Firma in der weit entfernten Stadt anzusteuern. Ich persönlich empfinde die Morgenstunde prinzipiell als etwas Kostbares, obwohl auch ich die Zeiten genieße, die mit zum Ausschlafen gegönnt werden. Die Heilkräuter sind auf jeden Fall gleich zu Beginn eines Tages ein wichtiges Thema. Im Eisenkraut (Verbena officinalis) begegnet uns ein sehr hilfreicher pflanzlicher Partner. Ursprünglich rund um das Mittelmeer beheimatet, hat es seit dem Mittelalter ganz Europa erobert und sich durch Hilfe der Menschen Hand letztlich auf allen Kontinenten verbreitet. Die alten Römer berichten bereits von einem kultischen Gebrauch des Eisenkrautes im Rahmen von Reinigungszeremonien. Die Inhaltsstoffe der heilsamen Pflanze sind Gerb- und Bitterstoffe, Gerbsäuren, Flavonoide und Schleimstoffe. Es gilt im Allgemeinen als magen- und nierenstärkend, zudem als adstringierend und anregend. Um genau diese Effekte entgegenzunehmen, muss man nicht erst lange warten. Schon am Morgen ist es wichtig, die Physis von innen heraus zu reinigen und in weiterer Folge zu stärken. Denn das ist entscheidend für die Agilität, die in den Stunden der Arbeit und der Freizeit aufrechterhalten werden soll. Im Eisenkraut haben wir einen verlässlichen Freund, der uns zu all dem verhelfen kann. Nutzen wir also den Morgen nicht nur, um gut zur Arbeit zu kommen, sondern auch, um den Bruder Leib nicht zu vernachlässigen, damit – um den hl. Augustinus zu zitieren – die Seele eine Freude hat, darin zu wohnen.

Eisenkraut-Tee am Morgen

2 gehäufte Teelöffel voll getrocknetes und zerkleinertes Eisenkraut werden mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Der fertige Tee wird bei annehmbarer Temperatur ungesüßt und auf nüchternen Magen schluckweise getrunken. Das regt den Stoffwechsel und die Tätigkeit der Nieren an. Der Aufguss eignet sich darüber hinaus für Mundspülungen und zum Gurgeln bei Erkältungsbeschwerden. www.kraeuterpfarrer.at

Eisenkraut (Verbena officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Erfrischendes zwischendurch

Sauerkraut fördert die Verdauung

Zeit ist oft Mangelware. Vieles muss daher oft schnell erledigt werden, wenn sich die Arbeit häuft und ein Termin den anderen ablöst. Zeit ist jedoch ein kostbares Geschenk, das uns zwischen Geburt und Tod übergeben wird, damit wir diese Frist auch nutzen, einerseits das Notwendige zu verwirklichen und das Schöne zu genießen. Dazu braucht es jedoch einen wachen Geist und – so Gott will – auch einen gesunden Körper. Ersterer ist gleichsam der Steuermann des Lebensschiffes. Und was hat das Sauerkraut mit all dem zu tun? Auf Erste gesehen wohl gar nichts. Doch wäre es schade, diese sehr beliebte Speisezutat nicht gebührend wertzuschätzen. Und das benötigt oft gar nicht so viel Zeit. Im Handel ist es ganz einfach zu besorgen. Natürlich ist es ebenso gut, wenn man sich die Mühe macht, um es zu Hause in einem eigens dafür bereitgestellten Fass einzulagern und heranreifen zu lassen. Das war ja in früheren Jahrzehnten in sehr vielen Haushalten gang und gäbe. Der Vorteil des rohen Sauerkrautes besteht in seinem Gehalt an Milchsäure. Diese wirkt sich u. a. gärungswidrig aus. Wir wissen, dass es bei einer trägen Verdauung ganz leicht dazu kommen kann, dass die aufgenommenen Speisen nicht in dem Maß verarbeitet werden, wie es sein sollte. Da lässt sich jedoch etwas dagegen unternehmen. So will ich heute ganz bewusst auf eine Zwischenmahlzeit verweisen, die uns dabei unterstützt, die Verdauung zu verbessern und somit das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Und es sollte uns wert sein, ein wenig Zeit zwischendurch aufzubringen, um die Einheit von Leib und Seele zu stärken. Und sei’s eben nur mit Sauerkraut.

Rohes Sauerkraut in kleinen Portionen

Um die Verdauung zu fördern, unangenehme Gärungsprozesse im Darm zu verhindern und die Peristaltik zu aktivieren, kann es sich als sinnvoll erweisen, zwischen den Mahlzeiten rohes und frisches Sauerkraut zu konsumieren. Vergessen möchte ich in diesem Zusammenhang auch nicht auf den Saft des Sauerkrautes. Morgens 1/8 Liter auf nüchternen Magen und dann am Nachmittag wiederum dieselbe Menge getrunken, ist eine andere Möglichkeit, diese Vorteile zu nutzen. www.kraeuterpfarrer.at

Sauerkraut unverarbeitet ⓒ wikipedia/Forest-&-Kim-Starr





Ein brauchbares Kraut

Augentrost für die Schleimhäute

Nomen est omen – so sagten es schon unsere Vorfahren. Und in der Tat kann ein Name sehr vieles ausdrücken und zusammenfassen. Gerade in der zurückliegenden Weihnachtszeit konnten wir in der Kirche einige Bibelstellen hören, die von der Bedeutung der Namen sprachen, so z. B. Jesus (Gott rettet) oder Immanuel (Gott ist mit uns). Blicken wir ins Reich der Kräuter, so finden sich dort auch Bezeichnungen, die einen direkten Schluss auf die Wirkkraft hervorrufen wollen. Das beste Beispiel dafür ist wohl der Augentrost (Euphrasia officinalis). Dieses Sommerwurzgewächs ist in Europa sehr weit verbreitet und fühlt sich vor allem in höheren bergigen Lagen ganz wohl. Zu den Inhaltsstoffen zählen neben Bitter- und Gerbstoffen auch Flavonoide, Öl, Harz und andere wertvolle Substanzen. Betrachtet man die Blüte näher, dann meint man, einen kecken Augenaufschlag darin zu entdecken. Daher wurde diese Pflanze seit alters her dazu benutzt, um Augenleiden auszukurieren. Doch damit muss man es nicht bewenden lassen. In unserem Organismus stellen die Zonen, die mit Schleimhäuten überzogen sind, besonders sensible Bereiche unserer Physis dar. Das betrifft u. a. den Mund und den Rachen sowie den Magen. Reizungen und Entzündungen können sich dort ganz leicht einstellen, was sich als sehr unangenehm herausstellen kann. Wer also in diesen Belangen um Rat fragt, den möchte ich auf den Augentrost verweisen, der schon vielen weitergeholfen hat. Gewiss handelt es sich hier wie bei sämtlichen Gewächsen nicht um ein Wunderkraut, sondern eben um eine Möglichkeit, sich eine Linderung zu verschaffen. Aber der Augentrost ist eben nicht nur dafür da, um die Sehorgane zu stärken, sondern hat eine breitere Palette an Hilfestellungen als es sein Name zum Ausdruck bringt.

Tee aus Augentrost-Kraut

Von den getrockneten und zerkleinerten Trieben des Augentrosts nimmt man bloß 1 1/2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Bei Magenschleimhaut-Reizungen und bei Entzündungen im Mund- und Rachenbereich trinkt man 3-mal am Tag je 1 Schale von diesem Tee, ohne diesen jedoch zu süßen. Somit kann man die Beschwerden von innen heraus begleiten. www.kraeuterpfarrer.at

Augentrost (Euphrasia officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Gesichtshaut pflegen

Mit Kren Fett reduzieren

Der erste Blick ist entscheidend. Viele meinen es zumindest, wenn man z. B. neue Leute kennenlernt. Oder es trifft einen der kecke Amor (Personifikation der Liebe in der antiken Mythologie) mit seinen gespickten Pfeilen ins Herz und man „verschaut“ sich in jemanden. Nun, bleiben wir lieber bei der alltäglichen Realität und nehmen wir den Spiegel im Badezimmer her, der uns selbst so herzeigt, wie wir direkt nach dem Aufstehen dreinblicken. Kommentare erspare ich mir diesbezüglich. Das bleibt jedem selbst überlassen. Und doch nehme ich die morgendliche Herausforderung zum Anlass, um den heutigen Tipp in Richtung Kren (Armoracia rusticana) zu beschreiben. Wir begegneten dem scharfen Gewürz wohl beim letzten heißen Würstel, das wir kredenzt bekommen haben oder beim Tafelspitz, der letztlich nur zusammen mit einem legendären Semmelkren so richtig mundet. Und in der Tat hat man schon seit Langem um den guten Nutzen des Krens gewusst und ihn zum Würzen verwendet. Die starke Wurzel dieses Kreuzblütengewächses ist ja vielerorts in der freien Natur zu finden. Und vergessen wir nicht auf die Gemüsebauern, die ihn vor allem in der Steiermark extra kultivieren und somit einen gesundheitsfördernden Kulturschatz unserer Heimat hüten. Ja, die scharfen Senföle, die ätherischen Substanzen, Mineralstoffe und selbst Vitamin C zeichnen den Meerrettich, wie der Kren üblicherweise im deutschen Sprachraum bezeichnet wird, aus. Kaum jemand weiß aber, dass sich sein Verwendungsrahmen auch bis in die pflanzlicherseits unterstützte Kosmetik hinein erstreckt. Dazu braucht man eben den Blick in den Spiegel und in weiterer Folge ein bewährtes Hausmittel. Mit ein bisschen Geschick und Geduld kann man sich dieses selbst zubereiten.

Ansatz mit Essig

2 Esslöffel voll frisch geriebenen Kren (Meerrettich) übergießt man in einer Flasche mit 1 Liter Apfelessig. 8 Tage lang darin verschlossen ansetzen. Täglich gut durchschütteln. Danach ist der Krenessig gebrauchsfertig. Morgens nimmt man davon 1 Esslöffel voll, verdünnt ihn mit ebenso viel Wasser und tränkt einen Wattebausch damit. Das Gesicht wird mit dieser Flüssigkeit einfach gründlich abgetupft. Das trägt dazu bei, dass eine fette Gesichtshaut reiner und geschmeidiger wird. www.kraeuterpfarrer.at

Kren oder Meerrettich (Armoracia rusticana) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Bei Grippe und flauem Magen

Die Eschenrinde aufgießen

Viel war in den vergangenen Wochen die Rede davon, wie jemand das neue Jahr beginnt, welche Vorsätze gefasst wurden und was man sich von der kommenden Zeit erwartet. Darauf gibt es viele Antworten mit den dementsprechenden Vorschlägen, das Leben bewusster in die Hand zu nehmen. Und doch darf man sich auch bescheiden geben und fragen, wie denn der einzelne Tag gestaltet werden kann. Denn vom ihm hängt es unter anderem auch ab, wie wir konkret etwas für die Gesunderhaltung unseres Organismus tun. Um mich nicht in Allgemeinheiten zu verlieren, möchte ich ein einzelnes Kraut namens Esche (Fraxinus excelsior) herausgreifen. Ja, ich weiß schon, dass ich hiermit einen Baum anspreche. Dieser zählt jedoch genauso zu den stärkenden und nutzbringenden Gewächsen, auch wenn er ein bisschen groß geraten ist. Es ist die Rinde, die man von der Esche nutzen kann. Sie enthält Gerbstoffe und Flavonoide, die sich auf verschiedene Weise zum Wohle des Körpers auswirken können. Sie fördern den Stoffwechsel und helfen dem Magen bei seiner Verdauungstätigkeit. In den Medien ist zudem von einer anrollenden Grippewelle die Rede, die hoffentlich nicht zu stark ausfällt. Aber dann sind Fieber und Gelenksschmerzen sicher die Begleitumstände, mit denen man rechnen muss. Alles in allem sagt einem die Vernunft, sich rechtzeitig dafür zu rüsten und schon im Vorhinein abzuchecken, was man zur Begleitung einer derartigen Krankheit tun kann. Die Eschenrinde ist nun nicht eine Droge, die man an allen Ecken und Enden vorfindet. Jedoch zählt sie zu den Möglichkeiten, die sich seitens der Natur abrufen lassen, um Linderung zu erlangen. Die Ware wird übrigens vom Herbst bis zum Frühjahr von fingerdicken Zweigen geschält und dann sorgsam und gründlich getrocknet.

Rindentee bei Fieber

Von der getrockneten und zerkleinerten Rinde der Esche nimmt man 2 Teelöffel voll. In 1/4 Liter kaltem Wasser auf den Herd stellen und kurz aufkochen. Wegstellen und noch 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, danach abseihen. Jeweils in der Früh und am Abend 1 Tasse davon schluckweise trinken. Das trägt dazu bei, um hohes Fieber zu begleiten und zu senken. Stärkt auch den Magen, der bei Grippe meist ebenfalls ein Leidtragender ist. www.kraeuterpfarrer.at

Eschenzweig mit Blüten und Früchten (Fraxinus excelsior) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein Bad für viele Fälle

Mit Schafgarbe durchführen

Wenn in der Speisekammer und im Kühlschrank die Vorräte zur Neige gehen, dann ist es Zeit, sich wieder durch Einkäufe das Nötige zu besorgen. Viele schreiben sich dafür eine Liste auf, um dann ganz gezielt auf die Angebote zuzugreifen. Schauen wir uns im Vergleich dazu im Reich der Kräuter um, so sind dort unzählige Pflanzen zu entdecken, die unseren Bedürfnissen im Hinblick auf unsere Gesunderhaltung entgegenkommen. Manche von ihnen sind mit ganz besonders vielen Eigenschaften ausgerüstet, wie es die Erfahrungsgeschichte der tradierten Pflanzenheilkunde aufzeigt. Hier zählt ganz sicher die Schafgarbe (Achillea millefolium) dazu. Dieser Korbblütler begleitet uns auf Wiesen sowie auf Feld- und Wegrändern auf Schritt und Tritt. Je nach der Qualität des Bodens fällt die Wuchshöhe dieses Heilkrautes aus, die aber nicht mehr als 100 cm beträgt. Ätherische Öle, Azulen, Bitterstoffe, Flavonoide und vieles andere mehr bilden die Inhaltsstoffe in den Blüten und Blättern des Gewächses. Somit ist allein dadurch schon ein reiches Angebot an Wirkmöglichkeiten gegeben. In der Tradition der klösterlichen Heilkunde, die sich ja durch die Empfehlungen der Jahrhunderte bis heute fortsetzt (denken wir nur an Pfarrer Sebastian Kneipp, Kräuterpfarrer Künzle und Kräuterpfarrer Hermann-Josef Weidinger), hat es immer schon Arten der Anwendungen gegeben, die innerlich und äußerlich durchgeführt werden. Das Trinken eines Schafgarben-Tees gilt hierbei nur als eine Form der praktischen Umsetzung. Mithilfe eines entspannenden Bades ist es aber ebenso sehr gut möglich, sich der vielen positiven Effekte zu bedienen, die in der Schafgarbe drinnenstecken. Immerhin sollten wir das bei Fragen bedenken, die sich um das Wohl unseres Organismus drehen. So gesehen sollte man dieses wundervolle Kraut daheim immer auf Vorrat haben.

Badezusatz Schafgarbe

Von den getrockneten und zerkleinerten Blüten und Blättern der Schafgarbe nimmt man 100 g und übergießt sie mit 2 Liter kochendem Wasser. Noch kurz auf den Herd stellen und aufwallen lassen. Dann von der Platte nehmen und 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Abseihen und dem Badewasser beifügen. 15 Minuten darin baden. Das kann sich bei vielen Beschwerden als hilfreich und lindernd erweisen, so bei Juckreiz und Hämorrhoidenschmerzen, bei allen Arten von Nervenleiden, bei Flechten und Akne sowie auch bei Quetschungen bzw. heilenden Wunden. www.kraeuterpfarrer.at

Schafgarbenzweig (Achillea millefolium) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Ein besänftigendes Kraut

Gänsefingerkraut bei Krämpfen

Wir kennen die Redewendung, die besagt, dass etwas zum Krampf wird. Damit soll eine Anspannung in vielerlei Beziehung zum Ausdruck kommen, die es einem verwehrt, das Leben von der lockeren Seite her zu betrachten. Nur allzu oft meinen wir doch, etwas selbst erledigen zu müssen, obwohl es dafür zahlreiche Hilfen in Form von anderen Talenten bei Mitmenschen bzw. technische und digitale Errungenschaften gibt, die das vielleicht viel besser und schneller erledigen könnten. Wie auch immer: unser Leib besitzt sehr viele Muskeln und Sehnen, die alle möglichen Formen der Bewegung zum Zweck haben. Wer hierbei schon einmal eine Krampferfahrung gemacht hat, weiß sehr wohl um die Notwendigkeit der Entspannung. Ein Kraut, das in diesem Anliegen eine gute Aussicht zu ermöglichen vermag, ist die Anserine (Potentilla anserina), die auch Gänsefingerkraut genannt wird. Oft wächst dieses zu den Rosengewächsen gehörige Kraut ganz unscheinbar auf der Wiese oder an Wegrändern, Zäunen und Mauern. Unter anderem ist einer der volkstümlichen Bezeichnungen dieser Pflanze auch Silberkraut. Das rührt von der Tatsache, dass, wenn man eines der grazil gefiederten Blätter der Anserine abpflückt und es umdreht, seine Unterseite einen silbrigen Schimmer aufweist, was wiederum auf die dortige Blattstruktur zurückzuführen ist. An deren Oberfläche hingegen hebt es sich kaum von den benachbarten Gräsern und Kräutern ab. Zu den Inhaltsstoffen der Pflanze zählen vor allem Bitterstoffe, Gerbsäuren und eben darüber hinaus auch krampflösende Substanzen. Wer sich also um die Gegenwart krampfhaft Sorgen macht, der sei einmal mehr darauf verwiesen, dass es in Gottes wunderbarer Schöpfung so manches gibt, das ohnehin dafür da ist, um die Vorsehung des Allmächtigen sichtbar und spürbar zu machen. Das Gänsefingerkraut ist nur ein kleines Mosaiksteinchen inmitten der Gaben der Natur, die zu unserem Heil bestimmt sind.

Tee für die Muskeln

Vom Gänsefingerkraut benötigt man dafür die getrockneten Blätter. Die zerkleinerte Droge wird dann in der Menge von 2 Teelöffeln mit 1/4 Liter siedendem Wasser übergossen. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, hernach abseihen. Hat man Probleme durch Schmerzen an Sehnen und Muskeln, die mit Krämpfen einhergehen, so nimmt man 3 Wochen lang am Morgen und am Abend je 1 Schale dieses Tees zu sich. www.kraeuterpfarrer.at

Gänsefingerkraut oder Anserine (Potentilla anserina) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Bei trockener Haut

Ein Öl mit Majoran

Bei der Übermittlung von Nachrichten, Briefen, Paketsendungen und beim Transport von Waren hat sich in den letzten Jahrzehnten praktisch alles geändert. Das war vor allem vor Weihnachten besonders deutlich spürbar, als fast rund um die Uhr die Zustellerautos unterwegs waren, um das Bestellte direkt an die Haustür der Konsumenten zu liefern. Auf dem Mobiltelefon wird zudem die Weihnachtspost erledigt und vieles andere mehr. Wollen wir jedoch unser Leben mit den Vorzügen der Natur aufbessern, dürfen wir mit dem gewünschten „Anbieter“ in direkten Kontakt treten. Am Majoran (Origanum majorana) möchte ich das demonstrieren. Das zur botanischen Familie der Lippenblütler zählende Heilkraut ist wohl als Gewürz hinlänglich bekannt. Als solches fand es sicherlich schon Eingang in die Küchen der Antike und des Mittelalters. Übrigens kommt sein nächster Verwandter, der Dost, ohnehin auch in unseren Breiten wildwachsend vor, wobei der Majoran selbst seine eigentliche Heimat im östlichen Mittelmeerraum hat. Die grünen Teile des Gewächses enthalten nicht nur ätherische Öle, sondern darüber hinaus auch Gerb- und Bitterstoffe, Saponine, Thymol und sogar etwas Vitamin C. Die Verdauung kann durch die Verwendung des Majorans ganz gut unterstützt werden. Jetzt im Winter taucht aber noch ein Phänomen auf, das mit dem Heizen der Räume in Verbindung steht. Die uns dort umgebende Luft ist meist viel zu trocken. Das wirkt sich in weiterer Folge auf die Haut aus. Daher ist es von Vorteil, die äußerste Schicht der Physis dementsprechend zu pflegen. Die Wirkstoffe lassen sich ganz gut mithilfe eines pflanzlichen Öles aus der Kräuterdroge Majoran ausziehen, damit sie direkt auf dem Körper landen können. Es dauert zwar ein bisschen, bis das Hausmittel aufbereitet ist. Dann aber kann es immer wieder verwendet werden. Lassen wir uns auf diese Weise die Kraft der Pflanzen direkt angedeihen.

Einreibung für die Haut

Von getrocknetem und zerkleinertem Majorankraut nimmt man 35 g. Mit 1/2 Liter kaltgepresstem Olivenöl oder einem anderen wertvollen Pflanzenöl in einem warmen Raum 14 Tage ansetzen. Zum Schluss abseihen und den Rückstand auspressen. Dann in Fläschchen füllen und im Kühlen lagern. Zur allgemeinen Körperpflege bzw. bei trockener Haut oder bei Nervenschwäche eignet sich das Majoranöl sehr gut für wiederholte Einreibungen. www.kraeuterpfarrer.at

Majoran (Origanum majorana) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya