Allgegenwärtiger Duft

Lindenblüten machen sich bemerkbar

Die vier Jahreszeiten, die wir gewohnt fast im Schlaf noch aufzählen zu können, stellen einen Kreislauf dar, der alle 12 Monate wiederkehrt. Zusätzlich machen wir die unterschiedlichen Phasen an verschiedenen Merkmalen wie Wetterphänomene und der damit verbundenen Temperaturen, der dafür nötigen Kleidung und dem Heizen der Wohnungen oder an anderen Erscheinungsformen fest. Wodurch wird nun der Sommer, der im Kalender bereits eingeschrieben ist, eindeutig eingeläutet? Nun, für mich gehört das Erblühen der Lindenbäume (Tilia) unbedingt dazu. Es genügt dann, einfach vor die Tür zu gehen oder bloß das Fenster aufzumachen, um den angenehmen Duft des zu den malvenartigen Gewächsen zählenden Baumes beim Einatmen zu bemerken und dementsprechend auszukosten. Sobald die Linden blühen, werden zudem Heerscharen von Bienen auf den Plan gerufen, um die reichliche Quelle an Nektar, die sich dadurch erschließt, für das Einlagern des Honigs in den Wabenzellen zu nutzen. Für uns Menschen hingegen sind die Inhaltsstoffe der duftenden Wuchsteile der Lindenzweige von Interesse. Pflanzlicher Schleim, Flavonoide, Gerbsäure sowie ätherisches Öl sind nämlich neben anderen Wirkstoffen dort zu finden. Wenn wir vor allem an die ländlichen Haushalte vergangener Generationen zurückdenken, so war es dort selbstverständlich, in der eigenen Kräuterkammer auch die getrockneten Lindenblüten eingelagert zu haben. Denn sobald man mit Erkältung oder gar mit Fieber im Bett lag, hat man das Schwitzen mithilfe eines Tees aus dieser Pflanzendroge forciert und somit mitgeholfen, die Krankheit auszukurieren. Dazu ist zu sagen, dass diese Anwendung bis heute seine Berechtigung hat. Zudem fördert das Trinken eines derartigen Aufgusses den gesamten Stoffwechsel, was dann auch bei Rheuma den Leidtragenden zugutekommen kann.

Lindenblütentee am Abend

Von getrockneten Lindenblüten nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter siedendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Dann abseihen und gut temperieren lassen. Diese Tasse des Aufgusses trinkt man am besten abends rechtzeitig vor dem Schlafengehen, ohne den Tee vorher zu süßen. Durch den somit angeregten Stoffwechsel ist es möglich, rheumatische Beschwerden zu begleiten und in der Regel auch zu mindern. Über eine längere Zeit durchführen. Bei Herzbeschwerden aber Vorsicht und den Arzt fragen! www.kraeuterpfarrer.at

Lindenblüten mit Blatt (Tilia) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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