Wurzelsaft zur Linderung

Die Klette steht zur Verfügung

Um eine Pflanze ganz zu erfassen, genügt es meiner Meinung nach nicht nur, sie aus der Ferne zu erblicken und es dabei bewenden zu lassen. So wird man sie schließlich nie besser kennenlernen können. Ich weiß schon: momentan sind wir alle angehalten, den nötigen Sicherheitsabstand zu jenen zu wahren, mit denen wir nicht familiär zusammenwohnen. Aber von unseren heimischen Gewächsen geht gewiss keine Bedrohung durch das Corona-Virus aus. Das gilt sicherlich auch für die Große Klette (Arctium lappa). Wenn sie nach und nach ihre Blätter zum Vorschein bringt, dann ist es oft schwer, sie zu erkennen und zu bestimmen. Da tut man sich schon leichter, wenn sie blüht und erst recht im Ausbilden ihres Samenstandes, der mit den berühmten Widerhaken ausgestattet ist. Gehen wir aber um eine oder zwei Etagen tiefer. Immerhin hält dieser Korbblütler unter der Erde seine Wurzel bereit, die momentan noch ausgegraben und zum Nutzen unserer Gesundheit verwertet werden kann. Dort sind u. a. ätherische Öle gespeichert, die der Haut und den Haaren guttun. Daher kennt man die verschieden gestaltete Aufbereitung der Klettenwurzeln für äußerliche Anwendungen. Was aber ebenso von Nutzen sein kann, das ist ihr Saft, den man auch verwenden kann. In der Tradition der Kräuterpfarrer ist uns ein Hausmittel überliefert, das man bei Beschwerden rund um Rheuma und Gicht begleitend zum Einsatz bringen kann. Wie gesagt: hierfür ist die frisch ausgegrabene Wurzel der Großen Klette vonnöten. Übrigens: in der Flüssigkeit befindet sich auch ein hoher Anteil an Inulin (nicht zu verwechseln mit Insulin!). Gerade für jene, die unter Diabetes leiden, ist daher der Klettenwurzelsaft gut, weil er den Zuckerstoffwechsel nicht belastet.

Herstellung von Klettenwurzelsaft

Eine frisch gegrabene und penibel gesäuberte Klettenwurzel wird zerkleinert und noch zusätzlich in einem Mörser zerstoßen. Dann in einem Gefäß so viel kaltes Wasser dazugießen, dass alle Wurzelteile bedeckt sind. 10 Stunden ziehen lassen. Hernach den Saft durch ein Stück Leinenstoff auspressen. Gut verschlossen ist er im Kühlschrank zwei Tage haltbar. Mehrmals am Tag kann man davon 1 Esslöffel voll zu sich nehmen, um u. a. Beschwerden von Gicht und Rheuma zu begleiten. www.kraeuterpfarrer.at

Große Klette mit Blüten und Wurzel (Arctium lappa) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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