Früchte für die Haut

Den Weißdorn heranziehen

Wir stoßen allenthalben an Grenzen. Wir sind als Menschen eben nicht allmächtig, sondern es ist angezeigt, dass wir uns auf das konzentrieren, was uns einfach zugedacht ist. Jedes Lebewesen hat schließlich seinen ganz bestimmten Platz in Gottes weiter und großer Schöpfung. Eine Pflanze half in früheren Zeiten mit, um besser Grenzen ziehen zu können. Der Weißdorn (Crataegus) heißt mit einem anderen Namen auch Hagedorn. Damit ist uns ein Verweis auf lange zurückliegende Zeiten gegeben, in denen man gewisse Flächen wie z. B. Viehweiden mit dichten Hecken, die der Weißdorn zu bilden imstande ist, umgab. Somit war eindeutig das Ausmaß eines Grundstückes abgesteckt und klar zu erkennen. Mit dem Weißdorn verbinden wir zu Recht in der naturheilkundlichen Sicht den Kreislauf unseres Organismus mitsamt dem Herzen. Auf verschiedenste Weise werden die Pflanzenteile wie Blüten, Blätter und Früchte aufbereitet, um genau diese Funktionen zu stabilisieren bzw. das Herz zu stärken. Heute jedoch möchte ich bei der Abgrenzung unseres Körpers gegenüber seiner Umwelt bleiben. Diese ist eindeutig durch die Haut gegeben. Nur wenige werden wahrscheinlich erahnen, dass auch für die Schutzschicht im Weißdorn Unterstützendes wie etwa Gerbstoffe und Fruchtsäuren drinnen steckt. Für diesen Zweck ist es gut und ratsam, auf die Früchte des Weißdorns zurückzugreifen, die man idealerweise schon ab September des Vorjahres geerntet und dann behutsam getrocknet hat. Jetzt ist vielleicht gerade die rechte Zeit, um für die Pflege der Haut eine erhöhte Aufmerksamkeit aufzubringen und die Gaben der Natur dafür zu nutzen.

Weißdorn-Badezusatz

Dazu werden 50 g getrocknete Beeren dieser Art in einem Mörser zerstampft und 2 Stunden lang in 1 Liter kaltem Wasser aufgeweicht. Dann einige Minuten beides miteinander aufkochen, noch 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Dem Badewasser in der Wanne beifügen und ca. 20 Minuten darin baden. Das Gesicht kann man ebenfalls mit der lauwarmen Weißdorn-Abkochung mittels eines Waschlappens abreiben, um die Haut zu straffen und zu festigen. www.kraeuterpfarrer.at

Weißdornzweig mit Früchten (Crataegus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Blüten für die Gesundheit

Der Frühling schenkt Schlüsselblumen

Zuversicht und Hoffnung sollen alle erlangen können, die nicht viel vom Leben haben. Und damit meine ich alle Facetten der Not, der Krankheit und der Armut, eben auch alles abseits des beherrschenden Themas Coronavirus. Wenn wir quasi auf uns selbst zurückgeworfen werden, dann beginnen wir intensiver über unsere Existenz hier auf Erden nachzudenken. Um dabei jedoch nicht in eine Gemütsschwere abzudriften, brauchen wir jemanden, der uns gleichsam den Himmel über uns wieder aufschließt. Unter den Kräutern dürfte wohl die Echte Schlüsselblume (Primula veris) das Naheliegende sein, nach dem wir nun greifen dürfen. In den naturbelassenen Auen und Wäldern übernimmt sie gegenwärtig die Herrschaft unter den Kündern einer neuen Jahreszeit. Die Volksheilkunde weiß um die gute Wirkkraft, die in dem Gewächs enthalten ist, schon seit langem. Seien es die Schleimstoffe, die Flavonoide oder der Anteil an Kieselsäure und Gerbstoff: alles ist in gewisser Weise für den Körper brauchbar. Gerade dann, wenn es gilt, wieder neue Kraft zu schöpfen und das Gemüt aufzuhellen, kann die Schlüsselblume eine gute Begleiterin sein. Eines ist dabei auch noch zu beachten: diese Pflanze steht uns in der freien Natur nicht grenzenlos zur Verfügung. Sie steht nämlich unter gesetzlichem Schutz, damit ihr weiteres Fortbestehen in unseren Landstrichen eben auch in der Zukunft gewährleistet werden kann. Aber Gott sei Dank gibt es ja auch in den Gärten, in denen mehr Platz haben darf als ein steriler und widernatürlicher englischer Rasen, die Möglichkeit, dass sich dort die Himmelschlüssel von alleine ansiedelt oder auf verantwortbare Weise hin verpflanzt werden kann. Und überdies wird dieses Heilkraut auch in den Apotheken und im Fachhandel angeboten.

Heilsamer Tee

Von getrockneten Blüten samt Blütenkelchen der Echten Schlüsselblume nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen. Danach abseihen und mit etwas Honig und frisch gepresstem Zitronensaft anreichern. Schluckweise trinken. Das bewährt sich in Zeiten der Erkältung genauso wie eben bei Schwächezuständen nach einer Krankheit oder bei Schwindelgefühlen, die im Frühling vermehrt auftreten können. www.kraeuterpfarrer.at

Schlüsselblume mit Gras und Erde (Primula veris) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Abreibung am Morgen

Birkenblätter und Lavendel erfrischen

Wer soll sich da noch auskennen?! – Obwohl wir erst das Frühlingserwachen miterleben und das Wetter so manchen Rückzieher dabei macht, gilt ab heute schon die Sommerzeit! Gewiss, es ist Sonntag. Aber dennoch bleibt die Uhr nicht stehen. Das Leben geht weiter. Sich einfach darüber ärgern, dass wir Tatsachen hinnehmen müssen, die sich unserem persönlichen Willen entziehen, ist wohl kaum ein Weg, um das Leben zu meistern. Es gibt doch so viele Möglichkeiten, den inneren Schweinehund zu überlisten. Wenn einem schon nicht die anderen dabei helfen, kann man das selbst in Angriff nehmen. Birkenblätter (Betula pendula) und Lavendel (Lavandula angustifolia) stehen uns hierbei zur Verfügung. Die Birken sind wohl unter den Bäumen die besten Eroberer von Neuland. Menschlich betrachtet, halten sie überhaupt nichts von einem gemachten Nest. Sie lieben die Freiheit und gehen – vom Winde verweht – einfach dort auf, wo der beflügelte Samen hinfällt. Ob sich das Wurzeln an jenem Platz wirklich auszahlt, wird dann erst die Zeit zeigen. Birkenblätter sind eine wertvolle Droge, die man vorzüglich verwendet, um die Reinigung des Blutes zu unterstützen und die Abgabe des Harns z. B. bei Infekten in der Blase zu steigern. Sie enthalten wertvolle Gerbstoffe und Flavonoide. Der Lavendel wiederum verbreitet ein angenehmes Aroma, was vor allem auf das Vorhandensein von reichlich ätherischem Öl zurückzuführen ist. Dem südländischen Lippenblütler wird zudem zu Recht nachgesagt, dass er einen ausgleichenden und entspannenden Effekt weitergibt. Nun kann man die beiden pflanzlichen Gaben auch kombinieren, um sie rein äußerlich zum Einsatz zu bringen. Wenn sich jemand also mit der frühen Zeit des Aufstehens schwertut, dann kann durchaus mit den beiden Kräutern geholfen werden. Lassen wir also das Gemüt nicht trüber und griesgrämiger werden als notwendig. Unternehmen wir ganz im Gegenteil etwas, was uns frischer und zugleich ausgeglichener in den Tag gehen lässt. Das gereicht auch allen zum Wohle, die mit uns unter einem Dach leben.

Kräuteressig für die Haut

In 1/2 Liter naturreinem Obstessig setzt man 15 g getrocknete Birkenblätter zusammen mit der gleichen Menge an getrockneten Blüten des Lavendels an. 8 Tage lang in einem verschlossenen Glasgefäß an einem sonnigen Platz im Zimmer stehen lassen. Danach abseihen und noch 10 Tropfen ätherisches Lavendelöl hinzufügen. Am Morgen gibt man ein bisschen von diesem Kräuteressig auf einen feuchten Waschlappen und reibt damit das Gesicht und die gesamte Körperoberfläche ab. Das erfrischt, gleicht aus und lässt einen zuversichtlicher den Tag beginnen. www.kraeuterpfarrer.at

Birkenzweig (Betula pendula) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

Lavendel-Blütenzweig (Lavandula angustifolia) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Gemüsesaft für die Bronchien

Aus der Sellerie pressen

Die Sorge um das Erhalten der persönlichen Gesundheit steht wohl bei den meisten von uns verstärkt im Vordergrund. Durch die alltäglich gepflogene Rücksichtnahme dürfen wir einen erheblichen Beitrag leisten, damit gefährliche Viren in ihrem Vormarsch signifikant gebremst werden. Wenn es nun zwischendurch wieder einmal kälter geworden ist und die Temperaturen vor der Haustür in den Minusbereich gefallen sind, so war das wiederum die Situation, in der man sich nur allzu leicht eine Erkältung zuziehen konnte. Die Lunge ist bei den gefährlichen und ebenso bei den leichteren Erkrankungen jeweils das Organ, das dann am meisten zu leiden hat. Die Sellerie (Apium graveolens) möchte ich daher heute herausgreifen, weil sie eine Gabe der Natur ist, die uns leicht zur Verfügung steht. Sie wird ja auch in heimischen Gärtnereien und landwirtschaftlichen Betrieben gezogen. Und vielleicht sah man sie ohnehin im vergangenen Sommer im Gemüsegarten heranwachsen und hat sie dann in alter Manier im Keller in einem Sandbeet so eingelagert, dass sie für den Gebrauch immer noch zur Verfügung steht. Die Zuchtform der Knollensellerie beinhaltet nämlich neben den wichtigen Faser- und Ballaststoffen auch noch ätherisches Öl, Vitamine, Folsäure und Eisen. Diese Substanzen sind für den ganzen Organismus von hoher Bedeutung. Was aber dabei nicht unter den Tisch fallen sollte, ist der Vorteil, den man von der Sellerie zur Begleitung und Nachsorge rund um entzündete Bronchien abschöpfen kann. Ein altes Hausmittel empfiehlt, sich dann des Saftes zu bedienen, den man aus der rohen Knolle gewinnen kann. Das ist eine Möglichkeit, die mithilft, wieder freier atmen zu dürfen.

Regelmäßige Einnahme

Von einer rohen Sellerieknolle presst man den Saft aus. Dabei geht man mit praktischen Küchengeräten so vor wie auch bei anderem Wurzelgemüse, z. B. bei Karotten. Über den Tag verteilt ist es möglich, 3-mal jeweils 1 Esslöffel des Selleriesaftes zu sich zu nehmen. Das unterstützt einen Heilungsprozess von entzündeten Bronchien und erleichtert das Abhusten von festsitzendem Schleim. Gewiss muss dafür eine Verträglichkeit von Sellerie vorliegen. www.kraeuterpfarrer.at

Echte Sellerie (Apium graveolens) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Heu im Frühling?

Beim Baden schon

Eine Wanderung über blühende Almwiesen ist momentan wohl nicht mit den Händen greifbar. Da brauchen wir noch die nötige Geduld, bis es soweit ist. Immerhin ist es jetzt auch noch zu früh, das Vieh in die Freiheit der Weiden zu entlassen. Aber wir haben die Hoffnung, dass sowohl Mensch als auch Tier wieder freiere Zeiten in Anspruch nehmen dürfen. Dafür bete ich auch hier vor Ort in meinem Waldviertler Kloster. Und ich möchte auch alle bei uns im Land mit den Ratschlägen für eine Stärkung der Gesundheit weiter begleiten. Dazu brauche ich heute ein Produkt der bergigen Naturflächen. Die Rede ist konkret von den Heublumen, die ohnehin weit und breit bekannt sind. Genauer gesagt, handelt es sich dabei um ein Gemisch von getrockneten Blütenstielen, Samen, Blättern und Stängelstückchen verschiedenster Gräser und Wiesenblumen, die ja gerade in alpinen Regionen eine ganz spezielle Kraft und Qualität besitzen. Mit ihnen stehen auch verschiedenste Inhaltsstoffe in Verbindung, die dem Wohle des Körpers dienen können. Cumarin, Flavonoide, Gerbstoffe und ätherisches Öl befinden sich dabei ganz oben auf der Liste der pflanzlichen Substanzen. Gerade dann, wenn jemand rheumatische Beschwerden hat, die sich in Form von Schmerzen äußern, können Heublumen eine gute lindernde Begleitung darstellen. Das Bindegewebe der Haut trägt überdies einen Vorteil von dem einst an frischer Luft wachsenden Reichtum davon, indem es mehr Elastizität in Empfang nehmen kann. Zudem zeigt die Erfahrung, dass auch die Durchblutung der gesamten Physis gesteigert werden kann, indem man zu Heublumen greift. Im Kräuterpfarrer-Zentrum werden gerne noch mehr Ratschläge dazu erteilt und auch eine qualitätsvolle Mischung von Wiesenkräutern oder ein fertiges Heublumen-Ölbad angeboten. Vielleicht haben Sie ja Zeit für ein beruhigendes und zugleich stärkendes Bad dieser Art.

Heublumen-Bad für daheim

Von einem guten Gemisch an Heublumen gibt man 2 Handvoll in einen Topf und übergießt sie mit 3 Liter kochendem Wasser. Dann 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Abseihen und in die bereits mit warmem Wasser gefüllte Badewanne leeren. Ca. 1/4 Stunde darin ausgiebig baden. Das hat eine schmerzlindernde Wirkung bei rheumatischen Erkrankungen, tut den Atemwegen gut und stärkt das Bindegewebe der Haut. Wirkt allgemein durchblutungsfördernd. Pollenallergiker mögen selbst beurteilen, ob eine derartige Anwendung für sie verträglich ist. Die Heublumen für einen Badezusatz oder ein Heublumen-Ölbad erhalten Sie im Kräuterpfarrer-Zentrum: Tel. 02844/7070 oder per E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at bzw. im Webshop: www.kraeuterpfarrer.at

Blumenwiese für Heublumen ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Überlegung zum Frühstück

Wie wär’s mit Löwenzahn!

Der frühe Vogel fängt den Wurm! – lautet ein Sprichwort, dem wahrscheinlich Langschläfer oder jene, die ihren Arbeitsschwerpunkt eher in die späten Abendstunden hinein verlegen, kaum etwas abgewinnen können. Frühaufsteher sind hingegen damit sicher gänzlich d’accord. Gesundheitspflege ist auf jeden Fall zu jeder Tageszeit angesagt und sei es nur der genügende Schlaf, den wir zum Regenerieren brauchen. Für heute bleiben wir jedoch einmal beim Tagesbeginn. Für das Frühstück dürfen wir in den Wochen, da das Haus gehütet werden muss, nun mehr Aufwand betreiben. Das muss aber nicht unbedingt derart ausfallen, dass sich die Tische dabei biegen. Der Löwenzahn (Taraxacum officinale), der bald auf den Wiesen blühen wird, kann z. B. schon jetzt dafür genutzt werden. Dieser Korbblütler bereitet schließlich nicht nur den Augen einen herrlichen Anblick, solange die Wiesen im goldgelben Überfluss dastehen. Die Bitterstoffe, die sich vor allem in den Blättern und in den Wurzeln des Löwenzahns bergen, können nicht oft genug als wertvoll und den ganzen Organismus stärkend hervorgehoben werden. Das will ich hiermit erneut tun. Gewiss hat jetzt die getrocknete Blattdroge noch Vorrang, da sich das Grün samt den Blüten in der Natur draußen erst so richtig entwickeln muss. Die getrocknete Ware hingegen ist schon den ganzen Winter über zu gebrauchen gewesen. Und jetzt ebenso. In der Früh ist es sinnvoll, den Organen und Drüsen unseres Körpers eine naturgegebene Animation für das Erledigen aller Aufgaben mit in den Tag hinein zu geben. Wir wissen, dass mithilfe des Löwenzahns der gesamte Stoffwechsel eine positive Unterstützung erhält. Das geschieht bereits, wenn man bloß eine Tasse Tee davon trinkt.

Löwenzahn aufgießen

Von den getrockneten und zerkleinerten Blättern des Löwenzahns nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Abseihen und schluckweise auf noch nüchternen Magen trinken. Das unterstützt die Tätigkeit der Leber und fördert den Gallenfluss. Hat auch gleichzeitig eine leicht blutdrucksenkende Wirkung und hilft mit, Ärger besser abzubauen. Nach dem Trinken des Tees kann man dann zum normalen Frühstücken übergehen. www.kraeuterpfarrer.at

Löwenzahn mit Wurzel (Taraxacum officinale) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Reinigung vom Magen aus

Bärlauch tut der Haut und den Adern gut

Wenn ein Motor, der ein Fortbewegungsmittel voranbringt, startet und das ihn umgebende Gefährt oder Flugzeug aus dem Stehen beschleunigt, dann braucht es einen hohen Energieaufwand dafür. Schaut man sich in der Natur um, so hat dort auch schon vieles begonnen, die Fahrt aufzunehmen und zu wachsen. Die Kraft hierfür wurde seit dem Herbst verborgen in der Erde gesammelt. Jetzt merkt man am Wald- und Auenboden unübersehbar, dass etwas weitergeht. Der augenscheinlichste Protagonist dafür heißt Bärlauch (Allium ursinum). Mit diesem frischen Grün bereitet uns der Herrgott gerade in den gegenwärtigen Zeiten des Zurückhaltens und des Wartens auf ein Zurückgehen der Virusinfektionen ein ganz besonderes Geschenk. Gleich vorweg: ich rate allen, die nur ein kleines Stück Garten besitzen, sich den Bärlauch in die Anlage zu pflanzen, damit es einfach nur ein paar Schritte vor die Haustür braucht, um ihn zu ernten. Schwefelhaltige Verbindungen zeichnen die Blätter des Gewächses aus, wie wir sie auch in anderen Lauchgewächsen und deren Zwiebeln vorfinden. Diese Inhaltsstoffe kommen vor allem der Verdauung zugute. Nicht zu vergessen ist ebenso der Nutzen, der vom Bärlauch hinsichtlich Arteriosklerose und der damit verbundenen Beschwerden ausgeht. Insgesamt gesehen profitiert im übrigen die Haut von der Verwendung des Frühlingsgemüses, die ja ein Spiegelbild der inneren physischen Verfassung ist. Immerhin haben nicht wenige Ausschläge und Reizungen ihren Grund in einer wie auch immer gearteten Unverträglichkeit. Der Bärlauch sollte stets frisch konsumiert werden. Ein alkoholischer Auszug, der nach der Tradition der Kräuterpfarrer in Karlstein zur Verfügung steht, macht aber seine guten Effekte das Jahr über denen zugänglich, die sich ihrer bedienen wollen. Wie gesagt, das Frühjahr ist die vorzügliche Zeit, um mit dem Bärlauch gut durchzustarten.

Saison des Bärlauchs nutzen

Von sauberen Standorten, die man am besten im eigenen Garten zur Verfügung hat, pflückt man sich täglich ein paar frische Blätter, reinigt diese gründlich unter fließendem Wasser und fügt sie dann einem Salat bei. Man kann sie auch direkt in den Mund stecken und gut durchkauen, ehe man sie schluckt. Das desinfiziert die Mundhöhle, unterstützt die Tätigkeit der Drüsen im Körper und fördert eine gute Verdauung. Vom alkoholischen Auszug wiederum kann man zur Blutreinigung 3-mal am Tag 1 Teelöffel voll einnehmen. Den bewährten Bärlauch-Auszug gibt’s im Kräuterpfarrer-Zentrum: Tel 02844/7070; E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at oder im Webshop: www.kraeuterpfarrer.at

Bärlauch (Allium ursinum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Durchblutung fördern

Der Rosmarin kann’s

Zu schnell hatten wir uns in der vergangenen Woche wohl schon an die warmen Temperaturen gewöhnt. Wer nicht in den Garten oder spazieren gehen konnte, hat sicher einen frühlingshaften Hauch beim offenen Fenster ins Zimmer geliefert bekommen. Jedem war wohl klar, dass es noch einmal frischer werden wird. Die Natur benötigt ja unbedingt diese wettermäßige Bremse und dazu noch den wertvollen Niederschlag, denn jeder Tropfen Regen zählt, besonders im Flachland unseres Bundesgebietes. Es gibt einen, der Sonnenschein und trockene Phasen liebt. Er heißt Rosmarin (Rosmarinus officinalis). Rund um das Mittelmeer kommt er in vielen Gebieten wild vor, bei uns muss er jedoch meist so gepflanzt werden, dass man ihn im Topf über die Wintermonate nach innen ins Haus bringen kann, um das Gewächs vor schädlichem Frost zu schützen. Die ätherischen Öle und die Pflanzensäuren sind gleichsam das Markenzeichen der Inhaltsstoffe des Lippenblütlers. Sein charakteristisches Aroma macht ihn als würzende Beigabe etwa zu Gerichten mit Lammfleisch sehr beliebt. Es stecken aber noch mehr Fähigkeiten in ihm. So kann durch die äußerliche Verwendung des Rosmarins die Blutzirkulation gesteigert werden. Bei Niedergeschlagenheit, einem gesenkten Blutdruck und bei Wetterfühligkeit ist dieses Wissen durchaus von Vorteil. Im Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein hat man mit einem Rosmarin-Ölauszug schon vielen Leuten diesbezüglich weiterhelfen können. Somit möchte ich diese Erfahrung weitergeben, weil momentan nicht nur das Wetter eine Berg- und Talfahrt vollzieht, die nicht wenigen zu schaffen macht. Es ist ja auch die besonnene Lebensweise, die es jetzt einzuhalten gilt, die jedoch das Gemüt beeinträchtigen kann. Da ist es nur recht und gut, den erfrischenden und belebenden Effekt des Rosmarins entgegennehmen zu können.

Rosmarin-Öl einreiben

Frische Triebe des Rosmarins werden zerkleinert, in ein verschließbares weißes Glasgefäß gegeben, mit kaltgepresstem Olivenöl gut bedeckt und 14 Tage im warmen Raum angesetzt. Täglich durchschütteln. Zuletzt abseihen und in dunkelglasige Fläschchen füllen. Nach dem morgendlichen Duschen kann man damit den Körper einreiben, um erfrischt und munter in den Tag zu gehen. Dieses Öl kommt auch permanent kalten Füßen zugute, um diese besser zu durchbluten. Rosmarin-Öl – das man jedoch nicht am Abend verwenden sollte – hebt generell die Stimmung. Wer zum bereits fertigen Rosmarin-Ölauszug greifen möchte, erhält ihn im Kräuterpfarrer-Zentrum: Tel 02844/7070; E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at oder im Webshop: www.kraeuterpfarrer.at

Rosmarin mit Blütendetails (Rosmarinus officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Kosmetik mit Pflanzen

Pfefferminze für die Nagelpflege

Ist Ihnen schon etwas aufgefallen? Die Bestimmungen hinsichtlich der Hygiene, die momentan vermehrt angesagt ist – man nehme nur das mehrmalige Händewaschen am Tag her – führt letzten Endes dazu, dass wir uns selbst mehr beachten und die selbstverständlichen Gewohnheiten hinterfragen. Es hat also auch etwas Gutes, wenn man einerseits die Disziplin erhöht und gleichzeitig damit das persönliche Wertgefühl zu steigern vermag. Abseits aller Eitelkeit lade ich daher ein, sich mit Kräutern zu pflegen. Im eigenen Haushalt ist womöglich die Pfefferminze (Mentha piperita) vorhanden. Ideal wäre es, wenn man diesen Lippenblütler gar im Garten selbst gesetzt, gepflegt und schließlich auch geerntet hat, um die wohlduftenden Blätter nach und nach aufzubrauchen. Immerhin stecken wertvolle Inhaltsstoffe im aromatischen Grün dieser Minzeart: ätherisches Öl, Gerbstoffe, Flavonoide und selbst Vitamine sowie Mineralstoffe. Die Pfefferminze wird natürlich in erster Linie als Gewürzkraut verwendet. In der Naturheilkunde schreibt man ihr eine blutdrucksenkende Wirkung zu. Und zudem kann der Magen eine Unterstützung durch den Gebrauch bzw. die Aufbereitung der Pfefferminze erfahren. Was jedoch bei all diesen Überlegungen nicht unter den Tisch fallen sollte, ist die Tatsache, dass die Haut und vor allem die Nägel an den Fingern und Zehen ebenso eine regelmäßige Pflege vertragen können. Dabei geht es sicherlich nicht darum, irgendwelche abdeckenden Farb- oder Glanzschichten aufzubringen. Die Hornstruktur der Nägel erweist sich bei manchen als biegsam weich, bei anderen wiederum als brüchig und rissig und bei den nächsten als dick und hart. Bei all den Varianten ist es ratsam, mit der Pfefferminze ein wenig die Struktur derselben aufzubessern.

Nagel-Öl ansetzen

Von getrockneten und zerkleinerten Blättern der Pfefferminze nimmt man 35 g. Diese werden in 1/4 Liter kaltgepresstem Olivenöl oder einem anderen pflanzlichen Öl eigener Wahl bei Zimmertemperatur 14 Tage angesetzt. Täglich schütteln, letztlich abseihen. Das im pflanzlichen Rückstand verbliebene Öl auspressen und dem Ganzen hinzufügen. In Fläschchen abfüllen und lichtgeschützt im Kühlen lagern. Eignet sich gut, um am Abend die Nägel damit pflegend einzufetten. www.kraeuterpfarrer.at

Pfefferminze (Mentha piperita) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Gut in den Frühling kommen

Teemischung für den Stoffwechsel

Jeder neue Tag ist ein weiterer Schritt in die Zukunft! Das dürfen wir uns immer wieder sagen lassen, sobald wir uns nach dem Erwachen vom nächtlichen Bettlager auf die Beine begeben und die Morgentoilette erledigen. Zudem steht der Frühling vor der Tür. Die Zeit bleibt eben nicht stehen. Momentan bedeutet es für viele, zu warten, auszuharren und das Leben auf einem möglichst kleinen Territorium zu führen, eben: um einer guten Zukunft willen. Kräuter können durchaus bewirken, dass wir besser auf die neue Jahresphase zugehen. Ich denke da an eine konkrete „Mannschaft“. Sie setzt sich aus Quendel, Brennnessel, Veilchen, Gänseblümchen, Schlüsselblumen, Ringelblumen und der Wegwarte zusammen. Warum möchte ich gerade dieses Team auf den Plan rufen? Der Quendel ist z. B. ein Heilkraut, das sehr gut auf die Atemwege wirkt, diese stärkt und in ihrer eigenen Abwehrkraft festigt. Brennnessel forciert den Abbau von Giftstoffen im Körper, indem sie den Blutumlauf und die damit verbundene Nierentätigkeit ankurbelt. Gänseblümchen und Wegwarte sind Bitterstoffträger und kommen somit der Leber und der Haut zugute. Veilchen und Schlüsselblumen wirken sich gut auf die Lunge und das Herz aus. Ringelblumenblüten besitzen eine wundheilende und entzündungshemmende Kraft und sind ebenfalls für die Leber von Vorteil. Im Kräuterpfarrer-Zentrum in Karlstein gibt es eine spezielle Zusammenstellung dieser Mischung, die zudem auch noch sehr gut mundet. Ich persönlich habe ihr den Namen „Brücke im Frühling“ verliehen, da ich meine, dass es vielerorts und bei vielen Mitmenschen eine Überbrückung aus einer misslichen oder kranken Lage hinein in eine bessere und gesündere Zeit braucht. Alles in allem kann man sagen, dass diese Teemischung den Stoffwechsel prima voranbringt.

Kur zum Frühlingsbeginn

Von einer Teemischung aus Quendel, Brennnessel, Veilchen, Gänseblümchen, Schlüsselblumen- und Ringelblumenblüten sowie Wegwartekraut (jeweils getrocknet und zerkleinert) nimmt man 2 Teelöffel voll. Mit 1/4 Liter siedendem Wasser übergießen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, damit sich auch die Gerbstoffe aus den Kräutern lösen. Dann abseihen. Schluckweise am besten ungesüßt trinken, 3 Wochen lang in der Früh und am Abend 1 Tasse. Hebt das allgemeine Wohlbefinden, stärkt den Stoffwechsel und härtet den ganzen Organismus ab. Die fertige Teemischung von Kräuterpfarrer Benedikt namens „Brücke im Frühling“ gibt es im Kräuterpfarrer-Zentrum. Wir senden sie Ihnen gerne zu: Tel. 02844/7070; E-Mail: bestellung@kraeuterpfarrer.at oder via Webshop: www.kraeuterpfarrer.at

Teemischung „Brücke im Frühling“ ⓒ Foto: Reinhard Podolsky/mediadesign.at