Ein brauchbares Kraut

Augentrost für die Schleimhäute

Nomen est omen – so sagten es schon unsere Vorfahren. Und in der Tat kann ein Name sehr vieles ausdrücken und zusammenfassen. Gerade in der zurückliegenden Weihnachtszeit konnten wir in der Kirche einige Bibelstellen hören, die von der Bedeutung der Namen sprachen, so z. B. Jesus (Gott rettet) oder Immanuel (Gott ist mit uns). Blicken wir ins Reich der Kräuter, so finden sich dort auch Bezeichnungen, die einen direkten Schluss auf die Wirkkraft hervorrufen wollen. Das beste Beispiel dafür ist wohl der Augentrost (Euphrasia officinalis). Dieses Sommerwurzgewächs ist in Europa sehr weit verbreitet und fühlt sich vor allem in höheren bergigen Lagen ganz wohl. Zu den Inhaltsstoffen zählen neben Bitter- und Gerbstoffen auch Flavonoide, Öl, Harz und andere wertvolle Substanzen. Betrachtet man die Blüte näher, dann meint man, einen kecken Augenaufschlag darin zu entdecken. Daher wurde diese Pflanze seit alters her dazu benutzt, um Augenleiden auszukurieren. Doch damit muss man es nicht bewenden lassen. In unserem Organismus stellen die Zonen, die mit Schleimhäuten überzogen sind, besonders sensible Bereiche unserer Physis dar. Das betrifft u. a. den Mund und den Rachen sowie den Magen. Reizungen und Entzündungen können sich dort ganz leicht einstellen, was sich als sehr unangenehm herausstellen kann. Wer also in diesen Belangen um Rat fragt, den möchte ich auf den Augentrost verweisen, der schon vielen weitergeholfen hat. Gewiss handelt es sich hier wie bei sämtlichen Gewächsen nicht um ein Wunderkraut, sondern eben um eine Möglichkeit, sich eine Linderung zu verschaffen. Aber der Augentrost ist eben nicht nur dafür da, um die Sehorgane zu stärken, sondern hat eine breitere Palette an Hilfestellungen als es sein Name zum Ausdruck bringt.

Tee aus Augentrost-Kraut

Von den getrockneten und zerkleinerten Trieben des Augentrosts nimmt man bloß 1 1/2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Bei Magenschleimhaut-Reizungen und bei Entzündungen im Mund- und Rachenbereich trinkt man 3-mal am Tag je 1 Schale von diesem Tee, ohne diesen jedoch zu süßen. Somit kann man die Beschwerden von innen heraus begleiten. www.kraeuterpfarrer.at

Augentrost (Euphrasia officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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