Für Mund und Hals

Die Dach-Hauswurz steht bereit

Jede Zeit hat ihre guten und schönen Seiten. Gottlob dürfen wir in einer gemäßigten Klimazone unseres Planeten Erde leben. So durchwandern wir alljährlich den Wechsel von kühlen und warmen Monaten und von unterschiedlich dauerndem Tageslicht. Gewiss gibt es auch die andere Sicht auf die Jahreszeiten. Jetzt im Herbst bewundert man die sich verfärbenden Wälder, kann aber auch schnell draufkommen, dass man sich zu luftig gekleidet hat. Dann haben es Infekte wiederum leichter, sich unsere Physis unter den Nagel zu reißen. Die Dach-Hauswurz (Sempervivum tectorum) scheint dem allen mit Gleichmut gegenüberzustehen. Sie lebt schlicht und einfach von dem, was ihr der Himmel schickt. Denn wie ihr wissenschaftlicher Name es ohnehin zum Ausdruck bringt, kann sie selbst auf Dachziegeln (tectum = lat. Wort für Dach) und Steinmauern ihr Auslangen finden. Dafür panzert sie sich mit einer dicken Haut ein, damit die durch den Niederschlag aufgenommene Feuchtigkeit möglichst lange gespeichert werden kann, ohne zu verdunsten. Im Inneren des oft als Gartenzierde verwendeten Gewächses befinden sich aber auch Harze, Tannine und Bitterstoffe. Somit kommt die Hauswurz auch als Heilpflanze infrage. Gewiss sollte man sie in Ruhe lassen, wenn sie blüht und somit für ihren Fortbestand sorgt und eben dafür ihre Energie benötigt. Ist diese Phase aber wiederum vorüber, kann man die Blätter aufbereiten, um als Mensch besser mit Beeinträchtigungen zurechtzukommen. Ich selbst habe bereits ein Kratzen im Hals gespürt, das hoffentlich im Rahmen bleibt. Die Dach-Hauswurz kann mir aber dann auch helfen, wenn sich die Entzündung des Rachenraumes festsetzen sollte.

Saft aus Hauswurz pressen

Hat man die Dach-Hauswurz zur Verfügung, so kann man mit einem Fleischwolf einige Blätter zerstoßen und in weiterer Folge den Brei auspressen. Danach mischt man 2 Esslöffel vom Saft mit etwas Honig (ca. 1 Teelöffel voll) ab und löst das Ganze in 1/8 Liter lauwarmem Wasser auf. Mit dieser Mischung gurgeln, um so einen Infekt im Mund oder im Hals wiederum zu mindern.

Dachwurz oder Hauswurz (Sempervivum tectorum) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Bei Hautunreinheiten

Asche von der Esche auflegen

Jeder Staat hat ein ganz bestimmtes Gebiet zur Verfügung. Nimmt man einen Atlas zur Hand oder ruft man mittels Internet eine Landkarte auf, so erkennen wir anhand der Grenzen das genau definierte Territorium der einzelnen Länder. Diese werden gesichert und nötigenfalls auch verteidigt. Das größte Organ, das der menschliche Körper besitzt, die Haut, fasst vergleichsweise ebenso alles zusammen, was wir Physis nennen. Und bei einem Baum ist es die Rinde oder am Stamm die Borke, die das Gewächs nach außenhin abgrenzt. Jetzt im Herbst tritt sie wieder verstärkt zutage, da sich der Jahreszeit entsprechend das Laub färbt und in weiterer Folge von den Ästen verabschiedet. Die Esche (Fraxinus excelsior) unterscheidet sich hierin nicht von anderen blättertragenden floralen Individuen. Gehen wir zurück in vergangene Jahrhunderte oder bloß auch Jahrzehnte, so wissen wir, dass unsere Altvorderen ihre Erfahrungen von Generation zu Generation weitergegeben haben, die sie im Zusammenhang mit der praktischen Verwendung der natürlich vorhandenen Ressourcen aus dem Wald gemacht haben. Dazu zählt auch das Umwandeln von so manch langsam herangewachsener pflanzlicher Substanz. Die Rinde der Eschenzweige ist voller Gerbstoffe. Wenn man diese Schutzschicht verbrennt, so erhält man eine feine Asche. Diese wurde unter anderem in längst vergangenen Zeiten dazu verwendet, um mit ihr Gegenstände zu reinigen. Dabei hat man entdeckt, dass ein Effekt dieses Verbrennungsrückstandes darin besteht, die Haut zu erweichen und zu säubern. Diese Erkenntnis hat man sich in weitere Folge zunutze gemacht, um mit einem Hausmittel ganz gezielt vorzugehen. Und das hat bis heute seine Berechtigung. Vielleicht sind ja diese Zeilen dazu angetan, selbst im Hinblick auf die Haut etwas auszuprobieren.

Hautunreinheiten beseitigen

Von den fingerdicken Zweigen der Esche schält man im Herbst die Rinde ab, um sie zu trocknen. Verbrennt man sie, dann erhält man eine Asche als Rückstand, die man mit etwas Wasser zu einem Brei vermengt und auf die Haut streicht. Mit einem Verband sichern und über Nacht drauf lassen. Morgens lauwarm abwaschen, abtrocknen und mit Arnika-Hautwasser abtupfen.

Eschenzweig mit Blüten und Früchten (Fraxinus excelsior) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Für Kopf und Haut

Augentrost kann helfen

Wir erkennen als Menschen unser Gegenüber vor allem am Gesicht. Letztlich unverwechselbar ist das Antlitz so geformt, dass eine Verwechslung eher schwer möglich ist. Gewiss staune ich über das Vermögen, eineiige Zwillinge auseinanderhalten zu können. Doch besitzen auch sie besondere – wenn auch oft winzige – Merkmale der Unterscheidung. Wir müssen nur richtig hinsehen. Das vollziehen wir mit unseren Sehorganen. Der Augentrost (Euphrasia officinalis) ist wohl ein Heilkraut, das schon im Namen aufzeigt, in welcher Weise es uns dienen kann. Ätherische Öle, Gerbsäuren und Flavonoide zeichnen dieses Gewächs gemäß seinen Inhaltsstoffen aus. In der Tat hat sich die Tradition der Naturheilkunde darauf konzentriert, den Augen in der Verwendung des Braunwurzgewächses eine Unterstützung zukommen zu lassen. Es ist sicher eine Gnade, gut und ungetrübt sehen zu können. Gibt es dort eine Veränderung, so kann dies symptomatisch an der Stirn und dem, was darunter liegt, festgestellt werden. Es stellen sich nämlich dann aus unerklärlichen Gründen im vorderen Bereich des Kopfes Schmerzen ein, die sich als sehr belastend erweisen können. Doch kann die Ursache hierfür auch ganz woanders liegen. Augentrost darf begleitend eingesetzt werden, um so manche Phase derlei zu überbrücken. Aber es gibt noch einen positiven Effekt. Die Haut wird oft durch Wasser herausgefordert. Damit möchte ich jedoch gar nicht den Wert des Waschens mindern. Das kostbare Nass ist jedoch dort, wo die Qualität weit von dem des Hochquellwassers entfernt ist, zusätzlich mit Chlor versehen. Und das macht unsere Schutzschicht in seiner Struktur stumpf und spröde. Auch hier ist die Verwendung des Augentrostes angesagt.

Augentrost-Tee

Vom getrockneten, zerkleinerten Kraut des Augentrostes nimmt man 2 Teelöffel voll und gießt 1/4 Liter kochendes Wasser darüber. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. Bei Stirnkopfscherzen ist es möglich, 2-mal pro Tag eine Tasse ungesüßt zu trinken, um eine Erleichterung anzustreben. Bei spröder Haut, die unter der Verwendung von chloriertem Wasser leidet, reibt man diese mit Augentrost-Tee ab und lässt sie an der Luft trocknen, damit sich die erweichende Wirkung des Krautes entfalten kann.

Augentrost (Euphrasia officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Den Magen stärken

Zum Kren greifen

Ernährung ist etwas elementar Wichtiges. Wir werden ohnehin permanent mit Statistiken beschickt, die uns aufzeigen, was alles notwendig ist, damit Nahrung erzeugt werden kann, um die ganze Menschheit flächendeckend zu versorgen. Leider kommen dabei immer noch viel zu viele zu kurz und leiden Hunger. Ernährung ist auch für die persönliche Gesundheit unerlässlich. In unserer Physis wird der Magen dabei wohl am meisten in Anspruch genommen, um konsumierte Speisen und den ebenso nötigen Trank zu verarbeiten. Der Kren (Armoracia rusticana) ist zwar kein Grundnahrungsmittel, dient jedoch als durchaus wertvolle Ergänzung zu dem, was an unserem Gaumen vorbeikommt. Seine ätherischen Substanzen erweisen sich als reinigend und keimtötend. Das spüren alle, die die Wurzel des Kreuzblütlers reiben und so als Gewürz aufbereiten. Da bleibt wohl kein Auge trocken. Im Hinblick auf den menschlichen Magen hat das aber seine Vorteile. Die Schleimhäute des Verdauungsmuskels sind eine sensible Zone. Das heißt konkret, dass sich dort auch negative Veränderungen auftun können. Dies geschieht dann in Form von Entzündungen und den berühmt berüchtigten Geschwüren. Selbstverständlich können diese leidigen Veränderungen auch mit die Nerven belastenden Umständen zu tun haben, da in unserem Körper sehr vieles miteinander zusammenhängt. In der ärztlichen Ordination wird man wohl darüber Klarheit bekommen, wie es im Falle von Befürchtungen in Richtung Magengeschwür wirklich um einen bestellt ist. Das wird wohl auch dienliche Empfehlungen in Richtung Lebensweise und der damit verbundenen Diät nach sich ziehen, die man klugerweise strikt befolgen wird. Wer noch ein Hausmittel zusätzlich anwenden will und das auch verträgt, der kann den Kren dementsprechend aufbereiten.

Kren-Wein für den Magen

4 Esslöffel frisch gerissener Kren werden in eine leere Flasche gefüllt, in die man danach zusätzlich 1 Liter guten Weißwein hineingießt. Verschließen und 8 Tage lang in einem mäßig warmen Raum ansetzen. Danach abseihen, extra abfüllen und am besten im Kühlschrank bereitstellen. Vor allem bei Magengeschwüren kann es angebracht sein, früh und abends ein Stamperl von diesem Kren-Wein zimmerwarm zu sich zu nehmen, um den Magen zu stärken.

Kren oder Meerrettich (Armoracia rusticana) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Frisches Grün zum Schlafen

Mit Eisenkraut möglich

Viele sorgen dafür, sich im Laufe des Lebens ein eigenes Zuhause zu schaffen. Die Möglichkeiten hierfür sind sehr vielfältig. Egal, ob man bestrebt ist, ein Haus für sich und die Familie von Grund auf neu zu errichten, ein bestehendes Anwesen zu erwerben und danach umzubauen oder eben mit einer passenden Wohnung das Auslangen zu finden. Ein besonderes Ziel dabei ist es wohl, sich einen gemütlichen Bereich für sich selbst zurechtzurichten. Ganz wichtig ist dabei die Liegestatt. Denn ein ganz großer Teil der Erdentage besteht aus Schlafen. Das Eisenkraut (Verbena officinalis) hat aufs erste betrachtet mit Gemütlichkeit nichts zu tun, wächst es doch draußen vor der Tür, wo es höchstens an lauen Sommerabenden wohlig und genussvoll zugehen kann. Doch schauen wir einmal genauer hin auf das Heilkraut, das seit vielen Jahrhunderten von unseren Ahnen verwendet und geschätzt wurde. Ätherische Öle, Bitterstoffe und Glykoside sind im Eisenkraut neben anderen Wirkstoffen enthalten. Diese tragen dazu bei, dass der Körper einerseits gestärkt – mit einem anderen Begriff gesprochen: tonisiert – wird, andererseits kennt man aber auch eine entspannende und erleichternde Wirkung, die mit dem Eisenkraut in direktem Zusammenhang steht. Diese Erkenntnis kann in weiterer Folge zu einem konkreten Handeln animieren. Eben dann, wenn wir nervlich aufgekratzt sind, uns schwer tun, die innere Ruhe zu erlangen und dadurch letztendlich kaum zu einem guten Schlaf finden, sollten wir uns an die Vorteile erinnern, die Heilkräuter automatisch und zu einem großen Teil kostenlos mit sich bringen. Das Eisenkraut kann gut und bedenkenlos äußerlich verwendet werden, solange es auf der Haut oder an anderen Organen keinerlei allergische Reaktionen zu verzeichnen gibt.

Auflage mit Blättern

Um die Schlafeslust zu fördern, kann man darangehen, von im Garten wachsenden Eisenkraut Blätter abzuzupfen und sie in der Hand zu zerknittern. Danach wiederum sachte flach aufspannen und auf die Stirn legen. Zusätzlich ein leichtes Tuch darüber binden, um so die Blätter zu fixieren. Das trägt zu einer ganzheitlichen Entspannung bei, die mithilft, leichter in das Reich der Träume zu gelangen.

Eisenkraut (Verbena officinalis) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Die Haut in Form halten

Mit Weißdorn unterstützen

Geht man im Herbst durch die Natur oder den eigenen heckenbestückten Garten, so gleicht das sehr oft einer Entdeckungstour mit vielen offenen Fragen. Gewiss werden alle von uns einen Apfel erkennen, ebenso Birnen, Zwetschken, Ringlotten oder einen Pfirsich. Bei den kleinen Beeren jedoch ist die Kenntnis über die einzelnen Früchte weit nicht so hoch wie beim einschlägigen Obst. Aus dem reichen Angebot der heimischen Flora möchte ich daher den Weißdornstrauch (Crataegus) besonders hervorheben, weil er meiner Meinung nach ein äußerst liebenswertes Gewächs ist. Mich spricht allein schon die ästhetische Form seiner Blätter an, die ich gerne bei Kräuterwanderungen herzeige. Der Weißdorn sollte nämlich aufgrund seiner schönen äußeren Erscheinung öfter in die Gartengestaltungen miteinbezogen werden als dies bisher der Fall ist. Der naturheilkundliche Vorteil des Weißdorns liegt vor allem in der Kraft, die seinen Blüten, Blättern und Beeren innewohnt und imstande ist, den Menschen in Fragen eines geschwächten Kreislaufes weiterzuhelfen. Pflanzliche Präparate gibt es daher in hoher Zahl in Apotheken und Drogeriemärkten, die sich des Wissens über diesen Effekt bedienen. Jetzt im Herbst wird man sich weniger auf die Blüten und die Blätter des Weißdorns konzentrieren, da diese Teile des Strauches wohl schon Monate früher an der Reihe waren, um geerntet und genutzt zu werden. Mit dem Kürzer-Werden der Tage und dem Sinken der Außentemperaturen tritt aber die Beere dieses Rosengewächses umso mehr in den Vordergrund. Ihr tief leuchtendes Rot lässt ohnehin unser Auge bald auf sie aufmerksam werden. Die Vogelwelt schätzt diese Früchte im folgenden Winter als Nahrungsquelle; all jene, die eine Maische ansetzen, um später einen hochprozentigen Fruchtbrand zu erzeugen, ebenso. Und für den Hausgebrauch wird die zusammenziehende Wirkung der Weißdornbeeren auch geschätzt. Die tut vor allem der Haut gut.

Weißdorn-Bad

Von getrockneten reifen Beeren des Weißdornstrauches nimmt man 50 g. Nachdem man sie mit einem Mörser zerstampft hat, werden sie 2 Stunden lang in 1 Liter kaltem Wasser eingeweicht. Abschließend einige Minuten aufkochen lassen, dann gleich abseihen und dem Badewasser in der Wanne hinzufügen. 20 Minuten lang darin baden. Bei fettiger Haut und Mischhaut hilft diese Anwendung mit, die äußerste leibliche Schicht in Form zu halten, zu reinigen und zu stärken.

Weißdornzweig mit Früchten (Crataegus) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Rund ums Cholesterin

Auf den Dost nicht vergessen

Wir haben wohl viele Themen zu bereden, wenn wir mit Bekannten zusammenkommen, um ein wenig zu plaudern. Die Gesundheit kommt dabei ebenso zur Sprache wie etwa das Wetter, die Verwandten, neueste Skandale und vieles andere mehr. Es ist gut, wenn wir uns austauschen. Ganz klar gilt es dabei gleichzeitig auch im Urteilen über andere Maß zu halten. Denn wer wäre von uns schon fehlerfrei? Im Blick auf unsere Physis scheint nach außenhin meist alles in Ordnung. Doch ein Erstellen des Blutbildes reicht oft schon, um so manches Ungleichgewicht bei den Werten zu entdecken. Mit dem Dost (Origanum vulgare) möchte ich daher heute einen Beitrag liefern, den man ruhig beim Smalltalk auf der Straße aufgreifen kann. Denn immerhin handelt es sich um eine heimische Pflanze, die unsere natürliche Biodiversität aufbessert und somit einen Baustein für die Mutter Natur hierzulande darstellt. Dieser Lippenblütler, der sich gern an Wegändern und manch trockenen Böschungen ansiedelt, ist ohnehin als Gewürz bekannt. Der Dost trägt auch die weiteren Bezeichnungen Oregano oder Wilder Majoran. Zu seinen Inhaltsstoffen zählen Bitter- und Gerbstoffe, Harze, Flavonoide und ätherische Öle. Bei seiner Verwendung erweist er sich daher als allgemein anregend, die Verdauung unterstützend, entkrampfend und sogar als keimwidrig. Darüber hinaus hilft er mit, das Blutbild aufzubessern. Und da wären wir beim Begriff Cholesterin, das ganz eng mit den Fettanteilen im Blut in Verbindung steht. Sind diese zu hoch, dann gilt es als erstes, die eigenen Ernährungsgewohnheiten unter die Lupe zu nehmen und einmal hierbei mit der nötigen Disziplin eine Ausgewogenheit anzustreben. Parallel dazu ist es aber auch möglich, mit dem Dost eine Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Für das Blut

Nimmt man sich vor, die ärztlich diagnostizierten erhöhten (die so genannten „bösen“ LDL-Werte) Cholesterinwerte zu senken, kann man dieses Bestreben mit einer Teekur begleiten. Dazu übergießt man 2 Teelöffel des getrockneten blühenden Dostkrautes mit 1/4 Liter siedendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. 3 Wochen lang 3-mal am Tag eine Tasse voll vor den Mahlzeiten zu sich nehmen. Langsam und schluckweise trinken.

Dost oder Oregano (Origanum vulgare) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Kräuter zur Schöpfungszeit

Die Brennnessel unterstützt Tiere

Die christlichen Kirchen haben nun schon seit einigen Jahren in ökumenischer Eintracht dazu aufgerufen, sich in der Zeit zwischen dem 1. September und dem 4. Oktober nicht bloß für den Erhalt einer lebenswerten Umwelt einzusetzen, sondern vor allem im Gebet Gott zu bitten, uns selbst für eine Umkehr von den naturwidrigen Verhaltensweisen bereit zu machen. Das beginnt meiner Meinung schon bei der Wertschätzung von früher eher gering eingestuften Pflanzen. Die Brennnessel (Urtica) zählte z. B. für nicht Wenige vor gar nicht allzu langer Zeit noch zu den „Unkräutern“, die eigentlich zu kaum etwas gut sind. Diese Sicht ist Gott sei Dank nur mehr bei wenigen vorhanden. Mit ihren heilsamen Kräften kann sich die Brennnessel durchaus als etwas Wertvolles präsentieren. So unterstützt sie den Organismus beim Reinigen und Neubilden des Blutes. Sie wirkt ebenso anregend auf den Stoffwechsel. Sie erweist sich drüber hinaus als schleimlösend und generell auf allen physischen Ebenen als unterstützend. Wenn ich nun eingangs die gute Beziehung zur Schöpfung angesprochen habe, sollen dabei auch die Tiere, die uns oft näher stehen als die Pflanzen, nicht zu kurz kommen. Daher sei heute erneut die Brennnessel den Vierbeinern jeglicher Art anempfohlen, die uns dabei unterstützen, das Leben viel präsenter wahrzunehmen als wir das durch ihr Fehlen tun könnten. Mensch, Tier und Pflanze bilden immerhin eine gottgewollte Einheit, die seit Bestehen der Welt aufeinander zugeordnet ist. Und dazu zählt nun einmal auch die Brennnessel.

Pflanzenkraft für Haustiere

Leidet ein Haustier unter Koliken, so kann man versuchen einen verdünnten Brennnessel-Tee als Tränke zu reichen. Ein Heu mit einem hohen Anteil an Brennnesseln kann man als Ergänzungsfutter einsetzen. Dies trägt u. a. bei Pferden zu einem besseren und gesünderen Aussehen bei. Milchbauern wiederum profitieren davon, wenn Kühe in ihrer Milchproduktion durch eine regelmäßige Beigabe von getrockneten Brennnesseln unterstützt werden. Übrigens können Tiere ebenfalls unter Rheumatismus leiden und dann ist die Brennnessel ebenfalls sehr hilfreich.

Groߟe und Kleine Brennnessel (Urtica dioica und Urtica urens) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Bei Hühneraugen

Efeu verwenden

Alles verändert sich. Gerade der Herbst ist eine Zeit des Umbruchs. Auf den Feldern wurde die Erde bereits gewendet und die Gründüngung gesät, die jetzt die Sonnenstrahlen zum Wachsen zu nutzen weiß. Andernorts sind es die Bäume, die ihre Früchte reif werden lasen; ebenso die Weinstöcke. Das Laub hingegen wird sich bald färben und zu Boden fallen. Es scheint so, dass der Efeu (Hedera helix) dem allen mit Gleichmut gegenübersteht. Denn seine Blätter bleiben grün, selbst wenn der Frost der Vegetation zu Leibe rückt. Das heißt aber noch lange nicht, dass er faul oder unbeweglich wäre. Bis hinauf zu einem Dachfirst können seine Ranken streben, wenn man seine Eroberungstour nicht durch Zurechtschneiden stoppt. Momentan blüht der eifrige Kletterer, was den fliegenden Insekten nur recht ist, um den Hunger nach Nektar dort zu stillen. Im Efeu befinden sich Inhaltsstoffe, die der Atmung eine Unterstützung bieten können. Daher findet man in den Apotheken einige Präparate, die mit diesem Gewächs im Zusammenhang stehen. Aber er tut ebenso der Haut gut. Äußerlich kann man ihn daher auch selbst zum Einsatz bringen. Es kommt immer wieder vor, dass sich an den Druckstellen der Zehen so genannte Hühneraugen bilden. Diese sind sehr unangenehm und können zudem Schmerzen hervorrufen. Der beste Weg, um solchen Erscheinungen vorzubeugen, ist es, den Füßen möglichst viel Freiheit und ein gut angepasstes Schuhwerk zu gönnen. Muss man sich hingegen mit bereits aufgetretenen Hühneraugen auseinandersetzen, dann kann im Efeu eine Hilfe entdeckt werden, die der Erweichung derselben dienen. Die Zutaten hierfür sind wohl recht einfach bereitzustellen.

Efeu-Kur

Hat man Hühneraugen an den Zehen, die man entfernen möchte, so sollte dafür ein wenig Geduld aufgewandt werden. Man nimmt 5 voll ausgebildete Efeublätter und legt sie in einem Glasgefäß übereinander. Mit Apfelessig übergießen, bis sie ganz davon bedeckt sind. Das Gefäß verschließen und 2 Tage stehen lassen. Dann beginnt man, jeden Abend ein Blatt herauszunehmen, auf das Hühnerauge zu legen und mit einem Pflaster zu befestigen. Morgens wieder entfernen. Zum Schluss ein heißes Fußbad mit viel Salz nehmen. Vorsichtig das Hühnerauge herausschälen und mit Arnika-Hautwasser die Stelle abtupfen.

Efeu (Hedera helix) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





Für eine bessere Haut

Die Pfefferminze aufbereiten

Die Vielfalt, die sich einem auftut, wenn man nach Möglichkeiten der Körperpflege sucht, ist schier unübersehbar. Auf alle mögliche Weise kann man darangehen, sich selbst etwas Gutes zu tun. Und Grund dafür gibt es genug. Denn welch eine Person kennen wir, die rundum ganz zufrieden sein würde, mit all dem, was eben ihren momentanen Status der physischen Konstitution ausmacht? Also, es gibt in dieser Hinsicht immer etwas zu tun. Deswegen möchte ich heute wieder einmal der Pfefferminze (Mentha piperita) die Aufmerksamkeit schenken, die uns ohnehin in vielerlei Hinsicht vertraut ist. Nun, in erster Linie denken wir dabei an die Möglichkeit, einen Tee damit aufzubrühen und diesen anschließend genüsslich zu trinken. Das kann sich als vorteilhaft herausstellen, wenn man danach trachtet, einen erhöhten Blutdruck zu senken. Oder man erinnert sich an ein unlängst verspeistes Dessert, bei dem einem die Blätter des Lippenblütlers als duftende und durchaus essbare Dekoration untergekommen sind. Der hohe Anteil an ätherischen Ölen sorgt für das charakteristische Aroma, das wir an der Pfefferminze für gewöhnlich sehr schätzen. Nur wenige kennen jedoch den Nutzen, den diese Wirkstoffe im Hinblick auf unsere Haut besitzen. Vor allem das Gesicht ist es, das uns am Morgen aus dem Spiegel entgegenblickt. Dabei wissen wir, dass man erst im wirklich wachen und ausgeruhten Zustand einen guten Eindruck vom eigenen Antlitz bekommt. Aber dennoch kann der Fettgehalt der Haut vor allem dort Probleme bereiten. Dann ist es ganz einfach, mit Pfefferminze für eine Besserung der Gesichtshaut zu sorgen.

Kalter Pfefferminz-Tee

2 Esslöffel voll getrockneter und zerkleinerter Pfefferminz-Blätter werden mit 1/2 Liter kochendem Wasser überbrüht. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, hernach abseihen und auskühlen lassen. Mit dem Aufguss wäscht man dann Gesicht und Hals ab. Das sorgt dafür, dass der Fettgehalt der Haut geringer wird. Zudem trägt diese Maßnahme zur Stärkung des Gewebes der Gesichtsoberfläche bei und verleiht einen strahlenden Teint.

Pfefferminze (Mentha piperita) ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya