Wurzel und Körner

Den Kümmel nutzen

Um die körperliche Größe von unsereins zu bemessen, benötigen wir das Maß zwischen Kopf und Fuß. Diese Randzonen verwenden wir auch in Redewendungen, wenn wir eine Auswirkung beschreiben wollen, die das Ganze unserer Physis umfasst. Bei einer Pflanze müssen wir andere Begriffe verwenden. Je mehr der Herbst ins Land zieht, desto zahlreicher sind auch die vorhandenen Möglichkeiten, um im eigenen Garten oder in der freien Natur etwas zu ernten und für den täglichen Bedarf einzulagern. Dazu zählt wohl auch der Gemeine Kümmel (Carum carvi), der sehr oft als Wiesenkümmel bezeichnet wird. Obwohl er mittlerweile auf großen Feldern als agrarisches Alternativprodukt kultiviert wird, kann man ihn genauso in den Gärten und ebenso auf Wegrändern und trockenen Brachflächen entdecken. Im gewöhnlichen Haushalt wiederum ist der Kümmel als Gewürz nicht mehr wegzudenken. Ich erinnere mich noch mit ein wenig Beschämung an meine Kindertage, wo ich keinerlei Verständnis aufbringen konnte, wie man Kümmel nur ansatzweise genießen könnte. Das hat sich bei mir Gott sei Dank grundlegend geändert. Nun gut, die Samenkörner des Doldenblütlers haben eben auch einen intensiven Geschmack, was wiederum am Vorhandensein der ätherischen Öle liegt. Diese wirken sich sehr gut auf unsere Verdauung aus und helfen mit, unangenehme Gärprozesse im Magen und vielmehr noch im Darm hintanzuhalten. Blicken wir auf die wuchsmäßige Physiognomie des Kümmels, so brauchen wir uns aber nicht bloß auf die zuoberst liegende fruchttragende Dolde beschränken, aus der wir die Kümmelkörner nach der Reife ausklopfen können. Zuunterst liegt nämlich die Wurzel des Gewächses verborgen. Auch sie lässt sich nutzbringend verwerten.

Kümmelwurzel und -körner

Nach der erfolgten Ernte der Samenkörner des Kümmels kann man die Wurzel derselben ausgraben und sorgfältig waschen. Sie ist essbar und kann auch bei einem herkömmlichen Gemüsegericht mitgedünstet werden. Ihr Verzehr tut dem Magen gut. Das Kauen einiger Kümmelkörner zu Beginn des Tages wirkt über die Mundschleimhaut auf die Nerven ein, die dadurch gestärkt und gefestigt werden können.

Kümmelpflanze (Carum Carvi) ⓒ commons.wikimedia/Jerzy Opioła





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