Bewährte Zutat in der Küche

Kräuteressig herstellen

Freude ist eine der Grundkomponenten unserer irdischen Existenz. Sie hebt den Menschen aus den sonst oft mühevollen Vollzügen des Alltags heraus und verleiht ihm sprichwörtliche Flügel. Sie ist einerseits eine Tugend, der man bewusst in seinem Herzen Platz einräumen kann. Andererseits ist sie ebenso ein Geschenk des Himmels. Das Frühjahr bietet genug Anlass, um die Freude zu pflegen. Wenn sich heute meine Worte rund um den Kräuteressig in der Küche drehen, dann sollten wir die Augen dafür öffnen, was sich alles nun auf den Beeten und in der Natur draußen in neuer Fülle zeigt und quasi abholbereit dasteht. Das frische Grün der Kräuter will jedoch nicht nur bestaunt werden, sondern drängt danach, für unsere eigene Gesundheit genutzt zu werden. Doch schauen wir uns den Essig einmal genauer an, der die Grundlage der Herstellung eines speziellen Kräuterauszugs darstellt. Er gilt als ein sogenanntes fermentativ-biologisches Versäuerungsprodukt. Essig besitzt ebenso eine Wirkung auf den Körper, die wir als desinfizierend bezeichnen können. Überdies fördert er durch seinen maßvollen Konsum die Absonderung des Magensaftes. Nicht zuletzt besitzt die Verwendung des Kräuteressigs auch eine Erleichterung des Würzens beim Anrichten von Salaten und Zubereiten von Sülzen und Soßen. Da die Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, bedient man sich folgerichtig also der verschiedenen Kräuter, die aus dem jeweils saisonalen Angebot des Gartens geholt werden können. Es eignen sich u. a. Rosmarin, Estragon, Petersilie, Dill, Zitronenmelisse, Schnittlauch, Thymian, Ysop und Majoran dafür, zudem auch das oft am Fensterbrett in einem Blumentopf sitzende Basilikum. Spezialisten und Feinschmecker werden womöglich noch andere Gewächse empfehlen können. Nutzen wir also die grüne Palette, um die Vegetationsphase dieses Jahres wiederum gut auszuschöpfen.

Ansatz in Essig

Von den genannten Würzkräutern nimmt man einige 10 bis 12 cm lange Zweige bzw. Triebenden, die man nach dem Abschneiden in eine Flasche gibt und am besten mit einem guten Apfelessig auffüllt. 10 Tage lang verschlossen an einen sonnigen Platz stellen und täglich einmal durchschütteln. Dann kühl und dunkel lagern. Übrigens kann man Gewürznelken, Wacholderbeeren, Senfkörner oder die weichen Früchte der Kapuzinerkresse dem Ansatz beifügen. Ein Kräuteressig unterstützt als Würze unsere Gesundheit.

Rosmarin-Essig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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