Blütenduft und Blätterkraft

Veilchen für die Mundschleimhaut

Um ab und zu aus dem stressigen Alltag auszusteigen, darf man sicher in einem verantwortlichen Maß ins Schwärmen kommen. Immerhin hat diese durchaus emotional besetzte Regung etwas mit Staunen zu tun. Und diese Tugend wiederum entspannt Leib und Seele. Anlass dafür bietet wohl in bester Ausformung die gottgegebene Natur, die sich gerade jetzt im Frühling dazu anschickt, Leben zu zeigen, Leben weiterzugeben und Leben zu stärken. Nicht umsonst kehren z. B. die Zugvögel zu uns zurück, weil es wieder Nahrung und annehmbare Temperaturen hierzulande gibt. Das Wohlriechende Veilchen (Viola odorata) setzt auf pflanzlicher Seite nun ein kräftiges Zeichen der Rückkehr zu voller Pracht und Farbe. Und je neu darf man darüber staunen und eben – wie viele Dichter schon vor uns – ins Schwärmen kommen. So klein dieses Gewächs auch ist, sollte man doch nicht meinen, es hier mit einem Schwächling oder einer zarten und gar bedauernswerten Kreatur zu tun zu haben. Keine Geringere als Hildegard von Bingen weiß unter anderem, dass die Verwendung des Veilchens das Herz stärkt und die Lunge kräftigen kann. In den einzelnen Wuchsteilen des Frühlingboten stecken aber auch entzündungshemmende Substanzen, die man durchaus für das eigene Wohl abrufen und nutzen kann. Das Veilchen ist, wollte man ihm eine besondere Fähigkeit zusprechen, ein Spezialist für die Haut. Das gilt jedoch nicht nur für die äußere Schutzschicht, die man sieht und leicht mit den eigenen Händen angreifen kann. Überdies gibt es die sensiblen und mit Schleimhäuten besetzten Zonen im Mund und im Rachen. Und gerade dort können sich Entzündungen und Irritationen bilden. Da reicht es oft schon aus, wenn man z. B. aus einem nicht gerade gründlich gewaschenen Glas trinkt und es so Keime rings um den Gaumen ganz leicht haben, sich einzunisten. Die Folgen davon kennen wir wohl alle. Gut, dass dann auch das Veilchen zur Stelle sein kann, um wieder bessere und schmerzfreiere Zeiten zu ermöglichen.

Aufguss für den Mund

Von einem Gemisch aus frischen und sauberen Veilchenblüten und -blättern, die man zuallererst zerkleinert, nimmt man 2 Esslöffel voll und übergießt sie mit 1/2 Liter kochendem Wasser. Zugedeckt 15 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Die Hälfte davon verwendet man, um Mund und Rachen bei Entzündungen auf deren Schleimhaut damit kräftig auszuspülen und den Rest an Tee trinkt man danach schluckweise. Ein paar Tage hintereinander praktizieren.

Veilchen (Viola odorata) mit Schmetterlingen ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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