Eine außergewöhnliche Begleitung

Mädesüß bei Erkältungen

Wir alle zusammen neigen doch gerne dazu, alle Umstände, Mitmenschen und Sachverhalte in wie auch immer geartete geistige Schachteln und Schubladen zu packen, um so besser den Überblick über die gegenwärtige Verfasstheit der Welt bewahren zu können. Von daher geben wir auch ebenso leicht so genannte Patentantworten oder -rezepte auf gestellte Fragen. Die Würze des Lebens besteht aber doch vielmehr im Besonderen, im eben nicht immer Althergebrachten. Gerade unter diesem Aspekt ist es nur folgerichtig, manches scheinbar in Vergessenheit Geratene wieder zu schätzen. Das Mädesüß (Filipendula ulmaria) zählt nicht bloß zur Familie der Rosengewächse, sondern für mich ebenso zu den Gewächsen, die nicht unbedingt auf der klassischen „Speisekarte“ häufig gepflogener Kräuteranwendungen steht. Denke ich an verflossene sommerliche Wanderungen zurück, so erinnere ich mich gerne an seinen Anblick inmitten feuchter Wiesen und Gräben sowie entlang der Fluss- und Bachufer. Das Mädesüß ist eine dekorative Staude mit kurzem Erdstamm und fiederschnittigen, gezähnten Blättern, oberseits dunkelgrün, auf der Unterseite hellgrün, meist weißfilzig behaart. Die entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften, die althergebrachte Erfahrungen dieser Heilpflanze zuschreiben, können genauso heute noch abgerufen und sinnvoll zum Einsatz gebracht werden. Die getrockneten Blüten und Blätter der Wiesenkönigin, wie dieses Kraut auch gerne genannt wird, dienen als Grundlage für die Anwendungen. Am einfachsten geschieht dies in Form eines Tees, der übrigens sogar von jenen in Anspruch genommen werden kann, die ein Rheumaleiden mit sich herumtragen müssen. Viel häufiger sind jedoch Erkältungskrankheiten, die momentan wiederum ganz viele von uns wohl oder übel „eingefangen“ haben.

Tee an Tagen mit Fieber

Hat man sich eine starke Erkältung zugezogen, in Folge deren man Fieber aufweist, gilt es vor allem, im Bett zu bleiben. Zur empfohlenen ärztlichen Therapie kann begleitend Mädesüßtee getrunken werden, sofern nichts dagegen spricht. Dazu übergießt man 2 Teelöffel voll getrockneter Blüten und Blätter des Krautes mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und dann abseihen. 2 Tassen pro Tag, morgens und abends getrunken, reichen vollkommen aus.

Mädesüß oder Wiesenkönigin (Filipendula ulmaria) ⓒ Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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