Ein starker Baum

Die Rinde der Eiche nutzen

Je mehr sich der Herbst über das Land ausbreitet, umso reicher werden wir mit Früchten beschenkt, die in ihrer Reife bereitstehen, gepflückt und gesammelt zu werden. Was Menschen nicht erledigen, wird dann vielerorts von Tieren genutzt. Das findet auch dort statt, wo es sich nicht um Obst handelt, sondern z. B. um die Eicheln, die heuer besonders stark von den Ästen zu Boden fallen. Gewiss sind es die Wildschweine, die bevorzugt diesen Segen von oben genüsslich verzehren, um sich für den kommenden Winter eine schützende Schwarte zuzulegen. Und wenn auch für unsereins die Eicheln weniger von Interesse sind, so dürfen wir dennoch die äußerst starken und trockenheitsresistenten Bäume nicht zu gering schätzen. In vielfacher Weise hat man schon über Jahrhunderte den Wert der zu den Buchengewächsen zählenden Pflanzen ganz hoch gehalten, nicht zuletzt ob des dauerhaften Holzes, das die Eichen auch heute noch liefern. Zwei Vorzüge dürfen wir an diesen Bäumen erkennen: es sind die Gerbstoffe, die sich in einem hohen Maß in den Blättern und Rindenteilen der Eichen befinden und es ist zugleich das Kalzium, das eben dort so aufbereitet wird, dass es in den Organismus eingebaut werden kann. Heute möchte ich vor allem auf die Möglichkeit verweisen, die es gibt, wenn man den Bereich der Mundhöhle und des Kiefers naturheilkundlich zu pflegen sucht. Denn vom Zahnfleisch bis zum Rachen kann es ganz leicht vorkommen, dass sich ein Infekt oder eine Entzündung festsetzt. Aber gerade dort kann man Derartiges kaum gebrauchen. Daher ist gut, förmlich bei einer Eiche Zuflucht zu nehmen. Es ist nicht so sehr der Schatten, den dieser zu mächtiger Größe heranwachsende Baum dann liefern würde, sondern vielmehr der Vorzug der feinen Rinde, den es abzuschöpfen gilt.

Eichenrinden-Abkochung

2 Teelöffel von zerkleinerter Eichenrinde, die man von daumenstarken Ästen geschält hat, werden mit 1/4 Liter kaltem Wasser übergossen und zum Sieden gebracht. Bis zu 5 Minuten lang kochen und hernach abseihen. Wenn der so zubereitete Tee eine annehmbare Temperatur erreicht hat, kann man ihn zum Gurgeln verwenden. Das erweist sich als hilfreich, wenn sich z. B. in der Mundhöhle Bläschen bilden oder das Zahnfleisch einer stärkenden Unterstützung bedarf. Kann auch bei Heiserkeit mehrmals am Tag durchgeführt werden.

Eiche ⓒ Grafik von Prof. Emil Jaksch, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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