Klugheit beim Würzen

Das Bohnenkraut mindert Blähungen

Die allegorische Figur der Prudentia (= Tugend der Klugheit) findet sich sehr oft im barocken Erscheinungsbild unserer alten Schlösser und Klöster. Entweder entdeckt man sie in einer Freskenkomposition, auf einer Stuckdecke oder gar als kunstvoll geschnitzte Figur altehrwürdiger Räume. Wer weiß, warum sich unsere Altvorderen dieses Leitbild immer wieder vor Augen gestellt haben? Wir benötigen die Klugheit ja heute noch genauso dringend. Das Garten- oder Sommer-Bohnenkraut (Satureja hortensis) hat übrigens auch etwas damit zu tun. Mit dieser Pflanze begegnen wir wieder einmal einer Art aus der Familie der Lippenblütler. Bei diesem Bohnenkraut handelt es sich um eine einjährige krautige Pflanze, deren Wuchs sehr verzweigt ist. Die eher kleinen Blüten sind rosa gefärbt und wachsen auf einer so genannten Scheinähre. Die Blütezeit beginnt im Hochsommer und kann bis in den Oktober hinein andauern. Ursprünglich dürfte diese Heilpflanze in den Landstrichen Kleinasiens wild vorgekommen sein. Seit jeher hat man jenes Kraut ob seines würzigen Geschmackes als bereichernde Zutat für Speisen jeglicher Art verwendet. Auch hierin besteht gottlob diese Tradition bis heute. Und es ist ja aufgrund seiner verdauungsfördernden und entzündungshemmenden Inhalte durchaus folgerichtig, auf die Präsenz des Bohnenkrautes in der Küche und dann auch auf dem Teller nicht zu verzichten. Bei manchen vegetarischen Gerichten jedoch hat man von vornherein Zweifel, ob man genüsslich zugreifen soll oder nicht. Auslöser für diese Bedenken sind keineswegs die Künste des Kochs oder der Köchin. Nur allzu gut weiß man hingegen um die blähende Wirkung Bescheid, die mit Kraut und Hülsenfrüchten in unseren Bauch mitgeliefert werden. Daher darf man ruhig die Klugheit zum Tragen kommen lassen, wenn man auf derlei Köstlichkeiten nicht verzichten möchte.

Bohnenkraut als Zugabe

Die Zweigspitzen des blühenden Bohnenkrautes können sowohl frisch als auch getrocknet als Gewürz verwendet werden. Einerseits bessern sie den Geschmack auf, andererseits hilft diese Ergänzung mit, um beim Genuss von Hülsenfrüchten jeglicher Art, von Rot- und Weißkohl den als lästig empfundenen und auch manchmal schmerzhaften Blähungen vorzubeugen. Wichtig ist dabei generell, beim Essen Zeit zu haben, um alles dementsprechend gut durchkauen zu können.


Bohnenkraut ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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