Den Frieden finden

Die Galle mit Odermennig beschicken

Weihnachten wird je neu als ein Fest des Friedens bezeichnet. Wie sehr das seine Berechtigung hat, mag angesichts der schwelenden Konflikte im Globalen wie auch im kleineren Kontext etwa der Familien dahingestellt bleiben. Frieden ist letztendlich ein Geschenk Gottes. So haben es ja auch die Engel auf den Hirtenfeldern Bethlehems besungen. Ich will den Fokus auf einen noch viel enger begrenzten Bereich legen. Dazu möchte ich mir zusätzlich den Odermennig (Agrimonia eupatoria) quasi an meine Seite holen. Wer es schon einmal erlebt hat, der kann wohl lautstark ein Lied davon singen: die Tortur einer Gallenkolik. Da wünscht man sich wohl umgehend friedlichere und vor allem schmerzfreiere Zustände herbei. Nun sieht wohl jeder ein, dass man Heilkräuter mit keiner Feuerwehr verwechseln darf, die man nur im äußersten Notfall alarmiert und herbeiholt. Vielmehr sollte die Vernunft die Richtschnur eines ausgewogenen Lebensstiles sein, der mithilft, dass die inneren Organe nicht übermäßig belastet werden. Und dennoch können Pflanzen auch in Extremsituationen mithelfen, eine missliche Lage wie eben geschildert, etwas besser in den Griff zu bekommen. Dabei bewähren sich eben die Wirkstoffe, die im Odermennig enthalten sind. Sie bestehen vor allem aus Gerbstoffen, einem kieselsäurehaltigen ätherischen Öl, aus Flavonoiden und Bitterstoffen. Dieser mit einem gesunden Cocktail vergleichbare Mix unterstützt generell die Verdauungstätigkeit und greift vor allem der Leber und insbesondere der Galle so richtig unter die Arme. Wer sich also dahingehend mehr Frieden in seinem Bauch wünscht, kann auch zu anderen Zeiten als zu Weihnachten nach dem Odermennig greifen. Dieser lässt sich im Übrigen auch mit anderen Kräutern kombinieren.

Krisen in der Galle abfangen

Wer Probleme mit der Gallenblase hat, die in Form einer Stauung oder einer Grieß- bzw. Steinbildung dort auftreten und kolikartige Zustände auslösen können, der richte sich eine Teemischung in folgender Zusammensetzung zurecht: 2 Teile getrocknetes und zerkleinertes Odermennigkraut, 2 Teile getrocknete und zerriebene Brennnesselblätter und 1 Teil ebenso beschaffenes Beifußkraut. Davon nimmt man dann 1 gehäuften Esslöffel voll und übergießt ihn mit 1/4 Liter kochendem Wasser. 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen und hernach abseihen. Möglichst warm und vor allem ungesüßt trinken.


Odermennig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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