In den hinteren Reihen angesiedelt

Die Bibernelle dennoch wertschätzen

Die privilegierten Sitze bei Veranstaltungen und in Räumen sind nicht immer gleich positioniert. Ist z. B. bei einem öffentlichen Event eine hochrangige politische Persönlichkeit der Ehrengast, wird diese wohl ganz vorne den reservierten Platz einnehmen. Im Kino ist das Gegenteil der Fall: der beste Blick auf die Leinwand ist dort eindeutig in der letzten Reihe zu finden. Die Kleine Bibernelle (Pimpinella saxifraga) genießt wohl eher einen bescheidenen Bekanntheitsgrad, wenngleich ihre botanischen Verwandten durchaus vertraut in unseren Ohren klingen. Sie zählt nämlich zur Familie der Doldenblütler wie eben auch Kümmel, Fenchel, Dill und Petersilie. Hier eine kurze Beschreibung des Gewächses: Die Kleine Bibernelle treibt aus einer verzweigten Pfahlwurzel 30 – 50 cm hohe fein gerillte Stängel. Ihre weiß oder leicht rosa gefärbte Blütendolde kann 6- bis 15-strahlig sein. Am Blattstiel sitzen sowohl bei der Kleinen als auch bei der mit ihr verwandten Großen Bibernelle breite, eiförmig gezähnte Blätter. In den oberen Bereichen der Pflanze sind diese hingegen unpaarig gefiedert. Will man sich also vergewissern, dass man es auf einer Wiese wirklich mit einer Bibernelle zu tun hat, sollte man diesem Umstand auf jeden Fall seine verstärkte Aufmerksamkeit schenken. Die Bibernelle liebt einen mageren und trockenen Boden. Daher wächst sie gerne auf sonnigen Hangwiesen, an Wegrändern und Rainen. Selbst auf Schutthalden kann man ihr begegnen. Um die Heilkräfte in Form von Gerb- und Bitterstoffen aus diesem Kraut zu heben, bedient man sich vor allem der Wurzel, die für gewöhnlich bereits nach der Blütezeit der Bibernelle im ausgehenden Sommer bis in den Monat Oktober hinein geerntet und getrocknet wird. Die derart gewonnene Heildroge kann sowohl für vorbeugende Maßnahmen als auch im Zuge einer begleitenden Anwendung nutzbringend verwertet werden.

Tee im Kaltauszug zubereiten

Um einen Tee aus der Wurzel der Kleinen Bibernelle herzustellen, nimmt man 2 Esslöffel der zerkleinerten Wurzeldroge und setzt diese in 1/2 Liter kaltem Wasser 12 Stunden lang an. Dann einfach abseihen und vor dem Trinken nur ganz leicht temperieren, damit der Tee lauwarm getrunken werden kann. Es erweist sich als sinnvoll, im Hinblick auf Husten, Heiserkeit und Grippe diesen Tee als Vorbeugung oder als konkrete behandelnde Bereitstellung zu sich zu nehmen. Er eignet sich übrigens ebenso als Gurgelmittel für den Rachenbereich und bei entzündeten Mandeln.


Kleine Bibernelle ⓒ wikimedia.commons





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