Duftendes Grün aus dem Süden

Die Zypressen als heilsame Hilfe

Angesichts der Tatsache, dass jüngste naturwissenschaftliche Forschungen sowie medizinische Studien eindeutig belegen, dass die Beziehungen zwischen Mensch und Baum komplexer und vernetzter sind, als wir das vermuten, erscheint so manche antike Heilpraktik in einem neuen Licht. Die alten Griechen waren es z. B. bereits, die Schwindsüchtige in Zypressenhaine hineinschickten, damit sie dort eine Art Luftkur vollziehen sollten. Die Zypressen, genauer gesagt, die Mittelmeer-Zypressen (Cypressus sempervirens), sind in ihren oberirdischen Pflanzenteilen erwiesenermaßen mit ätherischem Öl bestückt, das sich auch über die Luft in deren unmittelbarer Umgebung freisetzt. Somit wird der Mensch, der sich in der Nähe von Zypressen aufhält, mit einem Wirkstoff konfrontiert, der über die Lunge die ganze Physis positiv stimuliert. Diese Tatsache hat man u. a. dazu genutzt, um bis heute vor allem aus den Früchten das ätherische Zypressenöl zu gewinnen, welches von klarer Farbe ist und einen nussartigen Geruch verströmt. Diese Substanz besitzt zusammenziehende Kräfte. Somit wirkt es schweißhemmend und hat auf die Gefäße einen adstringierenden Einfluss. Darüber hinaus stärkt es das Nervensystem. In milden Klimazonen unserer Heimat ist es durchaus üblich, die Zypresse aus den mediterranen Breiten als Zierbaum zu pflanzen. Im Urlaub kann man überdies diesem Baum ja ebenfalls auf seinem angestammten Boden begegnen. So möchte ich mich heute auf eine Weise der Verwendung konzentrieren, die direkt mit dem Holz und den Zweigen bzw. deren anhangenden Früchten in Verbindung stehen.

Aufguss mit Zypressen

Um der Gesundheit etwas Gutes zu tun, kann man aus den noch grünen Nüssen, den grünen Zweigen oder sogar aus dem frischen Holz einen Aufguss zubereiten. Dazu verwendet man entweder 4 zerkleinerte Nüsse oder 3 Esslöffel mit zerkleinerten Zweigen oder frisch feingeraspeltem Holz, die man mit 3/4 Liter kochendem Wasser übergießt und 15 Minuten zugedeckt ziehen lässt. Schlussendlich einfach abseihen. Den derart gewonnenen Tee füllt man hernach in eine Thermosflasche und trinkt ihn den Tag über verteilt schluckweise.


Zypresse ⓒ Grafik von Prof. Emil Jaksch, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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