Ein Blätterdach über dem Kopf

Und ein Hausmittel vom Nussbaum dazu

Die Natur hat sich schon seit Jahrtausenden darauf eingestellt, mit dem zurechtzukommen, was der Mensch mitsamt seiner Zivilisation an ihr verändert. Mehr noch, verschiedene Arten ziehen bis heute ihren Vorteil daraus und folgen der humanen Siedlungstätigkeit. Seitens der Vögel sei in diesem Zusammenhang lediglich auf den Storch und die Mehl- bzw. die Rauchschwalben verwiesen. Oder was wäre ein Dorf, würde nicht der Haussperling von den Dachrinnen heruntertschilpen. Im Walnussbaum (Juglans regia) begegnen wir einer Baumart, die höchstwahrscheinlich nicht in unseren Breiten anzutreffen wäre, hätte man nicht an seiner Verbreitung Richtung Mitteleuropa durch die antike und mittelalterliche Gartenkultur mitgeholfen. Die Vorzüge der Präsenz des Nussbaumes liegen auf der Hand. Mit seinen Wurzeln unterstützt er das Befestigen von Hängen und Böschungen seitlich der Keller und der Presshäuser in Weingegenden. Seine herbstlichen Früchte wiederum sind gesunde Köstlichkeiten, auf die wir nur ungern verzichten würden. Dieser Umstand lockt zudem die freilebende Tierwelt in die Nähe unserer Häuser, deren Arten ja auch keine Kostverächter sind. Wenn jedoch die Sonne vom Himmel herunterbrennt, dann kommt der Vorzug einer blattbestückten Baumkrone zum Tragen, die dem Nussbaum ebenfalls zu Eigen ist. Dort kann man auch ohne entsprechende Kopfbedeckung sitzen und wird keinen Schaden seitens einer zu intensiven Einstrahlung davontragen. Andernfalls kann ich nur das Tragen eines Hutes anempfehlen, weil auf so mancher Stirn die schützende Haarpracht fehlt. Die in Nussblättern enthaltenen Gerbstoffe erweisen sich des Weiteren als gute Stärkung der Kopfhaut. Die sollte man, egal ob behaart oder größtenteils freistehend, gerade im Sommer vermehrt pflegen. Mithilfe des Blätterdaches des Walnussbaumes kann man sich in Eigenproduktion diesbezüglich weiterhelfen.

Einreibemittel für das Haupt

Olivenöl und Weißwein mischt man zu gleichen Teilen ab, so dass man eine Menge von 500 g erhält. Nun fügt man 125 g kleingeschnittene Nussblätter hinzu und stellt alles zusammen in einem verschlossenen Glasgefäß 14 Tage lang ans Fenster. Danach einfach abseihen, den Rückstand auspressen, gebrauchsfertig abfüllen, kühl und dunkel lagern. Vor dem Verwenden jeweils durchschütteln. Somit besitzt man ein gut geeignetes Einreibemittel für die Kopfhaut, die angesichts der vermehrten sommerlichen Sonnenbestrahlung einer erhöhten Strapaz ausgesetzt ist.


Walnuss ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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