Bevor die Saison zu Ende geht

Haselnusskätzchen frisch verwenden

Jetzt vor Beginn der Vegetationsperiode steckt in den unterirdischen Wurzeln sehr viel Kraft, die sowohl der künftigen Pflanze die nötige Energie mitgibt, als auch für den heilungsbedürftigen Menschen die entsprechenden Inhalte bereithält. Wenn dann jedoch der Sommer einmal ins Land gezogen ist, wird es so viele Gelegenheiten nicht mehr geben, um der im Frühling präsenten Kräuter habhaft zu werden. Also, „carpe tempum!“ – Nütze die Zeit! – würden die alten Lateiner da sagen. Das gilt u. a. für den Haselstrauch (Corylus avellana), der sich aufgrund seiner langen überhängenden Blütenkätzchen ohnehin von der scheinbar noch schlummernden Vegetationsumgebung abhebt. Wenn man von der Haselnuss spricht, so denkt man unwillkürlich an die Nüsse. In der Folge rinnt dann womöglich der Speichel im Mund zusammen, da einem die vielen Leckereien aus Nougat in den Sinn kommen. Generell ist der Genuss der kleinen Nüsse der Haselnuss empfehlenswert. Nun haben jedoch die Blüten des Frühlingskünders ihre Saison, die wir ebenfalls durchaus gewinnbringend nutzen können. Dabei steht weniger das Schmeicheln des Gaumens im Vordergrund als vielmehr ein Begleiten von Krankheiten, die sich vor allem im ausgehenden Winter noch einstellen können, wie etwa die allseits gefürchteten Grippeepidemien. Gerade dann, wenn man merkt, dass sich der Körper bereits gegen eindringende Keime zu wehren beginnt, sollte man auf die männlichen Blüten der Haselnuss zurückgreifen. Sie vermögen eben mehr als nur mit ihrem Blütenstaub allergische Reaktionen hervorzurufen. Die Haselkätzchen können übrigens auch getrocknet und so für den restlichen Verlauf des Jahres aufbewahrt werden.

Tee aus Haselblüten:

Sobald an den Zweigen der Haselnussstauden die würstelförmigen Kätzchen gut ausgebildet sind, kann man darangehen, diese zu ernten. Entweder legt man sie zum Trocknen auf oder verwendet sie gleich frisch. Im herkömmlichen Heißaufguss sollte daraus ein Tee gekocht werden, den man im Fall einer Grippe trinken möge, um besser ins Schwitzen zu kommen. Drei Schalen pro Tag reichen dafür. Nach dem Trinken hüllt man sich am besten fest in Decken ein.


Haselnussblüten ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya





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