Noch blühen sie auf den Wiesen

Den Schafgarben Achtung schenken

Vor noch nicht allzu langer Zeit wurde in der Pfarrkirche Harth bei Geras das Patroziniumsfest begangen. Dieses Gotteshaus hat als Schutzpatron den hl. Rochus, dessen Gedenktag der 16. August ist. Dargestellt wird er als Mann in Pilgertracht, der mit seiner Hand auf die am Oberschenkel prangende Pestwunde verweist. Die Legende über sein Leben berichtet, dass er nur knapp dem „Schwarzen Tod“ entging und wundersam erneut zu Kräften kam. Wer sich jedoch in den gegenwärtigen Tagen zu einer Pilgerschaft aufmacht, kann auf den bereits herbstlichen Wiesen die Schafgarbe vorfinden, die meiner bescheidenen Meinung nach als starkes Kraut immer noch die Stellung hält. Ihr tuen es so manch andere Gewächse gleich, wenn sie sich nicht durch eine Mahd oder das Abweiden davon abhalten lassen, immer wieder neu auszutreiben und zu blühen. Im wunderbaren Gleichgewicht der Natur ist es anscheinend so gefügt, dass eine vorhandene Stärke nie isoliert gehortet wird, sondern stets auch ihren Dienst an den anderen vollzieht. Die Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium) besitzt sehr viele Heilwirkungen und wird unter anderem als Frauenkraut in der Naturheilkunde äußerst geschätzt. Unabhängig vom Geschlecht jedoch hilft dieser Korbblütler zudem jenen, die gleich dem hl. Rochus auf ihrer Haut offene Stellen tragen, egal, was als jeweilige Ursache dafür verantwortlich ist.

Waschungen unterstützen die Heilung:

Für einen Aufguss schneidet man ein Gemisch aus Blüten und Blättern der Schafgarbe klein und nimmt 2 Esslöffel davon, um sie mit 1/2 Liter kochendem Wasser zu überbrühen. 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen und hernach abseihen. Diesen Tee verwendet man sodann für äußerliche Waschungen. Das kann sich vor allem bei schlecht heilenden Wunden als günstig erweisen. Darüber hinaus ist dieses Hausmittel eine probate Methode, um bei Hautauschlägen, Geschwüren oder bei lästigen Hämorrhoiden eine merkliche Besserung und einen Rückgang der Symptome herbeizuführen.


Schafgarbe ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya


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