Sanfte Nadeln für die Haut

Auf den Lärchen zu finden

Wie eine Verständigung bzw. eine Unterhaltung zwischen zwei Menschen stattfindet, ist relativ klar: das probateste Mittel hierfür ist die Sprache. Dieses Medium kann aber nur begrenzt eingesetzt werden, wenn es darum geht, einem Tier seine momentanen Empfindungen und Wünsche mitzuteilen. Gewiss reagieren wohlerzogene Hunde aufs Wort. Aber versuchen Sie das einmal bei einer Katze oder gar bei einem Huhn! Um einem Vierbeiner seine Sympathie spürbar zu machen, genügt es ganz einfach, den animalischen Kumpanen zu streicheln. Bei Nadelbäumen würde das wohl keinem einfallen, oder? Die Lärche (Larix decidua) bildet dabei eine Ausnahme. Habe ich bei einer Kräuterwanderung die Gelegenheit, den interessierten Begleitern u. a. eine Lärche vorstellen zu dürfen, so ermutige ich jeweils dazu, die Äste durchaus mit dem Tastsinn zu erkunden. Dabei kann man überraschend feststellen, dass die Lärche ein anschmiegsamer pflanzlicher Zeitgenosse ist, den man ohne Furcht an seine Haut heranlassen darf. Bei Fichten und Föhren, ja selbst bei Tannen, würde sich dieses sinnliche Erlebnis in äußerst engen und beschränkten Grenzen halten. Im Unterschied zu den eben Genannten besitzt die Lärche ein sehr frohes und luftiges Wesen. Das merkt man jeweils, wenn im Frühjahr die frischen jungen Nadeln austreiben oder wenn bis in den frühen Winter hinein das goldgelbe Gewand der Waldbäume heitere Akzente in ihre sonst sehr streng gehaltene Umgebung sendet. Dabei ist die Lärche als Holzlieferant durchaus ernst zu nehmen. Das harzreiche Baumaterial Lärchenholz erweist sich nämlich als sehr brauchbar und vor allem langlebig. Sämtliche Teile des Baumes atmen eine gute Atmosphäre aus. In den Nadeln des anschmiegsamen Waldgenossen sind überdies wertvolle ätherische Öle enthalten, die der Haut zugute kommen. Wer jetzt bis Ende August in die heimischen Forste geht, kann dort oder bei sich im eigenen Garten die Lärchennadeln ernten und trocknen, um sie hernach in der eigenen naturheilkundlichen Apotheke aufzubewahren.

Lästige Hautflechte begleiten:

Wenn jemand von Hautflechte befallen wird, ist es sicherlich Sache des Dermatologen, diese zu diagnostizieren und zu behandeln, weil dabei heimtückische Pilzsporen im Spiel sind. Dennoch besteht auch die Möglichkeit, die Lärchennadeln für eine begleitende Maßnahme zu nutzen. Dazu gießt man einige Esslöffel voll der Nadeln mit kochendem Wasser auf, um sie ca. 15 Minuten zugedeckt ziehen zu lassen. Dann abseihen und als Badezusatz verwenden. Das wirkt auf die Haut äußerst reinigend, antimykotisch und beruhigend.


Lärchenzweig ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya

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