Unter Bäumen aufatmen

Heute hat die Kiefer das Sagen

Alles Gute zum Geburtstag! Das gilt natürlich allen, die an einem 31. August das Licht der Welt erblicken durften. Doch dankbar dürfen darüber hinaus alle anderen sein, die diesen Tag heute erleben können. Gewiss möchte ich damit nicht übersehen, dass es für so und so viele durchaus etliche Ungewissheiten gibt, die einige Falten auf der Stirn hervorrufen. Das trifft vor allem für jene zu, die als Flüchtlinge und Heimatlose unterwegs und auf das Wohlwollen anderer angewiesen sind. Gerade an diesen wird aber oft sichtbar, dass eine starke Hoffnung überleben lässt. Der so genannte Geburtstagsbaum des heutigen Tages ist die Kiefer (Pinus), auch Föhre genannt. Diese Nadelbäume können in ihren einzelnen Arten ein sehr hohes Alter erreichen. An den heimischen Rotföhren können wir z. B. recht gut ablesen, wie anpassungsfähig, zäh und ausdauernd jene hölzernen Pflanzenkumpanen sind. Auf jeden Fall schaffen sie in ihrer Umgebung eine angenehme Atmosphäre, die in erster Linie der Lunge gut tut. Nicht umsonst hat man bereits im 12. Jahrhundert der Kiefer bei Husten und bei Leiden im Nieren- und Blasenbereich einiges an Wirkkraft zugetraut. In jeder Lebenssituation dürfen wir die Nähe von Bäumen aufsuchen, da uns allein schon der Aufenthalt darunter wohl tut. Wenn wir morgen ganz besonders für die Schöpfung beten, wie es uns Papst Franziskus am 10. August ans Herz gelegt hat, so dürfen wir gerade in den Bäumen kompetente Partner des Menschen entdecken, die sowohl für den Leib als auch für die Seele im wahrsten Sinne des Wortes etwas übrig haben. Damit also nicht nur die einzelne Person heil wird, sondern sich möglichst viele zu einer Gemeinschaft zusammenschließen, die sich bewusst ist, im Ausbeuten und reinen Verzwecken der Natur samt ihrer Ressourcen keine Zukunft zu sehen, besteht eine Möglichkeit des Umdenkens darin, unter einer Föhre fest durchzuatmen, um zu besseren Auswegen zu finden, die Rücksicht auf den Menschen und die gesamte Schöpfung nehmen.

Kiefern-Geborene sind lichtvoll:

Zwischen 24. August und 2. September stehen die Geburtstage im Zeichen der Kiefer. Unter uns Menschen sind Kiefern-Typen jene, die es vermögen, ein Licht der Vernunft anzuzünden. Sie greifen auch gerne auf uralte Erfahrungsschätze zurück. Daher kann man ruhig sagen, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes ein Voraus- und ein Nachdenken besitzen, das ihren Nächsten zugute kommt. Das benötigt auch die Schöpfung, um wieder aufatmen zu können.
Herzliche Einladung zum Schöpfungsgottesdienst mit dem Kräuterpfarrer in Harth bei Geras! (Dienstag, 1. September, 19.30 Uhr Hl. Messe in der Pfarrkirche St. Rochus).


Alte Föhre bei Weitersfeld ⓒ Foto: Thomas Laimgruber


Sie hat es wiederum geschafft

Die Wegwarte erhebt erneut ihr Haupt

Heute dürfen Sie, werte Leser, ein paar frohe Botschaften entgegennehmen. Dabei stehen selbstredend an erster Stelle die Passagen der Bibel, in denen die Erschaffung der Erde und des Menschen geschildert werden und die uns den menschgewordenen Gott in Jesu nahebringen, auf dessen Offenbarwerden eben diese Schöpfung wartet (vgl. Röm 8, 18–23). Und dann etwas scheinbar eher Banales: die Wegwarte (Cichorium intybus) blüht wiederum an den Straßenrändern. Gewiss tuen die Landesbediensteten der jeweiligen Straßenverwaltungen ihre Pflichten, wenn sie das Gras am Bankett regelmäßig abmähen und kurz halten. Aber ebendort hat die Wegwarte gemäß ihrem Namen den angestammten Platz. Bereits im Hochsommer, als sie in voller Blüte stand, setzten sie Mähwerke dieser blauen Pracht ein jähes Ende. Eigentlich hätte die Wegwarte daraufhin kapitulieren und sich auf ihre mächtige Wurzel zurückziehen können, um gleichsam für dieses Jahr bereits ihren Ruhestand zu genießen. Jedoch ist genau das Gegenteil der Fall. Sie hat sich – und wie ich meine, auch uns Menschen – nicht aufgegeben. Weil da in der Wegwarte gerade für uns etwas parat liegt. Sie wird es sicher erneut überstehen, wenn wir uns ihrer Pflanzenteile bedienen, um sie für unsere Gesundheit zu verwenden. In diesem Sinne steht sie uns gleichsam von Kopf bis Fuß zur Verfügung. Wir selbst bleiben stark, wenn unsere Verdauung gut funktioniert. An diesem Prozess, der die aufgenommene Nahrung in konkrete Stärke und Wachstum verwandelt, sind nicht nur der Magen und der Darm beteiligt. Die Wegwarte wirkt auch positiv auf die angrenzenden Organe.

Dreier-Gemisch der Wegwarte:

Getrocknete und zerkleinerte Wurzeln, in gleicher Weise aufbereitete Blätter und Blüten der Wegwarte werden gut durchgemischt. Es genügt 1 gehäufter Teelöffel davon, um ihn in 1/4 Liter kaltes Wasser zu geben. Beides miteinander kurz aufkochen, noch 5 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Bei Verdauungsbeschwerden und bei Magen- bzw. Darmproblemen kann man 2 Schalen voll pro Tag trinken. Durch den Genuss dieses aufgekochten Kaltansatzes stärkt man zusätzlich die für unsere Gesundheit höchst notwendige Funktion der Bauchspeicheldrüse.


Wegwarte ohne Wurzel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya


Noch blühen sie auf den Wiesen

Den Schafgarben Achtung schenken

Vor noch nicht allzu langer Zeit wurde in der Pfarrkirche Harth bei Geras das Patroziniumsfest begangen. Dieses Gotteshaus hat als Schutzpatron den hl. Rochus, dessen Gedenktag der 16. August ist. Dargestellt wird er als Mann in Pilgertracht, der mit seiner Hand auf die am Oberschenkel prangende Pestwunde verweist. Die Legende über sein Leben berichtet, dass er nur knapp dem „Schwarzen Tod“ entging und wundersam erneut zu Kräften kam. Wer sich jedoch in den gegenwärtigen Tagen zu einer Pilgerschaft aufmacht, kann auf den bereits herbstlichen Wiesen die Schafgarbe vorfinden, die meiner bescheidenen Meinung nach als starkes Kraut immer noch die Stellung hält. Ihr tuen es so manch andere Gewächse gleich, wenn sie sich nicht durch eine Mahd oder das Abweiden davon abhalten lassen, immer wieder neu auszutreiben und zu blühen. Im wunderbaren Gleichgewicht der Natur ist es anscheinend so gefügt, dass eine vorhandene Stärke nie isoliert gehortet wird, sondern stets auch ihren Dienst an den anderen vollzieht. Die Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium) besitzt sehr viele Heilwirkungen und wird unter anderem als Frauenkraut in der Naturheilkunde äußerst geschätzt. Unabhängig vom Geschlecht jedoch hilft dieser Korbblütler zudem jenen, die gleich dem hl. Rochus auf ihrer Haut offene Stellen tragen, egal, was als jeweilige Ursache dafür verantwortlich ist.

Waschungen unterstützen die Heilung:

Für einen Aufguss schneidet man ein Gemisch aus Blüten und Blättern der Schafgarbe klein und nimmt 2 Esslöffel davon, um sie mit 1/2 Liter kochendem Wasser zu überbrühen. 15 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen und hernach abseihen. Diesen Tee verwendet man sodann für äußerliche Waschungen. Das kann sich vor allem bei schlecht heilenden Wunden als günstig erweisen. Darüber hinaus ist dieses Hausmittel eine probate Methode, um bei Hautauschlägen, Geschwüren oder bei lästigen Hämorrhoiden eine merkliche Besserung und einen Rückgang der Symptome herbeizuführen.


Schafgarbe ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya


Zahnpflege von innen heraus

Das Mädesüß steht dafür zur Verfügung

An den Besuch beim Zahnarzt erinnert zu werden, bereitet wohl den Wenigsten von uns wirklich Freude. Da hat man schon gerne einmal eine Ausrede parat, um dieses Date hinauszuschieben. Dazu möchte ich jedoch weder mich noch andere ermuntern. Aber ich kann dieses Thema durchaus weiter fassen und auf die größeren Zusammenhänge der Gesundheit hinweisen, von denen schließlich auch die Zähne profitieren. Viel lieber als in eine medizinische Praxis werden mich die Leute auf die Wiese begleiten. Das wachsame Auge kann den Sommer über dort das Mädesüß (Spiraea ulmaria) erblicken. Mein Vorgänger Hermann-Josef Weidinger hat über sie sehr berührend geschrieben: „Edel ist der Familienkreis (Rosengewächse), dem sie angehört. Edel ist aber auch ihre ganze Erscheinungsform. Kein Wunder, dass ich in die Wiesenkönigin verliebt bin, gehört sie doch zu den schönsten wildwachsenden Blumen und Heilkräutern unserer ländlichen Gegenden, soweit diese nicht durch Bachregulierungen verödet sind. Überall dort ist sie daheim, wo eine Quelle sich noch einen Weg durch die grünen Wiesen bahnen darf, ohne in Stein- oder gar in Betonmauern eingeengt zu werden. Sie trägt in ihrem ganzen Wesen etwas Luftiges, freies, Ungebundenes und Echtes.“ Diese Unbeschwertheit ist es auch, die sie durch ihre heilenden Eigenschaften weiterzugeben weiß. Ein Tee aus ihren Blüten kann mithelfen, um Fieberschübe, Grippebeschwerden und Kopfschmerzen zu reduzieren. Gewiss sind es die salicylhaltigen Inhaltsstoffe, die auch von der Pharmazie durchaus geschätzt werden. Zudem enthält diese Heilpflanze einiges an Magnesium, das wiederum dem Aufbau unserer Zähne zugute kommt. Daher sollte man die Wiesenkönigin durchaus in die Vorsorge für ein gesundes Gebiss miteinbeziehen.

Tee aus Mädesüß-Kraut:

Von einem Gemisch aus getrockneten und zerkleinerten Blüten und Blättern des Mädesüßkrautes nimmt man 2 Teelöffel voll und übergießt sie mit 1/4 Liter siedendem Wasser. 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen. Eine Zeit lang 2 Schalen pro Tag davon schluckweise einnehmen. Abwechselnd dazu kann man ebenfalls einen Tee aus Löwenzahn-Blättern, Eichenblättern oder Gänsefingerkraut trinken, um über den Organismus den Aufbau der Zähne mit dem nötigen Magnesium zu versorgen.


Mädesüß oder Wiesenkönigin ⓒ Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya


Ein Franzbranntwein anderer Art

Diesmal mit Quendel ansetzen

Wir sollten an so vieles denken. Spätestens beim Heimkommen vom Geschäft oder vom Supermarkt greifen wir uns ärgerlich an den Kopf, weil zum wiederholten Mal mangels einer hilfreichen Liste das eine oder andere Notwendige vergessen wurde, eingekauft zu werden. Da tritt erneut die berühmte Redewendung auf den Plan: Was man nicht im Kopf hat, das hat man in den Füßen! Also noch einmal retour! Oder es sind die Termine, die angesichts einer Überfülle an Arbeit einfach flöten gehen. Unter den Kräutern gibt es ebenfalls Gewächse, wie z. B. den Quendel (Thymus pulegioides), die leicht übersehen werden können. Grund dafür ist ihre niedrige Wuchsgestalt, die es notwendig macht, ganz genau auf den Wiesenboden zu blicken, um diesen wertvollen floralen Gesellen auszumachen. Als hilfreich erweist sich jedoch das Aroma, das sich aus dem sonnenbeschienenen Grasbewuchs erhebt und vom dort wurzelnden heilkräftigen Lippenblütler ausgeht. Oft halte ich gerne fest, dass uns die mit ätherischen Ölen und der Nase schmeichelnden Düften erfüllte Luft automatisch dazu animiert, ganz bewusst und tief einzuatmen. Die damit verbundene erhöhte Zufuhr an Sauerstoff bewirkt über den Blutfluss bereits, dass sich ein gestresster Körper entspannt und ein angespannter Geist sich ein wenig lockert, um wiederum besser zu Sinnen zu kommen. Manchmal ist es einfach auch gut, einmal etwas anderes zu tun, als es uns der gemeine Arbeitsalltag vorzugeben scheint. Das kann z. B. eine manuelle Tätigkeit im Garten sein. Oder man geht daran, eine eigene Lotion zu kreieren, die es dann gerade in angespannten Zeiten möglich macht, bewusst innezuhalten, um sich oder anderen etwas Gutes zu tun. Wenn nun schon vom Quendel die Rede ist, dann brauchen wir heute gar nicht nach etwas anderem suchen.

Eine Einreibung herstellen:

Von Blütenspitzen des Quendels oder des Feldthymians, die prinzipiell zwischen Mai und September geerntet werden können, nimmt man eine Menge von ca. 150 g und gibt sie in ein verschließbares Glasgefäß, in das noch 1 Liter 75%iger Ansatzalkohol gefüllt wird. Das Gefäß stellt man 14 Tage ans Fenster und schüttelt den Inhalt jeden Tag einmal gut durch. Danach abseihen und mit 1/2 Liter destilliertem Wasser verdünnen. Somit hat man eine wertvolle Einreibung gewonnen, die man ab und zu für die Stirn, den Nacken und den Rücken verwenden kann, um gelegentlich Entspannung und zugleich eine Unterstützung des Gedächtnisses zu erhalten.


Quendel ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya


Aus natürlicher Produktion

Ameisensäure dient nicht bloß der Abwehr

Ein Spaziergang über Wiesen, Felder und durch den Wald tut uns prinzipiell gut. Die Pflanzen, denen wir dort begegnen, haben ja nicht nur wertvolle heilende Kräfte in sich, sondern wirken allein schon durch ihr Aussehen, ihre Anwesenheit und nicht zuletzt durch ihre Ausstrahlung wohltuend auf uns. Bei dezidierten Kräuterwanderungen mache ich meine Begleiter ganz gerne auf das Rundherum der vorhandenen Flora aufmerksam, auf das – um mit den Worten der Kolumne des bereits verewigten Ernst Trost zu sprechen – was dahinter steckt. Die Insekten dürfen daher auf einer derartigen Erkundungstour nicht ausgeklammert werden. Die Ameisen z. B. machen, obwohl sie von äußerst kleiner Gestalt sind, auf verschiedene Weise auf sich aufmerksam. Besonders im Wald gibt es Arten, die mithilfe der herabgefallenen und getrockneten Baumnadeln riesige Haufen bauen, um darin einen ganzen Staat dieser umtriebigen Insekten unterzubringen und zu organisieren. Interessant ist übrigens die Tatsache, dass in der Nähe von derartigen Meisterwerken auf trockenen Lichtungen der Quendel (Thymus pulegioides) zu finden ist, der auch als Feldthymian bezeichnet wird. Da die Ameisen uns Menschen sehr ähnlich sind, verwundert es nicht, dass sie durchaus auch militärische Maßnahmen ergreifen, um sich gegen Eindringlinge zu wehren und ihr kommunales Gefüge zu verteidigen. Dazu stehen ihnen nicht nur ihre berüchtigten Beißwerkzeuge zur Verfügung, die selbst unserer Haut Schmerzen zufügen können. Es ist auch eine chemische Waffe, die bei einer Störung des Friedens zum Einsatz kommt: die Ameisensäure. Im Falle einer Bedrohung wird diese aus den vorhandenen Drüsen auf und gegen alles gesprüht, was vertrieben werden soll. Diese Substanz hat aber nicht nur eine destruktive und defensive Komponente. Es wird womöglich manche überraschen, dass sich Ameisensäure in den Nesselhaaren der Brennnesseln und darüber hinaus in einer äußerst geringen Menge im beliebten Honig findet. Und sie kann durchaus heilend sowie reinigend wirken.

Taschentuch als Medium:

Um an Ameisensäure von Waldameisen zu gelangen, nimmt man bei einem Spaziergang ganz einfach ein Stofftaschentuch und legt es behutsam auf einen bewohnten Ameisenhaufen. Die Einwohner betrachten dies als Bedrohung und besprühen das Stück Stoff automatisch mit ihrem Abwehrgift. Nach ca. 5 bis 10 Minuten kann man das Taschentuch wiederum an sich nehmen, indem man die darauf befindlichen Insekten liebevoll, aber bestimmt, abbeutelt. Das so mit Ameisensäure angereicherte Stoffstück kann man luftdicht zu Hause aufbewahren. Bei Bronchialbeschwerden und Asthma nimmt man es mehrmals pro Tag her, hält es an die Nase und atmet kräftig ein, um eine reinigende und desinfizierende Wirkung zu erzielen.


Ameisenhaufen mit Taschentuch ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya


Alternative Nutzung von Kürbissen

Zur Abwechslung äußerlich anwenden

Es liegt bereits einige Tage zurück, da konnte ich es wiederum riechen, spüren, sehen und hören. Ich beschreibe einerseits eine durchaus subjektive Empfindung, wenn ich alljährlich verspüre, dass der Sommer mitsamt dem ganzen Land nach Mariä Himmelfahrt gleichsam auszuatmen beginnt, meine jedoch, dass dies auch von anderen wahrzunehmen ist. Die größtenteils abgeernteten Felder, die veränderten ornithologischen Stimmen, das schrägere Sonnenlicht und anderes mehr tragen das Ihre dazu bei. Was dem aufmerksamen Naturbetrachter nun mehr ins Blickfeld rückt, das sind die zwischen den Stoppelfeldern daliegenden Kürbisflächen, die noch darauf harren, ihrer Früchte entledigt zu werden. Nun, heuer ist es angesichts des Niederschlagmangels eine wahre Tragödie. Wovon hätten denn die kugeligen Kürbisse auch sonst ihre eigentliche Größe erreichen sollen? Auf den Ertrag, der dennoch eingebracht werden wird, bin ich schon sehr gespannt. Vielleicht ist es ja da und dort sogar von Nöten, die Äcker einfach umzuackern, um sich einen größeren finanziellen Verlust zu ersparen. Das zu beurteilen, steht natürlich lediglich den Landwirten zu, die mit dieser Sonderkultur ihre langjährigen Erfahrungen haben. Die Herbstzeit ist überdies die Zeit des Wanderns. Egal, ob das in den Bergen oder im ebenfalls sehr schönen Hügel- oder Flachland passiert. Gesund ist es allemal, da die Physis über eine längere Zeit gleichmäßig beansprucht und bewegt wird. Dennoch kann auch das Wandern seine Folgen zeitigen, die sich spätestens dann bemerkbar machen, wenn man wiederum das angepeilte Quartier in Form der eigenen vier Wände oder einer gastlichen Stätte erreicht hat. Ideal wäre es darüber hinaus, wenn ein frischer Kürbis in der Nähe wäre.

Auflagen für Füße und Haut:

Von einem einigermaßen reifen Kürbis kann man das Fruchtfleisch herauslösen und es zerkleinern. Dann bereitet man daraus eine Auflage, die bis zu 5 Stunden an der vorgesehenen Stelle verbleiben kann, ehe man diese gegebenenfalls erneuert. Diese Maßnahme bewährt sich vor allem bei brennenden und übermüdeten Füßen. Man kann das aufbereitete frische Kürbisfleisch aber zudem auf Krampfadern und auf schmerzende Körperstellen betagterer Semester auflegen, um eine Linderung der Beschwerden zu erzielen. Gekochtes Fruchtfleisch ist als Auflage jedoch nicht geeignet.


Kürbis ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya


Aus der Vergangenheit lernen

Mit Pfefferminze die Zukunft planen

Wie oft werden doch Scherze gemacht, in denen ganz gerne mit den Begriffen „Kurzzeitgedächtnis“ und „Langzeitgedächtnis“ verbal gespielt wird!? Prekär wird es erst dann, wenn jemandem partout ein Name oder ein Begriff nicht einfällt. Häuft sich ein derartiges Vorkommnis, so darf man sich ernstlich nach den Ursachen des Gedächtnisschwundes fragen. Von der Pfefferminze (Mentha piperita) sind mir persönlich keine Wirkungen bekannt, die dezidiert das Denk- und Erinnerungsvermögen steigern würden. Mir geht es vielmehr darum, dass wir uns der jüngst zurückliegenden Hitzeperioden besinnen und dem Übermaß an Sonne, das unseren wertvollen Erdboden unter den höchsten bisher gemessenen Temperaturen bestrahlt hat. Nur allzu leicht könnte auch das wiederum in Vergessenheit geraten. Die Erde auf den Feldern zeigte aufgrund der Dürre da und dort besorgniserregende Sprünge und wurde somit gleichzeitig zum Sinnbild für die menschliche Haut, die ebenfalls einer großen Strapaze angesichts der massiven Sonneneinstrahlung ausgesetzt war. Viele von uns gehen damit oft sehr leichtsinnig um. Spätestens dann, wenn ein Sonnenbrand sich einstellt und einen Schwindel und Übelkeit erfasst, weiß man, dass man es wohl mit dem Lichtbaden im Freien übertrieben hat. Gewiss gibt es unterschiedliche Hauttypen mit einer dementsprechenden Verträglichkeitskapazität, was den Aufenthalt außer Haus ohne Sonnenschutz betrifft. Generell gilt aber für alle eine erhöhte Vorsicht in Rücksicht auf die Haut, die immerhin in der Aufnahme von Sonnenlicht überfordert werden kann. Nach einem erlittenen Sonnenbrand sollte man sich daher an die Pfefferminze erinnern, die den Betroffenen spürbar zur Seite zu stehen vermag.

Ein Tee für die Haut:

Ist die Haut aufgrund eines Sonnenbrandes hitzig und gerötet, kann man darangehen, einen Pfefferminztee aufzugießen und diesen nach dem Abkühlen für Waschungen auf den betroffenen Stellen verwenden. Es genügt dabei, mit einem Waschlappen, den man mit dem Tee tränkt, zu arbeiten. Wichtig ist jedoch, den Aufguss auf der Haut eintrocknen zu lassen, ohne mit einem Handtuch nachzuwischen. Abschließend reibt man die Haut am besten mit einem Madonnenlilienöl ein und meidet vor allem das Sonnenlicht.


Pfefferminze ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya


Den Alltag etwas „ölen“

Ätherisches Grapefruit-Öl eignet sich dafür

Was wäre es doch schön, einen realen Flaschengeist beschwören zu können, um einer misslichen Lage ganz unbeschwert entfliehen zu können?! Schade, dass so wenige auf die Kraft des Heiligen Geistes vertrauen, der das Geschick der Menschen durchaus zum Heil und zum Segen verwandeln kann. Heute am Sonntag wäre wiederum Gelegenheit dazu, diese Kraft Gottes anzurufen und sich ihr anzuvertrauen. Was jedoch nicht nur aus Flaschen aufsteigt und sich verflüchtigt, sondern in sehr vielen Pflanzen enthalten ist, sind die so genannten ätherischen Öle. Auch die Grapefruit (Citrus paradisi) ist damit reichlich gesegnet. Denke ich zurück an meine Internatszeit, die ich ein paar Jahrzehnte verbringen durfte, so haben wir zumindest bei Orangen ganz praktisch getestet, dass sich darin derartige Substanzen befinden. Beim adventlichen Beisammensitzen, das lediglich mit Kerzenschein erleuchtet war, nahmen wir die Schalen der Zitrusfrüchte zur Hand, knickten sie ein, so dass die darin enthaltene Flüssigkeit in Richtung Kerzenflamme wegspritzte und freuten uns über das Minifeuerwerk, das dabei entstand. Ich muss meinen damaligen Erziehern Recht geben, dass dies nicht unbedingt zur feinen Tischkultur passt und daher kaum zur Nachahmung empfohlen werden kann. Kehren wir zurück zum ätherischen Öl, das den Früchten der Grapefruit entstammt. Über die Atmung kann man sich die Wirkung dieses wertvollen Materials zunutze machen, da es so in feinen Nuancen in unser Inneres gelangt und in sehr angenehmer Weise verschiedenste Bereiche des Organismus stimuliert. In Verbindung mit anderen Ölen kann die äußerlich angewendete Substanz auch dazu beitragen, dass die Psyche samt dem davon bestimmten Gemüt profitiert. Diese Erkenntnis hat daher u. a. die Kosmetikindustrie genützt, um so manches Hautpflegeprodukt damit anzureichern.

Eine Duftlampe aufstellen:

Das ätherische Grapefruit-Öl kann im Zusammenhang mit Duftlampen zum Einsatz gebracht werden. Oder man nimmt einen Wattebauschen und beträufelt diesen mit ein paar Tropfen davon. Über die Verdunstung gelangt das Öl an unsere Haut und in die Atemwege. Es wirkt sich so geistig aufbauend aus und kann eine Festigung des Nervengerüstes unterstützen, das alltäglich mit Stress und Angstbewältigung konfrontiert ist. Zudem schafft es eine frohe Atmosphäre, wenn jemand gerade dabei ist, durch weniger Essen das Körpergewicht zu reduzieren. Bei uns in Karlstein gibt es Fläschchen zu 10 ml um € 5,50 zu erwerben. Erhältlich unter bestellung@kraeuterpfarrer.at oder ab Montag per Telefon 02844 / 7070 – DW 11 oder 31.


Grapefruit ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya


Frische Efeublätter ernten

Und die Haut mit Bürsten massieren

Die Erntezeit ist noch nicht vorüber. Gewiss hat das heißtrockene Wetter des zurückliegenden Megasommers es mit sich gebracht, dass das gesamte Getreide binnen kürzester Zeit von den Äckern eingebracht werden konnte. Jetzt warten wir gespannt auf den Rest an Früchten unter und über der Erde, die wohl kaum mehr vom Niederschlag der letzten Woche profitieren dürften. Wenn das Klima so weiter macht, wird es in den nächsten Jahren möglich werden, sogar Orangen nördlich der Alpen im Freien zu ziehen. Was dem Munde schmeckt, das missfällt jedoch dem Auge, wenn nämlich die Haut immer mehr der Schale der eben erwähnten Zitrusfrucht ähnelt. Ob kalt oder warm, den Efeu (Hedera helix) kann man jetzt schon pflücken und das dazu noch das ganze Jahr über. Von einem inneren Gebrauch möchte ich jedoch abraten. Wenn wir dieses rankende Gewächs näher betrachten, so kann es zwar sehr massiv den Platz beanspruchen, der gewöhnlich anderen Pflanzen zustehen würde. Andererseits versteht es der Efeu, unschöne Stellen wie betonierte Flächen oder steile schattige Halden quasi mit einem grünen Gewand zu versehen und somit dem Auge einen Gefallen zu erweisen. Im Sinne der vor allem vom berühmten Arzt Paracelsus propagierten Signaturenlehre ist es also naheliegend, bei der Frage nach den heilenden Wirkungen des Efeus vor allem die Haut in Betracht zu ziehen, die unter mancher äußerlicher Veränderung anscheinend leidet, obwohl damit in den meisten Fällen keine Schmerzen verbunden sind. Vielmehr ist es die Struktur und das Fettgewebe, die mithelfen, dass man von einer so genannten Orangenhaut spricht, die vor allem dem weiblichen Geschlecht zu schaffen macht. Zusätzlich zur Anwendung der immergrünen Heildroge dürfen auch Hautbürsten herangezogen werden, um die Durchblutung und das Gewebe zu straffen.

Die Massage mit Efeu beginnen:

Im Falle der angesprochenen Orangenhaut nimmt man ein paar frisch geerntete Efeublätter, die man zerreibt und damit die betroffenen Hautpartien einreibt. Denn dieses Grün birgt wertvolle organische Säuren und Mineralstoffe in sich, die der Haut gut tun. Das Ganze lässt man eintrocknen, ohne mit einem Handtuch nachzuarbeiten. Vielmehr reibt man mit einer geeigneten Hautbürste die Haut zuerst Richtung Herzgegend hin ein, danach setzt man diese Massage quer über den Bauch fort. Am besten führt man das 3 Wochen lang einmal pro Tag durch, um einen sichtbaren Erfolg zu erreichen.


Efeu ⓒ Aquarell von Adolf Blaim, Kräuterpfarrer-Zentrum Karlstein/Thaya